Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemittel

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Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemittel

Beitragvon FelixLer » Do 25. Jan 2018, 21:33

Hallo erstmal,
ich bin seit einer weile am rumprobieren mit einem (Kälte)Kompressor der mir Kältemittel (Propan = R290, ja das is nich nur zum verbrennen gut :lol: ) verdichtet und das dann in einem Verflüssiger (Wärmetauscher) kondensiert. Nun das ganze funktioniert schon echt gut aber es ist sehr laut wenn man bedenkt wie leise so ein Kühlschrank ist der ja mit Isobutan läuft (ist ja nicht all zu weit von Propan entfernt). Kann mir jemand da weiterhelfen ? Habe es mit Propan aus dem Baumarkt gefüllt nach dem Vakuumieren (ja ich weiß das ist nicht der gleiche Reinheitsgrad wie gekauftes R290 das etwa 99,5% rein ist aber Flüssiggas nach der DIN Norm 51622 ne Anteil des Propans von mehr als 80% haben muss)
Nun meinen frage ist ob man das Ethanthiol (Geruchsstoff) und so nen paar andere Sachen rausdestillieren kann oder ob man das irgendwie anders etwas Raffinerien kann denn kommerzielles R290 kostet etwa 20x so viel wie das aus dem Baumarkt?

Gruß Felix

P.S.: Wenn man keinen Kompressor für R290 zur Hand hat kann man auch einen für R134a oder R404a nehmen die spielen alle circa in der gleichen leistungsklasse (Motor), funktioniert auch :lol: :D
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Re: Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemitte

Beitragvon Osttiroler » Do 25. Jan 2018, 22:08

Da schönste am R290 ist, dass alle Komponenten für R22 damit gut funktionieren, weil die Drucklage annähernd gleich ist.
Und Kohlenwasserstoffkältemittel sind mit Mineralöl und Esteröl kompatibel.
Also erstbeste, billige(weil pöhses FCK nimmer verwendet werden darf) R22 Anlage nehmen und R290 rein. schon läufts. Nur auskommen sollte nix. Weil das das schlechteste am Kohlenwasserstoff ist... er fumpt gern mal.
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Re: Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemitte

Beitragvon Hightech » Fr 26. Jan 2018, 08:42

Das Ethanthiol ist so gering dosiert, das spielt keine Rolle.
Bei Baumarktgas ist halt neben Propan anderes Gas wie Butan, Ethen mit drinne.

Zitat Wikipedia:
Propan C3H8
Propen (Propylen) C3H6 (mit Doppelbindung)
Butan C4H10
Buten (Butylen) C4H8 (mit Doppelbindung)
Isobutan (Methylpropan) C4H10
Isobuten (Methylpropen) C4H8 (mit Doppelbindung)

Oftmals besteht es nur aus Propan und Butan (zum Beispiel Autogas und Campinggas).
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Re: Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemitte

Beitragvon Desinfector » Fr 26. Jan 2018, 09:10

Wie hast Du das System befüllt?
mit ner 5Kg Propanbuddel, auf dem Kopf stehend?

Bedenke, dass da durchaus Öl in den Gasflaschen drin sein kann.
Wenn ich 'ne Buddel in die Hände kriege, stelle ich die erstmal auf den Kopf,
lasse die Flüssigkeit sich beruhigen und lasse dann ein paar kurze "Stösse" weg zaschen.
durchaus auch gegen eine Flamme,
dieses Gas muss natürlich auch "genutzt" werden aber das braucht VIEL Platz :shock: :mrgreen:

wie verhält sich der Kompressor, wenn da noch ein Öl mit drin ist?
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Re: Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemitte

Beitragvon Joschie » Fr 26. Jan 2018, 09:22

Könnte man das Propan nicht mit Költe aus dem Butan rausdestilieren?

