Basshorn/Subwoofer designen

Der chaotische Hauptfaden

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Matze
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Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von Matze » Mo 4. Mär 2019, 05:11

Hallo allerseits

Ich würde mir gerne ein Basshorn designen und bauen und wollte mal fragen ob jemand hier Ahnung davon hat.
Soll ein Backloaded Horn sein mit grob diesem Aufbau/aussehen:
http://www.hifi-forum.de/bild/hornhybr2_71400.html

Könnt ihr da irgendwas empfehlen bzw, ist der Subwoofer geeignet oder sollte ich es doch besser als BR oder BP bauen?

Subwoofer TSP und weiteres was mit LIMP ausgespuckt hat:
12" Subwoofer
Mebrandurchmesser ca 26cm (bis zur Mitte der Sicke)
Fs=34,83Hz
R =2 Ohm (2*4 Ohm parrallel)
Qt=0,45
Qes=0,53
Qms=3,26
Mms=90,226g
Rms=6,154 kg/s
Cms=2,31*10^(-4) m/N
Vas=91,63l
Sd=530,93 cm^2 (Membranfläche)
Zuletzt geändert von Matze am Mi 6. Mär 2019, 02:33, insgesamt 2-mal geändert.

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Joschie
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Re: Basshorn designen

Beitrag von Joschie » Mo 4. Mär 2019, 10:54

Hallo Matze,

den von dir verlinkten Bauvorschlag kenne ich persönlich nicht.
Ich würde sowieso sagen das das was da auf der Zeichnung steht ein frontloaded Horn ist, außer du drehst den Lautsprecher um.

Womit ich bisher sehr gute Erfahrungen im Bassbereich gemacht habe sind diese Hörner:

- Basseckhorn nach Frank Nickel (LINK: https://image-hifi.com/wp-content/uploa ... auplan.pdf bzw. https://image-hifi.com/leseranlage-von-frank-n-aus-b/
- Basshorn als TV-Unterschrank nach Klason
- Klassische TML's
- Grande Basshorn (LINK: http://www.einklang-audio.com/bauplan/grande.pdf)


Das Basseckhorn nach Nickel ist zum bauen etwas kompliziert. Ich habe damals mir die Konstruktion von einem Freund am CAD nachzeichnen lassen, dabei haben wir festgestellt das in der Anleitung von Nickel zwei/drei Fehler enthalten sind die einen Nachbau scheitern lassen, wenn diese behoben sind klappt das ganz gut. Die klangliche Beschreibung hierzu ist einfach gesagt gigantisch. Übertragung geht von 8Hz bis ca. 140Hz sehr sauber und relativ linear von statten. Bestückt habe ich das Horn damals mit zwei 25cm Bässen aus dem PKW-Bereich. Wenn man die Eingangsleistung über 2 Watt steigerte wurde es ungemütlich und die Gläser in der Vitrine fingen an mitzuschwingen (32m²Raum).

Das gute alte Horn nach Klason tut bei mir unterm Fernseher dienst. Wichtig ist m.M.n. hierbei auf die alten Pläne von Klason direkt zurückzugreifen. Klason koppelte nämlich damals das Horn erst bei rund 300-350Hz aus und hatte die Frontwand nicht geschlossen. Meine Ausführung ist in der Front geschlossen und wird mit einem 23cm Monacor Doppelschwingspullautsprecher betrieben. Klanglich spielt das Horn sauber und eher zurückhaltend mit. Bringt ein dezentes und trockenes Bassfundament.

TML's sind m.M.n. eher für Popp, Rock und elektronische Musik. Ist hald kein Horn. Das Bassfundament ist nicht so trocken und sauber wie ein gutes Horn.

Das Grande ist klanglich einfach gesagt schön. Trocken und sauber im Klang.


Mein absoluter Hörliebling ist jedoch mein Nachbau der Replikon http://www.hornlautsprecher.de/projekt_replikon.htm. Als Vollbandhorn für mich eine klangliche Offenbarung. Sehr sauberes und trockenes Tieftonfundament, der Mitteltonbereich klar und sauber, OK höhen sind etwas spärlich aber vorhanden. Natürlich muss man eingestehen das man bei Stücken wie "The Expert" von Yelo keinen regelrechten Punch in den Magen bekommt. Der Bass ist vorhanden aber Human und sauber.
Montiert habe ich hier einen Monacor SP-205/8 welcher von vielen wegen der knappen 20€/Stck. nicht geschätzt wird. Dies Lautsprechergehäuse werde ich auf jeden Fall nochmals mit leichten Änderungen bauen da mir letztes Jahr zwei alte 28cm Fullrange Lautsprecher aus DDR-Produktion zugelaufen sind und ich denke die würden da gut spielen.

