Betonfundament

Der chaotische Hauptfaden

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Betonfundament

Beitragvon kpwn » Di 2. Jan 2018, 20:28

Wohl eher was für Bau-ings oder Leute mit Erfahrung bei sowas. Ich plane meine neue Werkstatt und bin mir unsicher wie dick das Fundament sein sollte. Meine momentan schwerste Maschine ist die Fräsmaschine mit 3,5 Tonnen. Die meisten Sachen bewegen sich so bei 750kg. Spontan würde ich so 70cm veranschlagen.
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Re: Betonfundament

Beitragvon Maschine » Di 2. Jan 2018, 20:49

Eine Betonplatte mit 70 cm durchgehend? To much...
Gibt das einen Bunker?

Außenrum ein Fundament bis frosttiefe, oder "gewachsenen" Boden.
Darauf dann eine Platte mit so, öhm, 20 cm mit Eisen drin?
Also der Boden in meiner Garage hat nichtmal 15 cm.

So einfach lässt sich das nicht beantworten, das ist auch lokal
unterschiedlich, dann noch die Spannweite des Bodens, Tragfähigkeit
des Untergrunds, Frosttiefe, Grundwasser,...

Für den Bau einer Werkstatt braucht man eh einen Statiker für die
Genehmigung, der rechnet Dir das aus und macht einen Plan.

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Re: Betonfundament

Beitragvon uxlaxel » Di 2. Jan 2018, 20:58

70cm? da drückst du dir das haus weg, es schwimmt auf! das ist viel zu viel!!!
welche fläche hat die werkstatt? normal legt man da etwas angsteisen noch rein und macht ca. 15cm, wenn man es ganz gut meint auch 20cm. 20cm ist eher schon eine richtige bodenplatte, um ein haus drauf zu stellen
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Re: Betonfundament

Beitragvon MichelH » Di 2. Jan 2018, 21:04

sowas wird normalerweise als Streifenfundament ausgeführt. Entlang der außenwände und bei belasteten Böden entlang der geplanten Belastungsfelder werden relativ massive und tiefe Streifen geschalt und gegossen. Oben aus den Streifen gucken die Amierungseisen raus.
Wenn die dann ausgehärtet sind wird eine entsprechende Bodenplatte auf den vorbereiteten (Kies, drainage und ordentlich verdichtet) Boden gegossen.

Je nachdem was du vorhast wirst du ja wahrscheinlich eh einen Bauantrag stellen. Da wird dann ein Statikplan von einem Architekten gefordert
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Re: Betonfundament

Beitragvon kpwn » Di 2. Jan 2018, 21:05

Da ist kein anderes Gebäude in der Nähe. Circa 100qm
Das Problem ist eher das ich nicht festlegen kann/möchte wo später die schweren Sachen stehen.
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Re: Betonfundament

Beitragvon jodurino » Di 2. Jan 2018, 23:05

Hallo
vor einem ähnlichen Ding werde ich in meiner Scheune stehen, guck mal bitte hier:
https://www.beton.org/fileadmin/beton-org/media/Dokumente/PDF/Service/Zementmerkbl%C3%A4tter/LB1.pdf
trockener Stoff, aber was für LKW-Achslasten gut ist wird auch eine Maschine aushalten.

Bis jetzt habe ich verschiedenen Böden in der Scheune, einer davon ist nur 10cm Beton ohne Bewehrung auf ein bisschen Schotter und genau da standen früher die beladenen Strohwagen, zumindest aus Erzählungen der Nachbarn die meine Scheune schon länger kennen.

In dem derzeit unbetonierten Bereich werde ich die Platte ca. 20cm Stark machen und 2 Bewehrungsmatten einflechten.
Die Platte bekommt dann noch ein Paar Meter Kunststoffrohr (Betonkernaktivierung) mit eingegeossen deshalb plane ich sie etwas dicker.

cu
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Re: Betonfundament

Beitragvon Joschie » Mi 3. Jan 2018, 10:44

@kpwn,

Vorweg, ist das Ding genehmigungspflichtig?
Wenn ja, brauchst du eh einen Architekt bzw. Bauingenieur der dir einen Eingabeplan macht.
Achte hierbei darauf das ihr unter 25.000 Euro Gesamtbausumme bleibt da dann noch eine Ingenieursabrechnung außerhalb der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) durchgeführt werden kann.

