Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Der chaotische Hauptfaden

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zauberkopf
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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von zauberkopf » Sa 16. Jan 2021, 12:26

Ja.. das haben wir schon mal alle erlebt..
Also das ein Bagger ne Stromleitung gekappt hat, oder ein Trecker nen Mast umgehauen hat...
Als ich im Münsterland gewohnte hatte ( RWE statt Stadtwerke ) war sowas gang und gäbe, und ich hatte recht schnell ne USV die meine Rechner gestützt oder runtergefahren hat.

Wegen Kühlschrank.. also was da sehr gut funktioniert, sind so Styroporboxen wie man sie z.b. verwendet um Impfstoffe mit Trockeneis zu transportieren.
Die Isolieren so gut, das man damit Biologische Proben wochenlang um den Planeten schippern kann, um am ende hat man immer noch viel Trockeneis in der Kiste das man in Colaflaschen füllen kann...
So gut isolieren die.
Und wenn man dann hingeht, räumt den Gefrierschrank / Kühlschrank aus, alles in die Box rein + vielleicht noch ein paar Kühlakkus ( z.b. salzwasser gefüllte getränkeflaschen) dann hat man für Tage in der Front auch ruhe.
Ohne Strom.

Übrigens, meinen Stromi hatte ich danach noch regelmässig auf Festivals oder Outdoor party´s "probelaufen" lassen..
Bis ich wieder in ein "Stadtwerke" gebiet gezogen bin. Da habe ich den Stromi verschenkt.. ;-)

IPv6
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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von IPv6 » Sa 16. Jan 2021, 12:37

ferdimh hat geschrieben:
Sa 16. Jan 2021, 12:09
Was ich mir langfristig vorstellen könnte, wäre ein Diesel + Wärmepumpe statt Ölheizung: Bei normalen Bedingungen heizt man damit effizienter als wenn man das Heizöl nur anzündet. Wenn der Strom fehlt, kann man welchen erzeugen. Durch den Heizbetrieb ist der Diesel regelmäßig in Betrieb und daher auch zweckmäßig gewartet.
Das Konzept existiert bereits ohne den Umweg über den Strom, man kann den Verdichter einer Wärmepumpe ja auch mit einem Verbrennungsmotor antreiben. Abwärme vom Motor hat ein hohes Temperaturniveau, lässt sich gut für Warmwasserbereitung nutzen. Die Wärmepumpe macht dann Niedrigtemperatur für die Flächenheizung im Gebäude.
Mit dem Stromumweg gibt es das Ganze fertig als Blockheizkraftwerk, dessen erzeugter Strom dann unter Anderem mit einer WP verbraucht werden kann.

Das Ganze scheitert aber an den Dimensionen für Ein- oder kleinere Mehrfamilienhäuser, man hat einfach viel zu wenig Wärmebedarf dafür.
Unter ein paar kW elektrischer Abgabeleistung (und grob doppelt so viel thermisch) bekommt man keine langlebigen Verbrenner. Man wäre da leistungstechnisch für kleinere Häuser im Bereich von einem Mopedmotörchen, dass 5 kW Wärme abgibt und 2 kW elektrisch bereit stellt.

Die Lebensdauer ist dann für so kleine Motörchen einfach zu kurz. Ein 50 ccm Rollermotor hält vielleicht 50.000 km, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h sind das 2000 h. Macht keine drei Monate Dauerbetrieb. Und dazwischen einige Ölwechsel.
Selbst wenn die Überschlagsrechnung um Faktor 5 daneben wäre, wäre es immernoch wirtschatlicher Unsinn.

