Projekt Lithium Powerwall

Der chaotische Hauptfaden

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ange12lo
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Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von ange12lo » Do 13. Sep 2018, 14:44

Hallo zusammen,

ich möchte für mein Eigenheim welches aktuell in Planung ist einen Solar Akku bauen.
Dieser soll voraussichtlich circa 12 KW/h Energie speichern können und aus 1960 18650 Zellen bestehen.
Das Setup soll vom Aufbau her 14S und 140P sein.
Aktuell sammle ich wo es nur geht Akkus, sei es aus Notebooks oder auch aus sonstigen Handwerkzeuge.
Chinaböller werden direkt aussortiert, das heisst Akkus ohne CID und ohne PTC verwende ich dazu nicht.

Fakten zum aktuellen Stand

Gesammelte Zellen: 168
Davon verwendbar: 140
nicht verwendbar: 28 (Defekt oder < 1400 mAh oder Verlust von mehr als 30% der soll Kapazität)

Wie wird gemessen

Ich habe mir dazu sechs Opus BT-C3100 V2.2 gekauft.
Von diesem Ladegerät liest mann oft gutes in diversen Foren, zudem konnte ich im Lokalen Dampfer Shop einen guten Preis aushandeln.
Bisher haben die Ladegeräte ihren Dienst getan, von mir aus für den Preis völlig in Ordnung.
Zum Testen der Akkus gehe ich wie folgt vor.

1. Die Zellen Werden im Opus im Testmodus gemessen, das Heist laden auf 4.2V -> Entladen auf 2.8V -> laden auf 4.2V dabei zeigt das Ladegerät nach dem Zyklus an, wieviel Kapazität die Zelle noch hat.
2. Akkus mit defekte oder < 1400 mAh oder Verlust von mehr als 30% der soll Kapazität werden direkt aussortiert.
3. Akkus die nach dem Messvorgang I.O waren werden für zwei Wochen weggelegt.
4. Hat sich die Zelle in den zwei Wochen weniger als 0.1V selbst entladen ist sie ok und wird verwendet

Aktuell noch offen

- Ich möchte die Akku Packs gerne aktiv Balancen, dies weil Passive Balancer erst bei 4.2V beginnen das jeweilige pack zu entlade.
- geplant ist die Zellen im Rahmen von 3.2V bis 4.1V zu halten, dies setzt jedoch voraus das ich einen geeigneten aktive balancer finde.

Wie geht es weiter?

Akkus sammeln, Akkus sammeln, Akkus sammeln.


nun noch ein paar Bilder
Akku pack mit aktuell 50 Zellen
Akku pack mit aktuell 50 Zellen
Zellen in den Ladegeräte
Zellen in den Ladegeräte
Weiter Bilder folgen mit dem nächsten Stapel an Akkus.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von urmel » Do 13. Sep 2018, 14:53

Plane für deinen Akku eine Gartenhüte oder Garage ein. Die geballte Energie nebst Entwicklung von lustigen Dingen wie Flusssäure willst du im Fehlerfall nicht in deinem Keller haben. Es reicht, wenn eine Zelle einen schlechten Tag hat, den Rest ebenfalls übellaunig zu machen

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von Fritzler » Do 13. Sep 2018, 14:53

Hat dich das Video aus dem Videofred hier mit dem seiner Powerwall so angefixt? :D

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von ange12lo » Do 13. Sep 2018, 15:04

urmel hat geschrieben:Plane für deinen Akku eine Gartenhüte oder Garage ein. Die geballte Energie nebst Entwicklung von lustigen Dingen wie Flusssäure willst du im Fehlerfall nicht in deinem Keller haben. Es reicht, wenn eine Zelle einen schlechten Tag hat, den Rest ebenfalls übellaunig zu machen
Nö die kommen schön in den Keller. Bei China böller stimme ich dir zu aber bei Marken Zellen von Sony, Samsung, LG usw. wird das nicht passieren.
Einerseits verwende ich nur Zellen welche PTC und CID haben und falls eine Zelle einen Kurzschluss haben sollte wird der dünne Verbindungsdraht einfach durchbrennen.