Butan hat (wenn mein Kopf mich nicht täuscht) einen Siedepunkt von 12°C unter Null, Propan glaub um die 45°C unter Null.
Also, wenn man die Propan-Butan Mischflasche in die Tiefkühltruhe mit 22°C unter Null legt dann dürfte doch von dem darin befindlichen Butan nichts mehr gasförmig raus wollen.

Das rauswollende Propan kann man ja via Kompressor wieder in eine andere Flasche hochverdichten.

Grüße
Josef
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Re: Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemitte

Beitragvon Virtex7 » Fr 26. Jan 2018, 12:09

ganz so einfach wird es nicht funktionieren, da die Gase untereinander Azeotrope beim Sieden bilden.
die beste Trennwirkung erreicht man bei höherer Temperatur (40-50°C) und Überdruck, damit der Kram flüssig bleibt.

Dazu wird! eine Kolonne gebraucht, um die gewünschte Trennwirkung zu erzielen.
Planung wäre davon schon fertig.. Ich bräuchte hier ein paar Leute, die mir bei der Umsetzung der ganze Projekte helfen :(


Prinzipiell ist das Ganze durchaus sinnvoll, da z.B, Propeeeen sehr! teuer als Kältemittel (R1270) ist.
Die Mischung viel R290/ wenig R1270 ist jedoch ein quasi idealer R22 Ersatz, da Drucklage und vol. Kälteleistung quasi übereinstimmen.

Dazu kann R1270 direkt, also in Reinform für Einstufen-Geräte bis -40/-50°C verwendet werden, also z.b. Gefriertrockner (schon ausprobiert)

Gruß,
Philipp
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Re: Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemitte

Beitragvon FelixLer » Fr 26. Jan 2018, 21:00

Desinfector hat geschrieben:Wie hast Du das System befüllt?
mit ner 5Kg Propanbuddel, auf dem Kopf stehend?

Bedenke, dass da durchaus Öl in den Gasflaschen drin sein kann.
Wenn ich 'ne Buddel in die Hände kriege, stelle ich die erstmal auf den Kopf,
lasse die Flüssigkeit sich beruhigen und lasse dann ein paar kurze "Stösse" weg zaschen.
durchaus auch gegen eine Flamme,
dieses Gas muss natürlich auch "genutzt" werden aber das braucht VIEL Platz :shock: :mrgreen:

wie verhält sich der Kompressor, wenn da noch ein Öl mit drin ist?


Der Kompressor und das ganze System funktioniert schon aber ist sehr laut (warscheinlich wegen den anderen gasen) also mit dem Testaufbau habe ich bis -11 grad erreicht kann aber durchaus noch abweichen (Habs nur kurz getestet). Wenn das Öl dann heraussen ist was dürfte dann besser sein Flasche auf dem Kopf oder normal? Habe mal mit dem Dampfdruckverlauf gekuckt und Propan sollte eigentlich nicht Flüssig sein unter den bedingungen :shock:
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Re: Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemitte

Beitragvon FelixLer » Fr 26. Jan 2018, 21:05

Was mir noch einfällt ich habe die Chance an flüssigen Stickstoff zu Kommen (Hab nen 7Kw Heliumkompressor noch rumstehen :lol: ) hatte mir gedacht dass ich das ding mal in LN2 stecke bis das Propan fest ist dann den Flüssigen Rest rauslasse und das ganze wieder aufwärme dann sollte relativ reines Propan rauskommen (denke die ganzen Moleküle mit Doppelbindung sollten mindestens Flüssig bleiben)
Ist jemand dabei der diese Theorie unterstützt? :lol:
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Re: Destilation von Flüssiggas zur verwendung als Kältemitte

Beitragvon Virtex7 » Sa 27. Jan 2018, 03:18

was ich von der Theorie halte, ohne Kolonne zu destillieren, habe ich oben schon geschrieben.
Klarheit dürften die entsprechenden Azeotrope und ihre Temperaturbereiche geben...

Im Zweifel ein Experiment machen!
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