Dieselmotor instand setzen

Der chaotische Hauptfaden

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ZBPDT4MWM
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von ZBPDT4MWM » Di 25. Sep 2018, 22:47

he25rb hat geschrieben:google mal nach https://www.ms-motorservice.com/fileadm ... _52448.pdf

und nimm ein "gesundes" pluellager

mfg herb
+1

sagt aber trotzdem wenig über das kranke Pleuellager.

Ich meine, der saubergelaugte Zapfen sieht vielversprechend aus. Wahrscheinlich würde der einfach fein mit Schmirgel abgezogen erstaunlich lange laufen ;) Eine Bügelmessschraube in erfahrenen Händen wäre hier Gold wert!

Gruß Philipp

he25rb
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von he25rb » Mi 26. Sep 2018, 06:34

Eine Bügelmessschraube in erfahrenen Händen wäre hier Gold wert!
Das wäre natürlich die beste Lösung.

Aber ein Vergleich mit einem guten Kurbelzapfen würde einmal einen Anhaltspunkt bringen.

mfg herb

doofi
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von doofi » Mi 26. Sep 2018, 11:05

PowerAM hat geschrieben:Hinzu könnte kommen, dass der Instandsetzer noch weitere Schäden erkennt und die angelieferte Welle gar nicht mehr anfässt.
Das kommt jetzt aber mal wirklich selten vor. Das ist ein stinknormales ausgelaufenes Pleuellager. Wo soll da eine krumme Welle oder schlimmeres herkommen?
Das man natürlich erstmal zum Spezialisten gehen kann/sollte wollte ich nicht ausschliessen.

P.S.:
Für den Preis eines Plastigauge-Sets bekommt man auch eine halbwegs vernünftige Bügelmesschraube.

itchy
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von itchy » Mi 26. Sep 2018, 12:24

Wo soll da eine krumme Welle oder schlimmeres herkommen?
vom Zylinderkopf - eingangs wurde doch beschrieben dass die Kolben oben geküsst hatten.
Ich hatte deshalb mal eine krumme Welle und der Instandsetzer empfahl mir eine gründliche Prüfung des Blocks da dabei auch gerne mal ein Hauptlager oder dessen Sitz Risse bekommt.
Der Motor ging auf den Schrott. Ärgerlich, da ich schon einiges an Zeit und Geld investiert hatte.

Der Themenstarter weiß, worauf er sich einlässt.

Ich freue mich auf Zwischenberichte und wünsche viel Erfolg!

doofi
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von doofi » Mi 26. Sep 2018, 13:26

Ich les' da ehrlichgesagt nur was von kaputten Lagern und die Mutmaßung, die Kolben wären "zu hoch gekommen".
Aber egal. Kein' Bock auf Kompetenzgerangel.
Wärs mein Motor (im Oldie der nur 5.000km im Jahr gefahren wird) würde ich den ganzen Klumpatsch mit neuen Lagern wieder zusammenbauen, nachdem ich die Ölgallerie in der Kurbelwelle kontrolliert und saubergepustet, Ölpumpe und Öldruckregelventil gecheckt und die Kanäle im Motor durchgeblasen hätte.
Ich verwette einen Liter selbstgebrannten Obstler dass da nichts krumm ist.
Bitte nicht persönlich nehmen

Hesselbach
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von Hesselbach » Mi 26. Sep 2018, 15:15

