Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon radixdelta » Di 26. Dez 2017, 16:08

Alles raus aus dem Raum, Türen abkleben und durch das Fenster einsteigen. Dann einmal Kernsanierung. Da hast du zu zweit einen Tag ordentlich zu tun, dann ist alles raus und sauber, in einer Woche hat man ein neues Wohnzimmer.
Den Abfall mit dem nötigen Respekt behandeln, keine billigen Säcke nehmen, jedenfalls für die Platten.
Die Platten selbst als Asbest entsorgen, Asbestentsorgung ist nicht all zu teuer, die müssen das nur wissen weil es dann direkt in die Deponierung geht und gleich abgedeckt wird. Vergleichbar oder höchstens moderat teurer als Bauschutt, billiger als Styropor oder Gips.
Der Rest aus dem Raum ist zwar auch potentiell belastet, aber da würde ich alles in Plastiksäcken ordentlich verschnüren und dann ab zur Deponie. Jedenfalls wenn du die Platten so vorsichtig wie möglich da raus holen kannst. Die Spanplatte nicht verheizen.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Trax » Di 26. Dez 2017, 16:26

Bastelbruder hat geschrieben:Das sieht wirklich nach Asbest aus.
Ich wiederhole mich: Mit Tapetenkleister + Netzmittel (ein Spritzer Spüli) einsprühen und möglichst am Stück rausnehmen.


vs

radixdelta hat geschrieben:Alles raus aus dem Raum, Türen abkleben und durch das Fenster einsteigen. Dann einmal Kernsanierung. Da hast du zu zweit einen Tag ordentlich zu tun, dann ist alles raus und sauber, in einer Woche hat man ein neues Wohnzimmer.


Was davon ist jetzt Umtrieben viel Aufwand und was ist zu unvorsichtig und gepfuscht.
Ich sehe jedenfalls schon es ist ein kontroverses Thema. :?

Ich dachte eigentlich das es reicht das zeug vorsichtig zu entfernen wehrend die Möbel mit Folie abgedeckt sind, dann alles nochmal feucht abwischen Folie runter und fertig.

Kernsanierung klingt jetzt aber nach Tapeten von den Wänden reisen und den Holzfußboden auch raus.

radixdelta hat geschrieben:Der Rest aus dem Raum ist zwar auch potentiell belastet, aber da würde ich alles in Plastiksäcken ordentlich verschnüren und dann ab zur Deponie.

Meinst du damit jetzt alle Möbel und alles oder nur die Lampen und die Vorhangleiste?



Oft liest man zu Asbest ja so was:
Unbeschädigt – ungefährlich

Solange Sie die Platten nicht beschädigen, werden keine schädlichen Fasern austreten.

von http://www.hausjournal.net/asbest-entfernen

Da ist schon die Annahme naheliegend das wen die platten da nur lose drin liegen es ja möglich sein müsste sie Beschädigungsfrei zu entnähmen und einzupacken.

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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon radixdelta » Di 26. Dez 2017, 23:30

Ich glaube nicht daran das man die da annähernd Staubfrei heraus bekommt, darum bin ich der Meinung das man besser den Anlass zum Anlass nimmt und einmal Nägel mit Köpfen macht.
Wieviel Aufwand ist es die Möbel einzupacken, wie willst du sie wieder auspacken? Wie viel Zeit und Geld investierst du und was hast du später davon?
So eine Renovierung habe ich vor einiger Zeit gemacht, alles in allem zwei Zimmer recht gut ordentlich gemacht in gut einer Woche, in etwa. Da habe ich aber auch Wände rausgerissen, Heizkörper versetzt, Laminat gelegt, eine Tür und ein Fenster verschlossen und jeweils ein Regal eingepasst... Alles in allem hat das keine 200€ gekostet. OK, das ist ein Gästezimmer, da haben wir keine Tapete geklebt und hier und da etwas gepfuscht, aber es ist nett geworden.