Fritzler hat geschrieben:Hat dich das Video aus dem Videofred hier mit dem seiner Powerwall so angefixt? :D
Nö die Leute aus diesem Forum haben mich Inspiriert. https://secondlifestorage.com

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von urmel » Do 13. Sep 2018, 15:13

ange12lo hat geschrieben: Nö die kommen schön in den Keller. Bei China böller stimme ich dir zu aber bei Marken Zellen von Sony, Samsung, LG usw. wird das nicht passieren.
Einerseits verwende ich nur Zellen welche PTC und CID haben und falls eine Zelle einen Kurzschluss haben sollte wird der dünne Verbindungsdraht einfach durchbrennen.
Ersetze "wird" durch "sollte".
Die Drähte bringen leider nichts, wenn dir eine Zelle thermisch durchgeht, dann nimmt die ihre Nachbarn auch mit usw.

Es soll auch nicht nach Reichsbedenkenträger klingen, aber so etwas Bewusstsein für das Krawallpotenzial von so einem Ding solltest du entwickeln. Wäre halt schön Kacke, wenn dir der Brocken die Bude abfackelt.
Eventuell willst du die Zellblöcke dann zB noch in Module trennen, zwecks Failure Containment.
Bei knapp 2000 Zellen wäre es mir sonst zu heiß, dass da doch mal eine den Stack mitnimmt.

Ansonsten ist die Idee geil und ziemlich igoristisch.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von Chefbastler » Do 13. Sep 2018, 15:42

ange12lo hat geschrieben:
Nö die kommen schön in den Keller. Bei China böller stimme ich dir zu aber bei Marken Zellen von Sony, Samsung, LG usw. wird das nicht passieren.
Da fühlst du dich aber zihmlich selbstsicher. :?

Bedenke die vielen Samsung Handys die abgefackelt sind.
Und bei so einem dicken Pack wirst du sicher nicht jede Zelle einzeln überwachen(Können), und bei einem internen Zellschluss hilft auch keine Schutzschaltung ausenrum.

Ich würde die Akkus in Handliche Packs separieren und zwar so, wenn einer thermisch durchgeht so, dass der Rest davon sich nicht mitreisen lässt.
Evtl. die einzelenn Akkupacks hierzu in einzeln Sandkisten versenken?
Und mit einer Überwachungsschaltung ausrüsten die den Pack dann automatisch abtrennt.

avion23
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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von avion23 » Do 13. Sep 2018, 15:56

Ich habe mal ein aktives BMS entwickelt und lange über das Thema nachgedacht.

Das Problem ist, dass sich immer wieder einzelne Zellen verabschieden werden. Die Sicherungsdrähte ;) sind schon ein guter Ansatz um schlimmeres zu verhindern.
Aber dann ist immer noch eine Zelle ausgefallen und man darf mit knapp 400V herum löten. Wenn die Armbanduhr auf die Kontakte kommt und etwas kurz schließt dann ist bei 10p auch direkt der Spaß vorbei.
Und selbst wenn nicht: Oft will man so etwas erweitern mit mehr Zellen oder schwache Zellen austauschen. Und dafür löten?

Meine Lösung sieht vor, immer nur kleine Packs zu bauen. Z.B. 7s oder 13s für 24V oder 48V Packs. Das ist Schutzkleinspannung unter 60V, auch bei bis zu 4,6V / Zelle die theoretisch mit Drop und Toleranz zusammen kommen können. Damit hat man erhebliche rechtliche Vorteile und die Physik ist auch auf unserer Seite, weil bei dieser Spannung Lichtbögen noch schön selbst verlöschen.
Und sehr wichtig ist es, in diesen Packs nicht zu viele und nicht zu wenige Zellen parallel. Als spontane Obergrenze sehe ich 5, als Untergrenze 3. Weil bei 3 Zellen ist der Ausfall einer Zelle schon ein Kapazitätsverlust von 33%.

Diese Packs kann man wieder herum in einem Rack montieren. Bei 13s braucht man 8 dieser Packs in Serie um auf eine Nennspannung von 384V zu kommen. Falls man sicher unter den 400V bei Vollladung bleiben will wären es 7 Packs in Reihe.

