Zündfunke da, oder nicht?

Der chaotische Hauptfaden

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bulle
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Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von bulle » Mi 22. Mai 2019, 08:54

Ich fahre ja nur noch mit dem Roller 125er Kymco Heroism (Auto zu teuer für mein Geldsäckel)
Nun fährt der Roller nicht immer, wenn ich das will. Das ist schon ärgerlich. Noch ärgerlicher ist es, wenn ich dann nachschauen will, wo es hackt, läuft er wieder, als wenn nie was war :twisted: Nun mein Gedanke: wenn ich um das Zündkabel einen Draht wickele, entsteht da eine Spannung, die ich messen kann??? Ist die Spannung ausreichend, um eine LED zum leuchten zu bringen. Dann dachte ich weiter, an der Zündspule liegt doch 12 Volt an. Die Masseseite wird doch getacktet im Rythmus der Drehzahl. Kann ich da auch was abnehmen um die CDI zu detektieren? Ich höffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt. Ich möchte einfach nur 2 LED in Heisskleber ertränken, mit 4 Kabeln dran, die in meinem Blickfeld anzeigen, ob die CDI und die Sündspule funktionieren.

LG
Klaus

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Desinfector
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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Desinfector » Mi 22. Mai 2019, 09:12

ohne das Maschinchen zu kennen, wird man auch hier erstmal alle Verbindungen checken müssen.
Alle Vercrimpungen, alle Stecker.

wenn auf einer Leitung was getaktet wird, kann man das durchaus mit einer Relaisspule (von 230V Relais)
und geeignetem Messverstärker (mit Oszi auch ohne) aufnehmen.

Die Relaisspule statt dem ursprünglichen Eisenkern mit einem Ferritkern versehen der da möglichst gut rein passt.
damit kann man dann ziemlich interessante Dinge "aufnehmen".

man kann Störstellen auch mit einem Radio ziemlich gut eingrenzen.
"Fährt" man einen Motor mit einem Radio in AM Betrieb ab,
kann man das auch mit dem Motorgeräusch im Lautsprecher krachen hören, wenn da was unerlaubtes funkt.
und wenn man sich schon einen Meter entfernt wird das deutlich weniger, so kan man schon mal grob eingrenzen wo eine Schadstelle ist.

Ich habe jedenfalls gelegentlich ein Radiofragment vom Uhrenradio im Auto mit,
damit habe ich dann auch schon mal eine lockere Verbindung erkannt.

plottermeier
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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von plottermeier » Mi 22. Mai 2019, 10:17

Hi,
LED geht wahrscheinlich nicht, mit einer Glimmlampe habe ich das aber schon so gemacht.
(Muss recht dunkel sein und sagt natürlich auch wenig über die Qualität des Zündfunkens aus)

ch_ris
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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von ch_ris » Mi 22. Mai 2019, 10:44

bulle hat geschrieben: an der Zündspule liegt doch 12 Volt an. Die Masseseite wird doch getacktet im Rythmus der Drehzahl.
Wenn das eine Transisorzündung ist, ja.
wenn das eine CDI (Kondensatorzündung) ist, funktioniert das anders.
In beiden Fällen sind das aber komische Spannungen die man besser auskoppelt.
Das mit dem Radio find ich gut, vielleicht eine antenne direkt an das Kabel legen?

und vielleicht gleich die üblichen verdächtigen prüfen. Kill-,Seitenständer-schalter, regler, batterie.

Azze
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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Azze » Mi 22. Mai 2019, 10:48

Ich würde auch zuallererst mal den gesamten elektrischen Weg des Funkens ablaufen und jede Verbindung kontrollieren / durchmessen. Meist findet sich irgendwo ein lockerer Stecker, ein abgegammelter Schraubschuh, ein brüchiges/(fast) durchgescheuertes Kabel oder eine oxidierte Quetschverbindung. Heißeste Kandidaten sind nach meiner Anschauung immer der Kerzenstecker und das Zündkabel.

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Joschie
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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Joschie » Mi 22. Mai 2019, 11:16

Hallo Klaus,

Am Zündschloss könntest du einfach jeweils eine Kontrolllampe (LED mit Vorwiederstand) direkt an den Anschlüssen mit anklemmen.

An der Zündspule würde ich es mit einem einfachen Induktivdrehzahlmesser machen dessen Messleitung einfach mehrfach ums Zündkabel gewickelt wird.