Jetzt mal die Frage an dich, was bzw. wofür willst du das Horn?
Welche Musik wird gehört, welche Wünsche und Vorlieben hast du?
Welche Fertigungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Und ich würde es mir überlegen ob ich einen Doppelschwingspulenlautsprecher verwenden würde. Ich hab damit keine so guten Erfahrungen gemacht da nicht alle Stererospuren gleich aufgebaut sind (Zeig auf Children of Sancesz als Beispiel).

Ach und was willst du mit Britischen Pfund oder Brasilianischen Real in einem Lautsprechergeäuse?

Grüße
Josef

flo
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Re: Basshorn designen

Beitrag von flo » Mo 4. Mär 2019, 11:05

Was möchtest du denn erreichen? Wohnzimmerbeschallung, Partys, Heimkino? Portabel oder fixinstallation? Gehts dir um Tiefgang oder trockenen Kick? ;)

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Marsupilami72
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Re: Basshorn designen

Beitrag von Marsupilami72 » Mo 4. Mär 2019, 11:21

Den Fragen schließe ich mich an - das verlinkte Horn würde ich jetzt eher im Grundtonbereich verorten - nicht im Bass.

Mechanix
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Re: Basshorn designen

Beitrag von Mechanix » Di 5. Mär 2019, 18:04

Sieht eher aus wie Hornreflex. Also eher ein Bassreflexsystem mit sich wütenden Kanal. Eine Impedanzanpassung wird wird auf dem Kurzen Hornstummel wohl kaum stattfinden.

Da du nicht schreibst was dir an der Box zusagt, werfe ich den mal http://www.hifi-forum.de/viewthread-267-9.html in den Raum. Hab ich für nen Bekannten gebaut. Reicht für's 40qm Wohnzimmer dicke aus.

IPv6
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Re: Basshorn designen

Beitrag von IPv6 » Di 5. Mär 2019, 19:31

Bevor du den Hornsub40 nachbaust, den mein Vorposter vorgeschlagen hat, melde dich mal bei mir. Diese Jugendsünde steht hier noch rum und kann gegen eine kleine Spende mitgenommen werden :D
Das Teil entstand auch nur, weil ich einen Lautsprecher bauen wollte, irgendwas, was rummst, aber viel Ahnung hatte ich da noch nicht.
Bestückt ist er mit dem IMG Stageline Treiber, der im Thread als Alternative zum nicht mehr verfügbaren Kenford vorgeschlagen wurde.
Ist schon ganz witzig, das Ding. Aber seit ich Duettas im Wohnzimmer stehen habe, die jeweils selber einen 12" Tieftöner mit großzügigem Volumen haben ist ein Subwoofer überflüssig - und passt auch qualitätsmäßig nicht mehr rein.

Mir erschließt sich der Sinn von Basshörnchen für daheim nicht. Für echte Hörner reicht der Platz meist eh nicht, und Konstrukte mit so einem Stummelhorn dürften sich eigentlich nicht Hornbass nennen.
Das Horn steigert den Wirkungsgrad, aber um den Wirkungsgrad in den tiefen Frequenzen zu steigern ist Hornlänge und Mundfläche gefragt. Beides im Wohnzimmer schwer zu erreichen.
Zumal auch heutzutage Endstufenleistung nichts mehr kostet und Treiber problemlos ein paar hundert Watt (und mehr) vertragen, da ist kein Hornstummel im Bass nötig um ein paar dB mehr Wirkungsgrad rauszukitzeln.

