Mostly Printed CNC (MPCNC)

Der chaotische Hauptfaden

Moderatoren: Sven, TDI, Heaterman, Finger, duese

IPv6
Beiträge: 899
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von IPv6 » Mi 30. Jan 2019, 18:58

Ich bin vor ein paar Tagen auf dieses Projekt gestoßen und das lässst mich irgendwie nicht mehr los.
Endlich ein Baukasten für eine Käsefräse, ohne Gewindestangen aus dem Baumarkt und ähnlich unschöne Dinge.
Infos gibt es auf deren Website: https://www.v1engineering.com/specifications/

Ist das für euch schon ein alter Hut und aus diversen Gründen Quatsch?
Diverse Berichte sprechen dem Ding ja doch einiges an Tauglichkeit zu.
Und ein 3D Drucker gehört inzwischen doch schon fast zur Ausrüstung eines normalen Haushalts (so auch bei mir), wenn nicht gibt es die gedruckten Teile auch zu kaufen.

Oder hat jemand vielleicht schon so eine Maschine gebaut und kann aus erster Hand berichten?

Eine Käsefräse steht schon lange auf der Wunschliste, da ich doch häufig über Arbeiten stolper, die mit einer Fräse schnell und komfortabel zu erledigen wären, hauptsächlich bei Arbeiten mit Holz.
Der Preis von dem Teil, der Bauaufwand und die fast frei gestaltbaren Abmessungen lassen das Projekt sehr verlockend erscheinen.

Wie seht ihr das?

Benutzeravatar
ferdimh
Beiträge: 6868
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von ferdimh » Mi 30. Jan 2019, 21:30

Ein derartiger Wabbelverhau ist noch wesentlich wabbeliger als alle mir bekannten "Käse"fräsen, die in wirklichkeit eigentlich garnicht sooo schlecht sind.
Das Ding wäre vrmtl schon mit Styropor überfordert.
Wie das mit Riemen funktioniert, sieht man regelmäßig an 3D-Druckern: Man muss mit der Beschleunigung aufpassen, weil das Ding schon unter dem Eigengewicht rumwabbelt.

IPv6
Beiträge: 899
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von IPv6 » Mi 30. Jan 2019, 22:06

Kennst du die Fräse direkt?

Beim allem Respekt, deine Aussage halte ich dann doch für wenig glaubwürdig.
Wir brauchen sicher nicht darüber diskutieren, dass der Aufbau absolutes low budget ist und sicherlich seine Grenzen hat.
Es gibt allerdings viele Videos, wo der Aufbau sich durch Alu fräst. Oder 18 mm Multiplex. Sicherlich nicht mit dem Tempo, wie es ein Gerät für ein paar tausend Euro macht, aber davon ist doch gar nicht die Rede.

1/10 mm sollte damit laut verschiedenen Nachbauern kein Problem sein. Für eine "richtige" CNC Fräse (und vielleicht auch für so manche Käsefräse) ist das natürlich viel zu ungenau, aber für Holzarbeiten?
Ich bekommt 1/10 auf der Kreissäge oder mit der Oberfräse auf jeden Fall nicht hin, wenn das die Fräse schafft wäre das eine deutliche Verbesserung.

Besonders interessant wäre für mich zu wissen, ob sich jemand schon mit einem Nachbau beschäftigt hat und somit Infos aus erster Hand liefern kann.

Edit:
Dieses Video fand ich dazu ganz interessant: https://www.youtube.com/watch?v=DinLfnIH09U

Till
Beiträge: 913
Registriert: Di 13. Aug 2013, 16:00

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Till » Mi 30. Jan 2019, 22:34

Naja, das begrenzende werden die Schnittkräfte sein.

Man "schleift" sich halt mehr durchs Material als zu Fräsen.


Ich war bei meiner Fräse anfangs auch viel zu zimperlich, das hat mir einige Fräser gekostet.
Das schleichen ohne ordentlich Vorschub und Zustellung treibt den Verschleiß mächtig nach oben.

Mittlerweile gehe ich bei Multiplex und einem 16mm Fräser auf 20mm Zustellung und 10m/min.

Ist natürlich nicht zu vergleichen mit so kleinen Maschinen.