Was ich aber sagen wollte ist, mit dem Rest an Renovierungsabfall würde ich zwar respektvoll umgehen, aber bei der Deponie kein Fass aufmachen wollen. Einfach als Renovierungsabfall/Siedlungsabfall Kippen und fertig.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon duese » Di 26. Dez 2017, 23:46

Eine kurze Googlerecherche spuckt Entsorgungskosten von etwa 100 bis 300 €/Tonne aus. Warum bei Kleinmengen hier das verklappen von Sondermüll im normalen Renovierungsmüll propagiert wird, versteh ich echt nicht. Zumal es gut noch passieren kann, dass man den Sack ausleeren muss oder wenn er so reinfliegt von einem Mitarbeiter ausgeelert wird. Und spätestens, wenn die Mulde ausgeleert wird, bricht das Zeug und der Staub fliegt in der Gegend rum.
Wir sind uns doch einig, dass der Staub schädlich ist, oder?
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Till » Di 26. Dez 2017, 23:55

Auf der Deponie wird das Zeug aber auch nicht ganz viel anders gehandhabt als normaler Bauschutt.
Die Säcke werden ganz normal mit dem Lader platt gefahren und deponiert.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon duese » Mi 27. Dez 2017, 00:00

Aber dann wissen die Mitarbeiter das und ich gehe davon aus, dass dann entsprechende persönliche Schutzausrüstung zur Anwendung kommt...
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Trax » Mi 27. Dez 2017, 00:03

radixdelta hat geschrieben:Ich glaube nicht daran das man die da annähernd Staubfrei heraus bekommt, darum bin ich der Meinung das man besser den Anlass zum Anlass nimmt und einmal Nägel mit Köpfen macht.

Die Wohnung ist halt im 2ten Stock, Altbau, da ist nichts mit durchs Fenster rein. Und die Polizei habe ich um die ecke also wen ich da so ne fette Leiter in den 2ten Stock stelle und hin und her laufe werden sie sicher neugierig wer da nicht die Eingangstür benutzt und wieso...

Und wie gesagt das Glück im Unglück ist das das zeug da einfach lose liegt also ich muss es weder zerschneiden, zerbrechen noch Nägel oder schrauben raus fummeln.

Daher hoffe ich das wen man das Zeug zuerst mit Tapeten Kleister o.ä. einschlodert und dann vorsichtig aushebt, alles also auch die Kabel Trafos und Röhren, und direkt in ordentliche Müllsäcke verfrachtet sollte kein Staub freigesetzt werden.

Dazu vielleicht noch die Luftfeuchtigkeit im zimmer auf's Maximum, damit falls doch was wen fliegt es sich möglichst bald absetzt.
Dann alles mehrmals feucht wischen und fertig.

Im Prinzip kann ich da ja auch noch den Großteil des Zimmers mit Abdeckfolie absperren (kann auch ne schleuse basteln).

Und natürlich vor dem abbauen der Folie feucht sprühen nochmal wischen und vielleicht ne Schicht Klarlack auf die Folie damit falls doch was drauf ist es drauf bleibt.

Ach ja, die verbauten Tapeten sind als feucht abwaschbar beworben worden...

Die Gardinen leiste würde ich auch drin lassen, wen die mal sauber ist sollte es ja passen ich meine ja nicht das da Asbestfasern in die Spanplatte rein diffundieren können und dann wieder raus.




Was ich mich halt noch frage ist wie gefährlich ist das zeug so wie es da ist solange es nur da liegt, die platten sind wohl schwach gebundener Asbest, also leider nicht so toll, aber die werden ja auch nicht mechanisch beansprucht. Bisschen Luftzug wird wohl die Fasern ja nicht so ohne weiteres zum abbrechen und sich freisetzen anregen oder? Ich würde ja meinen wen dem so wäre würde an nach 40 Jahren schon Erosionsanzeichen erkennen.


Andere frage zum Thema als Kind hatte ich ein 50 Jahre altes Heizkissen, da war sicher auch Asbest drin, wie gefährlich das wohl gewesen ist?


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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon plottermeier » Mi 27. Dez 2017, 02:24

Nunja,

Asbest kein Plutonium. Wenn man was abbekommt, besteht halt ein Risiko, dass sich was Unerfreuliches entwickelt, welches höher ist als ohne Asbestkontakt. Es ist aber nicht so, dass zwangsläufig immer was passiert. Ich kenne genügend Personen, die vor mehr als 50 Jahren eine Exposition hatten, aber bis heute nicht erkrankt sind. Ist wie beim Rauchen...
Und ja, theoretisch kann, wie immer wieder zu lesen ist, eine Faser reichen. Interessant ist jedoch, dass z.B. beim Freimessen nach einer Sanierung nur kontrolliert wird, ob die Raumluftkonzentration unter 500 F/m°3 liegt... Auch findet man Quellen die besagen dass 150 F/m^3 noch als "natürliche Hintergrundbelastung" gelten können.
Konkret würde ich das verdächtige Material und auch den Staub beproben und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Abdecken mit Folie, Atemschutzmaske, Einwegoverall und vielleicht Absauge könnten sich hier als sinnvoll erweisen. Man will sich in den Räumen ja hinterher auch noch wohl fühlen.
Interessant finde ich auch die Information, dass eine asbestexponierte Person ihr ohnehin erhöhtes Risiko auf Krebs noch etwa verzehnfacht, wenn sie raucht...
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon radixdelta » Mi 27. Dez 2017, 10:57

duese hat geschrieben:Warum bei Kleinmengen hier das verklappen von Sondermüll im normalen Renovierungsmüll propagiert wird, versteh ich echt nicht.