Im Wohnzimmer ist ein Bassreflexgehäuse oder sogar ein geschlossenes Gehäuse mit aktiver Entzerrung (DSP kostet auch nichts mehr, siehe ADAU1701, Sure DSP) einem Hornkonstrukt in den allermeisten Fällen überlegen.
Mal abgesehen davon, dass viel Erbauer mächtig stolz auf ihre Konstruktionen sind, was sie nach tagelangem Basteln auch sein können. Aber diesen Klangbeschreibungen muss man daher ein wenig kritisch sehen wenn keine aussagekräftigen Daten dazu geliefert werden oder man das Konstrukt selber hören kann. Klang ist nunmal unglaublich subjektiv, auch technisch "schlechtes" kann unter Umständen als guter Klang empfunden werden.

Wie schon in den ganzen anderen Antworten gefragt wurde wäre zunächst erstmal wichtig zu wissen, welchem Zweck das Ganze dienen soll.
Und wie du auf ein backloadet Horn und die verlinkte Skizze kommst.

Ein backloadet Horn hat übrigens wenig mit der Einbaurichtung des Treibers zu tun. Zwar strahlt im klassischem backloadet Horn der Treiber mit der Rückseite ins Horn, das wesentliche Merkmal ist aber, dass der Schall ins Horn 180° phasenverschoben zum direkt abgestrahlten Schall ist. Wie rum der Treiber genau eingebaut ist ist nicht so entscheident. Es kann z.B. Sinn ergeben, den Treiber mit dem Magneten nach außen zu montieren, um eine bessere Kühlung zu erreichen, sofern der Treiber nur Bass wiedergeben soll. Ist dann immernoch ein backloadet Horn.
Das verlinkte Konstrukt im ersten Post ist ein Hybrid, wobei die Grenzen da sehr unscharf sind. Da gibt es zig Mischformen zwischen Bassreflex, backloaded Horn, tapped Horn und weiteren Konstruktionen, die sich gar nicht genau einteilen lassen.

Matze
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Re: Basshorn designen

Beitrag von Matze » Mi 6. Mär 2019, 01:14

Also danke erstmal, für die Antworten.

So zu dem Vorhaben: das Ding soll eine portabler Ghettoblaster werden.(portable heißt in dem Fall hat große Griffe und kann auf nen Getränkekistenwagen (Bollerwagenformat) gestellt werden)
verwendet soll es dementsprechen hauptsächlich in großen Räumen (z.B. die Turnhalle in der ich immer Trainiere) oder draußen.
Die Ausgangsleistung kann ich nicht unendlich hochschrauben weil ich nen Alpine MRP-F250 Verstärker mit 2*100W habe und ein Passender Subwoofer mit 2*100W (RMS)
(Ist einAuto Amp weil ich das ding Akkubetrieben baue)
Und ich möchte da auch so viel wie Möglich raushohlen, Der Knackpunkt an der Ganzen Sache ist, das das Ding nur 40cm Tief sein soll und 90cm lang(Grundfläche wie 3 Bierkisten) Höhe ist bis 1m möglich.
Austrahlrichtung ist eigentlich egal

Da war jetzt die Frage, wie Anstellen: Bandpass, Bassreflex, Basshorn,...

Und was die Skizze betrifft, hat sich dass auch erledigt, Ignoriert mein Vorschlag da einfach erstmal.

Da ich ja weiter noch am rumprobieren bin, hat der irgendwer Zugang zu einem Simulationsprogramm? Jetzt eingfach so 120€ für AJHorn ausgeben ist nicht drin. Der Ghettoblaster wird so schon teuer genug.

MfG Matze

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Re: Basshorn designen

Beitrag von Mechanix » Mi 6. Mär 2019, 01:30

HornResp fällt mir da noch ein.
Und von AJ- Horn gab's zumindest mal ne Demo. Mit welchen Einschränkungen kann ich nicht sagen.
Für in her Turnhalle würde ich kein Horn nehmen. Wie von IPv6 ausgeführt tut's da auch ne halbe so große BR-Kiste mit Potenten Treiber und eben solcher Endstufe.
Von der Verwendung von CarHiFi würde ich abraten. Auch wenn die CarHiFi Endstufen schön glitzern und in roten Lettern unglaubliche Wattzahlen aufgedruckt haben, meist kommt dabei nur die Hälfte bei rum, der Wirkungsgrad ist griffig, und was geliefert wird klingt Grütze.

Bedenke das Bass im Freien durch die fehlenden Begrenzungsflächen schnell verpufft. Da muss man schon große Geschütze auffahren wenns amtlich werden soll.