Markus
Beiträge: 60
Registriert: So 11. Aug 2013, 18:56

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Markus » Mi 30. Jan 2019, 22:52

Wenn die Abmessungen nicht ganz so groß sein müssen such mal bei Ebay nach "CNC 2417".
Ist ne kleine China Fräse für um so ca 200€. Ist für Holz ganz brauchbar.

Bild

jodurino
Beiträge: 842
Registriert: So 17. Nov 2013, 20:43

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von jodurino » Mi 30. Jan 2019, 22:58

Hallo
bei den ganzen Testvideos sieht man immer nur flächige Dinge, würde ein Würfel mit Kantenlänge 305mm auch Rechtwinklig zu montieren sein?
Für Schriften, Namenschilder, Herzchendurchbrüche in tissue boxen, eben alles nicht so nachmessbare wird sie bestimmt ausreichen.

Aber wenn Du etwas genau auf Höhe fräsen möchtest wirst Du mit so einer Maschine einen sehr langen frustreichen Weg gehen müssen.

Für kleinere Fräsen unter 1m² Bearbeitungsfläche mag ich so eine Konstruktion:
https://www.youtube.com/watch?v=kYo-PZ19iZw
Ist einfacher einzustellen (so ist meine immer noch zerlegte auch aufgebaut) wenn die x Achse als Fahrtisch ausgeleg wird.
EDIT sagt: so wie bei der Fräse die Markus da vorgeschlagen hat.

Was baust Du denn meistens?
Vielleicht ist die Kombination Lasercutter (für Schablonen) und Oberfräse (für Holzverbindungen) für Dich besser?

cu
jodurino

IPv6
Beiträge: 899
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von IPv6 » Mi 30. Jan 2019, 23:23

würde ein Würfel mit Kantenlänge 305mm auch Rechtwinklig zu montieren sein?
Das hätte ich gerne von jemand erfahren, der so ein Ding daheim stehen hat :D

Das letzte Projekt, wo ich wieder an eine CNC Fräse gedacht hatte war ein 19" Case. Da mussten verschiedene Grifflöcher in die Seiten, Beschriftung wäre schön gewesen, im Deckel ein paar Versenkungen für Magnete, im Boden ein paar Versenkungen für die Füße des zu montierenden Geräts.

Oder eine Lautsprecherfront mit passend versnkten Treibern und mal ein paar anderen Formen als Rechteckig.

Solche Geschichten sind das häufiger. Also im Bereich 50x50 cm, Vertiefungen ohne Schablone wären sehr bequem, hauptsächlich Holz. Lasercutter fällt raus, der ist für Multiplex >15 mm wohl auf keinen Fall zu gebrauchen, Versenkungen gehen damit auch nicht und zu klein ist er auch.
Bisher geht das ja alles mit der Kreissäge und der Oberfräse, aber für jede Form in jeder Größe muss erst eine Schablone her, die dann nach einer Bastelei nicht mehr gebraucht wird. Die CNC Fräse macht das eben frei Hand.

Abstriche in der Geschwindigkeit sind kein Problem, ist ja keine Serienfertigung. Wenn das statt 10 Minuten auf der Profimaschine eben 30 Minuten dauert tut mir das nicht weh. Und wenn die Genauigkeit bei ca. 1/10 mm liegt reicht das völlig aus, das ist bei meinen Anwendungen in der Regel völlig egal.

Die Frage war aber wirklich explizit nach direkten Erfahrungen mit dem Projekt, ich denke ich brauche aktuell eher wenig Beratung welche Werkzeugkombinationen für mich am geeignetsten sind, auch wenn das sicher lieb gemeint ist.
Bei der CNC Fräse ist natürlich noch eine ordentliche Portion "willhaben" dabei, es gibt einiges rauszufinden und zu lernen und es ist einfach an sich ein schönes Projekt. Wie bei meinem 3D Drucker auch, wer braucht den schon wirklich...

Ich merke aber schon, dass die Erfahrungen damit eher dünn sind (wenn überhaupt vorhanden). Vielleicht muss ich da selber Versuchskaninchen spielen, das finanzielle Risiko ist ja überschaubar.

Benutzeravatar
ferdimh
Beiträge: 6868
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von ferdimh » Mi 30. Jan 2019, 23:41

Ich wäre froh, wenn "meine" Fräse verlässlich 1/10 schaffen würde.
Das primäre Problem an Wackelverhauten ist auch nicht die Maßhaltigkeit, sondern die Neigung zum Schwingen, die sehr schnell zu (Fräser)Bruch führt. Bevorzugt dann, wenn man (auch in vielen Schritten und gaaanz vorsichtig) tief ins Material geht. Wenn der Fräser erstmal von der Bahn abweicht, greift er auf einmal ins Vollmaterial und auf einmal sieht die Maschine ungeahnte Kräfte.