Hallo,
ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Reparatur von Deinem XD3.Ich habe vor langer Zeit so einen Motor in meinen Geländekampfwagen
ARO 244 eingebaut und der hat nun schon knapp 300tkm gelaufen, die Kompression ist noch super und der Ölverbrauch liegt bei
0,5 l auf 1000 km, also für so einen antiken Motor völlig o. k. Ich denke Dein Lagerschaden hat mit mangelhafter Schmierung zu tun,
wie hoch ist denn Dein Öldruck? Auch eine Möglichkeit ist eine defekte Kopfdichtung über längere Zeit denn wenn in der Ölwanne anstatt Öl eine Emulsion ist
mögen das die Lager auch nicht. Es kann auch die Öltpumpe verschlissen sein bzw. das Öldruckregelventil. Meiner hat betriebswarm
bei 2500 Umdrehungen 3 Bar Öldruck, die XD3 haben normal eine Lebenserwartung
von 500.000 tkm ist ja auch kein Wunder bei einer Literleistung von 30 PS. Ich verwende seit langem das Motoröl von Liqui Moly mit MOS2, das hat sich bei all meinen Oldtimern
auch bei einem getunten WBX im VW T3 bewährt. Die einzigen Schwachstellen bei dem XD3 Motor sind nach meiner Erfahrung
der Kettenspanner (obwohl die Kette recht kurz ist) und die Kipphebelwelle läuft gerne ein, besonders wenn O Ring für die Zufuhr vom Öl verhärtet ist.
Auch tun sich gerne die Ventile in die Kipphebel einarbeiten, ich habe bei etwa 200.000 die Kipphebel erneuert und sicherheitshalber auf die Ventilenden Kappen drauf gemacht
, seitdem motormäßig keine Probleme mehr. Vor kurzem musste ich leider den Hochdruckkopf der nachträglich eingebauten Bosch VE 4 Pumpe
erneuern, ein alter Dieselexperte sagte der Verschleiß kommt durch das neue Diesel was ja eigentlich nur noch ein Chemiecocktail ist und schlechter
schmiert als das früher übliche Mineralöldiesel mit höherem Schwefelgehalt. Die Empfehlung des Experten war beim tanken immer mal etwas 2 Taktöl hinzugeben
, aber bitte nicht direkt vor der AU. Ersatzteilmäßig kannst Du eigentlich alle Teile bei einem Peugeot-Händler bekommen, allerdings ist es bei meinem hier so das er immer flucht wenn ich für diesen antiken Motor was haben will, da dieser Motor nicht mehr in der EDV drin ist und er extra in den Keller muss um das noch vorhandene Mikrofiche Lesegerät zu befragen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Firma Volker Puppe,
der repariert und verkauft diese Motoren für maritime Zwecke und ist mit Ersatzteilen sehr gut ausgestattet. Anschrift und Telefonnummer weiß Tante Google.
Nun wünsche ich Dir noch viel Erfolg und dass das alte Schätzchen bald wieder gut läuft
.
Mit freundlichen Bastler Grüßen

Hesselbach

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MatthiasK
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Mi 26. Sep 2018, 22:44

Danke für die vielen Antworten. Ich war am Montag nachts noch in der Halle, in der das Auto und die Motorteile stehen und habe die Kurbelwelle wieder aufgeräumt. Ich habe dann nachts noch ein paar Teile sinnvoller sortiert.
Dabei fielen mir u.a. falsch einsortierte Ölpumpenteile in die Hand, natürlich musste ich sie gleich wieder zusammen stecken. Ich hatte zwar nur eine Stirnlampe, aber mein Eindruck war, dass die Zahnräder etwas Spiel haben. Zusammen mit einem ziemlich verschmutzten Ölansaugsieb (sah nach Aluspänen aus, wahrscheinlich von den defekten Lagerschalen) könnte das ziemlich blöd für die Lager werden. Das Öl am Messstab sah aber normal aus, d.h. eher keine Kopfdichtungsprobleme.
Die Kolben habe ich mir auch noch mal angesehen. Auf einem Kolbenboden sind Schatten von den Ventilen - oben angeklopft hat aber wohl ein anderer, bei dem ich an einer Stelle am Kolbenrand eine minimale Verformung erkannt zu haben glaube.

Als nächstes werde ich zusammen mit dem Kumpel, in dessen Halle das Auto steht, die Welle, den Zylinderkopf und den Motorblock prüfen. Er ist als Werkzeugmacher-Meister in Sachen Mess-Werkzeug deutlich besser sortiert als ich. :D
Ich hoffe, dass der Kopf und der Block noch gerade sind und nicht geschliffen werden müssen, denn es war schon die dickste Zylinderkopfdichtung drin.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von doofi » Do 27. Sep 2018, 19:27

