Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

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Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Chaoskreator » So 24. Jun 2018, 14:13

Hallo zusammen,

ich will zwei Kellerräume zu Werkstatt und Lagerraum für Mechanikmaterial/Elektronik umfunktionieren. Leider sind die Wände feucht und ausgebesserter Putz fällt auch irgendwann wieder ab. Salze sind auch präsent (Bild "Keller_03"). Dagegen muss ich was tun.
Ein bisschen Vorgeschichte: Das Haus ist Baujahr ca. 1960 und der Boden war ursprünglich nicht betoniert, sondern war nur gestampfter Erdboden. Für die ursprüngliche Nutzung zum Lagern von Kartoffeln, Rüben und dergleichen war das wohl sinnvoll. In den 70ern wurde dann händisch eine dünne Schicht betoniert. Der Boden ist stabil und soweit kein Problem. Aber die Wände bereiten mir Sorgen (siehe angehängte Fotos). Der Keller steht bis ca. 1,50 m Höhe im Erdreich. D.h. es schauen quasi nur die kleinen Fenster raus. Wie man auf den Fotos erahnen kann, sind die Mauern gemauert, vermutlich mit grauen Bimsbetonsteinen. Die Mauern sind außen glatt verputzt und rundum mit schwarzem Bitumenanstrich versehen. Inwiefern dieser nach fast 60 Jahren noch dicht ist, sei mal dahingestellt. Drainage gibt es keine.
Um das Haus herum aufgraben und abdichten/drainieren möchte ich unbedingt vermeiden. Denn es ist komplett asphaltiert, überbaut, bepflanzt. Außerdem bin ich mir nicht mal sicher, ob das viel bringen würde. Denn die Betonsteine ziehen wohl auch von unten Feuchtigkeit nach oben.
Meine Ideen gehen in folgende Richtung (Vorsicht: bin bauhandwerksmäßig kompletter Laie): An den Kellerwänden von innen den Putz runterhauen, mit irgendwas abdichten und dann neu verputzen. Dieses <irgendwas> könnte z.B. Dichtschlämme oder Fliesenkleber sein. Oder gleich mit einem Sperrputz. Ich vermute, dass das keine dauerhafte Lösung ist. Aber wenn ich erst wieder in >20 Jahren ran muss, wäre das OK.
Gegen das Problem der Luftfeuchtigkeit würde ich einen Kältetrockner ins Auge fassen und dem einen gewissen Grenzwert vorgeben. Also dass der Apparat sich einschaltet, wenn es zu feucht wird. Gestern habe ich mal ein Thermometer mit Luftfeuchtigkeitsanzeige aufgestellt: Im Keller waren es 62% rel. Feuchte. In der Wohnung darüber waren es 55% (momentan ist regnerisches Wetter). Ist also nicht soo viel mehr als woanders.

Was würdet ihr vorschlagen, zu tun?

Danke und trockene Grüße
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Toddybaer » So 24. Jun 2018, 14:21

Hallo,

ist vielleicht das Regenfallrohr an der Ecke mit dem Hausanschluss unddicht.
Also im Erdbereich?

Gegen Wasser das von unten hochseigt hilft sonst nur Horizontalsperre einbringen, soweit ich weis
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Chaoskreator » So 24. Jun 2018, 14:26

Guter Hinweis, aber das Regenwasserfallrohr geht auf der anderen Seite des Hauses ins Erdreich.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Sven » So 24. Jun 2018, 14:28

Die Salze kommen aus dem Mörtel, das sieht man gut an den Mustern. Bei mir im Keller blüht es auch überall dort, wo mit modernem Mörtel/Zement/GrauesZeugAusDerTüte gearbeitet wurde. Die alten, belassenen Wände salzen nicht rum. Das kann man wunderbar da sehen, wo mal Türöffnungen zugemauert wurden. In exakt dem Bereich habe ich Ausblühungen - daneben nicht.

Ich habe bei mir einfach eine hinterlüftete Gipskarton Wand davor gesetzt. Nach oben und unten hin ist die Wand offen. Das sieht man aber nicht, weil ich eine hinterlüftete Lage OSB Fußboden verlegt habe. Der originale Gußasphalt Boden war dann doch noch etwas zu Fußkalt. Nach oben hin ist nichts sichtbar, weil da eine abgehängte Holzlamellen Decke ist.