Für den gegebenen Preis... kriegt man auch eine China-CNC (sie wurde hier schon genannt), die mechanisch viele Eigenbauten übertrifft. Die Elektronik, dies dazu gibt (vor allem die Spindeldrehzahl"regelung", die die Drehzahl schlechter hält als Konstantspannung am Spindelmotor) ist Mist, aber die Mechanik funktioniert erschreckend gut. Das Ding geht auch mit gutem Gewissen durch Aluminium, wenn man keinen zu großen Fräser nimmt.

Ich finde die Nutzung von grbl-Derivaten an Fräsen unglaublich frustrierend (kein gescheiter Handbetrieb), aber das muss jeder selbst wissen. Sie funktionieren zumindest irgendwie, dass die resultierenden Bahnen unschön sind, sollte bei den sonstigen Problemen eher nicht auffallen.

achja19"-Frontplatten kriegt man auch mit 30mm-Verfahrweg hin, wenn man die eine Hälfte um 180° dreht, und zweimal spannt. Auch an diversen anderen Teilen ist es extrem geil, wenn das Werkstück zumindest in einer Dimension überstehen darf.
1/10 Genauigkeit ist auf Anhieb sogar mit "Profi"maschinen öfter mal ein Problem.

Mit Geschwindigkeitsabstrichen kommen Verschleißaufschläge. Dem Fräser ist ziemlich egal, wie viel er abfetzen muss, der Verschleiß ist relativ proportional zur Anzahl der Umdrehungen, die er im Werkstück vollführt hat (die Schneide "sieht" nicht, wie tief sie ins Material greift. An der Oberfläche kratzt sie immer rum). Schwingungen und besonders langsame Vorschübe (Hitze) haben negativen Einfluss.
Besonders in Holz (und in VA, aber das machen wir privat nun eher nicht) geht der Fräserverschleiß sehr plötzlich. Das Ding eiert ne Stunde im Werkstück rum, plötzlich beginnt der Spindelstrom zu steigen und nach 5 Minuten bewegt sich ein glühendes rauchendes Etwas durchs Holz (oder die Spindel bleibt stehen - oder KNACK).
Man kann hier in den Bereich kommen, wo man kein größeres Werkstück fertig bekommt, weil einem vorher der Fräser verreckt. Rate mal, woher ich das weiß (das Video ist nach einem stabilisierenden Umbau entstanden)

Flip
Beiträge: 275
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 12:04

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Flip » Mi 30. Jan 2019, 23:45

Mit Kaltgewalzten Stahlprofilen, Rollen, verschraubt etc bekommt man für weniger kohle eine steifere mechanik. Klarerweise muss man sich da selbst die mühe machen und alles planen.

Benutzeravatar
gafu
Beiträge: 3176
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:56
Wohnort: nahe Jena
Kontaktdaten:

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von gafu » Do 31. Jan 2019, 00:26

ich hatte neulich "hands on" an einer mpcnc und an der "c-beam" fräse.

kurz zusammengefasst: wenn da die weißen PU/Stahl riemen drauf sind, und die eck"säulen" zusätzlich gegen schwingungen gestützt werden, ist die wenigstens genauso steif wie die zweite genannte, die deutlich wackeliger war als ich erwartet hätte, was inbesondere darauf zurückzuführen war, dass die blechplatten mit den laufrollen viel zu dünn sind, und dazu natürlich die schräubchen die die laufrollen auf distanzhülsen tragen dann entweder selbst noch durchfedern oder das blech wo sie befestigt sind durchfedern lassen, und an manchen stellen (z-achse) die stützweite konstruktiv bedingt einfach zu klein ist.

komplett selber bauen verschlingt auch mehr zeit.
Ich hab gerade einen selbstbau auf der zielgeraden und bin da jetzt 1 jahr drann...
Dateianhänge
cncf-zsammengebaut.jpg

Benutzeravatar
Hightech
Beiträge: 4759
Registriert: So 11. Aug 2013, 18:37

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Hightech » Do 31. Jan 2019, 07:56

Wie kalibriesrt du die Geometrie, machst du das in der Software?
Ich glaube nicht, das die Maschine genau 90° Winkelig ist, oder ist sie dir "ausreichend" genau 90° ?

