Der Solar-Thread

Der chaotische Hauptfaden

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chrisi87
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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von chrisi87 » Mi 29. Jun 2022, 15:17

Mino hat geschrieben:
Di 28. Jun 2022, 10:50
Hallo zusammen,

mittlerweile werkeln bei mir 4 WR im Haussystem in AC-Kopplung (ESS). Nun kann ja der MP II am AC-OUT den Gesamtstrom messen, jedoch würde ich gerne wissen welcher WR welche Leitung gerade bringt.
Klar hat jeder WR ein Interface, jedoch auch eine eigene APP dazu…jede App einzeln zu öffnen ist aber auch recht lästig.

Im Verteilerschrank sind die WR jeweils auf einen separaten LS gelegt. Somit ist es möglich neben dem Gesamtstrom über den victron auch die einzelnen Ströme zu messen.

Die Frage ist nur wie?
Die Messung ansich würde ich gerne über kleine Stromwandler machen („minmalinvasiv“) wollen, nur zur Darstellung und Speicherung hab ich keine Plan (Rasp Pi & Co fällt auch…noch nie was mit gemacht, 0 Ahnung von Linux)
Gerne auch was fertiges…ich hab das hier gefunden, jedoch ist der Strombereich von 50A etwas hoch…auch die Bewertungen sind durchwachsen. Ansich wäre das aber genau das was ich suche…

https://www.amazon.de/EMPORIA-ENERGY-sc ... op?ie=UTF8


Hat jemand nen DIY Vorschlag oder eine Kaufempfehlung?

Mino
Über einen externen WLAN Messer (z.b. Shelly 1pm?) wäre eine Möglichkeit?
Diesen dann über openHAB und persistence in ein backend deiner Wahl speichern/einspielen (Influx, MySQL, CSV,...)

Läuft bei mir mit mehreren Messpunkten im "Hausnetz" seit Jahren annähernd stabil und könnte dann noch über Grafana o.ä. in eine schönes Interface verpackt werden.

Lg

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Mino
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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Mino » Mi 29. Jun 2022, 15:22

Danke für das Feedback….leider hört´s bei mir nach Arduino&Co auf…..wie gesagt, Linux&Co sind nicht mein Gebiet. Influx, MySQL, CSV, sind für mich 100% böhmische Dörfer.
Leider werde ich dann hier auch nicht weiterkommen denke ich…liegt aber an mir….
Naja, ist ja eher ne nette Spielerei las das es wirklich funktional wäre….

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Heaterman
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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Heaterman » Mi 29. Jun 2022, 15:42

Hallo Mino,

so gefährlich ist das gar nicht. Man kann sich z. B. wunderbar bei ihm hier

https://www.youtube.com/c/Hausautomatis ... com/videos

in IOBroker und anhängendes Grafana einarbeiten, z. B. das Video „Verbrauchsdaten in Grafana visualisieren”.

Zum Thema „Irgendwas in ioBroker einbinden” hilft das ganz gut:

https://docplayer.org/198296939-Schafft ... rwert.html

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Hightech
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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Hightech » Mi 29. Jun 2022, 15:47

Mino hat geschrieben:
Mi 29. Jun 2022, 15:22
…..wie gesagt, Linux&Co sind nicht mein Gebiet. Influx, MySQL, CSV, sind für mich 100% böhmische Dörfer
Linux macht das Leben schöner!
Und ich war mal Mikrosoftabhängig. Nun bin ich trocken.

radixdelta
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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von radixdelta » Sa 2. Jul 2022, 17:11

Es scheint die Sonne und es scheint als wären PV-Anlagen wieder besser lieferbar.
Zumindest habe ich einen Anbieter gefunden der hier in der Nähe Module auf Lager hat für einen annehmbaren Preis. Und bei Ebay wird behautpet ein Wechselrichter könnte in 5 Tagen hier sein. Damit wird Balkonsolar doch noch möglich.