Selbstverständlich braucht jedes Pack ein aktives Akkumanagement. Für 13s sind die aber noch frei verfügbar und unproblematisch. So ein 3p13s Pack ist noch bequem tragbar, baubar und kalkulierbar. Ein großes Pack wird aus diesen Einheiten aufgebaut. Höhere Kapazität bekommt man dann durch parallel schalten hin. Sozusagen Divide & Conquer auf Hardware Ebene.

Ich halte nichts von diesen 10p Packs weil sie wandelnde Bomben sind. Ein Fehler, und alles brennt.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von uxlaxel » Do 13. Sep 2018, 20:10

viele kleine stahl-schaltschränke bzw. andere geschlossene gefäße aus stahl (alu und kunststoff halten nicht genügend temperatur aus) könnten das ganze etwas im zaum halten, wenn mal irgendwas durch geht. ich würde ebenfalls keine unkontrollierten mengen li-zellen irgendwo im wohnhaus in so großer stückzahl lagern bzw. betreiben.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von zauberkopf » Do 13. Sep 2018, 21:04

Naja.. bei den bedrohlichen Mengen an Lithium Akkus..wird auch Stahl nicht mehr viel ausrichten können..
Wir reden hier im Worst-Case Fall von einem Metallbrand.
Selbst die Teslas haben damit so ihre liebe not...

Ich könnte mir aber gut vorstellen, das man vielleicht mit viel Sand was erreichen kann.
Nur hier hören meine Kenntnisse definitiv auf.
Und bei der <slang> "Bedrohlichen Menge" </slang> Lithiumakkus würde ich das Thema nicht ganz unter den Tisch kehren.

Ich selber recycle gerade auch solche Akkus.. aber im kleineren Maßstab.. Handlampen.. ;-)
Ziel sind 10Watt rund 8-10 Stunden lang zu verfügung zu stellen.

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ange12lo
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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von ange12lo » Do 13. Sep 2018, 21:15

Das Risiko von einem Brand ist sicher nicht ganz ausgeschlossen. Ich habe schon viele Test mit den Zellen gemacht. Als ich eine vollgeladene Zelle kurzgeschlossen habe wurde sie nach kurzer Zeit circa 130°C heiss. Das Überduckventil hat gleich geöffnet und das wars schon.
Richtig gefährlich sind die China Akkus ohne Überdruckventil. Mir wäre der Akku auserhalb vom Haus auch lieber, jedoch müsste der für im Winter in einem geheizten Raum stehen.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von RMK » Do 13. Sep 2018, 21:24

zauberkopf hat geschrieben: Ich selber recycle gerade auch solche Akkus.. aber im kleineren Maßstab.. Handlampen.. ;-)
Ziel sind 10Watt rund 8-10 Stunden lang zu verfügung zu stellen.
ich hab eine Feuerwehrlampe (die grauen von Bosch...) mit 18650er
Akkuzellen vollgestopft, 3s 10p - jeweils 2200 mAh.
(siehe entsprechender Thread)

Macht zusammen ~ 20Ah bei 12V, damit kann ich die
verbaute 5W-LED laaaange leuchten lassen....
(damit könntest auch bequem funken...) :-)

aber 2000 Zellen in den Keller an die Wand dübeln würde ich auch
eher nur mit diversen Sicherheitsmassnahmen,
unter anderem räumliche Trennung mit vielen kleineren
Packs......

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zauberkopf
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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von zauberkopf » Do 13. Sep 2018, 21:31

Naja.. ich denke ehrlich gesagt da weniger an Winter sondern an den Sommer.. ;-)
Mit ein wenig nicht brennbarer Isolierung kann man ja sehr gut den Akku warm halten.
Der rest besorgt der Innenwiderstand.. ;-)

Aber den Fehler den ich meine, ist nicht das er kurzgeschlossen wird..
Sondern das der Seperator defekt wird.

Also der Berühmte Nagel durch die Lipo-Tüte.

Klar ist so ein Fehlerfall absolut selten.. aber bei der Masse an Zellen.. wieder wahrscheinlicher.
Die Datenblätter von den Qualitätszellen, sind auch wirklich nett !
Also was z.B. Samsung mit ihren 18560er so alles anstellen, und die Zellen gehen nicht hoch.. WOW !
Was aber noch offen bleibt, ist z.B. die Frage wie lange so ein Seperator überhaupt seine Strukturelle Integrität gewährleistet..
Das ist ja auch irgendwas aus Kunststoff..

