Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Der chaotische Hauptfaden

Moderatoren: Sven, Heaterman, TDI, Finger

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Matt » Do 11. Jan 2018, 23:21

Sender Modulation, es dürfte nicht über zugewiesene Spektrum gesendet, sonst bezahlt man Strafe.

Deshalb komprimiert man Signal dynamisch, dass es nicht über Spektrum geht (Optimod)
Benutzeravatar
Matt
 
Beiträge: 2206
Registriert: So 24. Aug 2014, 21:22

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Lukas_P » Do 11. Jan 2018, 23:22

Ok habs grad ausprobiert, aber bei meinem PC + Headset Schwingt da sonst noch was mit...

Zumindest bei nem 10khz Rechteck dürfte die erste Oberwelle (nach Foree ;) ) bei 20khz liegen oder (mit halber Amplitude)?
Benutzeravatar
Lukas_P
 
Beiträge: 1384
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 21:21
Wohnort: Nussdorf Debant

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon eJunkie » Do 11. Jan 2018, 23:22

Die Erklärung von ferdimh (die sicher etwas Arbeit gemacht hat) finde ich sehr gelungen! Ich könnte das nicht so schön und verständlich erklären. Vor allem versteht man da sehr gut die 2 Tricks der Technik:

1. das Ausnutzen der Bandbreitenbegrenzung (man weiß das im Originalsignal kein 20 Khz Rechteck drin gewesen sein kann war wie es in manchen Gedankenspielen zu Signalformen von "Skeptikern" immer wieder unterstellt wird)

2. Die Notwendigkeit des Rekonstruktionsfilters
Benutzeravatar
eJunkie
 
Beiträge: 496
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:05

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Anse » Do 11. Jan 2018, 23:25

Matt hat geschrieben:Sender Modulation, es dürfte nicht über zugewiesene Spektrum gesendet, sonst bezahlt man Strafe.

Deshalb komprimiert man Signal dynamisch, dass es nicht über Spektrum geht (Optimod)
Macht schon Sinn, aber nachts gilt das nicht mehr?
Anse
 
Beiträge: 1066
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 21:30
Wohnort: Bühl

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon IPv6 » Do 11. Jan 2018, 23:27

Natürlich hat auch Radio eine Bandbreitengrenze, irgendwas um maximal 60 dB, in der Praixis eher 40-50 db habe ich da mal aufgeschnappt.
Und starke Kompression hat im Radio für den Sender große Vorteile:
Beim "Zappen" bleiben viele öfter am lautesten Sender hängen, sorgt also für mehr Zuhörer.
Zum Anderen läuft Radio oft im Hintergrund (Bar, Kneipe, Geschäft, Autofahrt, Hausarbeit, Unterhaltung mit mehreren Leuten, auf der Arbeit,...), da wäre eine große Dynamik schlecht für die Verständlichkeit, da leise Passagen untergehen. Wird die Grundlautstärke so angehoben, dass leise Passagen gut hörbar sind, sind laut Passagen viel zu laut. Also sorgt man mit der starken Kompression für einen relativ konstanten Geräuschteppich, der gut als Hintergrundgedudel taugt.
Es setzt sich wohl kaum heutzutage jemand mit einem Glas Rotwein auf die Couch und hört bewusst ein paar Stunden Radio der Musik wegen.
Da greift man in der Regel auf andere Wiedergabemedien zurück.

Falls da nachts die Kompression reduziert wird, wird man auch unter den technischen Limits bleiben, also nicht plötlich 100 dB Dynamik haben.
Vielleicht hören die wenigen Hörer nachts tatsächlich der Musik wegen Radio, Hintergrundgedudel ist dann ja kaum noch gefragt.

Zumindest bei nem 10khz Rechteck dürfte die erste Oberwelle (nach Foree ;) ) bei 20khz liegen oder (mit halber Amplitude)?