Nun kostet ein 1200W Hoymiles weniger als ein 600W.
Muss ich irgendwo einen Nachweis über den Wechselrichter führen? Seriennummer o.ä.? Oder gibt es sonstige Fallstricke?
Ich brauche schon die 600W kaum einmal, es geht natürlich um die Leistung bei weniger Sonnenschein. Es könnte aber auch ein Klimagerät auftauchen, dann habe ich einen Verbraucher den ich einschalten kann. Es könnten halt deutlich mehr als 600W eingespeist werden, wenn das nirgends sichtbar wird ist das für mich aber ok.

Und wie lang kann man die Solarkabel wohl verlängern? Unter dem Modul wird sich der Wechselrichter sicher nicht so wohl fühlen, ich wollte den ein Stück entfernt an der Wand montieren im Schatten. Das erste Modul wird dann gut 4-6m Kabel haben, das letzte dann nochmal 5m mehr. Ich wollte für Plus und Minus jeweils ein Leerrohr machen, oder einfach nur bündeln und räumlich getrennt zum Wechselrichter. Oder brauche ich mir bei 50VDC noch keine Gedanken machen und kann das einfach zusammenbinden?

Sogar einer der Solateure die ich mal kontaktiert hatte hat sich nach vielen Wochen mal gemeldet. Die können also auch wieder etwas atmen.
Von Auftrag bis Fertigstellung muss ich mit bis zu 18 Monaten rechnen. Also Anfang 2024, je nachdem wie schnell das Angebot da ist und die Finanzierung steht. Da geht es aber auch um Dachsanierung etc.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von winnman » So 3. Jul 2022, 09:17

bei 50VDC und 600W braucht man sich noch nicht all zu viele Gedanken machen.
Die einzelnen Adern in ein gemeinsames Schutzrohr werden da sicher keine Probleme machen.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Heaterman » So 3. Jul 2022, 10:31

radixdelta hat geschrieben:
Sa 2. Jul 2022, 17:11

Muss ich irgendwo einen Nachweis über den Wechselrichter führen? Seriennummer o.ä.? Oder gibt es sonstige Fallstricke?
Wenn Du den anmelden willst/solltest, wird Dein EVU den nicht zulassen, weil er mehr liefern kann als 600 W. Unser EVU hier möchte alle Daten und dazu vom Elektriker unterschrieben. Hält aber jedes EVU anders.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Chemnitzsurfer » So 3. Jul 2022, 10:49

Weis jemand was genaueres wegen der aktuellen EEG Novelle wegen der geforderten 70% Grenze auch für Balkonanlagen?
Auf diversen Webseiten wird da aktuell Panik geschoben, das ggf. auch bei den 600W Peakanlagen gesetzlich eine Pflicht zur 70% Regelung durch den VNB kommen soll, wodurch dann ggf. auch Altanagen umgerüstet werden müssten :?:

http://hasko03.de/wie-bitte-eeg-entwurf ... raftwerke/

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Heaterman » So 3. Jul 2022, 10:58

Die Verwirrung kommt vom deutschen Gesetzgeber. Die EU hat damals 800 W als Bagatellgrenze festgeschrieben, die Deutschland aber auf 600 W gedeckelt hat, In Luxemburg darf man die 800 W ausnutzen, Gegenbeispiel ist Portugal mit 200 W.

Die 70%-Regel gilt nicht für zugelassene und angemeldete 600-W-Balkonkraftwerke, alles darüber gilt sowieso als normale Anlage und muss den ganzen Prozess mit Elektriker, 70% und, und durchlaufen.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Chemnitzsurfer » So 3. Jul 2022, 11:16