RMK : Warte mal ab, bis ich soweit bin..
habe schon mal nen Prototypen hier gehabt, der mir direkt aus der HAnd gerissen wurde.. ;-)
Weil ich die Lampe so aufgebaut war : auf einer Platine 20 0,5W Led´s.. ;-)
Das macht eine Unbeleuchtete Garage plötzlich Hell.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von xanakind » Do 13. Sep 2018, 22:29

Bin ich also nicht alleine, der solche Zellen recycelt :D
Ich rüste nun auch nach und nach auf Lithium Um.
DSC_0033.jpg
Diese kleine Munitionskiste ist fast komplett mit alten 18650-er gefüllt.
Alle einzeln ausgemessen, aus veralteten Laptopakkus (Restbestände)
Die Kiste schafft etwas über 50Ah! (nachgemessen)
Die Musikkiste rechts daneben hat mittlerweile auch alte 18650-er, mit insgesamt etwas über 26Ah.
Das hält ewig!
Ansonsten kann ich zum eigentlichen Thema leider wenig beitragen :(

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von zauberkopf » Do 13. Sep 2018, 22:42

Mir ist noch was bezüglich balancer eingefallen..

Ich hatte ein ähnliches Problem einen Balancer für LiFePO4 zu finden.
Schlussendlich habe ich den selbst gebaut.
Der erste Schuss ging total nach hinten los.. er fing an zu schwingen, und zog die Akkus Joule thief mässig total herunter..
Aber der 2. funktioniert tadellos.

Wenn Du magst schau ich mal in den Unterlagen nach, was ich damals zusammengelötet habe..

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von zauberkopf » Do 13. Sep 2018, 23:36

So.. hier der Schaltplan :

Bild

Der MCP65R41 ist ziemlich billig,und man kann die schaltung sicherlich noch massiv vereinfachen.
https://www.reichelt.de/komparator-vref ... D_BwE&&r=1

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von Roehricht » Fr 14. Sep 2018, 01:22

Hallo,
Nö die kommen schön in den Keller. Bei China böller stimme ich dir zu aber bei Marken Zellen von Sony, Samsung, LG usw. wird das nicht passieren
...und die Titanic ist unsinkbar! :mrgreen:

Ich habe in meiner Anlage Blei AGM Akkus. Die brauchen zwar Platz aber explodieren nicht .
Nachtrach: die Anlage läuft mit 18x12V Akkus = 216V dc 22kWh
73
Wolfgang
Zuletzt geändert von Roehricht am Fr 14. Sep 2018, 21:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von Sir_Death » Fr 14. Sep 2018, 09:19

Bin ich froh, dass ich nicht als einziger schwerste Bedenken habe mir so eine Konstruktion in den Keller zu stellen.

Jede andere Technologie lieber als diese - auch wenn bei manchen eine extra Belüftung notwendig wird. (Ausgasen) - das ist wenigstens tatsächlich beherrschbar.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von duese » Fr 14. Sep 2018, 09:26

ange12lo hat geschrieben:Das Risiko von einem Brand ist sicher nicht ganz ausgeschlossen. Ich habe schon viele Test mit den Zellen gemacht. Als ich eine vollgeladene Zelle kurzgeschlossen habe wurde sie nach kurzer Zeit circa 130°C heiss. Das Überduckventil hat gleich geöffnet und das wars schon.
Richtig gefährlich sind die China Akkus ohne Überdruckventil. Mir wäre der Akku auserhalb vom Haus auch lieber, jedoch müsste der für im Winter in einem geheizten Raum stehen.
Bedenke bitte, dass die 130°C sich (vermutlich) eingestellt haben, weil die Zelle alleine war und ordentlich Wärme an die Umgebung angeben konnte. Wenn die jetzt in einem Zellhalter steckt sieht es schon anders aus und mitten in einem Pack nochmal anders. Und wenn die Nachbarzellen zu warm werden machen sie vielleicht mit. Der thermal runaway ist ein reales Thema in Li-Speichern. Und bitte bedenken, dass ein Versuch noch nicht unbedingt für die Masse taugt. Mache den selben Abuse-Versuch fünf mal mit gleichen Zellen und Du kriegst recht wahrscheinlich fünf unterschiedliche Ergebnisse.