Was stellst du für Wände auf die Bodenplatte?
Was hast du für einen Untergrund?
Was für einen Beton willst du verwenden?
Wie willst du das ganze schalen?

Aus meinem Bauchgefühl herraus (und der Bestätigung von meinem Kollegen) hätte ich, wie Maik breits schrieb, auch ein Ring- oder Streifenfundament mit ca. 70cm tiefe und 30-40cm Breite gemacht.
In dies bereits senkrechte Moniereisen eingebracht.
Die eigendliche Bodenplatte Stärke 30cm und 5cm Sauberkeitsschicht.
Auf die Sauberkeitsschicht würde ich 40er Drunterleisten legen, darauf mind. eine Q257. Dann mehrere 8er Schlangen draufbinden und auf diese Schlangen eine zweite Q257 binden. Da sollte die Betonüberdeckung fürn Baustahl noch vollkommen ausreichen.
Vom Beton her würde ich zum C25/30XC2 greifen. Und ja ich würde den bestellen und kommen lassen, 30m3 mit ner Betonmaschine sind sehr sportlich.
Wichtig ist die Platte während des Betonierens gleich mim Innenvibrator zu rütteln und abzuziehen.

Grüße
Josef
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Re: Betonfundament

Beitragvon tschäikäi » Mi 3. Jan 2018, 11:34

Ne Hebebühne fürs Auto, die dann 4,2 Tonnen heben soll, hat als Vorschrift 20cm dicken Beton als Fundament.
Und zwar nicht in der ganzen Halle, sondern nur direkt darunter. Wir reden hier von Vorschriften,
da ist also noch ein Sicherheitsfaktor X (X= irgendwas >= 2) mit eingerechnet.
70cm ist jenseits von Gut und Böse. Wenn du ganz viel Angst, Bauchweh und Aberglauben hast, mach 25cm.
https://www.twinbusch.de/Deutschland/handbuecher/tb_fdpl_2-saeulen_heb_a02.pdf

Gruß Julian
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Re: Betonfundament

Beitragvon Maschine » Mi 3. Jan 2018, 13:26

Bei Hebebühnen sind die Anforderungen unterschiedlich, bitte den Fundamentplan des Herstellers beachten!

Nochmal, Du wirst eh einen Statiker brauchen, alles andere ist müssiges rumraten.

Und es kommt nicht nur drauf an wie dick der Beton ist, sondern auch wie viel Eisen darin ist.

Sooo easy gschwind ist des ned, da gibts Vorschriften, und nicht umsonst ist Baustatik ein Studium.


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Re: Betonfundament

Beitragvon kpwn » Mi 3. Jan 2018, 13:31

Es wird mit Architekt gebaut. Möchte einfach nur ein par Dinge vorher klären/Dinge lernen. Das wird in mehreren Abschnitten realisiert werden, auch aus finanziellen gründen aber vor allem habe ich recht wenig Zeit.
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Re: Betonfundament

Beitragvon Kuddel » Mi 3. Jan 2018, 14:03

Wichtig ist es, den Sand darunter schichtweise zu Rütteln, also immer eine Schicht Sand aufbringen, und dann abrütteln. So wird der Sand verdichtet und trägt mit. Bei uns ist auch nur umzu 80 cm tief Streifenfundament (So genannte Frostschürze), der Rest nur 20 cm dick. Allerdings in der Mitte eine 40 cm Wute mit 40 cm, da liegt das Gewicht des Daches drauf. Das gesamte Dach steht auf 12 Pfosten.
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Re: Betonfundament

Beitragvon Maschine » Mi 3. Jan 2018, 15:26

Auf Sand gebaut?

Pew, bei uns kommt da Schotter drunter, das verkeilt sich besser und lässt Wasser durch.
LOL, bei mir im Hof hab ich ausgebaggert bis "gewachsener Boden kam, und dann, ohauera,
90 Tonnen Schotter von Hand reingeschaufelt. Der wo mir dann die Planie gemacht hat
meinte nur ob ich eine Wendeplatte für Panzer baue. Naja, Maik Overkill halt.

Und selbst bei Schotter gibts Unterschiede musste ich lernen, Stichwort Sieblinie.