Benutzeravatar
gafu
Beiträge: 3176
Registriert: Mi 14. Aug 2013, 20:56
Wohnort: nahe Jena
Kontaktdaten:

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von gafu » Do 31. Jan 2019, 08:18

X zu y ist doch einfach wenn man zwei synchron laufende antriebe auf beiden seiten hat.
Da kann man geringe abweichungen durch verschieben einer antriebsseite ausgleichen.

In der ebene fräst man die aufspannplatte über, dann ist die auch parallel zu dem was oben drüber so fährt.

(Das galt jetzt sowohl für mpcnc als auch für meine maschine)

Bei meiner maschine hab ich zwischen den lagergehäusen und der kreuzplatte zulagen aus blech und kann damit noch etwas variieren.
Ansonsten ist stahl ja auch weich und federt und kann mit etwas vorspannung ja auch noch bissl dahin gezogen werden wo es hin soll.

Da sind beim zusammenbau schon mal winkel angelegt worden, ich bin aber noch nicht fertig mit der mascheng, das feintuning mit 4eck ausfräsen und haarwinkel steht noch aus. Erstmal muss noch eine aufspannplatte aus metall her und so..

Benutzeravatar
Sterne
Beiträge: 875
Registriert: Fr 28. Jun 2013, 10:30
Wohnort: Frickelkommando Nordwest

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Sterne » Fr 1. Feb 2019, 16:56

Also ich finde den Ansatz jedenfalls sehr interessant und habe mich - leider nur lesend - mit der mpcnc beschäftigt. Dass man kaum Werkzeug braucht, gefällt mir jedenfalls gut. Ein Schwachpunkt soll auf alle Fälle die Befestigung der Füße sein. Wenn man sich überlegt, wo die Schnittkräfte bleiben, finde ich das plausibel. Aber da sollten Verbesserungen recht einfach zu realisieren sein.

IPv6
Beiträge: 899
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von IPv6 » Fr 1. Feb 2019, 20:09

Genau, an dem Punkt bin ich soweit auch angekommen.
Ideal ist das sicher alles nicht, aber interessant auf jeden Fall!

Jetzt steht nur erstmal noch die Abschlussarbeit fertig machen auf dem Plan und dann werde ich mir wohl mal Gedanken machen, wie ich das Ding im Keller unter bekomme...

jodurino
Beiträge: 842
Registriert: So 17. Nov 2013, 20:43

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von jodurino » Fr 1. Feb 2019, 20:45

Eine Granitplatte am Besten mit 4 cm Stärke aus dem Küchenzulieferer Bereich wäre eine Ideale Ausgangsbasis
dann hättest Du wenigestens ziemlich genau das erste Höhenmass.

IPv6
Beiträge: 899
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von IPv6 » Fr 1. Feb 2019, 22:12

Ja ganz bestimmt lasse ich mir für eine 300 € Fräse eine 4 cm Granitplatte als Basis zuschneiden :D
Damit die sich die Kosten mehr als verdoppeln und das Ding garantiert nie mehr bewegt werden kann.
Das ist so ähnlich wie mit den 1000 € Felgen am Opel Corsa B.

Vermutlich läuft das auf 18 mm Siebdruckplatte hinaus. Aber so weit bin ich noch lange nicht.

Benutzeravatar
Longri
Beiträge: 109
Registriert: Sa 17. Aug 2013, 14:01
Wohnort: Potsdam
Kontaktdaten:

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Longri » Sa 2. Feb 2019, 01:00

Hallo,

ich möchte meine unmaßgebliche Meinung dazu loswerden. Vor ca. 1 1/2 Jahren habe ich im Netz nach einer für einen schmalen Geldbeutel umsetzbaren Käsefräse gesucht. Ich bin nach etwas Suchen auf einen Vorschlag gestoßen bei dem ich die Verbinder in einem 3D-Drucker herstellen kann. Mangels Masse dachte ich mir "Na gut, das wolltest du dir auch mal anschaffen also erst mal den 3D-Drucker". Ich hab mir damals einen aktuellen Bausatz aus dem Reich der Mitte bestellt und in mit Freude aufgebaut. Da die ersten Ergebnisse nicht so zufriedenstellend waren habe ich diesen mit Zubehör immer mehr verbessert. Aber das Hauptproblem war und ist das alle Teile aus Acryl sind. Vor ca. 3 Monaten habe ich durch einen glücklichen Zufall einen 3D-Drucker mit Profilen für einen schmalen Taler erwerben können und habe dann erst einmal erfahren können wie labberig Drucker die auf Basis von Plastikrahmen und -verbindern sind. Meinen ersten Drucker baue ich gerade nun komplett auf Profile und Metallverbinder um und die ersten Ergebnisse geben meiner neuen Erfahrung recht.