Offenbar geht es wohl darum, das in der neuen Gesetzfassung für Anlagen <1KW keine Angaben mehr stehen ?
https://mailchi.mp/machdeinenstrom.de/mini-solar-news_27062022 hat geschrieben: Konkret geht es um den §9 EEG, welcher sich mit den technischen Vorgaben für Einspeisungen befasst. Sämtliche Anlagen, welche Energie in das Stromnetz einspeisen, egal ob im Haushalt oder anderswo, sind von diesen Vorgaben betroffen. Dort wird etwa gefordert, das alle Einspeiseanlagen unter 25kW Leistung entweder vom Netzbetreiber fernsteuerbar sein müssen oder aber ihre Wirkleistung auf nicht mehr als 70% der installierten Leistung betragen darf. Das Balkonkraftwerk erfüllt diese Bedingungen grundsätzlich nicht: Zum einen sind Modulwechselrichter nicht im Sinne des §9 fernsteuerbar, zum anderen sind die allermeisten der aktuell verfügbaren Balkonkraftwerke nur um etwa 20% überbelegt. Ältere Modelle sogar noch weniger
Das war bisher allerdings kein Problem, denn die schärfste Sanktion des EEG bei Nichteinhaltung des §9 war nach §52 (2) EEG lediglich eine Verringerung der Einspeisevergütung. Auf diese verzichtet man beim Balkonkraftwerk aber ja meist ohnehin. Genau hier sieht der aktuelle Referentenentwurf der Bundesregierung für die Neufassung des EEG, welcher sich bereits in den Ausschüssen des Bundestags befindet, eine folgenschwere Veränderung vor, die sich bereits in seiner neuen Überschrift ankündigen. Statt "Verringerung des Zahlungsanspruchs bei Pflichtverstößen" soll er nun "Zahlungen bei Pflichtverstößen" heißen.

Folgerichtig wird nun nicht mehr auf die EEG-Vergütung als Druckmittel gesetzt sondern auf handfeste Strafzahlungen, wenn die technischen Vorgaben des §9 nicht eingehalten werden. In Bezug auf die Höhe der Zahlungen heißt es:

"Die zu leistende Zahlung beträgt 10 Euro pro Kilowatt installierter Leistung der Anlage und Kalendermonat, in dem ganz oder zeitweise ein Pflichtverstoß nach Absatz 1 vorliegt oder andauert."

Es ist nicht ausgeführt, wie mit Kraftwerken mit unter 1kWp Modulleistung verfahren wird. Denkbar ist allerdings, dass der Betrag entsprechend der tatsächlichen Leistung anteilig berechnet wird. Das entspräche etwa bei einem Balkonkraftwerk mit 750Wp einer Strafe von 90€ im Jahr. Damit würde sich die Amortisationszeit nach aktuellen Rahmenbedingungen von vier bis sechs Jahren auf acht bis zwölf Jahre verdoppeln. Auch eine Möglichkeit zur rückwirkenden Abschwächung der Strafzahlung auf 2€ pro kWp sobald man die Nichterfüllung der technischen Vorgaben beendet, hilft da nicht wirklich weiter. Die notwendige Steuertechnologie, um ein Balkonkraftwerk fernsteuerbar zu machen sprengt jeden finanziellen Rahmen. Die einzige Alternative wäre es, bei Kraftwerken mit unter 857Wp (70% hiervon sind 600W) ein weiteres Modul mit anzuschließen und dieses dauerhaft zu verschatten. So ist gewährleistet, dass die 70%-Regelung eingehalten und die Anschlüsse des Wechselrichters dennoch nicht überlastet werden.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Heaterman » So 3. Jul 2022, 12:10

Da würde ich erst mal die Füße stillhalten und abwarten. Klingt unausgegoren und nicht endgültig.
Die technisch mögliche Einspeisung fällt nicht ins Gewicht, und dass der Arbeiter, der im Trafohaus arbeitet, keine geknallt kriegt, dafür sorgt der normenkonforme WR mit NA-Schutz. und, wie es da auch steht, bezahlte Einspeisung macht mit dem BKW keiner.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von radixdelta » So 3. Jul 2022, 14:08

Heaterman hat geschrieben:
So 3. Jul 2022, 10:31
Wenn Du den anmelden willst/solltest, wird Dein EVU den nicht zulassen, weil er mehr liefern kann als 600 W.
Ja, DEN will ich ja nicht anmelden, sondern einfach 600W angeben.
Elektriker sollte eigentlich nicht gefordert sein. Wenn der Elektriker unterschreiben muss kann man auch Vergütung verlangen, oder sehe ich das falsch?