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Re: Basshorn designen

Beitrag von IPv6 » Mi 6. Mär 2019, 01:49

Nachdem der Anwendungszweck nun geklärt ist bliebe noch die Frage nach den Prioritäten.
Lieber lange Akkulaufzeit, lieber klein und leicht, lieber laut, lieber möglichst tiefer Bass, lieber möglichst günstig?
Das schließt sich teilweiise gegenseitig aus, alles zu erfüllen ist unmöglich.

Car HiFi Endstufen können durchaus tauglich sein! Das Problem beim mobilen Betrieb ist die niedrige Betriebsspannung. Da verhindert das ohmsche Gesetzt zuverlässig hohe Ausgangsleistungen. Aber dafür gibt es ja Schaltwandler, die in Car HiFi Endstufen gerne verbaut sind. Nur sollten die für den Akkubetrieb möglichst effizient sein. Ebenfalls die Endstufe selbst, Class-D ist hier anzuraten. Und da wird es auch bei den Car HiFi Endstufen schnell etwas teurer.
Also wenn Car HiFi Endstufen, dann nichts vom Grabbeltisch mit unseriösen 1000 W.

Mit 40x90x100 cm ist durchaus etwas Anständiges möglich. Ich nehme einfach mal an, dass du keine 1000 € in das Projekt stecken möchtest, zumindest habe ich noch wenig Projekte von diesem Typ mit großen Budgets gesehen.
Immer gerne empfolen wird da eine Kombination aus effizienten Breitbändern (Visaton BG20 z.B.) mit Bassunterstützung durch the box Speaker 12-280/8-A im Bassreflexgehäuse.
Oder man geht für die zu beschallende Größe schon in Richtung ultra low Budget PA und baut klein 8" Tops wie z.B. Das Schwarze Schaf (http://www.hifi-forum.de/viewthread-267-19.html) oder ähnliche Konstruktionen. Bei Bedarf ebenfalls mit Tieftonunterstützung.

Qualitativ wird das alles annehmbar, aber kein HiFi, ich denke, das dürfte klar sein. Und Bass, der die Hosenbeine flattern lässt ist selbstverständlich auch nicht drin.

In jedem Fall würde ich dem Ding ein DSP zur Frequenztrennung spendieren. Das kostet wie schon gesagt kaum was, ist nicht sonderlich kompliziert und bietet tausend Möglichkeiten. Für solche Kisten finde ich eine dynamische Bassverstellung sehr praktisch, bei kleineren Lautstärken ist der Bass verhältnismäßig laut damit es fett klingt, bei höheren Pegeln wird der Bass zurückgenommen, weil der meist zuerst am Limit ist. So sind höhere Endpegel möglich (bei beschränktem Tiefton), ohne, dass es verzerrt. Auch lassen sich mit einem DSP gescheite Limiter setzen, denn irgendwer will meist immer lauter. Und es sind mehrere Presets möglich, z.B. eines mit wenig Bass für extra lange Akkulaufzeit.

Hast du denn schon ein wenig Erfahrung auf dem Gebiet?

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Re: Basshorn designen

Beitrag von Matze » Mi 6. Mär 2019, 02:32

Also zu der Endstufe und Lautsprecher: Dies sind schon da und die werde ich auch nehmen. Außerdem bin ich recht zuversichtlich, dass der Verstärker auch das macht was drauf steht (1000W PMPO [Pure Mythical Power Output] ist mir bekannt :mrgreen: )
Lautsprecher Parameter stehen im Startpost
Akkulaufzeit: ich hab Akkus mit 125Ah@12V. das reicht, da kann die Endstufe soviel ziehen wie sie will.

Kosten: das einzige was ich noch ausgeben will ist Holz für den Subwoofer.

Wenn das ding HiFi werden soll, nenn' ich das Ding nicht Ghettoblaster. :mrgreen:
Und flattern soll auch nix, es soll sich halt nur etwas besser als ohne Subwoofer anhören.

DSP und so wäre später vllt machbar, aber erstmal will ich es ohne versuchen.

