Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon RMK » Mi 14. Feb 2018, 20:49

und ich hätte mal einen Reifenschaden hinten, den ich nicht bemerkt Hans-Peter
auf der AB, der nachfolgende Porsche hat gelichthupt, ich dachte der will vorbei
und hab nochmal ordentlich Gas gegeben um zügig auf die rechte Spur zu kommen...

naja. Blöderweise ist das Auto so leicht dass man das tatsächlich nicht/kaum
merkt. (zwingend sind auch 1.8 Bar nötig, alles was drüber ist resultiert in
lebensgefährlichen Fahrverhalten durch die gewölbte Reifendecke....)

ADAC hat dann abtransportiert, zum Reifenhändler, der bekam dann aber ob
der fehlenden Luft nichtmal seine Hebebühnengabeln drunter....

da wär so ein Druckwarnsystem nicht verkehrt gewesen. :-)
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon Luftwatz » Mi 14. Feb 2018, 21:07

Hallo RMK,
was waren das denn für Reifen? Damit "normale" Stahlgürtelreifen eine gewölbte Lauffläche kriegen, brauchts aber schon erheblich mehr Druck als 1,8 bar.
Mehr Druck führt zwar zu einer kleineren Standfläche, aber nicht weil die Seiten angehoben werden sondern weil die "Länge" der Aufstandsfläche kürzer wird.
Gruß Luftwatz
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon RMK » Mi 14. Feb 2018, 21:47

ganz normale 185er in 15" (bzw 205er in 16" hinten...)
es liegt am Fahrzeuggewicht. das Auto wiegt unter 700 Kilo.
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon Toni » Fr 16. Feb 2018, 12:00

aktueller Stand:
- Vergussprobe ist OK
- Reifenhändler hat Reifen da
- fahre immer noch mit 3 Winterreifen + 1 Sommerreifen durch die Gegend
- Batterien fehlen noch. Batterien sind in China bestellt, da ist aber momentan wohl völliger Stillstand wegen Frühlingsfest. Liefertermin steht in den Sternen :x

Maxell hat auch geantwortet: diese Zellen seien in Europa nicht lagernd. Es sei auch kein Distri bekannt, der sie vorrätig haben könnte :x

Also hatte ich mich auf die Suche nach Alternativen 2450 bis 125°C gemacht, bin aber nicht fündig geworden.

Dann kam die positive Wende :)
Anruf bei einem schweizer Hersteller von Knopfzellen, der bis 85°C spezifiziert (Andere etc. geben nur 60..75°C an). Sehr freundliche und kompetente Beratung.

Erkenntnisse daraus (außer dass ich zukünftig bevorzugt diese Marke kaufen werde...):
- Standard-Zellen gehen bis 85°C, vertragen üblicherweise aber auch mehr.
- Selbstentladung bei 20°C ca. 1% / Jahr. Alle 10° mehr: +1% (-> 30°C: doppelte Selbstentladung, 50°C: 4-fach, usw).
- die Hochtemperaturzellen haben die gleiche Selbstentladung wie Standardzellen. Die unterscheiden sich nur im Gehäuse und der Abdichtung. => Wenn die Temperatur unter 85°C bleibt, haben 125°-Zellen keinen Vorteil.
- deutliche Warnung, an den Zellen herumzulöten, oder punktzuschweißen -> Lebensdauer gefährdet. Nicht dass ich an Bastelbruder's Hinweis gezweifelt hätte, das bestätigt es nur.
- als ich schon gedanklich 85°-Zellen eingegossen hatte, kam nebenbei die Aussage, dass früher auch 125°C-Zellen für Reifensensoren geliefert wurden. Diese werden sogar noch für andere Industrieanwendungen mit Lötfahnen hergestellt, seien aber nicht im Katalog gelistet :shock: sabber.
- er gab mir die Kontaktdaten eines großen deutschen Industriekunden.

Dann folgte ein sehr freundliches Telefonat mit dem Vertrieb von "Industriekunde":
- es gab Tipps, wo ich schauen könnte - erfolglos
- normalerweise Lieferungen nur 1000'er-weise, aber mindestens blisterweise, nicht an Privat.
- dann noch Smalltalk über Einsatz, Autos, usw. Am Schluss meinte er schaue mal was ginge. Ich sollte ihm mal Kontaktdaten senden.
Heute morgen kam per Mail eine Auftragsbestätigung 4 Stück schweizer Zellen 2450, 125°, Lötfahne. Preis unter Aliexpress, Lieferung Anfang nächster Woche. Freu :D

Die Firmennamen nenne ich nicht, weil ich nicht weiß ob es den hilfsbereiten Gesprächspartnern recht wäre...
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon berlinerbaer » Fr 16. Feb 2018, 16:33

Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen social engineering.

Ansonsten würde ich, wenn es denn schon sein muss, noch dazu im Winter, unterschiedliche Reifentypen immer nur achsweise fahren.

Das ganze Fahrassistenzgerümpel gleicht zwar viel aus, aber in Grenzsituationen zieht so eine Mischbereifung dann doch irgendwann Richtung Straßengraben oder Gegenfahrbahn...

Aber glücklicherweise ist das ja jetzt schneller vorbei, als zu befürchten war.
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon Toni » Fr 16. Feb 2018, 20:26

berlinerbaer hat geschrieben:Ansonsten würde ich, wenn es denn schon sein muss, noch dazu im Winter, unterschiedliche Reifentypen immer nur achsweise fahren.
...