Was mir die Erfahrung damit sagen möchte und ich gern weitergeben möchte. Hört auf Rahmen und andere ständig beanspruchte Teile aus durch Plastikteile ersetzen. Nehmt lieber etwas anständiges aus Metall oder anderen verwindungsfreien Werkstoffen. Was schon beim 3D-Drucker in kleinen nicht funktioniert wird in einer Käsefräse erst recht nur Ärger bringen. Bei einer Käsefräse wirken noch ganz andere Kräfte.
Nun ist zwar mein Wunsch nach einer Käsefräse etwas in die Ferne gerückt aber ich werde mich nicht damit rumärgern das ich mit so einem schnell zusammengeschusterten Teil keine wenigstens einigermaßen vernünftigen Teile hin bekomme. Meine Ansprüche sind übrigens nicht groß. Von der Käsefräse sollen auch nur maximal eine Genauigkeit von 1/10mm eingehalten werden und alle Winkel und Flächen einigermaßen stimmen.

MfG
Nico

vorhautfront
Beiträge: 263
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 09:08

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von vorhautfront » Sa 2. Feb 2019, 10:16

bezüglich granitplatten: geht mal zum grabsteindealer des geringsten misstrauens. wenn ein grab abgerumt wird, bleibt der stein meist übrig. wenn man kein problem mit schriftresten hat, ist das die optimale quelle

jodurino
Beiträge: 842
Registriert: So 17. Nov 2013, 20:43

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von jodurino » Sa 2. Feb 2019, 16:25

IPv6 hat geschrieben:Ja ganz bestimmt lasse ich mir für eine 300 € Fräse eine 4 cm Granitplatte als Basis zuschneiden
Damit die sich die Kosten mehr als verdoppeln und das Ding garantiert nie mehr bewegt werden kann.
Das ist so ähnlich wie mit den 1000 € Felgen am Opel Corsa B.

Vermutlich läuft das auf 18 mm Siebdruckplatte hinaus. Aber so weit bin ich noch lange nicht.
Na gut ein bisschen mehr Beschaffungskreativität habe ich Dir zugerechnet, es werden oft verschnittene, gebrauchte Granitplatten für wenig Geld angeboten.
Ok schwer sind sie aber mit Sackkarre und Helfer geht es.

Ich hatte seinerzeit eine 2cm Aluplatte genommen und dachte es bleibt gerade, Ergebnis nein bleibt nicht gerade und muss auch gut unterbaut werden.
Ist halt immer noch die Frage offen welche Genauigkeit du anstrebst und wie lange Du daran arbeiten möchtest die Genauigkeit zu erreichen.

cu
jodurino

IPv6
Beiträge: 899
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 22:05

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von IPv6 » Sa 2. Feb 2019, 16:35

Ist halt immer noch die Frage offen welche Genauigkeit du anstrebst und wie lange Du daran arbeiten möchtest die Genauigkeit zu erreichen.
Ich bin davon ausgegangen, dass diese Frage schon längst geklärt ist, dazu hatte ich doch eigentlich weiter oben schon recht ausführlich geschrieben was ich mit so einer Fräse anstellen würde und wie meine Anforderungen an die Genauigkeit aussehen.

Scheinbar scheint die CNC Fräse ein klein wenig ein Reizthema zu sein :D
Das kenne ich viel aus dem HiFi bzw. dem PA Bereich, da wird von vielen Leuten, die tief in der Branche drin sind auch oftmals nicht verstanden, dass für viele "normale" Leute ein Ergebnis völlig ausreicht, was den Profis physische Schmerzen bereiten würde.

Anse
Beiträge: 1387
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 21:30
Wohnort: Bühl

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Anse » Sa 2. Feb 2019, 17:05

Ich hab mich aus dem Thema eine Weile raus gehalten weil ich die Erfahrungen anderer erst hören wollte.