Was ich an Fehlerquellen als erstes begutachten würde wären folgende:
- Zündschloss (mechanische Probleme der Kontakte)
- Motor"not"stopschalter (sehr beliebte Fehlerquelle)
- Seitenständerschalter (sofern vorhanden)
- Kontaktprobleme
- Zündkerze (was mich da manche schon zur Weißglut getrieben haben, einfach mal ne Denso versuchen)

Was sich bisher sehr bewährt hat (vor allem bei Italienischen Motorrädern) war es alle Stecker mehrfach aus & einstecken, evtl. mit Kontaktspray zu baden und dann mit technischer Vaseline zu konservieren.

Bei allen Kisten die ich bisher beschraubt habe war nur eine mit defekter CDI Einheit dabei und da war die Batterie auch nur noch mim Meißel zu entfernen. Zündspule fällt i.d.R. entwederns Konstant oder bei Temperatur aus.

Den Schaltplan hast du ja für das Moped? Ich hab auf die schnelle nur nen Italienischen gefunden.

Grüße
Josef

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PowerAM
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Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von PowerAM » Mi 22. Mai 2019, 11:21

Ich fahre den gleichen Roller. Notstop- und Schalter am Ständer gibt es nicht. In dem Motor hatte ich mit anderen als NGK-Kerzen nur Ärger. Leistungsverlust obenrum, widerwilliges Anspringen bei heißem Motor, ...

Wie zeigt sich das Fehlerbild denn konkret?

Anmerkung: Die originale CDI hat eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Form eines Drehzahlbegrenzers. Der macht nicht mehr als das Abschalten der Zündung beim Erreichen der vorgegebenen Drehzahl.

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Pythonm
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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Pythonm » Mi 22. Mai 2019, 12:10

zuendkontrolle.jpg
In einer "Schwalbe" funktioniert es hervorragend...

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PowerAM
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Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von PowerAM » Mi 22. Mai 2019, 14:08

Da sage ich auch mal danke, eine sehr pfiffige Idee! :P

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Smily
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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Smily » Mi 22. Mai 2019, 15:42

Prinzipiell ist an so einem Eimer nicht viel drann.
Man muss wohl eingrenzen in welchen Situationen das Ding nicht will.
Hitze, Kälte, Feuchtigkeit/Regen etc.
Dann kann schon mal ne Aussage getroffen werden.

Die üblichen Fehlerquellen sind blöde Zündkerzen, die schon in der Verpackung Teildefekt waren,
Zündkerzenstecker nebst Kabel (ruhig mal nen neuen verbauen und ggf das Kabel wechseln oder n stück abschneiden).

Der Automatik Choke macht auch oft ärger. Entweder ist die Zeitspule defekt, oder die ausrückmechanik klemmt.

Ein Blick auf den picup, der der CDI erklärt wann sie Igor losschicken soll ist hin und wieder mal Defekt.

Auch wenn der Tankdeckel nicht wirklich dicht ist, kommen lustige Fehler zustande, die auf Wasser im Sprit zurück zu führen sind.

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von bulle » Mi 22. Mai 2019, 15:46

Hallo undDanke für die Antworten.
Zündkerze ist von NGK und nagelneu. Der gesammte Stromweg von Batterie über Zündschloss>>CDI>>Zündspule>>bis zur Zünkappe ist alles gerade mal vor 6 - 7 Monaten erneuert worden. Er lief bis vor 2 Wochen gut, zwar etwas fett im Teillastbereich, aber es gab keine Probleme. Auf einmal fingen die Ausetzer an, es ging so 2 -5 Km, dann war alles wieder gut. Das ist so ein typischer Fehler, der einen zur Weißglut bringen kann. Das ging bis Donnerstag, dann war Schluss. Beim orgeln sprang er zwar an, aber sobald er leisten sollte, ging er aus. Nun habe ich den Tank gereinigt, Benzinhahn und den Benzinfilter erneuert. Vergaser habe ich zum Saubermachen auseinander geschlüsselt. Das ist Stand jetzt.