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Mechanix » So 3. Jul 2022, 16:55

Die Frage nach der Anmeldung der Balkonanlage interessiert mich auch. In der InfoPDF des MDStR ist nicht zu finden über den genauen WR-Typ. Da unser Ferraris über eine Rücklaufsperre verfügt, würde die Anmeldung dann in etwa wie folgt aussehen: 'Konto erstellen, Registernummer abgreifen. Angeben Kleinanlagen <=600W und Abfahrt."
Das wäre so einfach, Übersichtlichkeit und max unkompliziert das es in Deutschland einfach nicht zulässig sein kann. Ohne die dreifache Angabe der EAN, einmal davon in Buchstaben ausgeschrieben wird doch der DurchschnitsAmtschimmel hibbelig.
Denn das hieße ja das es den Bürokraten egal wäre ob ich 2*300W WR oder einen 5kWR an dem nur 600W angepinnt sind ins Netzt werfe (so Sachen wie Abschaltung bei fehlendem Netz etc interessiert ja dann erst wieder die Versicherung).

Haben ja einige hier so Kleinanlagen in Betrieb. Wie ward bei euch?

Hintergrund: ich hab ja auch ein paar von den ForenAkkus abgegriffen, die noch unverplanten würde ich spaßeshalber als Stützakku in Verbindung mit ner Balkonsolar ans Netz werfen. Allein schon um den Schwiegereltern (und Hausbesitzern) zu zeigen das das mittlerweile durchaus Wirtschaftlich sein kann.
Da ich keinen HybridWechselrichter finden kann, der als Balkonsolar zugelassen ist und 36V-Akkus mag, wird es auf ein Selbstbau hinaus laufen. Wenn in die Anmeldung wirklich nur ein "keine Sorge, nicht mehr als 600W Richtung Netz" muss, wäre mir das nur recht.
Ganz zur not Kauf ich aber auch nen zugelassenen WR um die Rechnung beim Antrag in Kopie einzureichen.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Heaterman » So 3. Jul 2022, 17:40

Das Markstammregister ist uninteressant, Pille-Palle. Die wollen nichts weiter wissen.

Aber manches EVU will es ganz genau wissen. Meist halten die Online-Formulare für die Anmeldung bereit, da kann man erfahren, was sie wollen. Oder anrufen, wie der Zettfinden ist für die Anmeldung. Letzteres erweist sich allerdings bei einigen EVUs als schwierig - ich kenne da eines aus der Gegend hier ...

Wenn das EVU zickt, dann geht man so vor:

Zur Anmeldung lädtst Du Dir den Muster-Anmeldebogen der DGS runter, den MUSS das EVU seit der EEG-Novellierung 2019 (steht auch alles auf der DGS-Seite) so annehmen.

@radixdelta: Klar, kann man irgendwas angeben, juckt keinen, außer vielleicht mal Deinen Versicherer, falls wirklich was ist. Wen Du 1000 W einspeist, hast Du gerade mal ca. 5 A. Muss man selbst wissen, was das Hausnetz kann, da greift einfach die Eigenverantwortung des Fricklers.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von gonium » So 3. Jul 2022, 18:30

Marktstammdatenregister: Einfach anmelden, da Du bis 600 VA einfach betreiben darfst, hast Du nix zu befürchten.

EVU: Der Inhalt der Meldung ist in der VDE AR-N 4105 geregelt (denke ich). Das EVU bzw. Dein Messstellenbetreiber muss einen Zähler mit Rücklaufsperre (hast Du) oder einen Zweitichtungszähler einbauen, das kostet Dich zunächst nichts. Du musst allerdings die Anlagenzertifikate vorlegen können, darunter CE und die Bescheinigung des Herstellers, dass der NA-Schutz besteht. Kann man oft einfach beim Hersteller runterladen. Der DGS-Brief mit Formblatt ist da eine gute Sache. Wie das genau gehandhabt wird, ist von EVU zu EVU unterschiedlich, aber die Zettel sollte man irgendwo vorhalten.

Bei mir hab ich noch den entsprechenden Stromkreis mit 3A abgesichert. Die Leistung liegt dann zwar bei etwa 700 VA, aber niemand kann irgendwas von wegen zuviel Einspeisung, Brandgefahr oder so wollen.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Mechanix » So 3. Jul 2022, 18:37

Meint EVU meinen Rechnungssteller oder den Inhaber der letzten Meile? Muss ja nicht identisch sein.