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zauberkopf
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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von zauberkopf » Sa 16. Jan 2021, 12:49

Naja.. ich habe mal auch in die Richtung nachgedacht. Der verschleiß bei kleinen Motoren, ist nicht zu verachten..
Allerdings könnte man mit "Standardisierung und austausch" dem entgegenwirken.
Also wenn ein Motörchen.. sagen wir mal 3-4 Monate im Dauerbetrieb hält, und in der Massenproduktion.. 100Eur kostet. Und mit wenigen Handgriffen leicht austauschbar ist..
Dann muss die Ersparnis auch aus CO2 (produktion des Motörchens) vs eingespartes CO2 Sicht nur ausreichend gegeben sein, damit sich das rentiert.
Wenn die Motörchens wie Pfandflaschen aufbereitet werden anstatt komplett wieder eingeschmolzen ( z.B. wechsel von Zylindern... ) .. dann könnte das noch besser funktionieren.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von Hightech » Sa 16. Jan 2021, 13:14

Einfamilien BHKWs werden oft mit Stirling-Motor bzw Generator betrieben.
Man macht also 5-10kW Brennerleistung und gibt die Wärme auf den Stirling. Der liefert 0.5-2kW elektrisch, das reicht für den Grundbedarf eines Hauses.
Die Abwärme wird zum Heizen genutzt, der Brennstoff ist da variabel, es braucht keinen komplizierten Dieselmotor der viele Verschleißteile hat.
Das wäre perfekt für mich, in der schattigen Jahreshälfte liefert die PV ja quasi nix, das wäre ein klein BHKW super.

Wenn meine Heizung tatsächlich mal stirbt, versuche ich da was hin zu bauen, was aus Erdgas Strom macht.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von ferdimh » Sa 16. Jan 2021, 14:03

Das Ganze scheitert aber an den Dimensionen für Ein- oder kleinere Mehrfamilienhäuser, man hat einfach viel zu wenig Wärmebedarf dafür.
Unter ein paar kW elektrischer Abgabeleistung (und grob doppelt so viel thermisch) bekommt man keine langlebigen Verbrenner. Man wäre da leistungstechnisch für kleinere Häuser im Bereich von einem Mopedmotörchen, dass 5 kW Wärme abgibt und 2 kW elektrisch bereit stellt.
In Kombination mit einem Pufferspeicher könnte man einen größeren Motor nehmen, der dann auch entsprechend weniger Laufzeit erleidet. Dann kommt man schon in die Größenordnung von PKW-Motoren, die unter günstigen Bedingungen deutlich längere Lebensdauern erreichen. Wenn wir also in den Bereich von 4 Stunden täglich kommen, haben wir schon einige Jahre Betriebszeit. In meinem KFZ bin ich jetzt bei ca. 4000 Stunden unter wechselnden Lastbedingungen, ohne dass die grundlegende Motormechanik zeichen von Schwäche zeigt.
Der normale Autobahnbetriebspunkt liegt hier bei 2200 U/min und ca. 10 kW (-> 30kWth mit Wärmepumpe) und ca. 20kW direkt-thermisch. Die müssten dann über den Tag verteilt, z.B. in 8 Betriebsperioden zu 30 Minuten eingebracht werden, um die Bude mit knapp 10kW warm zu bekommen (Ausgehend davon, dass hier ein 21 kW Brenner steht, der eher unterfordert ist).
Jetzt kommen pro Jahr auch nur noch irgendwas um die 1000 Stunden zusammen, da im Sommer tendenziell eher weniger geheizt wird.
Wenn der Motor runter ist, hat man noch gute Chancen, das Ding noch mal zu überholen und nochmal die gleiche Lebenszeit rauszuholen.

Der Bastler nimmt für sowas natürlich einen bewährten Motor vom Schrott, dann sind die Fertigungskosten und der Klimaeinfluß nochmals geringer. Dann kommt man in einen Bereich, wo das anfängt, attraktiv zu werden. Wenn man den Aufwand realistisch betrachtet, ist aber vermutlich "Einfach fossile Brennstoffe abfackeln für alles" die einfachste Lösung. Aber weil Erdöl so schön einfach ist, haben wir einige der Probleme, die wir haben - das sollte nicht unbedingt ein Argument sein.