Ich will nicht unken, aber bin der Meinung, man sollte wissen, auf was man sich einlässt.

Davon ab: Speicher aus ca. 2000 Zellen? Respekt. Igor ist stolz auf Dich!

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von ange12lo » Fr 14. Sep 2018, 09:46

ich verstehe eure bedenke grösstenteils.
Klar kann immer was Passieren, aber wenn man nun Angst hat das nach einigen Jahre der Separator einer Zelle aufgibt dann darf man sich kein Elektro Auto anschaffen, Keine Powerwall ins Haus Stellen, die Powerbank nicht mit sich rumtragen usw.
ich bin der Meinung, wenn man die Zellen in einem Gesunden Rahmen bewegt z. B. 3.2v - 4.1v dann ist die Gefahr, dass etwas passiert ziemlich klein.
Was sicher auch von Vorteil ist, ist der Geringe Strom der pro Zelle abgegeben werden muss. mit meinem geplanten Setup mit einem 3Kw Wechselrichter ist der Strom pro Zelle kleiner als 500mA.

Ich denke mann muss hier auch zwischen Tütenakku und Rundzelle unterscheiden.

Also was für Sicherheiten hat eine Marken 18650 Zelle.
1. PTC (Pressure, Temperature, Current) ist eigentlich so etwas wie ein Bimetall das Die Zelle bei überdruck öffnet damit sie nicht explodiert.
2. CID (Current Interrupt Device) ist ein Bimetall welches den Pluspol von der Zelle trennt.

Meine zusätzliche Sicherheit
1. Dünner Draht welcher zwischen drei und vier A durchbrennt.
2. Die Akkupacks sind in einem Stahlbeton Raum in welchem sonst nichts weiteres oder brennbares ist.

Plan B.

1. Die Zellen könnten einfach nach draussen, dabei muss man dann im Winter schauen das sie genügend geladen sind, weil das Laden unter 0 °C nicht klappt.
2. Man könnte ja Sandsäcke über die Zellen binden, sobald etwas Brennt schmilzt der Sack und der Sand bedeckt das jeweilige Pack.


PS. die Zellen von Tesla haben weder PTC noch CID

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von RMK » Fr 14. Sep 2018, 10:17

ich würde vielleicht wirklich versuchen eine Power"wall" zu bauen und die Zellen alle mehr oder weniger einzeln und
nicht in Packs verarbeiten, das gibt zwar eine große Oberfläche, hat dafür aber auch eine große Oberfläche ;-)

ansonsten wie schon geschrieben, nicht zu viele Zellen zu einem Pack zusammenbraten, eher viele kleine(re) Packs
die man etwas räumlich trennen kann...

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von Julez » Fr 14. Sep 2018, 11:45

Sehr cooles Projekt, das werd ich mal gespannt verfolgen.
Ich denke, die Brandgefahr soll jeder für sich selbst abschätzen.
Ich persönlich würde viele kleine Module bauen, die sich in je einer ca. schuhkartongroßen Munitionskiste unterbringen lassen, so dass oben noch so 5cm Platz sind. Da drauf dann ein Plastiksack mit Sand entsprechend des freien Volumens. Das sollte dann schon sehr sicher sein im Rahmen des Möglichen.

Gut der Link zu dem Forum mit den ganzen ähnlich Verrückten! Schön, dass sich in der Hobbyszene ordentlich was tut. Ich denke, der Chinese wird nicht lange auf sich warten lassen und fertige Platinen mit Batterieschächten anbieten, die sich gut zu größeren Systemen zusammenschalten lassen.
Sowas irgendwie:
https://www.youtube.com/watch?time_cont ... YwErplHps8

https://secondlifestorage.com/image/iiioyv

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von avion23 » Fr 14. Sep 2018, 12:03

zauberkopf hat geschrieben:Naja.. ich denke ehrlich gesagt da weniger an Winter sondern an den Sommer.. ;-)
Mit ein wenig nicht brennbarer Isolierung kann man ja sehr gut den Akku warm halten.
Der rest besorgt der Innenwiderstand.. ;-)

Aber den Fehler den ich meine, ist nicht das er kurzgeschlossen wird..
Sondern das der Seperator defekt wird.