Fast, ein Rechteck (Edit: zu allgemein, genauer: ein symmetrisches Rechteck ohne Gleichanteil) hat ausschließlich ungeradzahlige Harmonische, also 3, 5, 7,... der Grundfrequenz.
IPv6
 
Beiträge: 280
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon ferdimh » Do 11. Jan 2018, 23:41

Warum komprimiert man eigentlich überhaupt? Radio hat ja keine Bandbreitenbegrenzung.

Nunja, mehr als 75kHz Hub sind nicht erlaubt... Und viel drunter gehen will man auch nicht sonst wird nämlich zuerst das SNR des Ohrs und danach das SNRs der FM-Übertragung zur Herausforderung. Gerade das Ohr ist beim örtlichen Dudelfunk ein erhebliches Problem: Das Radio läuft entweder im lauten Auto oder leise nebenher. Wenn da ernsthafte Dynamik drin ist, dann wird das Ding halt zeitweise einfach stumm.
Das gleiche Problem betrifft auch Musikscheiben (egal ob Nadel oder Rille): Die Wohnsituation lässt in der Regel einfach nicht zu, die Livedynamik zu erleben. Wir MÜSSEN Musik leiser hören, dafür MÜSSEN wir die Dynamik begrenzen, wenn es vorher welche gab. Die durchschnittliche Boleroaufnahme kann man sich nur in ganz wenigen Situationen wirklich anhören.
Macht schon Sinn, aber nachts gilt das nicht mehr?

Naja, wenn man eine Grenze nach Oben hat, habe ich ja Platz nach unten... Außerdem ist auch dann immer noch der Kompressor mit dem die Aufnahme produziert wurde aktiv.
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5918
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Zettüps » Fr 12. Jan 2018, 00:04

Kompression zum Autofahren seh ich ja noch ein, damit man nicht verleitet wird dauernd an der Lautstärke rumzufummeln.
Wenn sowas aber per Sat auch von einem Klassiksender serviert wird .. grmpff :x

Wer Kompression braucht kann sich doch eigentlich auch ein neues Gerät zulegen mit irgendwelchen DSPs drin, die sowas erledigen.
Die Industrie könnt sich auch freuen ... wieder was neues zu verkaufen
Zettüps
 
Beiträge: 15
Registriert: Do 11. Jan 2018, 14:43

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon IPv6 » Fr 12. Jan 2018, 01:13

Ich würde behaupten, dass "irgendwelche DSPs" in deutlich mehr Geräten verbaut sind, als man auf den ersten Blick meint.
Angefangen vom Fernseher über Autoradios bishin zum Küchenradio und jedem Bluetoothlautsprecher. Quasi in jedem Wiedergabegerät, bei dem irgendwelche Klangeinstellungen nicht mehr per Poti vorgenommen werden.
Es wäre blauäugig zu glauben, dass beispielsweise die Basseinstellung am Autoradio ein analoges Filter bedient.

Da könnte man sicher auch Kompressoren einbauen und ich würde behaupten, dass das auch so manche Geräte eingebaut haben. Nur für den Ottonormalverbraucher ist das wieder fast unmöglich zu bedienen/einzustellen, daher dürften die Einstellungen nicht über Manüs erreichbar sein. Vielleicht komprimiert ja das Preset "Gute Sprachverständlichkeit" am Fernseher auch ordentlich, würde ich nicht ausschließen.

Und auch per Sat wird die Tonspur in der Dynamik beschränkt sein, schließlich dürfte die Tonübertragung per Satelit hauptsächlich für Fernsehtonspuren entwickelt worden sein und nicht für ein High End Audioerlebnis.
Und auch per Sat gilt wohl, dass der lauteste Sender einen Vorteil beim durchzappen hat.
Wenn das für den Betreiber einen Hörerzuwachs von ein paar Prozent bedeutet und die Kompression 99 % der Hörer nicht stört ist doch klar, was der Betreiber macht.