Der Zwischenweg über "Elektro" ist ein Effizienznachteil, aber ein Flexibilitätsvorteil. Hier könnte z.B. die Wärmepumpe im Sommer auch umgedreht Kälte spenden und damit Warmwasser erwärmen o.Ä. Nebenbei bringt genau der Zwischenweg die Chance auf "Notstrom".

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gafu
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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von gafu » Sa 16. Jan 2021, 16:24

uxlaxel hat geschrieben:
Di 10. Dez 2019, 12:59
wieviel druck ist eigentlich so auf der leitung in der straße?
im Haus normal 25-30mbar, da brauchste keinen druckminderer.
Höhere drücke an "normalen" verbraucheranschlüssen habe ich nur bei großanlagen in der heizungstechnik gesehen.
Hier im haus der 150 KW gaskessel läuft normal auf den üblichen 30mBar, da ist dann nur die Gasleitung etwas dicker mit 2" NW, die nächste übliche größe ist dann wohl 500mBar, das war in einer Schule mit zwei kesseln jeweils 250 KW.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von uxlaxel » Sa 16. Jan 2021, 17:59

gafu hat geschrieben:
Sa 16. Jan 2021, 16:24
uxlaxel hat geschrieben:
Di 10. Dez 2019, 12:59
wieviel druck ist eigentlich so auf der leitung in der straße?
im Haus normal 25-30mbar, da brauchste keinen druckminderer.
Höhere drücke an "normalen" verbraucheranschlüssen habe ich nur bei großanlagen in der heizungstechnik gesehen.
Hier im haus der 150 KW gaskessel läuft normal auf den üblichen 30mBar, da ist dann nur die Gasleitung etwas dicker mit 2" NW, die nächste übliche größe ist dann wohl 500mBar, das war in einer Schule mit zwei kesseln jeweils 250 KW.
aber die leitung in der straße hat "mitteldruck". ich weiß, dass in jena das HKW winzerla mit bis zu 50Bar (hochdruckleitung) beliefert wird, wobei der druck je nach abnahme und jahreszeit schwankt. im sommer wird wohl der druck zurück gefahren.

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Matt
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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von Matt » Sa 16. Jan 2021, 19:52

und Gasversorgung ist oft nach kurze Zeit untergebrochen,w enn Strom wegfällt.

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uxlaxel
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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von uxlaxel » Sa 16. Jan 2021, 20:14

Matt hat geschrieben:
Sa 16. Jan 2021, 19:52
und Gasversorgung ist oft nach kurze Zeit untergebrochen,w enn Strom wegfällt.
die frage ist ja, wie lange reicht der restdruck im system, um paar wenige haushalte zu versorgen.
für mich ist es jetzt aber uninteressant, ich habe gerade 1,5m3 Höl bestellt und noch ca. 10m3 feuerholz

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von reutron » Sa 16. Jan 2021, 20:16

Eigentlich sofort, weil die elektrischen Schieber ohne Strom bei Druckabfall zu fallen. ;)

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von andreas6 » Sa 16. Jan 2021, 20:28

Beim letzten großen Stromausfall in Berlin konnte ich auch am zweiten Tag weiter mit Gas heizen. Lokaler Strom kam aus einer Usv, Bleiakku-gespeist. Das hat etliche Stunden gereicht, das Haus wieder warm zu bekommen. Gasdruck lag also weiter an. Möglicherweise hat der Versorger eigene Puffer.

MfG. Andreas

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ferdimh
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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von ferdimh » Sa 16. Jan 2021, 20:41

Oder der Versorger war gar nicht vom Stromausfall betroffen...
Das halte ich immerhin für garnicht so unwahrscheinlich - ebenso wie das Gegenteil denkbar ist: Der Versorger hat keinen Strom, aber du schon...