Alles andere funktioniert nicht, egal wie furztrocken die Wand auch ist. Der neue Mörtel auf dem alten Gemäuer salzt bei mir aus. Isoliergrund aller Art, aus der Dose, dem Kanister, der Tüte... Kaliwasserglas hilft noch mit am Besten, muss aber ab und an wiederholt werden.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon manuel » So 24. Jun 2018, 14:34

Ich würde an deiner Stelle nicht versuchen irgendwie die Wände von innen abzudichten weil das machts meistens nur schlimmer. Dann staut sich Feuchte und es geht vielleicht noch mehr kaputt als nur a weng Putz.

Außerdem erstmal schauen was da genau abgeht. Im Keller ist es oft so das die Wände durch Kondensat nass werden. Im Sommer vor allem. Im Winter lüften, nicht im Sommer.

Bei starken Regen gucken, wirds nasser als sonst ? Regenrinne oder Fallrohr irgendwo kaputt ?
Wenn Salze ausblühen, ist vielleicht ein Abwasserrohr nicht mehr dicht ?

Zum Putz, nimm keinen Zement Putz. Der ist zwar hart und eher dicht, aber genau das wird zum Problem. Besser was weiches offenporiges, weil die Feuchte ist eh da, besser ist es die Bedingungen zum abtrocknen verbessern. Zement hält Feuchte fest und braucht ewig zum trocknen. Kalkputz saugt sich zwar gut voll mit Wasser ist aber viel schneller wieder trocken.

Zum ausbessern wenn der putz sandet geht kalkmilch recht gut und ist wesentlich billiger als Tiefengrund.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon 255.255.255.255 » So 24. Jun 2018, 16:10

Hallo, eventuell Lüftungsverhalten prüfen. Aussenluft sollte nicht wärmer als die Kellerwand sein. Luftentfeuchter testen. Vielleicht ist es so schon in den Griff zu bekommen.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Raja_Kentut » So 24. Jun 2018, 16:25

ich hatte genau solche Probleme. Vieles probiert, incl. Lufttrocknergerätt. Alles Mist.
Abhilfe für die beiden Ursachen :
1) Feuchte Wand : Von außen abgedichtet. (Dichtschlämme, Bitumendickschichtanstrich, Noppenbahn) Hat weh getan, aber geholfen.

2) Kellerklima : Stichwort "Keller im Sommer feucht lüften". Taupunktgeregelte Lüftungsanlage mit Luftwärmetauscher eingebaut. Alles Eigenbau, Material 300 Öcken, ca.2,5 Öcken Strom/Monat.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Robby_DG0ROB » So 24. Jun 2018, 17:51

Im Sommer offene Kellerfenster ziehen die Nässe der Außenluft ja geradezu in den Keller. Im Winter muss man lüften, obwohl hier die meisten aus Angst vor Frost (Wasserleitungen…) eher dafür sorgen, dass alles geschlossen ist.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon sukram » So 24. Jun 2018, 18:17

Raja_Kentut hat geschrieben:ich hatte genau solche Probleme. Vieles probiert, incl. Lufttrocknergerätt. Alles Mist.
Abhilfe für die beiden Ursachen :
1) Feuchte Wand : Von außen abgedichtet. (Dichtschlämme, Bitumendickschichtanstrich, Noppenbahn) Hat weh getan, aber geholfen.

2) Kellerklima : Stichwort "Keller im Sommer feucht lüften". Taupunktgeregelte Lüftungsanlage mit Luftwärmetauscher eingebaut. Alles Eigenbau, Material 300 Öcken, ca.2,5 Öcken Strom/Monat.


Punkt 2 klingt so, als ob ich das auch bei meinen Eltern und ggf später bei mir bauen will... Hast du da konkrete Anleitungen zur Hand? Oder ist das eher in der Art Industrielüftungsanlage Schema F?