Ich verstehe aber dein Problem damit nicht so ganz.
Es gibt das Internet, in dem per Streaming für wenig Geld hochwertiger Ton angeboten wird. Ganz nach den eigenen Vorlieben. Und die Auswahl ist riesig. Dazu die guten alten CDs, Vinyls und von was man sonst noch gerne Musik hört.
Wer Radio hört muss damit leben, was kommt. Egal ob einem das Stück passt oder das Sounding des Senders. Ist halt so.
IPv6
 
Beiträge: 280
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon duese » Fr 12. Jan 2018, 08:20

@ferdimh: Danke! Sehr schöne Erklärung.
duese
 
Beiträge: 2969
Registriert: So 11. Aug 2013, 17:56

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Sir_Death » Fr 12. Jan 2018, 09:10

Kann mich dem nur anschließen - geile Abhandlung Ferdimh! :!: - kannst du die mal ins Wiki schubsen? - Sollte keinesfalls verloren gehen!

Das einzige traurige daran ist, dass selbst die geilste und korrekteste Abhandlung einen Troll nicht vom Trollen abhält.... :(
Sir_Death
 
Beiträge: 1488
Registriert: Mo 11. Mai 2015, 22:36
Wohnort: südlich von Wien

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Gobi » Fr 12. Jan 2018, 14:49

Ja aber: jetzt hab ihr bei der ganzen Diskussion den schlimmen EInfluss den minderwertige Feinsicherungen im Verstärker auf den Klang haben können vernachlässigt! Das hab ich selbst mal so im entsprechenden Forum gelesen!
Benutzeravatar
Gobi
 
Beiträge: 2018
Registriert: Fr 29. Mai 2015, 08:12
Wohnort: Kreuzberg

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Marsupilami72 » Fr 12. Jan 2018, 15:18

<°))))><

:mrgreen:
Benutzeravatar
Marsupilami72
 
Beiträge: 1019
Registriert: Mo 4. Nov 2013, 23:48
Wohnort: mittendrin

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Lukas_P » Fr 12. Jan 2018, 16:53

Aber das mit den sicherunge kann schon sein ... man Stelle sich nur vor wenn die Magnetfelder des Gerätes den draht zum schwingen anregen und sich diese Schwingung über den Trafo rückkoppeln und die ICs beeinflussen, dann beinträchtigt das das Klangbildes m.e. negativ... aus diesem Grund benutze ich nur Sicherungen mit Sandfüllung in entsprechender stärke welche in Keramikschraubfassungen auf der Aussenseite des Gerätes an einer 2cm Bleiplatte befestigt sind, dadurch gelang es mir bei meinen Geräten diese Rückkoppelung zu minimieren ..

Edit: habs mal bisschen verschönter.. am schlaufohn erwische ich immer die Leertaste statt dem n :?
Zuletzt geändert von Lukas_P am Fr 12. Jan 2018, 19:36, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Lukas_P
 
Beiträge: 1384
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 21:21
Wohnort: Nussdorf Debant

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon IPv6 » Fr 12. Jan 2018, 17:37

Bitte nicht... :(

Es war doch bis hierhin ganz vernnünftig.
IPv6
 
Beiträge: 280
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Fritzler » Fr 12. Jan 2018, 17:47

Du hast die Ironie nicht verstanden ;)
Benutzeravatar
Fritzler
 
Beiträge: 5314
Registriert: So 11. Aug 2013, 19:42
Wohnort: D:/Berlin/Friedrichshagen/Am Wasserwerk

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon IPv6 » Fr 12. Jan 2018, 17:50

Doch, natürlich.
Aber bisher war es ganz sachlich und auch informativ, wenn jetzt jeder die Links zu den Atomstromfiltern und irgendwelchen unseriösen "High-End" Seiten auspackt wird es das nicht mehr bleiben.
Es juckt mich da zwar auch schon lange in den Fingern, ich habe mich aber noch zurückhalten können :D
Dafür braucht es mal einen eigenen Thread mit "Best of unseriöse technische Produkte mit haarsträubenden wissenschaftlichen Erklärungen".
IPv6
 