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von flo » Sa 16. Jan 2021, 23:10

In AT hab ich mehrfach vom Gasnetzbetreiber direkt (in Vorträgen) die Aussage gehört "Gas steht auch im Blackoutfall uneingeschränkt zur Verfügung, nur Abnehmer wird es wenige geben...". Obs im Ernstfall dann so ist, weiß natürlich keiner. Aber das Argument mit "wenige Abnehmer" stimmt sicher!

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von MatthiasK » Sa 16. Jan 2021, 23:53

Einen Dieselmotor, der 6800 Betriebsstunden hat, habe ich schon zerlegt gesehen. Der Motor war aber schon mal überholt worden - von Pfuschern. Die Pleuldeckel waren von einem anderen Motor und die Pleulaugen bis zu 0,2mm abgeflacht. Entsprechend sahen die Lagerschalen aus (Alu-Schicht runter gebröselt und auf die Kurbelwelle übertragen). Der Motor lief aber noch.

Die maximale Leistung von 50kW bringt der Motor bei 4500/min, bei 1500/min nur ca. 16kW. Fordert man nur 10kW, dürfte der Motor nahezu ewig halten - mein Motor wurde sicher ordentlich getreten.
Für ein langes Motorleben ist es auch sinnvoll, dass der Motor vorgewärmt wird und eine Vorschmierung wäre auch nicht verkehrt.

Wenn man damit eine Wärmepumpe und einen Generator betreiben will, aber auch die Wärmepumpe elektrisch betreiben will, könnte man auch Kompressor und Generator auf eine Welle bauen und zum Verbrenner eine Kupplung einbauen. Viele Verbrennermotoren gibt es mit passender Kupplung - braucht man halt im Auto.

Bei uns ist in der Erdgasleitung in der Straße ein höherer Druck - ich weiß aber nicht wie hoch. Vor dem Gaszähler ist ein Druckminderer. Mir wäre er hinter dem Gaszähler lieber. ;)
Der Druckminderer macht 20mbar, der Schließdruck ist rund 10-15% höher - ich war bei der Messung dabei.
Ob bei Stromausfall noch Gas da ist, weiß ich nicht. Stromausfälle sind hier zum Glück selten und dann kann ich es nicht testen. Aber es wäre schon sinnvoll, die Sicherheitstechnik autark zu versorgen - genug Druck wäre ja da.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von gafu » So 17. Jan 2021, 00:36

uxlaxel hat geschrieben:
Sa 16. Jan 2021, 17:59
aber die leitung in der straße hat "mitteldruck". ich weiß, dass in jena das HKW winzerla mit bis zu 50Bar (hochdruckleitung) beliefert wird, wobei der druck je nach abnahme und jahreszeit schwankt. im sommer wird wohl der druck zurück gefahren.
Mitteldruck ist definiert mit >100mBar und <1bar.

inzwischen sind die neuen gasanschlüsse schon aufwändiger, auch gasmangelsicherungen (https://www.sbz-monteur.de/erklaer-mal/ ... gswaechter) werden teilweise eingebaut. Nach dem ganzen gedöns sollte im Haus aber immer niederdruck sein, also da wo man seine heizung anschließt. Ist ja im grunde auch egal wie das vorher gelöst ist, ob nun der druckminderer draußen in einem betonfertighäusschen sitzt oder drinnen am gasanschluss.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von Till » So 17. Jan 2021, 00:44

Also bei Landmaschinen würde ich vom Gefühl her sagen, dass sie motorseitig, sofern nicht misshandelt durchaus 12-15000h schaffen müssen, bei Radladern und Staplern darf es auch schon Mal das doppelte sein.