Einfach richtig lesen würde helfen :roll:
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Sir_Death » Mi 27. Dez 2017, 12:26

plottermeier hat geschrieben:...
Interessant finde ich auch die Information, dass eine asbestexponierte Person ihr ohnehin erhöhtes Risiko auf Krebs noch etwa verzehnfacht, wenn sie raucht...


Danke - die Zahl hatte ich im Kopf war mir nur nicht mehr sicher.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Gernstel » Mi 27. Dez 2017, 13:34

Waren nicht früher die guten Bremsbeläge auch aus Asbest oder enthielten zumindest welchen? Und wo wurde am meisten gebremst? In den Städten, neben den Bürgersteigen und zwischen Wohnhäusern.

Diesen Sommer in der einzigen Periode völliger Trockenheit hat der neue Nachbar ohne jedwede Schutzmaßnahme ein Eternit-Dach abgedeckt und dabei teilweise die Platten zerschlagen. Da hätte ich mir auch wenigstens einen pfleglicheren Umgang gewünscht und ein vorheriges Berieseln oder wenigstens Abwarten von Regen.

Ansonsten würde ich es aber nicht überbewerten, Asbest war füher alltäglich. Atemmaske auf, hinterher staubsaugen, Abluft möglichst aus dem Fenster in den Regen, Filter wechseln und mehrstündig auf Zug durchlüften und gut ists.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon plottermeier » Mi 27. Dez 2017, 21:58

Hi,

ja, der böse Feinstaub durch Abrieb von Bremsbelägen und Reifen (Auch noch Microplastik, doppelt böse).
Zum Glück gibt es auch da schon technische Lösungen:

http://67183441.foren.mysnip.de/read.php?35352,458528

Nun brauchen wir nur noch ne EU-Verordnung, dass das Pflicht wird ...
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Robby_DG0ROB » Mi 27. Dez 2017, 22:35

Früher wurden die Bremsbeläge in den Fahrzeugwerkstätten auch ohne viel Zinnober zu machen abgedreht und Brems-/Kupplungsstaub mit der Luftpistole weggeblasen, so dass es jeder aufnehmen konnte. Von den Stäuben auf der Kleidung ganz zu schweigen.

Vielleicht könnte man ja im konkreten Fall mit Ionisation etwas machen, so dass sich die Fasern rasch irgendwo anlagern?
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon BernhardS » Do 28. Dez 2017, 12:26

plottermeier hat geschrieben:Asbest kein Plutonium.
Warum sollte da ein Unterschied sein? Nicht das Wort ist krebserregend, wie man vor dem Jahr 1100 glaubte und nach dem Jahr 2000 wieder glaubt. Es kommt auf die Dosis an.

plottermeier hat geschrieben:Und ja, theoretisch kann, wie immer wieder zu lesen ist, eine Faser reichen.
Die Theorie gibt es sicher nicht in gedruckter Form.
Der Mechanismus läuft über eine Dauerentzündung. Das kann eine Einzelfaser nicht.

plottermeier hat geschrieben:Auch findet man Quellen die besagen dass 150 F/m^3 noch als "natürliche Hintergrundbelastung" gelten können.

Da Asbest ein Naturstoff ist, kann die Konzentration nicht Null sein. Etliche Gebiete in Kanada und Sibirien müsste man für unbewohnbar erklären. Falls mal jemand den MacKenzie runterrudert. Die bläulich grauen Einlagerungen im Steilufer, das ist Asbest. Daß da weniger als 500 Fasern pro m³ schweben kannst Du vergessen.
Die häufigste Exposition im Alltag war früher übrigens billiges Puder. Talkum enthält stets Asbest als Nebenbestandteil und wurde früher nicht darauf kontrolliert. Auch heute noch ist die Asbestkonzentration im Talkum nicht "Null". Geht überhaupt nicht.
Kennt jemand das Thema: "Sie fürchten sich vor den falschen Dingen"?