Gibts da unterschiedliche Dichtungen? Ich hatte heute ein paar freie Minuten und habe mal bei meinem Spezialisten für problematische Ersatzteile nachgeguckt und da gabs nur eine. Ölpumpe kostet 500 Euro,btw.
Wenn der Kolbenüberstand (im OT über dem Block) zu groß ist dann kannst/musst Du die Kolben abdrehen. So weit ich mich erinnere ist das bis zu 0,5mm zulässig.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Fr 28. Sep 2018, 00:58

Für den XD3 gibt es drei verschieden dicke Zylinderkopfdichtungen, je nach Kolbenüberstand. Bis 0,79mm nimmt man die mit zwei Zacken, von 0,79 bis 0,89mm die mit drei Zacken und ab 0,89mm die mir vier Zacken.

Die Ölmpumpe hat innen im Gehäuse ein paar Riefen und es war uns möglich, ein Blatt dickeres Papier (geschätzt 100-120g/m²) zwischen den Zahnrädern und dem Gehäuse durch zu ziehen. Ich denke, die ist fertig und sollte ersetzt werden. Die Preise, die ich im Internet gefunden habe, lagen zwischen 67 und 215 Euro.

Erst mal muss aber der Motorständer geliefert werden und der Block auf den Ständer, damit ich da überhaupt dran arbeiten kann.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von Nicki » Fr 28. Sep 2018, 08:10

Für das Spiel der Ölpumpe gibts doch bestimmt Sollwerte. Check die mit ner Fühlerblattlehre.
Wenn die ok sind, zieh die Zahnräder über nen Schleifstein und gut ist.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von doofi » Fr 28. Sep 2018, 09:23

MatthiasK hat geschrieben:Für den XD3 gibt es drei verschieden dicke Zylinderkopfdichtungen, je nach Kolbenüberstand. Bis 0,79mm nimmt man die mit zwei Zacken, von 0,79 bis 0,89mm die mit drei Zacken und ab 0,89mm die mir vier Zacken.
Danke für die Info!
Da muss ich mal empfindlich nachhaken. Eigentlich vertraue ich meiner "Spezial-Ersatzteilquelle". Dass es dort nur eine Dichtung gibt enttäuscht mich ein Bisschen. Sorry@Forum für die Falschinformation.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von Nicki » Fr 28. Sep 2018, 10:26

Ich kannte das eigentlich auch nur so, dass es für Dieselmotoren (EA827, 1.4er von Toyota meine ich auch) mindestens drei Varianten gibt.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von doofi » Fr 28. Sep 2018, 11:32

Nicht immer. Perkins und viele SOFIM z.B. die meisten Mercedes-Diesel mit Grauguß-Zylinderkopf auch. Wenn man da den Block plant muß man u.U. die Kolben abdrehen.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von ferdimh » Fr 28. Sep 2018, 15:58

Der 1.4er Toyotadiesel (auch im Mini verbaut) aht sogar 5 verschiedene Kopfdichtungen. Und bei mir ist die dickste drin und der Kopf nicht plan. GNAH.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von doofi » Fr 28. Sep 2018, 16:25

Kopf ist doch egal. Brauchst halt ne dickere Dichtung unter dem Injektor wenn Du den planst.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Fr 5. Okt 2018, 16:23

Die Lager wurden schon vermessen, diese sind perfekt rund. Nur um die Welle auf Schlag zu prüfen, muss mein Kumpel sie zur Arbeit mitnehmen, sie ist länger als seine Messplatte zuhause. Außerdem hat er mir zwei Ventile vermessen, diese haben einen Höhenschlag von 20µm (Einlass-) bzw 40µm (Auslassventil).

Um den Motor beim Wiederaufbau überhaupt handhaben zu können, habe ich mit erst mal einen Motorständer zugelegt.
Motorständer.jpg
Jetzt muss ich nur noch einen Adapter für den Motor schweißen, denn der mitgelieferte Universaladapter passt natürlich nicht.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Fr 23. Nov 2018, 01:03

Die letzten Wochen waren etwas stressig, daher gab es erst mal kaum Fortschritte. Seit letzter Woche ist es aber ein bisschen weiter gegangen:
Der Adapter ist geschweißt und der Motorblock ist auf dem Ständer geschraubt. Auf der Kupplungsseite sind Feingewindeschrauben - natürlich musste irgend so eine Überraschung sein.