Aber einen Fehler habe ich bis jetzt nicht gefunden
Merde, Zuverlässig geht anders

Die Idee mit der Glimmlampe hört sich gut an. Sollte man da einen Phasebprüfer (Lügenstift) schlachten. Das ist aber auch schnell gebastelt

LG
Klaus

PS, Ich habe nen Kilo technische Vaseline da, die Verbindungen werde ich alle fetten, aber sowas von

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Smily » Mi 22. Mai 2019, 15:51

Kontrolliere mal bitte den Unterdruckschlauch und den dazugehörigen Benzinhahn.
Wenn der rissig ist ja auch ende.

Aber bei deinem Fehlerbild tippe ich auf CDI oder den picup.

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von ferdimh » Mi 22. Mai 2019, 15:52

Beim orgeln sprang er zwar an, aber sobald er leisten sollte, ging er aus
Das ist ein Hinweis darauf, was da vorgehen könnte:
Kiste läuft im Leerlauf (geringer Druck im Brennraum), aber nicht bei Last (großer Druck im Brennraum).
Die Durchschlagspannung der Zündkerze steigt mit steigendem Druck...
Es kann also sein, dass die Zündanlage irgendwo schwach ist (Kondensator in der CDI, Überschläge in der Spule).

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Joschie » Mi 22. Mai 2019, 16:22

Hört sich nach kein Sprit oder Zündverweigerer an.

Die Kiste hat laut Schlachtplan eine Spule für die Stromversorgung der Zündung und ein Pickup.
Zuerst, klemm mal Schwarz-Weis (Nero-Bianco) an der CDI aus (Legt die Zündung bei Zündung aus auf Masse) um hier einen Fehler auszuschließen.
Dann würde ich mal die Daten der Lichtspule für die CDI messen und mit den Sollwerten lt. WHB vergleichen. (Evtl. ist der Anker im Magnetfeld zu schwach oder die Spule hat nen Isofehler)
Als nächstes würde ich die Zündspule untersuchen, Funkt diese, ich backe die immer bei 60-80°C im Backofen und betreibe die gleichzeitig um zu sehen ob die bei Hitze ausfallen.
Wenn das keine Lösung bringt wirklich mal die CDI und das Pickup in betracht ziehen.

Ach noch ne Frage, was macht der Motor wenn du ihn an Feuerzeuggas oder nem benzingetränkten Lappen schnüffeln lässt?

Grüße
Josef

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von bulle » Mi 22. Mai 2019, 18:14

Leute ihr seid toll
Ich habe die Rollmimose soweit zusammen geschraubt, das sie laufen kann uuuund das tut sie auch. Aber Standgasdrehzahl variiert von AUS bis HALBGAS (Ich habe ihn bestimmt 30 Min auf dem Bock laufen lassen. LeerlaufLuftgemisch ist eingestellt, aber bringt nur minimal Verbesserung.
Morgen geht es weiter mit ärgern.
Klaus hat letzte Nacht nicht geschlafen, nu muss Gehirn auf Masse.

LG
Klaus

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Gobi » Mi 22. Mai 2019, 19:15

Das mit der Glimmlampe ist ja ein toller Tip - muss ich mal probieren!

Ich würde mal Kondesator und leider auch noch mal Zündspule tauschen

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Smily » Do 23. Mai 2019, 05:27

Da du ja bereits Leerlaufprobleme hast, lenke Mal dein Augenmerk auf die Dichtungen und simmerringe.
Einfach laufen lassen, und mit Bremsenreiniger die simmerringe von der Kurbelwelle und die Dichtungen im Ansaugtrakt absprühen.
Wenn sich da eine nennenswerte Drehzahländerung einstellt, ist was undicht

Meine Theorie,
Dein Bock zieht Falschluft,
Dadurch hast du dieses standgasproblem.
Weiterhin magert das Gemisch ab und verbrennt heißer, was zur Folge hat dass die Kerze zu heiß wird und dann Aussetzer produziert.
Das erklärt dann auch, dass die Bude beim Gasgeben nicht wirklich Kraft haben will.

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Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von PowerAM » Do 23. Mai 2019, 07:36

Eine so genannte ''offene CDI'' ist auf dem Weg zu ihm. Das Originalteil hat einen Drehzahlbegrenzer und schaltet beim Erreichen der Auslöseschwelle einfach die Zündung ab. Damit soll die vom Hersteller gewollte Geschwindigkeitsbegrenzung auf 92 km/h (bzw. 82 km/h - was eingetragen ist) realisiert werden. Das Gehäuse ist für den originalen Unterbringungsort im Batteriefach allerdings zu groß, lässt sich aber zwischen Trittbrett und Unterbodenverkleidung legen.