MfG
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Chaoskreator » So 24. Jun 2018, 18:56

Nach Gesprächen mit ein paar Leuten: Was haltet ihr von einer Vormauerung aus Klinker?
Klinker ist ja praktisch wasserdicht. Hier sind doch viele aus dem Norden Deutschlands hier: Da sind doch ganze Gebäude aus Klinker gebaut. Sollte wohl gehen.
Zwischen alter und neuer Wand darf dann z.B. ein Zentimeter Luft sein. Soll doch da der blöde Salpeter wachsen, wie er will. Ebenso die Bakterien oder Schimmel oder was auch immer die violette Färbung an der Wand ist.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Sir_Death » So 24. Jun 2018, 19:05

Ich würde nichts vorsetzen - irgendwo kommt der Dreck raus und dann wird es ungesund.

Als erstes würde ich mir für 1-2 Wochen einen kräftigen Bautrockner leihen, wie er fürs Estrich-trocknen verwendet wird.
Danach einen Luftentfeuchter rein, und die Luftfeuchtigkeit im Bereich von max. 55% halten - dazu im Sommer einfach NICHT lüften.

Sollte danach wieder Feuchte in den Wänden aufsteigen - sieht man dann ja schön, wenn es von unten beginnt, ist eine Horizontalsperre fällig.

Ich hole bei mir im Sommer trotz NICHT lüften aus ca. 120m³ Kellerluft pro Woche ca. 10 bis 15L Wasser heraus. - Bei 55% Luftfeuchte und ca. 19°C
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon manuel » So 24. Jun 2018, 20:00

Ich würde dir auch raten nicht von innen vormauern oder sonstwie abdecken. In meiner Werkstatt sind hinterlüftete Sauerkrautplatten an eine Sandsteinwand angebracht worden, du willst nicht wissen wie das war als mir das ganze entgegen gekotzt gekommen ist.

Versuchs erstmal mit Kalkmilch (vorsicht, ätzend). Das reicht oft schon um trotz Feuchte wenigstens Schimmel zu vermeiden. Vor die Mauern kein regal stellen, sollte wohl klar sein. Alles andere ist um ein vielfaches größerer Aufwand so wie Raja Kentut geschrieben hat.

Nochmal wegen abdichten: mal angenommen du schaffst es von innen abzudichten, möglicherweise hast du dann die Feuchte im Erdgeschoss, irgendwo muss die ja hin. Feuchte muss man fernhalten und nicht einsperren.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon daruel » Mo 25. Jun 2018, 08:21

Raja_Kentut hat geschrieben:
2) Kellerklima : Stichwort "Keller im Sommer feucht lüften". Taupunktgeregelte Lüftungsanlage mit Luftwärmetauscher eingebaut. Alles Eigenbau, Material 300 Öcken, ca.2,5 Öcken Strom/Monat.


Für ein paar Infos bezüglich der Hardware wäre ich auch dankbar, mein Keller ist aktuell bei 75%

Habe schon eine Steuerung mit Arduino und DHT22 gebaut aber nur mit einfachen Lüftern ohne Klappen usw und will (muss) das optimieren
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon SchuesselTech » Mo 25. Jun 2018, 08:43

Zabex hat sich mit dem Thema schon beschäftigt und auch gefrickelt und zwar hier
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon ando » Mo 25. Jun 2018, 08:54

Moin,


ich hab vor kurzen über genau das Problem mit nem Gutachter gesprochen. Er stellt es so da:

Erdreich ist feucht.

Ein Lagerkeller muss, wie du schon richtig erkannt hast, feucht sein. Also wurde das damals so gebaut.

Die aufsteigende feuchte aus dem Erdreich konnte früher über die große Fläche des gestampften Bodens heraus.

Nun ist der Boden dicht und sie sucht sich nun den Weg durch die Wände.

Auf der Aussenseite kann nix raus, weil Erde da ist, deshalb kommt es innen und wäscht dir auch die Salze raus. Kannst mal vorsichtig dran lecken, schmeckt wahrscheinlich salzig oder nach Gips.

Was tun?

Richtig ist, das Lüften im Sommer mit warmer Luft nicht gut ist. Warum?

Warme Luft kann mehr feuchtigkeit Aufnehmen als Kalte. Nun kommt warme, stark Wasserdamfhaltige Luft mit der kühlen Luft im Keller zusammen.
Die Warme Luft kühlt ab, und es bildet sich Kondensationsfeuchte.

