Hochbeet - Holzfrage

Der chaotische Hauptfaden

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Gobi
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Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von Gobi » Do 2. Jan 2020, 17:17

Wir haben hier ein begrüntes Flachdach, meine Frau wünscht sich ein Hochbeet drauf.
Ich hätte auch noch einiges an Lärche hier liegen - nur ich habe das Konzept noch nicht so ganz verstanden. Wenn ich jezt eine Kiste aus Holz baue, steht sich unten doch auf der feuchten Erde - auch wenn von innen Plane rangetackert ist - gammelt das nicht nach ein paar Jahren weg?

sukram
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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von sukram » Do 2. Jan 2020, 17:34

Ja, das gammelt irgendwann weg. Mein „Hochbeet“ hier im Garten steht deshalb auf 2 Betonformsteinen, in die jeweils 2 Anker aus verzinktem Stahl eingegossen wurden. Darauf habe ich dann den gesamten Rahmen aufgebaut - das Holz hat nach unten da schön Luft zum feuchten Boden.

Auf dem Flachdach würde ich das so wohl nicht bauen, aber jeweils eine Stütze aus einem kleinen Betonstein und einem Stahlblechwinkel kann nicht schaden. Bedenke auch, ob das Dach die zusätzliche Last tragen kann, denn wenn das ganze Volumen gut durchfeuchtet ist, hast durchaus mal einen Kubikmeter Wasser = 1 Tonne Last auf kleiner Fläche da stehen!

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Hansele
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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von Hansele » Do 2. Jan 2020, 17:50

Das Beet das ich mal verschenkt habe war aus Seekieferplatten und steht direkt im Dreck,
innen ist eine Noppenbahn angebracht und ein Kreuz damit die Platten keinen Bauch machen.

Hält jetzt seit 2016 und ist noch ein paar Jahre haltbar sowie es aussieht,
so sieht das Teil aus:

https://www.youtube.com/watch?v=HJq_UmQ1Xfk

Grüßle

€dit:
Nichts ist für die Ewigkeit, ich denke ein Hochbeet wird 3-8 Jahre halten
und dann muss das Holz getauscht werden.

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reutron
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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von reutron » Do 2. Jan 2020, 17:59

Ich würde mir eher Gedanken um die Statik machen, so ein Flachdach war ja nicht dazu gedacht ein paar Zentner Hochbeet da rauf zu stellen. ;)

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PowerAM
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Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von PowerAM » Do 2. Jan 2020, 18:02

"Maurertuppe"* auf drei oder mehr Steine stellen? Füllt man für Kleinpflanzen zur Hälfte mit Erde, für kleine Bäumchen auch zu zwei Dritteln. Der Boden bekommt eine großzügige Anzahl von Löchern mit ca. 1 cm Durchmesser. Die Bodenschicht sollte aus klein geschlagenem Ziegelbruch oder Kieseln bestehen. Erst darauf kommt das Erdreich. Nimmt man für die oberste Schicht Rindenmulch, so hält sich die Feuchtigkeit länger und man hat kaum Unkrautbewuchs. Wenn man sich mit dem Gewicht zusammenreißt, dann ist sowas zu zweit noch tragbar.

Bei Freunden im Garten wurden daraus mobile Kleinbeete für Küchenkräuter, Möhren, Zwiebeln und Erdbeeren. Es soll demnächst gebaut werden, daher kam das feste Anlegen von Beeten noch nicht in Betracht.

*"Maurertuppe" - runde, ovale oder eckige Wannen mit Griffmulden oder -bügeln. Entweder schlagzäher oder manchmal sogar faserverstärkter Kunststoff. Der Kunststoff ist frostfest und bleicht auch nach Jahren in der Sonne kaum aus. Anderswo können diese Wannen auch anders heißen.

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Gobi
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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von Gobi » Do 2. Jan 2020, 20:19

Ja, Statik ist durchaus ein Thema - under der Betondecke laufen einige Träger quer, deshalb sollte das Beet möglichst lang und rechtwinklig zu den Trägern sein. Oder sehr nah an den Grundmauern. Gibt es denn einen triftigen Grund, warum das Beet bis unten gefüllt sein sollte? (anscheinend wird es ja meist mit Ästen usw. aufgefüllt)
Maurertuppen finde ich erstmal nicht verkehrt, wiederspricht aber meiner statischen Idee etwas - das wären dann eher Längsträger und darauf die Tuppen. Ist das dann noch ein Hochbeet? Wie gesagt, ich verstehe denn Sinn noch nicht so ganz, ausser, daß man sich nicht bücken muss.

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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von radixdelta » Do 2. Jan 2020, 20:50

PowerAM hat geschrieben:
Do 2. Jan 2020, 18:02
Die Bodenschicht sollte aus klein geschlagenem Ziegelbruch oder Kieseln bestehen. Erst darauf kommt das Erdreich. Nimmt man für die oberste Schicht Rindenmulch, so hält sich die Feuchtigkeit länger und man hat kaum Unkrautbewuchs.
Nimmt man als Drainage ebenfalls Rindenmulch oder Hackschnitzel, dann kann man den gesamten Inhalt später kompostieren. Steine muss man mehr oder weniger mühsam da wieder raussuchen... Mache ich jetzt seit einigen Jahren so und das Drainiert völlig ausreichend.