Edith: danke gonium. Frage beantwortet, noch bevor mein Post fertig war.

Edith zwei: So in etwa war mein Plan. 3A Automat vor die FIs in den Sicherungskasten, WR fest verdrahtet anklemmen, dickes Hinweisschild über den Hauptschalter das es einen Einspeiser gibt und gut. Die meisten nicht konformen WR schalten ja doch ab wenn keine Spannung ankommt, nur halt manchmal nicht schnell genug. Wenn der FI auslösen sollte, ist der WR auch vom Fehlerfall isoliert und wer den Hauptschalter betätigt um was dran zu machen, stellt hoffentlich noch die Spannungsfreiheit fest bevor er die Griffeln in die Verdrahtung haut. Bis dahin sind auch alle WR aus Chinesium dann spannungsfrei.

Also gut, dann besorgte ich mir mal die Zertifikate eines verfügbaren WR und Versuch dann damit mein Glück. Wenn sie einen Kaufnachweis wollen kann ich noch immer einen kaufen.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von radixdelta » So 3. Jul 2022, 19:20

Bei mir bietet es sich an von der Heizung abzuzweigen. Da sind keine anderen Steckdosen dran und damit kann man da auch nix aus versehen überlasten. Zudem separater FI. Das sollte recht sicher sein.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von gonium » So 3. Jul 2022, 20:22

Mechanix hat geschrieben:
So 3. Jul 2022, 18:37
Meint EVU meinen Rechnungssteller oder den Inhaber der letzten Meile? Muss ja nicht identisch sein.
Dieses EVU, von dem hier alle reden, gibt es in der Form seit 2009 nicht mehr. Mit dem dritten Energierahmenpaket (https://de.wikipedia.org/wiki/Drittes_E ... ket_der_EU) hat "die EU" das vertikal integrierte EVU quasi verbannt. Seither müssen gewisse Funktionen aus monopolrechtlichen Gründen komplett voneinander unabhängig sein, insbesondere die Netzbetreiber (ob Verteil- oder Übertragungsnetzbetreiber) und auch die Messstellenbetreiber.

Üblicherweise hast Du einen Netzanschlussvertrag mit dem lokalen Verteilnetzbetreiber, das ist ein natürliches Monopol, daher gibts da nur einen. Den Messstellenbetreiber kannst Du frei wählen, genauso wie Deinen Stromanbieter ("Stromvertrieb"). Die Erzeuger sind auch vollkommen entkoppelt vom früheren Netzbetreiber. Alle werden gezwungen, ihre Strommengen auf einem der Strommärkte zu handeln, oder auch over-the-counter direkt miteinander. Für den Netzbetrieb technisch verantwortlich sind übrigens immer noch die Netzbetreiber, das ergibt in meinen Augen auch Sinn. Alle anderen müssen sich den Regeln der VDE-AR-N 4100 bzw. 4105 (im Niederspannungsbereich) unterwerfen. Daher sind z.B. bei PV-Anlagen einer gewissen Größenordnung auch Fernwirkmechanismen vorgesehen, um Erzeugung abregeln zu können.
Mechanix hat geschrieben:
So 3. Jul 2022, 18:37
Also gut, dann besorgte ich mir mal die Zertifikate eines verfügbaren WR und Versuch dann damit mein Glück. Wenn sie einen Kaufnachweis wollen kann ich noch immer einen kaufen.
So als Serviervorschlag, die Wechselrichter von aeconversion find ich auch funktional ganz anständig:

https://aeconversion.de//wp-content/upl ... ifikat.pdf
https://aeconversion.de//wp-content/upl ... 018-11.pdf

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von sirell » So 3. Jul 2022, 22:11

gonium hat geschrieben:
So 3. Jul 2022, 20:22
Daher sind z.B. bei PV-Anlagen einer gewissen Größenordnung auch Fernwirkmechanismen vorgesehen, um Erzeugung abregeln zu können.
Gilt das auch bei Nulleinspeisung und EnRiSensor ?
Aus Gründen acker ich mich da auch gerade durch und meine Stadtwerke wollen NA-Nachweis und getesteten Sensor. Außerdem das übliche (Konformität WR usw.)
Mehr verlangen die nicht (bis 30 kWp Generator/16 kVA Speicher).