Meine Erfahrung besteht bislang in ein paar kleineren Boxen und mein aktuell verwendeten Subwoofer (sind aber alles Geschlossene Gehäuse). Mit Holzverarbeitung komm ich genug klar für sowas. und Elektrisch hab ich an jedem Teil meiner aktuellen Anlage rumgeschraubt, repariert oder komplett selber gebaut. (Das macht ordentlich Rabatz) Das einzige wo ich fragen haben ist das Akustische.

Prioritäten:
Preis: Ich will erstmal nix weiter groß kaufen
Laut: es soll sich halt anständig anhören auch wenn man mal ein paar Meter weg steht (Das ist das Problem bei den kleinen Brüllwürfeln, geht man ein schritt weg ist der Bass nicht mehr vorhanden.)

Es sei auch noch dazu zu sagen, dass ich etwas unter Zeitdruck stehe, in 2 Wochen hab ich Regionalmeisterschaft und für die Afterparty möchte ich das Ding gerne bereit haben.

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von IPv6 » Mi 6. Mär 2019, 03:09

Okay, ich glaube ich habe dein Anliegen nun verstanden.
Du hast einen Tieftontreiber rumfliegen, von dem du die TSP ermittelt hast.
Dafür soll nun ein Gehäuse her und es soll der bereits vorhandene Verstärker genutzt werden.
Hast du ein Bild von den Treiber? Gibts dazu bereits fertige Gehäusevorschläge?

Welche Lautsprecher spielen denn den restlichen Frequenzbereich?

Die Doppelschwingspule spricht auch für Car HiFi, das Ding wird dann vermutlich auf Bandpass oder Bassreflex hin gebaut sein, in die Richtung deuten auch die TSP. Als einfaches Simulationsprogramm würde ich mal WinISD in den Raum werfen, damit kann man mal ein wenig mit verschiedenen Gehäusen rumspielen.

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von Matze » Mi 6. Mär 2019, 13:10

Genau, fertige Gehäusevorschläge konnte ich nicht finden, und für den Restlichen Frequenzbereich hab ich ein paar Lautsprecher die ich vor ne weile beim Treffen abgegeriffen habe


Danke für den input mit WinISD, hab mir das gestern mal fix angeguckt, nur schade dass man damit Hörner wieder nicht Simulieren kann, aber ich kann den Rest schonmal testen.

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von IPv6 » Mi 6. Mär 2019, 16:34

Ein Horn ist mit diesem Treiber nicht zu empfehlen.
Nicht jeder Treiber ist für jede Gehäuseart geeignet, da sollte man bei der Entwicklung schon drauf achten.
Natürlich kann ich auch einen beliebigen Treiber in ein beliebiges Gehäuse stecken aber das wird dann halt Mist.

Das EBP (fs/qes) ist mit 65 recht niedrig, für Hörner gilt die Faustregel > 130.
Auch ist die Gesamtgüte mit 0,45 zu hoch für einen typischen Horntreiber, da gilt die Fausregel <0,3.
Die Gesamtgüte spricht von der Größenordnung her eher für ein geschlossenes Gehäuse bzw. Bassreflex.
Der Kraftfaktor BL liegt grob bei 8,6, was relativ schwach ist für ein 12" Treiber.

Insgesamt gar keine guten Voraussetzungen für ein Horn. Das kann zwar trotzdem halbwegs funktionieren, wenn jede Menge Erfahrung mit der Entwicklung von Hornsystemen vorhanden ist und das Horn entsprechend der Erfahrungswerte irgendwie hingebogen wird, damit das halbwegs passt.
Für eine Hornentwicklung nach Schema F aber sehr ungeeignet.
Mit Hornresp kannst du ja trotzdem mal rumspielen und schauen, was du rausbekommst. Würde mich aber schwer wundern wenn das einen brauchbaren Frequenzgang bei annehmbarer Horngröße und akzeptablem Wirkungsgrad gibt.

Wenn du trotzdem einfach ein Horn haben willst, damit du ein Horn hast, nimm den nächst besten Bauvorschlag für ein 12" Horn und steck deinen Treiber rein. Irgendwas an Ton wird schon rauskommen, eine sinnvolle Konstruktion ist das aber nicht.

Wenn dann auch noch Zeitdruck dazu kommt, steck das Ding in ein geschlossenes Gehäuse oder BR.
Und mach dich später ohne Zeitdruck mit passenderem Treiber an eine Hornentwicklung, wenn dich das interessiert.