Das Hochbeet hat tatsächlich mit dem Bücken zu tun. Beim Bücken hat man keine besonders große Reichweite. Darum muss man in normale Beete ständig reintreten. Erstens muss man dafür Platz freilassen, und trampelt dann doch wieder hier und da was platt, zweitens verdichtet das den Boden sehr. Hochbeete kann man sehr dicht bepflanzen, das macht einiges aus. So ein Hochbeet kann locker 1,5m breit sein und man kommt da noch bequem überall dran, wenn man beidseitig Zugang hat.

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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von Blechei » Do 2. Jan 2020, 21:07

Meins ist aus Bangkirai, gammelt aber trotzdem langsam weg, Bj 2007 oder so.

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Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von PowerAM » Do 2. Jan 2020, 21:16

radixdelta hat geschrieben:
Do 2. Jan 2020, 20:50
Nimmt man als Drainage ebenfalls Rindenmulch oder Hackschnitzel, dann kann man den gesamten Inhalt später kompostieren. Steine muss man mehr oder weniger mühsam da wieder raussuchen... Mache ich jetzt seit einigen Jahren so und das Drainiert völlig ausreichend. [...]

Das Hochbeet hat tatsächlich mit dem Bücken zu tun. Beim Bücken hat man keine besonders große Reichweite. [...]
Du, das sieben wir einfach aus! :lol: Ziegelbruch/Kiesel sowie Rindenmulch packt das Sieb beiseite, beide geht als Drainage wieder zurück. Den Rindenmulch zersetzt es in der frisch aufgefüllten Erde bis zum nächsten Auskippen des Behälters.

Erdbeeren können erfahrungsgemäß drei Jahre drin bleiben. Jedes Jahr Senker nehmen und in einen neuen Behälter aussetzen. Ein paar Pflänzchen für den neu bepflanzten Behälter dazu kaufen, das bringt wie im normalen Erdbeerbeet "frisches Blut" rein.

Um Gewicht zu sparen kann man die Menge eingefüllter Erde reduzieren. Erdbeeren, um bei dem Beispiel zu bleiben, wurzeln zwischen 10 und 15 cm tief. Etwas Reserve sollte es haben, um Feuchtigkeit zu speichern und den Boden nicht zu sehr auszulaugen.

Wie ich oben schrieb: Normal befüllt und bepflanzt kriegt man sowas zu zweit noch getragen. Selbst nur auf Steinen stehend kann man sitzend daran arbeiten. Dafür sind auch die Arme lang genug.

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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von Propeller » Fr 3. Jan 2020, 11:39

Holz darf ruhig mal naß werden, wenn es denn zügig wieder trocknen kann. Insofern ist es wichtig, Bodenkontakt zu vermeiden. Also die Holzkonstruktion auf Steine etc. stellen und von innen mit Teichfolie o.ä. ausschlagen. Dann hält das etliche Jahre.
Der Sinn eines Hochbeetes ist nicht nur, daß man sich nicht bücken muß. Es geht auch darum, daß die eingebrachte Füllung kompostiert und dabei Nährstoffe freisetzt. Deshalb sackt es auch ständig und man muß jedes Jahr Erde nachfüllen und nach ein paar Jahren die Füllung erneuern.

Wenn es nur darum geht, bequem dranzukommen würde ich auch ein Gestell für Maurertuppen zusammenbraten.

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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von Gobi » Fr 3. Jan 2020, 11:49

ok - aber was kompostiert denn da? Neues "Material" kann ich ja nur von oben einbringen? Ich versuche nur das Prinzip zu verstehen.
Die Idee mit den Tuppen und Stahlgestell scheint mir auch fast am sinnvollsten - allerdings habe ich da etwas Sorge wegen Staunässe.

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Propeller
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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von Propeller » Fr 3. Jan 2020, 12:17

Naja, Du füllst unten Äste, Laub, Rasenschnitt und vielleicht auch Mist ein. Unten grob und nach oben hin immer feiner werdend. Dann Erde drauf. Während das Ganze kompostiert setzt es Nährstoffe und etwas Wärme frei. Nachfüllen kannst Du nur von oben und da verwendest Du dann Erde und fertigen Kompost. Nach ein paar Jahren ist das unten alles wegkompostiert und der Boden verliert langsam die Kraft. Dann machst Du das ganze Ding leer und befüllst es neu.
Das mit den Maurertuppen haut schon ganz gut hin. Ich habe das auch gemacht, weil man die Dinger zur Not auch in den Wintergarten getragen bekommt. Unten ein paar Löcher rein und eine Drainageschicht, dann staut sich da nichts. Ich verwende da übrigens immer Blähton, weil der gleich mitsamt der verbrauchten Erde auf den Acker kann. Wir haben hier dermaßen schweren Boden, daß es nur gut sein kann, ihm etwas Speicherkapazität zu geben. Hier gibt es je nach Jahreszeit nur entweder unpassierbare Pampe oder Beton. Dazwischen gibt's nichts.