Richtige bhkws finden sich oft mit 30kh in den Kleinanzeigen, da geht es dann oft los mit den größeren reparaturen.
Persönlich kenne ich aber auch einen Motor der aktuell bei fast 65000h liegt, mit erstaunlich wenig nötigen Eingriffen bislang.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von Robby_DG0ROB » So 17. Jan 2021, 01:00

Man muss Fahrzeugmotoren von Stationär- und Einbaumotoren unterscheiden. Das liegen Welten dazwischen, was Anforderungen und Betriebsleistung anbelangen. Nichtaufgeladene Industriemotoren halten ewig, auch wenn die mal 10 Jahre keinen Ölwechsel gesehen haben oder der Diesel mal etwas älter und dreckiger war. Aber ein hochgezüchteter PKW-Motor ist außerhalb eines Fahrzeugs praktisch nicht sinnvoll einsetzbar. Es gab vor einigen Jahren allerdings Motoren, die sowohl in Fahrzeugen, als auch industriellen Anwendungen verbaut waren. Neben den 1.9l VAG-Dieselmotoren wurde auch der 1l-Ottomotor (AER) mit 37 kW (Lupo, Polo) in einigen Varianten der TS8/8 verbaut.

Bei Stromerzeugern ist es auch ein Unterschied, ob es eine kleine Haushaltslösung ist oder eine ausgewachsene Netzersatzanlage.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von ferdimh » So 17. Jan 2021, 01:47

Für ein langes Motorleben ist es auch sinnvoll, dass der Motor vorgewärmt wird und eine Vorschmierung wäre auch nicht verkehrt.
Für fast alle Starts ergibt sich die Vorwärmung von selbst, wenn man das Kühlwasser einfach bei stehendem Motor oder zumindest kurz vorm Start weiter umlaufen lässt (Ein Umlauf ist ja ohnehin erforderlich), und der für das System ohnehin notwendige Pufferspeicher noch halbwegs warm ist. Dann bleiben Kaltstarts auf wenige Male nach der Wartung beschränkt.

Den großen Unterschied zwischen Industriedieseln und PKW-Dieseln sehe ich, wenn man ihnen die durch Hochzüchtung erlangte Leistung nicht abverlangt, erstmal nicht; gerade die VW-1,9l-827er Derivate zeigen ja, dass das geht. Ich sehe jetzt nichts, was gegen die grundlegende Übertragbarkeit dieser Annahme spricht.
Ein PKW-Diesel mit 2 Litern und 100kW nützt ja auch nichts, weil ich mit den 100kW nichts anfangen kann.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von Miraculix » So 17. Jan 2021, 02:10

Bei einem größeren BHkW war ein MAN Motor mit Gasantrieb im Einsatz. Dafür haben wir vorher die alten Heizungs Brenner demontiert.

Ein Riesen Trümmer und trotz schallschutz Kabine brüllend laut.


Aber über alten Mercedes Diesel Motor im Keller und Generator dran hab ich auch schon nachgedacht.
Die bekommen ja dann keinen Allzugroßen Drehzahl Sprünge wie im Straßenverkehr und eher kontinuierliche Last.

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uxlaxel
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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von uxlaxel » So 17. Jan 2021, 03:15

Miraculix hat geschrieben:
So 17. Jan 2021, 02:10
Bei einem größeren BHkW war ein MAN Motor mit Gasantrieb im Einsatz. Dafür haben wir vorher die alten Heizungs Brenner demontiert.

Ein Riesen Trümmer und trotz schallschutz Kabine brüllend laut.


Aber über alten Mercedes Diesel Motor im Keller und Generator dran hab ich auch schon nachgedacht.
Die bekommen ja dann keinen Allzugroßen Drehzahl Sprünge wie im Straßenverkehr und eher kontinuierliche Last.
also falls mein caddy mit erdgasmotor mal ausgesondert werden sollte, sollte ich wohl den motor ernten? :-D

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von zauberkopf » So 17. Jan 2021, 10:27

Ein PKW-Diesel mit 2 Litern und 100kW nützt ja auch nichts, weil ich mit den 100kW nichts anfangen kann.
BitCoin Heizung.. ;-)

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von Flip » So 17. Jan 2021, 10:50