Beiträge: 280
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Finger » Fr 12. Jan 2018, 18:06

Dann mach doch mal so einen Thread auf. Bis hierher war das beste Unterhaltung. Hut ab! Auf hohem technischen und sozialen Niveau.
Benutzeravatar
Finger
Administrator
 
Beiträge: 3099
Registriert: Di 12. Jun 2012, 20:16

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Roehricht » Fr 12. Jan 2018, 18:29

Hallo,

Warum komprimiert man eigentlich überhaupt? Radio hat ja keine Bandbreitenbegrenzung.


Wurde ja schon fast alles gesagt, Ein weiterer Punkt ist die bessere Verständlichkeit an der Reichweitegrenze der Sender. Die leisen Passagen würden dann im Rauschen untergehen.
Im Sender selbst ist eine Hubbegrenzung eingebaut die werksmässig fest auf 75kHz eingestellt ist. Ebenfalls hat der vorgeschaltete Stero Encoder auch noch eine Pegelüberwachung drin. Bei dauernder Übersteueung wird ein entsprechendes Störmelde Signal zum Studiobetrieb zurückgesschickt. Zumindestens ist es in den Geräten vorgesehen. Der Encoder, Steuersender und Endstufe stehen ja räumlich getrennt im Betriebsraum am Sendeturm. Und zwischen Studio und Sender kommt noch die Post ähh Telekom die überprüfen ebenfalls Stichprobenweise die Pegel.

73
Wolfgang
Benutzeravatar
Roehricht
 
Beiträge: 2990
Registriert: Di 13. Aug 2013, 04:00
Wohnort: 25474 Hasloh

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Toddybaer » Fr 12. Jan 2018, 19:32

Ich glaub ihr habt den Klanglack noch vergessen.

Damit kann man seine Lautsprecherboxen streichen. Vielleicht geht auch spitzlackierung?

Damit werden die unterschwelligen und nicht horbaren aber doch vorhandenen Frequenzen positiv beeinflusst.

Oder habt ihr euch noch nie gefragt, warum ein Live Stück immernoch irgendwie anders klingt als die beste Aufnahen?
Musik ist eben auch noch viel mehr als NUR die hörbaren Schallwellen

Ich muss mal schauen ob ich den Link noch wieder finde
Benutzeravatar
Toddybaer
 
Beiträge: 1593
Registriert: Sa 11. Jun 2016, 13:48
Wohnort: Hemmoor

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Toddybaer » Fr 12. Jan 2018, 19:36

Das gibs jetzt neuerdings auch für Auto´s :shock:

https://www.bpes.de/de/energie_klanglack_fahrzeug.html

Hier das für die Akustik
https://www.bpes.de/de/energie_klanglack.html
Benutzeravatar
Toddybaer
 
Beiträge: 1593
Registriert: Sa 11. Jun 2016, 13:48
Wohnort: Hemmoor

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon uxlaxel » Fr 12. Jan 2018, 19:39

also seit dem ich meine lautsprecher mit holzdekor-folie bezogen habe, klingen sie gleich viel besser. übrigens, fast das gleiche dekor wie am postgolf! zufall? ich glaube nicht. das dekor ist bestimmt von den illuminaten oder so jemand. nicht zu vergessen die lautsprecherleitung (ölflex 4x1 *) mit linksdrehendem drall. ich hatte wohl mehr glück als verstand! :-D

*) ca. 20m lang, 1/2 links, 3/PE rechts ;)
Benutzeravatar
uxlaxel
 
Beiträge: 8796
Registriert: So 11. Aug 2013, 22:05
Wohnort: Jena (Thüringen)

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Kellerkind » Fr 12. Jan 2018, 20:17

Moin, also ersmal Danke für die guten Erklärungen. Das ist für mich auch sehr interessant. Ich bin ja auch nen ganz klein bischen Klang bzw. Boxenfetischist...