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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von radixdelta » Fr 3. Jan 2020, 17:59

Zunächst baust du keine Kiste, sondern einen Rahmen. Unten kommt nix hin. Wenn die Füllung vom Hochbeet von dem Untergrund getrennt sein soll legst du Geovlies/Unkrautflies dazwischen oder auch Noppenbahn.
Wenn das Dauerhaft sein soll besorg dir Kunststoff-Zaunpfähle für die Ecken und evtl ein paar Kunststoff-Terassendielen als untere Bretter. Das hält dann dauerhaft. Den Rest machst du in Lärche, oder was sonst an brettern da ist. Wenn einzelne Bretter wegfaulen lassen die sich ersetzen. Der Grundrahmen ist aber für die Ewigkeit. Alles in Plastik geht auch, ist aber teuer und sieht nicht so hübsch aus
Die Bretter kommen Horizontal, weil unten gammeln die als erstes weg und bei vertikalen Brettern schmeißt man dann 75% gutes Holz weg. Wenn die Bretter nicht zu breit sind kann man die einzeln austauschen.
Ich würde statt Teichfolie Noppenbahn nehmen, die Struktur lässt etwas Luft zwischen Plastik und Holz.

Mach dir dabei Gedanken um die Schrauben. Ich würde Schlüsselschrauben nehmen, die gammeln nicht so schnell durch und nudeln auch nicht so schnell aus, selbst mit etwas Rost am Kopf. Ob sich Edelstahl lohnt weiß ich nicht, mir nudelt Edelstahl immer zu schnell rund, darum meide ich das.

Als Holz- und Rostschutz nehme ich Leinölfirnis, das taugt ganz gut.

Das mit der Füllung stimmt, normalerweise tauscht man die nach einigen Jahren aus. Aber ich persönlich würde darauf sch... und einfach Flächenkompost auf den Hochbeeten machen, damit bekommt man genug Nährstoffe und Bodenleben in das Beet. Das Hauptproblem dürfte sein daß man irgendwann die gewünschte Menge Kompost nicht mehr in das Hochbeet einbringen kann, wenn es nicht nachsackt. Bisher bin ich mit meinen zwei Hochbeeten noch nicht an den Punkt gekommen. Mal sehen ob das jemals passiert. Ich nutze die Hochbeete auch zur Anzucht, da geht immer etwas Erde mit den Wurzelballen weg.

Die Erwärmung schätze ich nicht so doll ein, das meiste kommt eher von der Sonne. Ein Jahr lang mag die Rotte helfen, danach wird das aber auf normalmaß reduziert sein. Man füllt das Hochbeet C-betont, damit das schön langsam verrottet. Dadurch wird aber die Energie auch nur langsam frei, entsprechend kalt bleibt die Rotte.

BernhardS
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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von BernhardS » Fr 3. Jan 2020, 21:25

Wir haben 2. Wahl Douglasie-Terassendielen verwendet. Hatte der O*i gerade im Sonderangebot. Soll angeblich lange halten, wenn man es ab und zu ölt.
Holz steht auf irgendwas aus Eisen Zusammengefrickeltem, nicht unmittelbar auf dem Boden. Innen ist Noppenbahn ausgelegt und zwischen den Dielen ist ein kleiner Spalt - da kann Luft auf beiden Seiten ans Holz. Und oben ein Streifen Teichfolie hingetackert, damit sich zwischen Noppenbahn und Holz nicht viel Biomasse ansammelt.

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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von MSG » So 5. Jan 2020, 23:01

Unser Hochbeet ist auch aus Douglasie. Wichtig ist, dass die Erde/Äste/Kompost/... innen mit Folie vom Holz getrennt sind. Wenn das Holz beim Regen nass wird und hinterher wieder abtrocknen kann, ist alles gut. Wenn es dauerhaft feucht ist, gehts schneller Kaputt.

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Re: Hochbeet - Holzfrage

Beitrag von Gobi » Di 7. Jan 2020, 20:18

Sorry, war ein paar Tage weg - vielen Dank für die guten Tips. Jetzt muss ich mal sehen, wie ich das auf die besondere Situation adaptiere.

Ich frage mich gerade, ob es dann nicht sinnvoll wäre, sagen wir mal 5 Komposter zu kaufen und sie halb auf die Mauer zu stellen und mit einem Metallgerüst zu sichern. Schlage ich da nicht alle Fliegen mit einer Klappe? (Wobei die alle keinen Boden haben, wie ich gerade gesehen habe, aber das ließe sich lösen) Der Look ist WAF technisch wohl schwierig.

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