Ich hatte mit ecopower bhkws zu tun, die laufen mit dem richtigen öl 20.000h und mehr. In der Elektronik muss man ab und an folienkondensatoren tauschen.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von Roehricht » So 17. Jan 2021, 12:20

Hallo,
Eigentlich sofort, weil die elektrischen Schieber ohne Strom bei Druckabfall zu fallen.
Hier bei uns haben die Gasregelstationen Batterien drin. (SH) Gas geht auch bei Netzausfall.
Ein PKW-Diesel mit 2 Litern und 100kW nützt ja auch nichts, weil ich mit den 100kW nichts anfangen kann.
Na ja wenn da ein Generator dran ist dreht der mit 3000 U/min . Da macht son 2 l Maschinchen ja keine Leistung mehr. ich denke je nach Konstrukt des Motor sbekommt man 30-40kW raus. Dummerweise mchen die Motoren bei geringer Belastung auch wenige Wärme, Dann müsste man die Wärme teileweise Heizwiderständen machenn damit der Motor genügen Wärme produziert.

Bei dem ganze Gedöns mit Netzparallelbetrieb, Wärmemengenregelung , Wärmetauschern zur Kopplung mit der Heizung usw muss man schon ein Kraftwerkshäuschen aufs Grundstück stellen wo der ganze Kladderadatsch reinpasst.

Sowas ist nur von technisch versierten Leuten zu unterhalten. Eigenheimbesitzer Typus Versicherungskaufmann wird für die Wartungstechniker schon ein Zimmer reitstellen müssen.
Hier in meiner Gegend fangen die Netzbetrieber /Stadtwerke gasbetriebene Kraft/Wärmeanlagen in der Nähe der Wohngebiete aufzustellen. Die Häuser bekommen Fernwärme aus diesen Anlagen. Die Anlagen können bei Netzausfall Notstrom für die angeschlossenen Häuser bereitstellen. Kürzlich ist so eine weitere neue Anlage in HH-Norderstedt in Betrieb gegangen. Die Anlagen sind hervorragen schallgedämmt. Man hört nichts wenn man daneben steht. Die Anlagen machen ca 1500-2000kVA elektrisch. Der Motor ist in der Drehzahl variable. Der Generator speist ein Umrichter der die 50Hz konstant hält. Sozusagen ein Monster Wechselrichter. :mrgreen:

Ein Bekannter von mir arbeitet bei einer hamburger Wohnungsbaugesellschaft. Die haben innerhalb 10 Jahren 25 lokale Blockheizkraftwerke in Betrieb genommen. Die Ersten hatten noch reichlich Macken. Die Neuen laufen deutlich störungsärmer. Die Maschinen da drin haben was von U-96. :mrgreen:
Ein Team von 5 Leuten kümmert sich um ständig um die Anlagen.

73
Wolfgang

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von ferdimh » So 17. Jan 2021, 22:21

Dummerweise mchen die Motoren bei geringer Belastung auch wenige Wärme, Dann müsste man die Wärme teileweise Heizwiderständen machenn damit der Motor genügen Wärme produziert.
Der Plan war, im Normalfall die mechanische Energie in eine Wärmepumpe zu stecken. Dann braucht das ganze direkt für "warm" weniger Energie.

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Re: Welchen generator für zuhause für stromausfälle?

Beitrag von Till » So 17. Jan 2021, 23:17

Mir Geistert das Thema auch schon ewig im Kopf herum, netzparallel Betrieb ist so gut wie kein Problem, asynchron Motor, synchronisieren, aufschalten, entweder hart oder über einen Sanftstarter, dann kann es auch nicht knallen.
Oder ganz nobel mit Rückspeisefähigen Umrichter, dann könnte man auch darüber starten und die Drehzahl variabel der Leistung anpassen.

Evtl. Lohnt sich ein Blick in Richtung Kubota usw. Dort werden jede Menge kleine Diesel für industrielle Anwendungen gebaut.

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