Ich habe von denen bekommen:
VDE-AR-N 4105_01_2022 und dazu
FNN-Hinweis Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz und

mit Hinweis auf die 70% Regel bis 30 kW.
Irgendwie habe ich das Gefühl das mein Punkt "Nulleinspeisung" übersehen wurde, aber irgendwie auch nicht weil Forderung nach getesteten sensor...

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Mechanix » So 3. Jul 2022, 22:49

gonium hat geschrieben:
So 3. Jul 2022, 20:22

So als Serviervorschlag, die Wechselrichter von aeconversion find ich auch funktional ganz anständig:
Problem hier ist halt daß der Forenakku nur 36V hat, was die verfügbare Leistungselektronik selten macht. Idealerweise etwas das halbwegs Lastsensibel ist, bis zum smarten Auswerten des Verbrauchs würde mir aber auch ne stumpfe Einspeisung des Grundverbrauchs reichen. Ich sehe leider nicht wie mir die üblichen verdächtigen wie Aeconversion, Envertec und co da weiterhelfen. Außer die Akkus mit Netzgebundenen Ladegerät aufzuladen und dann nochmal mit nem regelbaren WR die Grundlast dauerhaft ins Netz zu schütten.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Heaterman » Mo 4. Jul 2022, 06:27

Dr. Backe hat gerade ein informatives Video zu Balkonsolar gemacht, u.a. auch zum Thema Anmeldung:

https://www.youtube.com/watch?v=KmGLv12huHA


Der Kommentar passt zum Thema:

https://www.heise.de/meinung/Energiewen ... 53608.html

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von gonium » Mo 4. Jul 2022, 10:45

sirell hat geschrieben:
So 3. Jul 2022, 22:11
gonium hat geschrieben:
So 3. Jul 2022, 20:22
Daher sind z.B. bei PV-Anlagen einer gewissen Größenordnung auch Fernwirkmechanismen vorgesehen, um Erzeugung abregeln zu können.
Gilt das auch bei Nulleinspeisung und EnRiSensor ?
Aus Gründen acker ich mich da auch gerade durch und meine Stadtwerke wollen NA-Nachweis und getesteten Sensor. Außerdem das übliche (Konformität WR usw.)
Mehr verlangen die nicht (bis 30 kWp Generator/16 kVA Speicher).

Ich habe von denen bekommen:
VDE-AR-N 4105_01_2022 und dazu
FNN-Hinweis Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz und