Genug abgeschweift:
Im industriellen Alltag sprüht man beim Abbau von asbesthaltigem Material ein Faserbindemittel auf möglichst alle zugänglichen Flächen. Das ist chemisch sowas wie eine sehr langsam trocknende Wandfarbe, ohne Farbpigmente natürlich. Fühlt sich wochenlang klebrig an.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Bastelbruder » Do 28. Dez 2017, 13:26

BernhardS hat geschrieben:Im industriellen Alltag sprüht man beim Abbau von asbesthaltigem Material ein Faserbindemittel auf möglichst alle zugänglichen Flächen. Das ist chemisch sowas wie eine sehr langsam trocknende Wandfarbe, ohne Farbpigmente natürlich. Fühlt sich wochenlang klebrig an.

Dazu sind doch sicher etwas genauere Daten öffentlich verfügbar. Oder ist das Zeug nur gegen Verwendungsnachweis - ersatzweise per SoKo-Lieferdienst zu haben?
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon urmel » Do 28. Dez 2017, 13:58

Also, das untenstehende beruht auf meiner Einschätzung und ist kritisch zu hinterfragen.
Im Zweifel können Anbieter von Tests auch Tipps zum beproben geben.

Ich würde das in jedem Fall erstmal beproben.
Das ganze mit FP3-Staubmaske!
Ich würde das wohl so machen, dass ich eine gut zugängliche Stelle mit dünn angerührtem Tapetenkleister + Spüli vooooorsichtig einpinseln würde und noch während es feucht ist ein stückchen mit der Pinzette oder Zange abzupfen täte. Danach an der Stelle nochmal Bindemittel drüber.

Wenn man sehr besorgt ist, das ganze eventuell zusätzlich eher spärlich bekleidet (maximal Unterbuxe) und anschließend mit Maske auf ins bad, mit Seife abduschen, Maske erst dort abnehmen, während dem initialen abduschen vielleicht noch luft anhalten. Damit dürfte zumindest die direkte Aufnahme von Fasern durch die Aktion bei Null bleiben.

Faserfrei war der Raum im Zweifelsfall noch nie, aber man sollte das nicht als Ausrede ansehen, da jetzt zu Schludern.

Anfeuchten und Binden ist meiner Meinung nach das A und O hier.
Man kann sich selber vor Belastung schützen, siehe unten, aber der Raum wird ja vermutlich noch betreten werden.

Das Problem, hier wird vermutlich immer noch etwas freigesetzt, daher in dem direkten Bereich vorher Möbel wegstellen, Fenster auf gut durchlüften.
Man kann auch eine Fachfirma kommen lassen, die das Beprobt, aber es könnte sein, dass man sich damit einen Handlungszwang einfängt, falls es Asbest ist.

Was ein diesbezüglich unterwiesener Mensch mir sagte, hängt es wohl auch stark von der Größe der Fasern ab, wie sie sich auswirken.
Gröberes bleibt weit oben hängen und wird abgehustet oder abgeschnäuzt, kleineres geht dann tief in die Lunge und kann dort Asbestose und Krebs auslösen. Wenn man Pech hat, wandern diese Fasern dann weiter bis ins Rippenfell und dann wirds wirklich eklig.
Daher ist wohl vor allem alles was das Zeug zerkleinert, besonders Bohren, Sägen, Schleifen besonders böse.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon BernhardS » Do 28. Dez 2017, 16:49

Bastelbruder hat geschrieben:
BernhardS hat geschrieben:Im industriellen Alltag sprüht man beim Abbau von asbesthaltigem Material ein Faserbindemittel auf möglichst alle zugänglichen Flächen. Das ist chemisch sowas wie eine sehr langsam trocknende Wandfarbe, ohne Farbpigmente natürlich. Fühlt sich wochenlang klebrig an.

Dazu sind doch sicher etwas genauere Daten öffentlich verfügbar. Oder ist das Zeug nur gegen Verwendungsnachweis - ersatzweise per SoKo-Lieferdienst zu haben?


Das findet sich ganz leicht unter Restfaserbindemittel. Ich hab ein halbes Dutzen Googel-Seiten durchgeblättert, genau das Produkt mit dem ich mal gearbeitet habe finde ich nicht. Andere Mütter haben auch schöne Töchter. Wie gesagt ist es chemisch gesehen einfach Farbe ohne Farbe. Kein Wunder daß es sehr viele Anbieter gibt. Vielleicht kriegt man kleine Mengen einfach im lokalen Baustoffhandel.
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Bastelbruder » Do 28. Dez 2017, 17:21

Mich hätte exakt und ausschließlich dieses Mittel
Fühlt sich wochenlang klebrig an.
interessiert.
Alle Restfaserbindemittel (der ersten beiden Googleseiten) werden unter dem Deckmantel der Esoterik ohne Inhaltsangabe ("Kunststoffdispersion" ist keine Angabe) verscheuert, verdünnten Acryllack oder "Konzentrat" kann ich unter der Originalbezeichnung im Farben-Fachgeschäft erwerben. Und der ist nach vollständigem Verdunsten des Wassers mehr klebrig.