Zur Wand:

Wichtig ist, das diese diffusionsoffen bleibt. Also den vorhanden Farbantrich und Putz möglichst runter.
Als neuen Putz rate ich dir zu einem Kalkputz, mit anshcliessendem Kalkanstrich. (Wie das geht, findest du im Sumpfkalkfaden hier im Forum)

Wichtig ist, das auf den 2 Metern Wand die feuchte abdapfen kann. Wird das nicht ermöglicht, steigt sie so weit in der MAuer nach oben, bis sie rauskann. Und das kann auch theoretisch im Wohnbereich des EG sein.

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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Desinfector » Mo 25. Jun 2018, 09:15

ich hab noch nie gesehen, dass so'n Kram auch schwul ausblüht, also in rosa.

Jedenfalls:
da kommt peu a peu irgendwo feuchtes ran und das muss stillgelegt werden.
sei es durchs falsche Lüften oder irgendwas von aussen.
Dem muss man, auch wenns dauert und schwierig ist, nachgehen.
Du müsstest auch schauen, ob in der Strasse nach einem Regenguss das Wasser gut weg kommt.
Oder mal rumfragen ob es irgendwann mal eine Verstopfung in der Strasse gab.

Ich bin in meiner Gegend monatelang durch eine Riesen-Pfütze gefahren, weil da wohl ein Regensiel nicht tat.
Sowas kann auch alles einen Wasserzufluss triggern, der vorher so nicht ging.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Sir_Death » Mo 25. Jun 2018, 10:04

100% Zustimmung zu Andos Ausführung

EDIT: Und da kannst du eben mit einem Luftentfeuchter nachhelfen, dass die Mauer im Keller abtrocknen kann, und das Wasser nicht noch höher steigt.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Dr. Snuggles » Mo 25. Jun 2018, 10:13

Mahlzeit,
habe auch vor einigen Jahren meinen Keller (knapp 90 Jahre alt) saniert. Hatte allerdings zum größten Teil nicht feuchte sondern richtig nasse Bruchsteinwände.
Die ganzen Anstriche, Schlämmen und Injektionsbrühen kannst du vergessen. Alles nicht für die Dauer.
Ich habe aussen bis unter die Sohle aufgegraben und eine Wand mit WU-Beton davorgesetzt.
Zusätzlich habe ich innen noch entlang der Außénwände den Estrich aufgegraben und eine Drainage verlegt.
Die Innenwände habe ich dann mit Satt Sanierplatten von Kauf und einem Kalkputz neu aufgebaut.
War nicht billig, ist viel Arbeit, aber ist auch trocken.

Gruß
Doc
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Azze » Mo 25. Jun 2018, 11:31

Chaoskreator hat geschrieben:... Drainage gibt es keine.
Um das Haus herum aufgraben und abdichten/drainieren möchte ich unbedingt vermeiden.


Sorry, wenn es hart klingt, aber dann wirst du mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch keine Ruhe bekommen.

Wie schon erwähnt wurde: Früher waren feuchte Keller erwünscht, weil gut für Gemüse und Co. Seit man dazu über gegangen ist, Kellerräume auch für andere Dinge zu nutzen, ist die alte Bauweise nicht mehr zeitgmäß. Schimmel und seine Freunde will man auch nicht mehr dort beherbergen, daher sollte man alles daran setzen, die Feuchtigkeit draussen zu halten anstatt sie innen zu bekämpfen. Das wiederum funktioniert nur durch konsequente Trockenlegung der Wände von außen, alles andere ist Pfusch und kostet nur unnötig Zeit, Geld und Nerven. Uns nein, es ist keine Lösung, das mit einer Vorblendung zu verstecken, denn so züchtet man Schimmel erst recht heran. Natürlich will keiner eine Bepflanzung oder gar einen Gehweg aufreißen, aber wenn man dafür am Ende einen trockenen Keller bekommt, dann ist das ein leicht zu bringendes Opfer. Ganz nebenbei kann man dabei nämlich auch noch die Wände dämmen und somit was für die Benutzungsfreundlichkeit des Kellers tun.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Blueloop » Mo 25. Jun 2018, 12:24

Hinterlüfteter Gipskarton... das ist so ungefähr die Maximierung aller Fehler. Durch den Gipskarton bleibt es schön kühl dahinter, warme Raumluft zirkuliert langsam da rein und gibt die Feuchtigkeit dabei an die Mauer und den Gipskarton ab. Der Karton ist dabei ein wunderbarer Nährstoff.