Also der Berühmte Nagel durch die Lipo-Tüte.

Klar ist so ein Fehlerfall absolut selten.. aber bei der Masse an Zellen.. wieder wahrscheinlicher.
Die Datenblätter von den Qualitätszellen, sind auch wirklich nett !
Ich habe eine Reihe 18650 Zellen aus Notebook Akkus befreit.
Bild
Dort habe ich die Nickelstreifen einfach am Schleifstein abgeschliffen. Ja, das wurde kurz heiß.

Das interessante ist, dass ca. 30 Minuten später einzelne Zellen immer wärmer wurden. Und zwar erst lauwarm, bis sie wirklich heiß wurden. Der Kurzschlussstrom dieser alten und misshandelten Zellen ist bei ca. 2A, also ungefährlich. Die nächsten 24h standen einige Zellen dann auf einer Steinunterlage
Bild

Hier sieht man den herausquellenden Separator (?)
Bild

Ja, die Zellen wurden misshandelt. Und ja, die Umstände sind speziell. Das sind sie immer. Man sollte bedenken, dass der Separator sehr dünn ist und im Fehlerfall einfach weg schmilzt. Gegen bei Wärme schmelzendes Plastik hilft auch keine Elektronik oder PTC. Bei mehr Zellen auf einem Haufen wäre das kritisch geworden.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von Bastelbruder » Fr 14. Sep 2018, 12:28

Ein Setzkasten aus Rigipsplatten sollte genügen um die Lemminge voreinander zu schützen. Damit dürfte das Rudel allerdings stark das doppelte Volumen einnehmen.

thinkpad
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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von thinkpad » Fr 14. Sep 2018, 13:30

Wow nicht schlecht.

Und ich schmeiss die alten Notebook Akkus alle weg. :roll:
Hab mal ne ganze Kiste gesammelt, die wollt dann keiner, dann sind sie auf den Wertstoffhof.

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Re: Projekt Lithium Powerwall

Beitrag von urmel » Fr 14. Sep 2018, 15:11

Ich denke die wichtigen Punkte kamen jetzt ja:
risks will scale
Wenn dir ein 6-Zellen Akku abbläst kann das ganz schön unangenehm werden, abgesehen dass er Flusssäure erzeugen kann, weil das Leitsalz im Elektrolyten an der Luft zerfällt
dabei nimmt eine Zelle sehr gerne die nebendran mit und das geht dann so weiter. Siehe die Brände von Akkus in eBikes oder Autos.

Wenn dir im 2000er Verbund sowas passiert, steht auch die Feuerwehr nur daneben und sagt "Nope, wir verhindern nur noch das Übergreifen auf die Nachbarn"

divide and conquer
Kleine Sub-Packs sind besser zu kontrollieren, überwachen und schützen, ein eventueller Fehler lässt sich leichter containen.
Li+-Zellen enthalten kein metallisches Lithium, aber der Elektrolyt und seine Zerfallsprodukte sind brennbar und ggf auch ziemlich giftig. Stahlboxen um die Einzelpacks und etwas Luft dazwischen kann Leben retten.
Bei der geplanten Systemspannung: denk an die Neigung von DC-Lichtbögen einfach weiterzubrennen.
Wenn du zB

Denk an andere und die Haftung
Wenn dir der Speicher hochgeht, kann der auch die ggf vorhandene Familie verletzen, ggf töten.
Wenn da was schiefgeht wird dir keine Versicherung der Welt helfen wollen. Die Lehre daraus kann nur sein: Bau es so, dass der GAU klein und handhabbar ist.


Ich will dich nicht von deinem Projekt abbringen, aber dir aufzeigen, dass es da so ein paar Punkte gibt, die man trotz allen Basteltriebs im Auge behalten sollte. Nicht alle Sicherheitsvorrichtungen und -auflagen sind sinnfrei.
Falls was passiert würdest du dich vermutlich den Rest deines Lebens dafür hassen.

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