Als erstes soll das Röhrchen für den Ölmessstab eingebaut werden, dafür brauche ich das erste Spezialwerkzeug (#22), das ich natürlich nicht habe. Aber dieses müsste sich recht einfach aus einem 3/8"-Rohr bauen lassen.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Di 27. Nov 2018, 01:20

Wasserrohre mit 3/8" gab es natürlich nirgends, dafür aber Stahlrohre mit 15x1 - das ging genauso gut. Einfach auf 15cm Länge die Hälfte weg fräsen und nach 30cm absägen, schon habe ich das Spezialwerkzeug #22. Damit war dann auch das Röhrchen für den Ölmessstab schnell eingebaut.

Danach habe ich noch neue Lagerschalen in die Hauptlager eingesetzt und die Kurbelwelle wieder eingebaut. Jetzt lässt sich der Motor nur noch mit Hilfsmitteln bewegen.
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Kurbelwelle eingebaut.jpg

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Mi 5. Dez 2018, 00:05

Gestern haben wir nur ein paar Teile fürs nächste Basteln etwas sauberer gemacht (mit einem Gemisch aus Bio-Lampenöl und Diesel). Eine neue Ölpumpe von Rheinmetall liegt auch schon bereit, die war erstaunlich günstig.

Jetzt brauche ich Dichtungen. Leider sind diese in Deutschland fast nicht mehr zu bekommen und das Porto aus Frankreich ist nicht gerade billig.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Mi 27. Mär 2019, 01:32

Ich habe lange nichts mehr geschrieben, es gab aber auch eine gewisse Winterpause. Nachdem wir eine M7-Schraube nur mit Werkzeug ins Loch bekommen haben (war etwas Fett rein gekommen, um eine Dichtung anzukleben) haben wir auf besseres Wetter gewartet.

Den Motorhalter mussten wir etwas umbauen, da eine Strebe im Bereich der Steuerkette war (die hatten wir auf die falsche Seite des Strichs geschweißt). Danach haben wir Nockenwelle und Kolben eingebaut.

Kürzlich gab es aber ein paar Stürme, die Sand in die Halle geblasen haben. Auf allen öligen Teilen hat sich der Scheiß abgesetzt (hier fehlt ein kotzendes Smiley). Wir müssen den Motor noch ein mal komplett zerlegen und alles reinigen.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » So 13. Okt 2019, 23:45

Die letzten Monate ging es im Wesentlichen immer zwei Schritte vor und wieder zwei zurück. Sobald die Schrauben der Pleulaugen auf mehr als 1/3 Solldrehmoment angezogen wurden, ging bei einem Lager nichts mehr.

Es hat uns einige Nerven und fehlgeschlagene Würg-Around-Versuche gekostet, bis wir herausgefunden hatten, dass drei Pleuldeckel nicht zu diesem Motor gehören. Es gab mehr oder weniger seitlichen Versatz und ein Pleulauge war 2/10 zu flach. Das erklärt für mich auch, warum die Lagerschalen teilweise so extrem fertig waren: Die Pfeifen bei der Inst werden die Pleuldeckel vertauscht haben und haben dann stumpf weiter gebastelt und den Motor einfach eingebaut, obwohl der sich nicht drehen lies. Wahrscheinlich haben die Schalen schon beim ersten Start gefressen und die Lager liefen dann zwischen dem auf die Kurbelwelle geschmierten Alu und dem Stahlrücken der Lagerschale. Vielleicht lief der so >100.000km.

Zum Glück war aber alles mit Untermaß, so konnten wir die Pleulaugen auf schleifen.
Eine neue Ölpumpe hatte mir mein Autoteilehändler überraschend günstig besorgt (ich meine mich an 57 Euro erinnern zu können), also ist die jetzt neu.