Tapetenkleister, Weißleim und Flaschen-UHU sind auch Kunststoffdispersionen.

Da fällt mir ein: Um 1990 sind mir in einem Rechenzentrum Luftfiltereinsätze über den Weg gelaufen die aus Lametta zwischen zwei Streckmetallblechen bestanden, ringsum ein Uförmiger Aluminiumrahmen und vielleicht 12 mm dick. Das Zeug war mit einer leicht gelblichen Sauerei beschichtet die geklebt hat wie eine Mischung aus Honig mit Hühnerkacke. Ich bin nicht sicher ob der Konstrukteur damals schon von Zinkwhiskern im Doppelboden wußte...
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon ^^artin » Fr 29. Dez 2017, 00:24

Naja, Fliegenfänger kleben ziemlich lang. Ich weis allerdings auch nicht woraus der Leim darauf angerührt wird, aber vieleicht findet man in dem Kontext was im Netz.
Ansonsten vieleicht irgendein Öl/Harz Gemisch ?
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Harry02 » Fr 29. Dez 2017, 01:00

Zum Thema "Wie gefährlich..": Die Asbestindustrie sagt, vollkommen harmlos, ist noch nie was passiert. Es verbessert die Lebensqualität der Leute in Importländern. http://m.spiegel.de/spiegel/print/d-88963887.html (bei der Luftmessung auf das cm^3 achten... keine meter).

Dort z.B. steht auch das mit der "einzigen Faser" (Mit "nicht in gedruckter Form" meinte Bernhard vermutlich eher eine Studie/Arbeit dazu und nicht die abgeschriebene Behauptung).
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Desinfector » Sa 30. Dez 2017, 00:48

plottermeier hat geschrieben:Hi,

Asbest ist bei unserem Wertstoffhof günstiger in der Entsorgung als Gipskarton.


steinstark. guckt dann keiner mehr rein, wenn Du sagst es sei asbesthaltig?
oder dürfen die das dann nur in diesen Säcken annehmen, wo dann auch entspr. Warnungen drauf stehen?
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon TITAAAN » Sa 30. Dez 2017, 01:49

So isses... hier kostet die Tonne Asbest auf der Deponie 70€, für privat bis zu 2 Tonnen pro Jahr. Und der Sack in den wir letzten Monat gut 800kg Welleternit vom Anbau gepackt haben nochmal 8€...
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon inse » Sa 30. Dez 2017, 12:25

Interessant, was sich hier für Spannen bei Sicherheitsmaßnahmen und Entsorgungskosten auftun.
Das Thema Asbest scheint stark zu polarisieren!
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Hansele » Sa 30. Dez 2017, 13:10

Naja so ein Material sollte eben ordentlich deponiert werden,
wären die Kosten extrem hoch, würde das Zeug vermutlich überall rumliegen?
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Re: Wie gefärlich ist Asbest wirklich?

Beitragvon Mr_P » Sa 30. Dez 2017, 13:22

Hallo,

ja Entsorgung ist ein großes Thema. Bei unserer Deponie darf man z.B. gar kein Asbest als Privatperson mehr abgeben, wie ein Bekannter erfahren musste. Hier darf scheinbar die Entsorgung nur noch über Fachfirmen erfolgen.

Als es für Privatpersonen noch möglich war hat er einen kleinen Stapel im Garten entsorgen wollen und sich erst informiert. Daraufhin dann für 15 € ein Bigbag gekauft, vorsichtig eingepackt, luftdicht verklebt und vorsichtig im Kofferauf verstaut. Auf der Deponie kamen dann zwei Arbeiter, haben das Paket in eine Baggerschaufel geschmissen auf den Berg gefahren, abgekippt und dann kam die Walze mit den Nagelwalzen und hat das Ding mehrfach plattgefahren. :twisted: Wohlgemerkt hatten nicht alle Arbeiter dort ständig Staubmasken auf. :shock:

Soviel zum Thema fachgerecht entsorgen...

Gruß
Andi
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