Wie so oft heißt es auch hier: kommt darauf an. Wenn man den Platz hat, sich eine Maschine hin zu Stellen, die gut Holz im Genauigkeitsbereich von +-0,5 mm zu bearbeiten kann dann nur zu.
Was mir bisher aber bei der MPCNC als erstes auffällt sind die frei tragenden Führungen. Das ist ein absolutes NoGo im Maschinenbau besonders weil es hier sogar Rohre sind. Das Biegewiderstandsmoment eines Rohres ist zwar gut, aber die Schwingungsdämpfung eher nicht. Ein weitere Punkt sind die Zahnriemenantriebe. Für 3D-Drucker ausreichen, für Zerspanung eher nicht. Auch wenn es von kommerziellen Anbietern auch gemacht wird.

Man sollte vielleicht überlegen ob man nicht in etwas starreres Material und Führungen investiert. Meiner Meinung nach gehören 3D druckbare Kunststoffe nicht in die tragenden Teile einer Werkzeugmaschine wenn man damit nur ansatzweise an Metallen herum kratzen will.

jodurino
Beiträge: 842
Registriert: So 17. Nov 2013, 20:43

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von jodurino » Sa 2. Feb 2019, 17:18

IPv6 hat geschrieben: I
Scheinbar scheint die CNC Fräse ein klein wenig ein Reizthema zu sein
ach Quatsch, es liest sich vielleicht nur anders und härter als wenn man gegenübersitzt und darüber diskutiert.

ISt halt so das jeder so einen anderen Blickwinkel hat, ich habe seinerzeit zu viel Geld ausgegeben für das bisschen Ergebnis.

Sir_Death
Beiträge: 2311
Registriert: Mo 11. Mai 2015, 22:36
Wohnort: südlich von Wien

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Sir_Death » Sa 2. Feb 2019, 17:31

Und jetzt setz ich eins drauf :twisted: :twisted:
Käsefräse mit GT2 Zahnriemenantrieb, NEMA 17 Motoren, Duschtürrollen in 3D gedruckten Teilen als Führung in den Schlitzen der Alustangen, 90W Chinaspindel, als Portalfräse mit Zmax 120mm, Portal nicht seitlich abgestützt, und trotzdem kann ich bei geeigneter Zustellung und Vorschub eine Schweißnaht Plan wegfräsen. - Dauer halt ewig, und kostet mich für 10cm Schweißnaht 2 Chinafräser.

Und jetzt ducke ich mich ganz ganz schnell und renn weg, damit ich nicht mit stumpfen Fräsern beworfen werde...

Benutzeravatar
ferdimh
Beiträge: 6868
Registriert: Fr 16. Aug 2013, 15:19

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von ferdimh » Sa 2. Feb 2019, 19:15

und trotzdem kann ich bei geeigneter Zustellung und Vorschub eine Schweißnaht Plan wegschleifen
Und genau das ist der Punkt: wenn man zu vorsichtig rangeht, leidet der Fräser, weil er nicht mehr schneidet, sondern auf der Oberfläche rumkratzt.
Wenn der Fräser jetzt nicht plant, sondern seitlich schneidet (weil du z.B. ein Loch in das Blech brüllen willst) reicht nach halbem Weg ein kleiner Stoß, um den Fräser auf voller Länge greifen zu lassen...

Kellerkind
Beiträge: 387
Registriert: Mo 12. Aug 2013, 01:03

Re: Mostly Printed CNC (MPCNC)

Beitrag von Kellerkind » Sa 2. Feb 2019, 20:48

Moin,
mein Senf dazu. Also 0,1mm schneidet dat Dingens maximal nur Folie ;-).
Für das Geld was die kostet würde ich eher :

https://www.ebay.de/itm/Linearfuehrung- ... 7675.l2557

https://www.ebay.de/itm/Schneeberger-Li ... 7675.l2557

https://www.ebay.de/itm/CNC-SET-4x-800m ... 7675.l2557

ersteigern oder neu

https://de.aliexpress.com/item/3D-print ... 886a412c21

Selbst wenn du das dann auf Küchenarbeitsplatten draufschraubst wird es um ein vielfaches stabiler sein.

CNC Fräsen Projekte sind übrigens auch gerne ein Geld/Zeit/Nerven Grab ;-)

Grüsse

Antworten