Die nächste böse Überraschung kam, als ich den hydraulischen Kettenspanner der Steuerkette montieren wollte: Das Festziehen der Mutter fühlte sich komisch an, also wieder ausbauen und nachschauen. Das Gewinde des Stehbolzens hatte sich auf M6x2 gedehnt (her fehlt ein kotzendes Smiley). Dummerweise muss dieser Stehbolzen hinten bündig sein. Also den alten Stehbolzen ausbohren, das Loch senken, aus einer Schraube einen neuen Bolzen drehen, einschweißen und die Schweißpunkte plan schleifen. Und dann wieder alles zusammen bauen.

Die Riemenscheibe auf der Kurbelwelle stammt wahrscheinlich auch von einem anderen Motor (vermutlich ein XD2 oder früher XD3). Ist mir ehrlich gesagt aber egal, der Unterschied ist nur welcher Simmerring benötigt wird.

Auch wenn es mittlerweile nach Mitternacht war: Ich musste einfach die Stößelstangen rein stecken und die Kurbelwelle drehen.

Geplante nächste Schritte:
- Messuhr-Adapter für die Einspritzpumpe bauen
- Einspritzpumpe einbauen und einstellen (ist wohl nicht ganz so wenig Arbeit, 4 Seiten Anleitung)
- Ventile und Ventilführungen tauschen, muss ich wohl machen lassen
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Di 29. Okt 2019, 01:25

Letzten Donnerstag wollte ich die Einspritzpumpe einstellen, aber das ging ums verrecken nicht. Der Förderbeginn war deutlich zu früh, da berührte die Messuhr noch nicht mal den Kolben. Das konnte nur bedeuten, dass die Steuerkette nicht richtig sitzt. Wie immer bei diesem Motor geht es zwei Schritte vor und mindestens einen wieder zurück. :x

Die Kette trägt weiße und rote Markierungen, die auf Prägungen an den Zahnrädern gehören. Ich hatte mich leider bei 50/50-Joker für die falschen entschieden. Nachdem ich die gefühlt 42 Schrauben des Steuerkettenabteildeckels endlich weg hatte, konnte ich die Kette mit den weißen Markierungen auflegen und der Förderbeginn passte fast auf Anhieb.

Mittlerweile habe ich auch den Zylinderkopf zurück. Die Ventile, Ventilführungen und Ventilschaftdichtungen sind erneuert, die Ventile wurden frisch eingepasst und der ganze Kopf sieht fast aus wie neu. Ich wurde auch gleich darauf hin gewiesen, dass die Kipphebel eingelaufen sind und wenigstens abgeschliffen werden müssten. Hmm, mich begeistert die Vorstellung nicht so sehr, das freihand am Schleifbock zu schleifen. Oder ist das weniger kritisch?

Damit der Motor wieder nach Motor aus sieht, habe die den Zylinderkopf auf den Motorblock gelegt und mal versucht auszurichten (nur mit der alten Dichtung, die neue will ich nicht beim Üben versauen). Ja, die zwei in der Anleitung vorgesehenen Führungen sind wirklich sehr sinnvoll. Da muss ich mir was basteln, ist ja nur M11x1,25...
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Do 31. Okt 2019, 07:48

Das eigentliche Problem bei dem Motor war - so glaube ich mittlerweile - ein bei höheren Drehzahlen hängendes Ventil, kein anklopfender Kolben.

Ich habe mir einen zweiten Motor besorgt, der aber leider nicht in mein Auto passt (zu viele Anschlüsse sind anders, evtl. ist das auch ein XD2). Bei diesem hängt aber auch ein Ventil und knallt dann zu, wenn der Kolben an stößt. Das hört sich genau so an, wie bei meinem originalen Motor bei höheren Drehzahlen.

Zu diesem Fehlerbild passt auch der Ventil-Abdruck auf einem Kolben besser. Daher sind jetzt die Ventile und Ventilführungen neu.

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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von Matt » Do 31. Okt 2019, 08:03

Auch Ventilfedern erneuert?
Auch Federn altert.

.

Gress
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Re: Dieselmotor instand setzen

Beitrag von MatthiasK » Fr 1. Nov 2019, 01:17

Ventilfedern muss man erst mal bekommen. Wenn ich den Eindruck habe, dass diese erneuert werden müssten, kann man dies auch im eingebauten Zustand relativ einfach erledigen.

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