Wie gesagt, die Baustile sind auch lokal unterschiedlich. Fängt an beim Fundament,
dazwischen noch Windlast, Verkehrslast, usw. und endet bei der Dachlast durch Schnee.
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Re: Betonfundament

Beitragvon Daniel » Sa 6. Jan 2018, 20:28

Hallo,

meine Garage habe ich 1986 neu gebaut.
Außenherum ein Streifenfundament, etwa 80 cm Tiefe und gut 40 cm bereit.
Für die Bodenplatte etwa 25 - 30 cm tief ausgehoben, alles mit Hand, Bagger war in der DDR eher ein Fremdwort.
Dann wie Axel schon schreibt, eine Eisenmatte und den Rest dann mit Beton gegossen.
Jahrelang stand da ein Balance mit 2 Tonnen Eigenmasse, später noch andere Boliden, ohne Schäden.
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Re: Betonfundament

Beitragvon Matthias » Sa 6. Jan 2018, 21:26

Hallo zusammen, bin zwar schon lange Mitleser aber mein erster Post hier und ich kann sogar was beitragen.

Zum Thema Maschinenfundamente habe ich aus den letzten zwei Jahren folgendes bei meinem Arbeitgeber mitbekommen als es darum ging zwei neue Drehmaschinen anzuschaffen:
1. Maschine war eine konventionelle mit DrehØ 1650mm und Drehlänge 6m, der Hersteller forderte ein Fundament 10x1,6m und 1,3m tief
2. Maschine eine NC mit DrehØ 600mm und Drehlänge 2m, der Hersteller forderte hier unter der Maschine 25cm als Minimum

Ich würde das aber nicht so eng sehen, solange nicht Haupterwerbsmäßig Zerspanungsarbeiten 2 Schichtig stattfinden brauchst du gar keine besonders dicke Bodenplatte,
manche unserer Drehmaschinen stehen auch nur auf Nivellierfüßen und sind garnicht verschraubt (große wie auch kleine).
In einem Bereich wo eine Hebebühne stehen soll würde ich allerdings auch zusehen das dort schon so 30cm tief Beton vorhanden ist.

Gruß
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Re: Betonfundament

Beitragvon Azze » Mo 8. Jan 2018, 15:48

kpwn hat geschrieben:Es wird mit Architekt gebaut. Möchte einfach nur ein par Dinge vorher klären/Dinge lernen.


Dann sollte normalerweise auch eine statische Berechnung mit dabei sein, in der solche Einzelleasten berücksichtigt werden können
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Re: Betonfundament

Beitragvon Heaterman » Mi 10. Jan 2018, 06:51

In meiner Baustatik-Berechnung für die Garage stehen für 1000 kg pro Quadratmeter Belastung (auf Moorboden): 50 cm Sand, je 10 cm geschichtet und verdichtet, Streifenfundament für die Wände 40 cm Tiefe, Bodenplatte 15 cm mit Bewehrungsmatte 10 x 10 cm. In jetzt genau 40 Jahren keine Schäden.
70 cm sind Bunkerbau aus WKII.
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Re: Betonfundament

Beitragvon uxlaxel » Mi 10. Jan 2018, 11:15

Zitat meines Kumpels, welcher Architekt ist und dem ich gerade den Beitrag verlinkt habe:
70 cm? Mach gleich 80 cm - sparst dir die Frostschürze.

:-)

und bekommst noch ein Werbegescheck vom Betonwerk
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Re: Betonfundament

Beitragvon Daniel » Mi 10. Jan 2018, 12:34

:D :D :D
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Re: Betonfundament

Beitragvon kpwn » Mi 10. Jan 2018, 13:24

Alles klar 80 cm ist gesetzt weil Geschenk ;) :D
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Re: Betonfundament

Beitragvon regnif » Mi 10. Jan 2018, 14:58

Was ist denn eine Frostschürze? Den Begriff kannte ich noch garnicht...
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Re: Betonfundament

Beitragvon duese » Mi 10. Jan 2018, 16:19

Ich musste auch bei der Wikipedia nachlesen. Man sorgt damit dafür, dass unter dem Fundament nix friert und das ganze dadurch (partiell) hochgedrückt und beschädigt wird. Man macht entweder an den Rändern das Fundament betoniert bis auf/unter Frostgrenze oder macht eine Schotterschüttung an selber Stelle bis in die selbe Tiefe. Effekt ist beide Male, dass kein Wasser mehr da stehen bleibt und somit auch nix auffrieren kann.
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