mit Hinweis auf die 70% Regel bis 30 kW.
Irgendwie habe ich das Gefühl das mein Punkt "Nulleinspeisung" übersehen wurde, aber irgendwie auch nicht weil Forderung nach getesteten sensor...
Ich weiß aber nicht genau, worauf Du hinaus willst -- steht vielleicht weiter oben, aber ich habs auf die Schnelle nicht gefunden. Die Liste der Dokumente oben liest sich nach den Vorgaben der VDE-AR-N 4105:2018, Abschnitt 9: "Nachweis der elektrischen Eigenschaften". Bei der Anmeldung zum Netzanschluss muss der Anschlussnehmer (EDIT: durch seinen Elektriker!) dem Netzbetreiber für alle Betriebsmittel drei Dokumente in die Hand drücken:
  • Einheitenzertifikat (Vordruck E.4, da steht neben Stammdaten im Wesentlichen drin, dass obige VDE-AR-N eingehalten wird)
  • Zertifikat für Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz, Vordruck E.6)
  • Zertifikat für die Leistungsüberwachung am Netzanschlusspunkt (z.B. P_{AV, E}) nach Regeln (s.u.), siehe auch Abschnitt 5.5.2.
"Nulleinspeisung" gibt es formal nicht. Das FNN-Dokument sagt dazu auf Seite 8 (https://www.e-netzeallgaeu.de/media/FNN ... derspa.pdf) sinngemäß, dass es Erzeuger, Bezieher und den Inselanlagen gibt. Wenn Du also mit dem Stromnetz physisch irgendwie verbunden bist, musst Du entweder Erzeuger sein, oder eben Bezieher. Generell gilt dann (VDE-AR-N 4105:2018, Abschnitt 5.7.4.2):
  • PV <= 30kWp: Zwei Varianten. Entweder Leistungsbegrenzung (P_{AV, E}) auf 70% *am Netzanschlusspunkt* pauschal, d.h. man kann den Wechselrichter durchaus mit 100% fahren, muss aber dann durch eine andere Steuerung sicherstellen, dass die 70% am NAP nicht überschritten wird. Oder man verwendet eine "technische Einrichtung zur ferngesteuerten Leistungsreduzierung [...] durch den Netzbetreiber", a.k.a. Rundsteuerempfänger(*).
  • 30kWp < PV <= 100kWp: Rundsteuerempfänger(*)
  • PV > 100kWp *oder Speicher > 100kWp*: Rundsteuerempfänger(*) + Abruf der IST-Einspeiseleistung durch den Netzbetreiber.
(*) Rundsteuerempfänger: Die sterben aus, in Zukunft wird das über das Smart Meter Gateway gelöst werden. Halte ich technisch wenig von, und ob das wirklich jemals so kommt, sei mal dahingestellt. Kann aber erhebliche Mehrkosten verursachen.

Für den (haushaltsüblichen) Fall PV <= 30kWp + Speicher < 100kWp kannst Du also mit einer pauschalen Leistungsbegrenzung *am Netzanschlusspunkt* gut leben. Der Wechselrichter darf dabei 100% leisten, via Speicher oder im schlimmsten Fall mit PV-Abregelung musst Du nur sicherstellen, das am NAP nicht mehr als 70% der Erzeugerleistung nach Einheitenzertifikat eingespeist wird. Wird leider oft mit "Du musst die PV begrenzen" verwechselt.

EdIth sagt: Es gibt diesen NA-Schutz auch separat zu kaufen, z.B. von Hager (auf dieser Seite in der Mitte kurz vorgestellt: https://hager.com/de/wissen/normen/vde-ar-n-4105). Dahinter kann man dann vermutlich recht viel selbstgebauten Feinfug verbauen, und nach vorne kann der Netzbetreiber keinen Widerspruch einlegen. Bleibt noch die Problematik der Einheitenzertifikate (Herstellerselbsterklärung!) und Leistungsüberwachung am NAP. Vielleicht kann das Hager-Ding auch das, auf die Schnelle nicht gefunden. Vermutlich aber alles zum Hager-Spezialtarif.

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Kuddel
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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Kuddel » So 10. Jul 2022, 11:05

Bitte dran denken: nächte Woche über 40°C Hitze. Die Pylontech können m.E. nur bis 45°C. Ggf Lüfter davon stellen.

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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Mino » Do 14. Jul 2022, 14:51

Melde Vollzug!

Heute kam endlich der Growatt 1,5kW WR. Gleich eingebaut und App-liziert :-) Läuft!

Sind jetzt insgesamt ~6kWp verteilt über Ost/West/Süd. Bin jetzt soweit fertig mit Solar, wenn der Akku kommt dann ist im Sommer Autarkie angesagt.

Ich hoffe ich finde nicht noch ne Fläche...somst geht das wieder alles von vorn los :lol:


Mino

Sir_Death
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Re: Der Solar-Thread

Beitrag von Sir_Death » Fr 15. Jul 2022, 11:00

:D :D :D seit gestern läuft auch meine "Balkon-PV" (nur dass sie bei mir am Gartenhausdach ist)
gestern ab 10:30 bis zum Sonnenuntergang 3,99kWh geerntet, heute wird es noch ein wenig mehr - bis 10:30 waren es auch schon 0,6kWh
Grundlast vom Haus inklusive meinem Homeoffice geht sich Nullbezug aus - ich freu mich! :D :D :D

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