Wenn dann müsste da eine Temperierleitung dahinter, die aber gerade im Sommer auch an sein sollte.

Wenn dann würde ich innen Kalziumsilikatplatten ohne Luftspalt in Kalkmörtel anbringen und offenporig mit Kalkfarbe streichen (niemals Dispersionsfarbe)
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon radixdelta » Mo 25. Jun 2018, 13:31

Es ist nie aufsteigende Feuchte, also zumindest so gut wie nie. Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk ist sehr sehr selten und auf ausgesprochene Spezialfälle beschränkt. Das liegt hier definitiv nicht vor.

Und: Wenn es aufsteigende Feuchte wäre, was sollte eine Horizontalsperre ausrichten? Die Feuchte steigt mindestens so gern im Erdreich auf und kommt dann von außen. Nachträgliche Horizontalsperren halte ich in den allermeisten Fällen für rausgeschmissenes Geld. Zumal in den allermeisten Fälle eh schon Horizontalsperren eingebaut sind.
Außerdem, wenn unten Feuchtigkeit anstehen würde wäre der Boden nass, zumindest aber der Anschluss Boden/Wand deutlich nasser als der Rest der Wand, weil die Anschlussfuge eine sehr gute Kapillare ist. Hier ist deutlich zu sehen: Die Außenwände sind Nass, Innenwände nicht, Anschluss Boden/Wand nicht deutlich nasser.
Das Wasser kommt fast mit Sicherheit vom Regen. Interessant wäre was neben dem Kellerfenster beim Netzanschluss ist, dort ist es weniger Feucht, also ist da was richtiger was woanders falscher ist. Entweder ist dort ein Anbau der Regen fernhält oder es ist mit Sand angefüllt!? Es sieht so aus als würde an der Kellerecke beim Netzanschluss relativ konzentriert Wasser versickern, das breitet sich nach unten hin dann zur Seite aus. Das ist aber nicht das einzige Problem.

Das Wasser steigt übrigens nicht bis zum EG auf, no way. Sieht man auf dem einen Bild auch schön: Über Erdniveau ist die Wand trocken, weil da auch gar keine feuchte Erde mehr dran liegt, sondern überwiegend trockene Luft. Die Feuchte will nix und muss nix, und schon gar nicht natürlicherweise nach oben. Andersrum wird ein Schuh draus: Die Feuchte will gern nach unten, unten ist immer besser für alles, nach oben ist nur mit Mühe verbunden. Die Kapillarität der Materialien macht daß Feuchte nach oben kommt. Im Mauerwerk steigt es sehr sehr langsam auf, normalerweise viel langsamer als es verdunstet. Darum schafft es auch nur wenige Zentimeter. Damit das bis zum EG kommt müsste man das Mauerwerk schon sehr sehr dicht einpacken.

Erster Schritt: Genau prüfen warum die Erde um das Haus nass ist. Da läuft irgendwie Regen hin, oder es ist Schlagregen der die Wand runter läuft. Egal was es ist: Abstellen. Wenn du glück hast ist das schon alles und du kannst dir das Aufbuddeln sparen.
Wenn du an der Hausecke sicher ausschließen kannst daß da Regen hinlaufen kann, dann musst du mindestens da mal die Schüppe in die Hand nehmen, irgendwas ist dort Faul.
Egal wo und warum du aufbuddelst, immer mit Füllsand verfüllen, niemals den alten Dreck wieder ans Haus, auch nicht an die Noppenbahn, das ist Mist.
Im Zweifel kommst du um das Aufbuddeln nicht umzu. Dann einmal richtig mit Dickbeschichtung, Dämmung, Drainage und neue Regenabflussrohre mit Spül- und Reinigungsöffnungen.
ICH bin dafür dann einen Wandanschluss über die Perimeterdämmung zu machen. Ein einfaches Edelstahl-Kantblech und ein paar Kartuschen Dach&Wand helfen an der Fassade runterlaufendes Wasser nicht hinter die Dämmung laufen zu lassen. Oft wird da aus Kostengründen einfach mit der Dickbeschichtung ein Abschluss gespachtelt. Das finde ich Pfuschig. Mit einem Kantblech lässt sich die Dämmung ein Stück über Bodenniveau ziehen, man kann aber auch einfach Drüberpflastern, hat in jedem Fall einen sauberen Abschluss. Gilt natürlich nur für Altbau wo die Fassade nicht gedämmt wird.