Also für mich ist Klangqualität am allermeisten bei den Lautsprechern hörbar. Beim Musikmaterial und den Quellen also bei mir CD/CDplayer und Computer höre ich aber natürlich auch Unterschiede. Kabel im Signalweg (Cinch/Boxenkabel usw.) solange nicht arg unterdimensioniert oder total fehlangepasst sind höre ich nicht heraus. Bei Netzkabeln etc. kann ich mir es nicht vorstellen das da ein Unterschied zu hören sein soll.

Ich habe ein wirklich gutes Paar Aktiv Boxen (2xPozdus Görlich TT/Isophon MT/ Visaton SC Kalotte HT). Das schlägt auch jeden meiner früheren Selbstbauversuche und allerlei renomierte Mittelklasseboxen die ich so gehört habe. Damit kann ich CDs nach der Qualität der Aufnahme aussortieren. Da kommt der Hubschrauber von Pink Floyd richtig angeflogen und den Stuhlbeinrutscher beim Konzert hört man usw.

Jetzt hatte ich vor längerer Zeit ein Gespräch mit einem Lautsprecher/DAC usw. Hersteller der noch nicht gross etabliert ist aber sehr ambitioniert ist sag ich mal.

Er hatte ein paar Sachen gesagt in Sachen Dac/Digital usw. die ich jetzt mal so grob wiedergebe:

"Also beim Umwandeln werden Verfahren und Hardware angewendet die sich einwandfrei messen aber das Gehör trotzdem einen Unterschied erkennt. Das Problem seien u.a. die Laufzeiten der Signale da dort der Mensch feinste Unterschiede wahrnehmen kann."

Das kann ich zumindest nachvollziehen da ja der Mensch schon immer wissen musste. Oh da raschelts im Gebüsch, ists ein Säbelzahntiger oder eher das Mittagessen ;-) Oder ruft die Holde nach mir und wo istse gerade und welche Laune hat Sie ;-)) Da stecken ja Richtungs- und Gefühlsinformationen drinnen (Blättergrösse, Richtung, Intensität) die über die Stereo Ohren wahrgenommen werden. Auch Frequenzabhängig natürlich, bei 1 Khz rum ist der Mensch am empfindlichsten was wahrscheinlich an der Holden liegt ;-). Oder wenns regnet mal Augen zu machen und probieren zu deuten wo ist der Baum/Strasse/Dach/Busch.
Ich bin jetzt nicht der digital Spezialist aber mir ist an manchen Umwandlungen schon etwas hohles/hartes aufgefallen. Da habe ich jetzt aber auch wenig Erfahrung bei hochwertigen Zeuchs.
Wobei jetzt mein Mittelklasse CD Player an den guten Boxen ungefähr so gut klingt wie beim hiesigen Hifihändler ein Plattenspieler Modell "ausgerichtet zum Erdmittelpunkt" und am Oberklasse Breitbänder an ausgesuchter Blues/Jazz Platte.

Der Lautsprechermensch meinte man könne einen PC so herrichten das er diese Aufgabe fast perfekt verrichtet. Sie wollten aber ein eigenes Motherboard entwickeln das besser auf Audioeigenschaften abgestimmt sei. Viele seiner Kunden hören nur noch auf diesem Weg meinte er.

Also wenn da einer auch mal nen Tip von einem DAC hat oder ob es Sinn macht son DIY DAC aufzubauen usw. Quellen wären im Augenblich eh nur der Fernseher der keinen analogen Audioout mehr hat. Da wäre ja die nächste Frage ob es da Programme/Sender gibt die anständige Qualität senden.