Stimme ich voll zu. Aus Faulheitsgründen habe ich es trotzdem nicht gemacht :oops:

Sensoren sind bereit - Batterien können kommen
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Zur Demontage der Sensoren mussten die Ventile in ihrer Gummidichtung gedreht werden.
Ich wollte die deshalb mit einem Tröpchen Loctite Flächendichtung neu abdichten, bekomme die Ventilmutter aber nicht ab. Auf der Innenseite ist nur eine Halbkugel, die sich mit z.B. WaPuZa schlecht gegenhalten lässt. Außerdem ist ein 2mm-Querbohrung drin, da hatte ich versucht mit Stahlnagel gegenzuhalten -> keine Chance. Weder mit Schlüssel, noch mit Schlagschrauber. Gibt's da einen Trick?
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Notfalls muss ich mal den Reifenfuzzi fragen...
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon ferdimh » Sa 17. Feb 2018, 00:26

Wenn du mal dabei bist... kannst du mal ungefähre Maße von den Dinger rüberwerfen (oder mal einen Gliedmaßstab daneben legen und nochmal ein Foto machen?)
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon berlinerbaer » Sa 17. Feb 2018, 01:14

In Zollstockgenauigkeit kann man sich das anhand der Fotos eigentlich ganz gut zusammenstöpseln:

2450er haben einen Durchmesser von 24,5mm, mit dem Rand wird die Breite also knapp unter 3cm liegen.
Länge ist 49mm + Rand + Platinchen in der Mitte, ich schätze gut 6cm.

Vielleicht hält Toni ja noch mal ne Schieblehre dran, dann hast Du es auf den Millimeter genau.

-------

Ob das mit der Loctite Flächendichtung so eine gute Idee ist?
Man muss das Ventil ja noch drehen können.

Wenn sich am Ventil wirklich eine undichte Stelle ergibt, kannst Du da immer noch mit Unterdruck auf dem Reifen geeignete Dichtmompe reinziehen.
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon Bastelbruder » Sa 17. Feb 2018, 05:31

Ich denke mal daß das aktuell diskutierte Mechanikproblem sich am allerersten Bild besser erklären läßt und mit dem eigentlichen Sensor überhaupt nix zu tun hat. Zum Ventil kann ich leider keine Details beitragen, gar keine.
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon Toni » Sa 17. Feb 2018, 11:11

ferdimh hat geschrieben:Wenn du mal dabei bist... kannst du mal ungefähre Maße von den Dinger rüberwerfen (oder mal einen Gliedmaßstab daneben legen und nochmal ein Foto machen?)


ist ähnlich wie in Bastelbruder's PDF gezeigt:
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Allerdings sind diese Sensoren deutlich größer als Andere, die beim Reifenhändler herumlagen. Die Kleineren haben demnach deutlich kleinere Batterien drin.

Zum Mechanikproblem: vermutlich ist das Gewinde zusammenkorrodiert, und ein Reifentauscher würde es einfach ausbohren. Die Dichtung ist noch sehr stramm, vielleicht lasse ich es auf einen Versuch ankommen: ich wäre bei der Reifenmontage dabei, und sobald Druck drauf ist, sprühe ich das Ventil mit Lecksuchspray ab. Evtl. vorher von innen noch Dichtmompe rumschmieren, die würde dann in ein kleines Leck reingedrückt werden.

Bild->zoom
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Lässt sich anhand BatterieStromSpannung eigentlich grob die Restkapazität abschätzen?
Ich hatte mal gemessen:
- Batterie die 22 Monate im Einsatz war, und danach 4 Jahre herumlag (da wurde der Sensor beim Reifentausch gehimmelt): 3,09V, 0,29A direkt nach Kurzschluss
- Batterien die ziemlich genau 7 Jahre verbaut waren: 3,00V / 0,163A bzw. 3,01V / 0,182A
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon berlinerbaer » Sa 17. Feb 2018, 18:56

Lies Dir doch mal das Datenblatt durch, das Bastelbruder bereits in einem der ersten Beiträge hier verlinkt hat:
http://www.maxell.com.tw/images/uploads ... CR_13e.pdf

Mehr als 15mA sollte man nicht entnehmen und die Entladekurve ist ziemlich flach.
Eine halbe Ah aus so einer kleinen Zelle ist schon beeindruckend.

Wenn du es wirklich genau wissen willst, kannst Du ja mit einem Mikrocontroller ein Entladeprofil fahren, daß Deinen Reifensensoren ähnlich ist, nur mit mehr Wumms (damit sie in absehbarer Zeit leer ist) und dann anhand der DaBla-Angaben hochrechnen.

Du müsstest dann auch noch am Labornetzteil rausfinden, ab welcher Spannung die Sensoren aufhören zu funktionieren.
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon Toni » Sa 17. Feb 2018, 21:17

gestern erst ausgeliefert, heute klingelt schon DPD an der Tür :)

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Nächste Woche geht's zum Reifenhändler, der hat ein Lesegerät -> Sensoren werden vor Reifenmontage getestet.
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Re: Batteriewechsel in Reifendrucksensoren / woher Batterie?

Beitragvon Toni » Mo 19. Feb 2018, 18:19

So, neue (Vorder-)Reifen sind drauf. Ventile sind dicht und die Sensoren rennen :)
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Morgen kommen die Hinterreifen dran. Vorher muss ich noch die "neuen" Sensoren in die Felgen einbauen.

Der Reifenfuzzi konnte auch die Frage beantworten, wie man die Ventile abbekommt: "mit roher Gewalt, notfalls hinten abflexen"
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