Ich habe das ein oder andere mal Hauswände mit aufgebuddelt weil der Kunde nasse Wände hatte. Und jedes einzelne mal Überraschungen erlebt die im Prinzip die ganze Perimeterabdichtung entbehrlich gemacht hätten, hätte man das früher richtig gemacht bzw. gewusst und behoben. Mal waren es Keller-Lichtschächte ohne jede wirksame Drainage an der Wetterseite. Alte vergessene Regenwasserrohre die mal abgeschnitten wurden aber noch irgendwo Einleitungen hatten, Regenwasserrohre die komplett dicht waren, reinigen hätte geholfen (und man hätte merken können daß Fallrohr und Regenrinnen überlaufen), Regenwasserrohre die durch Horizontalgebohrte Erdgasleitung beschädigt war (Hausecke nass) etc. pp. Und jedes mal: Nasser Lehmboden an der Kellerwand.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon manuel » Mo 25. Jun 2018, 15:54

Zum Thema aufsteigende Feuchte: Ich habe mal a weng mit einem kapazitiven Feuchtemesser rumgemessen. Erst im Keller, und es war überall ein Feuchteprofile von relativ Feucht in den unteren 30cm der Wände und oben eher sehr trocken. Ahh, logisch aufsteigende Feuchte, weil ist ja Altbau... Tja, aber dann im 2. OG genau das selbe Feuchteprofile :oops: Hä ?

Meine Theorie: Da kalte Luft immer unten ist fällt Kondensat auch tendenziell unten an. Wände sind auch oft aus vielen Gründen im unterem Bereich kälter.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon reutron » Mo 25. Jun 2018, 17:49

Aufsteigende Feuchte ist eine Urbane Legende jede Fuge ist ein Kapillarbruch also steigt in einer gemauerten Wand nie Feuchte auf.
Kann man auch ganz einfach selbst testen drei Steine mit Mörtel übereinander Mauern und wenn trocken unteren Stein in ein Flache Wasserschale stellen....das Wasser steigt bis zur ersten Fuge auf dann ist Schluss.
Das die Feuchte durch die nicht isolierte Wand drückt oder die Feuchte durch kondensation entsteht ist schon eher wahrscheinlich.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon reutron » Mo 25. Jun 2018, 17:53

reutron hat geschrieben:Aufsteigende Feuchte ist eine Urbane Legende jede Fuge ist ein Kapillarbruch also steigt in einer gemauerten Wand nie Feuchte auf.
Kann man auch ganz einfach selbst testen drei Steine mit Mörtel übereinander Mauern und wenn trocken unteren Stein in ein Flache Wasserschale stellen....das Wasser steigt bis zur ersten Fuge auf dann ist Schluss.
Das die Feuchte durch die nicht isolierte Wand drückt oder die Feuchte durch kondensation entsteht ist schon eher wahrscheinlich.


EDiT: Eine Möglichkeit gibt es wenn die Wand vollständig mit Salzen gesätigt ist steigt einwenig Feuchte auf......wenn z.B. in den Raum 80Jahre Schweine gehalten wurden o.ä.
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Re: Feuchte Kellerwände werfen Putz ab. Was tun?

Beitragvon Raja_Kentut » Mo 25. Jun 2018, 21:05

...der neue Ablader funzt bei mir nicht, und mit dem Dateianhängetool wird's zu fummelig.
Bei Interesse PN, dann gibt's Bilder und Arduinoprojekt...
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