Ich fahre das Ding auch, habe aber die Anschlusskabel verlängert und die Schachtel anderswo untergebracht. Hinzu kommt, dass diese Schachtel auch eine drehzahlabhängige Zündzeitpunktverstellung realisiert. Wieviel das letztlich ausmacht, das kann ich nicht beurteilen. Die Motorleistung reicht mit meinem Fahrergewicht bei relativ hart aufgepumpten Reifen nun mit Geduld und Anlauf für etwa 100 km/h (laut GPS-Messung) bzw. 110 km/h auf dem Tacho.

Das nur am Rande, es ist sicher nicht fehlerrelevant.


Mein Rollerich hatte ähnliche Probleme, als ich ihn damals bekam. Sprang willig an, hielt sein Standgas - und ging beim ersten Gasgeben aus. Behoben hat es ein Schrauberfreund, behält aber bis heute sein Geheimnis für sich, was es letztlich gewesen ist. Ich hatte seinerzeit die ohnehin runter gebrannte Kerze erneuert. Ein China-Vergaser war nicht zum Laufen zu kriegen. Es tut also noch immer der originale Vergaser seine Arbeit - mit neuen Dichtungen. Die Unterdruckschläuche habe ich aus optischen Gründen (beginnende Rissigkeit) erneuert, zugleich auch den Auto-Choke (er schloss nicht mehr vollständig). Ebenso musste der Ansaugkrümmer, ein Teil aus Guss und Gummi, wegen eines Risses erneuert werden. Die Zündanlage ist ansonsten noch im ursprünglichen Zustand. Die Ventile bekam ich zum erneuten Einschleifen, das Auslassventil hatte eine eingebrannte Kruste. Der Steuerkettentrieb wurde für gut befunden und durfte zurück an seinen Arbeitsplatz.


Eine Eigenart hat mein Rollerich bis heute: Wenn eine Weile forsch gefahren wurde und man dann z. B. beim Heranrollen an einen Ortseingang schlagartig das Gas wegnimmt, dann knallt es kurz darauf recht amtlich aus dem Auspuff. :twisted: Gezielt eingesetzt machen Passanten schon einmal einen Satz zur Seite. Bisher sagten mir alle "Experten", das wäre nicht bedenklich und zeuge nur von Charakter. :lol: Woran liegt das überhaupt?

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von ferdimh » Do 23. Mai 2019, 12:18

Knallen im Auspuff:
Du fährst forsch, der Auspuff wird heiß. Dann nimmst du Gas weg, hältst aber die Drehzahl hoch -> du produzierst sehr ungünstige Verbrennungsbedingungen:
Wenig Verdichtung, relativ viel wiederangesaugtes Abgas (es bleibt immer ein Totraum voll Abgas im Zylinder stehen, bei 10:1 Verdichtung wird also immer ca. 10% AGR aktiv sein). Wenn du jetzt das Ding runterdrosselst, reduzierst du die Frischgasmenge ohne die Abgasmenge zu reduzieren. Der Saugrohrdruck ist dann nur noch ca 0,25 bar (statt 1 bar bei Vollgas). Du verdichtest also 0,15 bar Gemisch und 0,1 bar Abgas um 1:10, hast also effektiv nur noch ca. 2,5 bar wirksamen Kompressionsdruck und einen hohen Abgasanteil. Das Resultat brennt im Zylinder scheiße bis gar nicht.
Dann fliegt es zum Auspuff raus, verbleibt teilweise im Zylinder, reichert sich dann doch wieder etwas an usw usw usw - am Ende sammelt sich halt doch brennbares Gemisch irgendwo im heißen Auspuff, bis es halt dort zündet.
Gegen dieses Problem haben elektronisch gesteuerte Karren eine Schubabschaltung, wo einfach gar kein Sprit mehr eingespritzt wird. Dann gibts auch kein rumgeknalle.
Mein alter roter Karren macht beim Lastwechsel auch 0-2 Fehlzündungen; man hört das nur nicht so, weil es gleich im Kat passiert und der Lärm von den folgenden zwei Schalldämpfern geschluckt wird. Eine kleine Undichtigkeit vor dem Mittelschalldämpfer brachte das Ganze zu deutlicher Hörbarkeit und anerkennenden Blicken der Dorfprollszene "Geile Ratte ey, wer hat dir denn den Sound eingetragen?".