Würde mich auch interessieren, was du mit WinISD für Ergebnisse für geschlossene bzw. BR Gehäuse rausbekommst, gerne Screenshots posten :)

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von Matze » Mi 6. Mär 2019, 17:38

Danke erstmal für den Input

Also, ich hab definitiv vor mir irgendwann auch mal ein richtiges, großes Basshorn zu bauen. Das ist auf meiner ToDo Liste drauf.
Wenn ihr von einem Horn abratet werde ich erstmal was anderes probieren, deswegen hab ich auch den Betreff geändert.
Und außerdem hab ich jetzt erstmal etwas an Simulationssoftware mit dem ich rumspielen kann.

Die ergebnise werd ich liefern, wenn ich ein paar Designs durchprobiert habe

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von Kellerkind » Mi 6. Mär 2019, 20:25

Moin,
also Softwaremässig kann ich Basscad empfehlen. Leicht verständlich und bedienbar. Es gibt sogar einen Punkt wo dir nach eingabe der TSP etc. eine Bauart empfohlen wird.

Die Grundlagen wie Weiche, Trennfreqenzen, 6db/12db etc. sind auch gut erklärt. Du kannst mit verschiedenen Volumen rumspielen und siehst was ein Änderung des Bassreflexrohres macht etc.

http://www.selfmadehifi.de/basscad.htm

Die Seite ist übrigens auch sehr gut und frei von Vodoo.

Was ich bei Bässen mag sind geschlossene Systeme. Bassreflex ist nett aber meiner Meinung nicht so präzise im "Reflexbereich". Horn ist toll wenn mann das "hornende" wegbekommt.

Nen Dipolsub würd ich auch gern mal hören.

Grüsse Stefan

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von Matze » Mi 6. Mär 2019, 20:32

Deswegen hab ich in bei meiner "ordentlichen" Anlage auch eine geschlossenen Subwoofer.

Dann werde ich mir Basscad auch mal angucken, Danke für den Link

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ferdimh
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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von ferdimh » Mi 6. Mär 2019, 20:49

Bei der Betrachtung von Laufzeiten und "Präzision" ist zu beachten, dass eine bei niedrigen Frequenzen trennende Weiche ähnlich große Laufzeitfehler mitbringen kann wie eine Bassreflexdose.
Im Übrigen würde ich für eine Outdooranwendung auf den Frequenzgang einfach mal komplett scheißen. Hauptsache das Ding kann PEGEL. Das ermöglicht eine relativ sportliche Auslegung. Wenn die Bassreflexresonanz relativ hoch geschoben wird (60-70Hz) ermöglicht das mächtig Pegel und auch einen etwas besseren Wirkungsgrad. Der Pegel wird unabhängig von den Lautsprecherparametern größer, das macht also sogar bei einem eigentlich BR-ungeeigneten Treiber mit hohem Qts Sinn.
Ein fetter Kickbassbuckel fällt draußen eher positiv auf, die entsprechenden Buckel der Raumakustik fallen dafür weg.
Der Preis, den man bei einer solchen Auslegung zahlt, ist die im Kickbassbereich (wo tendenziell die meiste Leistung umgesetzt wird) massiv verringerte Impedanz und damit erhöhte Leistungsaufnahme.
Der Verlust von Tiefbass fällt draußen nicht auf. Da hast du einfach ein paar Quadratmeter Membran- oder Hornmundfläche zu wenig, da kommt eh nix.

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von IPv6 » Mi 6. Mär 2019, 21:04

Ein fetter Kickbassbuckel fällt draußen eher positiv auf, die entsprechenden Buckel der Raumakustik fallen dafür weg.
Und da sind wir wieder beim subjektiven Klang :D
Ich hasse solche Dröhnkisten mit massiver Überhöhung im Oberbass, nur damit es irgendwie laut wird und halbwegs was in Richtung "Bass" vorhanden ist.

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von ferdimh » Mi 6. Mär 2019, 22:35

Ich hasse solche Dröhnkisten mit massiver Überhöhung im Oberbass, nur damit es irgendwie laut wird und halbwegs was in Richtung "Bass" vorhanden ist.
Drinnen oder draußen?
Wenn auch nur irgendwas wie eine Wand in der Nähe ist, ist das ganz entsetzlich, weil auf die 3 dB Überhöhung durch "Stereo" und ~10dB durch übliche Raumgrößen noch 6 dB Dröhnkiste extra dazu kommen.