Gruss Stefan
Kellerkind
 
Beiträge: 284
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 01:03

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon IPv6 » Fr 12. Jan 2018, 20:25

Mit allen weiteren Produkten wie dem Klanglack geht es am besten hier weiter:
viewtopic.php?f=14&t=10382

Also beim Umwandeln werden Verfahren und Hardware angewendet die sich einwandfrei messen aber das Gehör trotzdem einen Unterschied erkennt.


Ich hoffe, ich verstehe dich hier jetzt nicht falsch, falls doch, bitte korrigieren.
Wenn sich etwas einwandfrei misst bzw. zwischen zwei Quellen kein messbarer Unterschied besteht (und dabei ist nicht nur der oft herangezogene Frequenzgang entscheident) kann das Gehör keinen Unterschied hören. Unmöglich. Falls doch ein Unterschied hörbar ist, ist der dicke Fleischklumpen zwischen den Ohren daran schuld. Im Blindtest funktioniert das nämlich nicht mehr, daran sind schon viele gescheitert die vorher felsenfest von einem Unterschied überzeugt waren.
Messtechnik ist inzwischen einfach wahnsinnig gut. Da kann ein grobes Schätzeisen wie das Gehör bei weitem nicht mithalten.
IPv6
 
Beiträge: 280
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon Kellerkind » Fr 12. Jan 2018, 20:56

Moin,
ich bin da ganz deiner Meinung bzgl. Messtechnik usw.
Das war ja unter anderem die Aussage von dem Herrn. Es war nur so das der Typ in anderen Sachen (Chassis, LSKonstruktion, Amps usw.) also in Sachen von denen ich auch etwas verstehe und schon viel getestet habe keinerlei Quatsch erzählte und da wirklich auf einem sehr hohen Level arbeitet. Bei sehr normalen Preisen noch dazu. Also bei einem voll mit Accuton Chassis Lautsprecher mit Schiefergehäuse so Material- und Herstellungskosten +30%-40% (~5000 Eu) Was bei manch anderen Highändern ja schon mal der Meter Cinch kostet :shock:
Also entweder war der ein guter Verkäufer oder selber überzeugt oder beides ;-). Und ich habe bei der Digital/Analog Geschichte da wie gesagt nur grobes zusammengelesenes Halbwissen.
Bei Blindtests fallen ja schon die meisten sogar schon bei Verstärkern raus.

Zum Thema analog usw.
Das eine kleine Nadel die einer Rille folgt (was ja im Prinzip ja auch schon faszinierend ist) besser sein soll als eine moderne Codierung/Wandlung eines Signals unter der Wahrnehmungsschwelle des Ohres kann ich auch kaum glauben.

Gruss Stefan
Kellerkind
 
Beiträge: 284
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 01:03

Re: Kabelvodoo? Hab ich was verpasst?

Beitragvon ferdimh » Fr 12. Jan 2018, 21:10

Wenn sich etwas einwandfrei misst bzw. zwischen zwei Quellen kein messbarer Unterschied besteht (und dabei ist nicht nur der oft herangezogene Frequenzgang entscheident) kann das Gehör keinen Unterschied hören. Unmöglich. Falls doch ein Unterschied hörbar ist, ist der dicke Fleischklumpen zwischen den Ohren daran schuld. Im Blindtest funktioniert das nämlich nicht mehr, daran sind schon viele gescheitert die vorher felsenfest von einem Unterschied überzeugt waren.
Messtechnik ist inzwischen einfach wahnsinnig gut. Da kann ein grobes Schätzeisen wie das Gehör bei weitem nicht mithalten.

Vorsicht mit dieser Aussage: Ich hatte hier einen PA-Verstärker, der sich einwandfrei messen lässt. Klirrfaktor bei 1kHz und Vollgas unter 0,1%, Frequenzgang bis gut 30kHz, und doch klingt das Ding einfach total scheiße und verzerrt. Die Übernahmeverzerrungen sieht man auch sofort, wenn man mal 50mV Ausgangsspannung einstellt, dann braucht man kein Klirrfaktormessgerät mehr, ein Oszi zeigt das Desaster auf den ersten Blick. 10mV fester Fehler sind bei 50V möglicher Ausgangsspannung nichts.