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von bulle » Do 23. Mai 2019, 12:23

PowerAM hat geschrieben:
Eine Eigenart hat mein Rollerich bis heute: Wenn eine Weile forsch gefahren wurde und man dann z. B. beim Heranrollen an einen Ortseingang schlagartig das Gas wegnimmt, dann knallt es kurz darauf recht amtlich aus dem Auspuff. :twisted: Gezielt eingesetzt machen Passanten schon einmal einen Satz zur Seite. Bisher sagten mir alle "Experten", das wäre nicht bedenklich und zeuge nur von Charakter. :lol: Woran liegt das überhaupt?
Hallo,
das Verhalten legt meiner auch an den Tag. Heute ist die Elektrik dran
Grüße
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Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von PowerAM » Do 23. Mai 2019, 13:08

Gut erklärt, danke! Und auch die Bestätigung vom Klaus, dass die Knallerei auch sein Rollerich macht, beruhigt mich. Kaputt geht davon ja nichts.

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von barclay66 » Do 23. Mai 2019, 13:29

Anekdote zum Thema Auspuffballern am Rande:
Ein Kumpel von mir hatte Ende der 80er so eine hässliche Spaghettischleuder: Fiat Ritmo. Der hatte (wohl als eine art Diebstahlsicherung) einen unauffälligen Schalter im Armaturenbrett, mit dem sich die Zündung stromlos legen ließ. Tat er das während der Fahrt und tippte kurz auf's Gas, kam genügend unverbranntes Gemisch in den Auspuff, wo es nach Wiedereinschalten augenblicklich mit infernalischem Knall explodierte.
Das haben wir dann auch mal beim Durchfahren einer großen Bahnüberführung gemacht. Manchem Wartenden an den dort befindlichen Bushaltestellen ist sicherlich eben mal die Hose in die Kniekehlen gerutscht!
Das Spielchen hat er später weiter zelebriert, bis ihm bei einer Aktion dann der Krümmer auseinandergeflogen ist...

Gruß
barclay66

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von video6 » Do 23. Mai 2019, 14:59

Funktioniert mit meiner Yamaha XS360 auch super kurz mal den Totschalter nutzen und bei ca 1500 U/min wieder zuschalten "BOOM" und das ständig reproduzierbar.

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von Joschie » Do 23. Mai 2019, 15:06

Bezüglichs des Schießens, das kommt auch gerne von undichten Krümmerabdichtungen.
Das ist besonders massiv beim Honda Nasenbär, wenn da der Krümmer nur minimalst undicht ist fängt die Kiste ganz massiv an zu schießen.

Nebenbei, viele Versager hamm ein anti Patschventil das im Schubbetrieb die Vakuumkammer des Nadelschiebers belüftet und so das Patschen verhindern soll.

Grüße
Josef

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Re: Zündfunke da, oder nicht?

Beitrag von bulle » Do 23. Mai 2019, 17:46

Hallo,
ein Tag mit Ärgern und messen Merde. Keine Erkentnis, oder doch. Er läuft, er läuft nicht je nach Lust und Laune, scheints.
Ichn hatte mal ne CDI drinne die hatte wohl ne Macke. Da ging er wohl an, aber nicht mehr aus. einfach ag Verdacht ne Strippe durchgeknipst, dan war er aus. Also habe ich der Kiste nen Relais spendiert um das zu lösen. Nunja später stellte sich raus, das die CDI ne Macke hatte und ich habe sie getauscht und noch ein neues Zündschloss eingebaut. Das habe ich heute alles zurückgebaut und in den Ursprungszusatnad versetzt. Oh Wundeer, nun tut gar nix mehr. Es ist kein Zündfunke mehr da. Hmmmm an der Lichtmascheng gemessen, die CDI wird von dort mit 56 Volt versorgt. (Mit Multimeter im AC Vereich gemessen) Dann denkte ich, man müste doch am Pickup was messen können, aber da ist nix. Nun weiss ich auch gar nicht was da rauskommen sollte. (Ich habe son kleines Chinesien Handosszillopat) Aber etwas muss da doch sein Ein wenig Herz und etwas Volt.
Oder was meint ihr
LG
Klaus

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