Draußen fehlen erstmal diese 10 dB, damit müsste man eigentlich den gesamten Bassbereich massiv anheben. Wo ist da der Unterschied, wenn dies im Bereich der maximalen Leistung gleich in der Box geschieht?
Von der Vorstellung, solche Kisten ohne Equalizer zu betreiben, hat man sich hoffentlich getrennt.

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von IPv6 » Mi 6. Mär 2019, 22:51

Auch draußen habe ich gerne Subwoofer, die im Bass halbwegs eben spielen und keine extremen Überhöhungen haben.
Die Tuningfrequenz auf 60-70 Hz zu legen sorgt eben auch zuverlässig dafür, dass unterhalb des Buckels nichts mehr kommt.
Da habe ich lieber einen insgesamt leiseren, aber ausgewogener und tiefer spielenden Subwoofer als eine Kiste, die nur einen dicken Buckel im Oberbass hat.

Mein vorheriger Beitrag war auch nicht abwertend gemeint, das sind persönliche Vorlieben.
Wobei ich da auch ein wenig verwöhnt bin - ich habe auch das nötige Material für Hosenbeinflattern bei unter 40 Hz im Freien :D

Ich glaube aber auch, dass dein Vorschlag mehr das Richtige für den Fragesteller ist als meine Herangehensweise.
Zuletzt geändert von IPv6 am Mi 6. Mär 2019, 22:52, insgesamt 1-mal geändert.

Till
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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von Till » Mi 6. Mär 2019, 22:52

Mein erster Selbstbau Lautsprecher war auch ein Horn, bzw. Horn hybrid, "das Tier" wurde Mal in irgend einer Zeitschrift vorgestellt.
Hat einen unglaublich guten Wirkungsgrad, der macht auch an 15w schon richtig Alarm.

Mittlerweile bin ich aber doch bei Bassreflex gelandet, man ist halt irgendwie flexibler, vor allem wenn man öfters Mal mit den Klamotten unterwegs ist.

Irgendwann gibt es aber auch noch Mal Hörner. Allerdings ist es im Pa Bereich so, dass Hörner Rudeltiere sind. Ein Horn alleine Haut keinen vom Hocker, 4-6 gehen dann schon wieder ganz anders.

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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von IPv6 » Mi 6. Mär 2019, 22:59

"Das Tier" ist eine ziemlich halbgare Konstruktion. Bei kleineren Pegeln funktioniert das alles wie geplant, sobald es etwas lauter wird komprimiert der viel zu kleine Port so stark, dass er kaum noch eine Wirkung hat. Macht aber auch hauptsächlich Pegel überhalb von 60 Hz, wäre daher für mich als 18" Subwoofer ungeeignet. Das Ding war aber auch eher als Power-HiFi gedacht und weniger für ernsthafte Beschallungslösungen.
Ein Horn alleine Haut keinen vom Hocker, 4-6 gehen dann schon wieder ganz anders.
Wichtiger Punkt, der noch gar nicht genannt wurde.
Viele der kursierenden sogenannten Basshörner bringen erst im Stack den gewünschten Pegel und Tiefgang. Das passt dann auch schon nicht mehr in einem Kombi, von mobiler Beschallung ganz zu schweigen.

Till
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Re: Basshorn/Subwoofer designen

Beitrag von Till » Mi 6. Mär 2019, 23:20

Klar, im Tiefbass Bereich braucht man von solchen hören, vor allem einzeln nicht ganz viel erwarten.
Allerdings hat die kiste schon so einige Feten gut gemeistert.
Die meiste Zeit liegt sie allerdings bei mir in der Bude in der Ecke und rumpelt ein bisschen beim fern sehen vor sich hin.
Für den Zweck klappt das ganz gut mit dem Port.
Es ist halt nichts halbes und nichts ganzes.

Mein aktueller Liebling sind zwei kleine 12" Bässe, von denen einer aktiv ist und zwei 6" Tops.
Passt bequem in den Kofferraum, klingt gut und macht erstaunlich viel Musik für die Größe.

Aber halt natürlich auch wieder nur ein Kompromiss.

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