Was lernen wir daraus: Ja, Messgeräte sind ziemlich sicher genauer als das Ohr. Aber nur wenn man weiß, wonach man suchen muss.

Das kann ich zumindest nachvollziehen da ja der Mensch schon immer wissen musste. Oh da raschelts im Gebüsch, ists ein Säbelzahntiger oder eher das Mittagessen ;-) Oder ruft die Holde nach mir und wo istse gerade und welche Laune hat Sie ;-)) Da stecken ja Richtungs- und Gefühlsinformationen drinnen (Blättergrösse, Richtung, Intensität) die über die Stereo Ohren wahrgenommen werden.

Die zeitliche Auflösung eines DAC ist prinzipbedingt überhaupt kein Thema. Gerade in dem Bereich kann man aber furchtbar viel reininterpretieren, weil wir eine Form der Raumwiedergabe verwenden, die einfach nicht funktioniert (Stereofonie). Alle solchen Verfahren sind furchtbare Krücken, wenn man keine Kopfhörer benutzt. Bei synthetischem Ton (viele Mikros am Pult oder noch synthetischer) funktionierts halbwegs. In allen Fällen haben wir aber gelernt, die übliche Darreichungsform zu interpretieren. So kann man "Räumlichkeit" furchtbar einfach mit ungefähr jedem Parameter bewusst oder unbewusst beeinflussen.
Entscheidend sind hier kleine ÄNDERUNGEN im Frequenzgang. Wenn z.B. plötzlich der Bereich um 8kHz wegbricht, weiß man, dass etwas jetzt hinter einem ist. Ein geringfügiger Unterschied äußert sich hier schon unterhalb der bewussten Wahrnehmung. Den Unterschied haben wir aber sehr leicht herbeigeführt, wenn wir einen CD-Player bedienen, die Haare zurechtrücken, zur Fernbedienung greifen... Suggestive Effekte kommen jetzt noch oben drauf...

Man kann das Thema auch anders angehen: Muss ich wirklich die ultimativ perfekte Musikwiedergabe auf der Couch haben? Habe ich da wirklich so viel von? Ich finde die "mittelmäßige" Lösung, die es ermöglicht, bei anderen Aktivitäten Musik in guter Qualität hören zu können viel erstrebenswerter. Dann werden auf einmal so Parameter wie Abstrahlverhalten interessant...
Zum Thema analog usw.
Das eine kleine Nadel die einer Rille folgt (was ja im Prinzip ja auch schon faszinierend ist) besser sein soll als eine moderne Codierung/Wandlung eines Signals unter der Wahrnehmungsschwelle des Ohres kann ich auch kaum glauben.

Kommt auf die Definition von "Besser" an. Wenn es um die perfekte Reproduktion eines Spannungsverlaufs geht, ist die CD sicher unschlagbar. Der Reiz der Platte besteht eben in der fehlenden Perfektion, die relativ gut auf die Gegebenheiten des Ohres passt.
Die CD fällt ein bisschen in das Uncanny Valley: Es ist eine sehr gute Reproduktion eines Ereignisses, aber eben nicht das Ereignis selbst.
Der ursächliche Fehler vieler HiFi-Voodooisten ist nicht, "Goldohren" zu haben, sondern dass die Bewertung "a) klingt besser als b)" automatisch zu "daher ist b) fehlerbehafteter" übersetzt wird.
Benutzeravatar
ferdimh
 
Beiträge: 5918
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

VorherigeNächste

Zurück zu Allgemeine Diskussion

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: E_Tobi, GregorB, grobschmied, Harry, Lukas94, NilsH, rene_s39, TDI, Weisskeinen und 24 Gäste

span