Altes Haus, neuer Faden

Der chaotische Hauptfaden

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manuel
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von manuel » Sa 2. Okt 2021, 16:11

Mal wieder was zum Thema altes Haus.

Eine Lehmwickel/Stakendecke will ich aufbereiten weil Mäusenester drin sind. Laut Papierschnipsel war wohl vor ziemlich genau 100 Jahren die Hölle los. Der Lehm und Mäusedreck lässt sich gut trennen, und den Lehm will ich wieder einbauen, um nicht irrsinnig viel Material zu bewegen. Jetzt habe ich einen Test gemacht, alte Staken wieder eingesetzt (sehr hartes Holz), und von oben angefeuchtetes Lehmstrohgemisch vin oben draufgeknetet. Wegen Schimmelangst hab ich etwas Kalkhydrat reingestreut, sonst nix außer den alten Lehm mit Stroh. Das hat sehr stark nach Salmiak Geist gestunken. Hab mal gehört das man früher in den Lehm gepisst hat, etwa deswegen ? Vielleicht hat jemand sowas schon mal gemacht und kann fehlendes Wissen dazu geben. Vielen Dank.

Außerdem hab ich ja jetzt nur Lehm von oben auf die Staken. Die decke darunter ist noch vorhanden und verhindert das ablüften, deswegen hab ich das so mir gedacht. Ist das sehr nachteilig ?

Vielen Dank für Erfahrungen.

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uxlaxel
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » So 3. Okt 2021, 00:56

könnte der pisse-gestank von den mäusen noch herrühren?

nach dem ich ja weiße schimmelflecken auf dem (viel zu) nassen lehm hatte, habe ich ja ganz viele lüfter aufgestellt.gestern nach nur einem viertel jahr habe ich die letzten zwei ausgemacht. der lehm ist augenscheinlich völlig durchgetrocknet. ich werde die nächsten tage mal die restfeuchte mit bestehenden feldern vergleichen. aber das aktive lüften hat mir absolut das weiterschimmeln erspart.

kalk reinrühren oder aufstreuen hätte ich auch machen können, bin aber nicht selbst drauf gekommen.

manuel
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von manuel » So 3. Okt 2021, 13:05

Ich habe ein Stück lehm nass gemacht, das riecht nur nach nasser Erde. Es scheint also schon mit dem Kalk was zu tun zu haben.
Der Geruch von den Mäusenestern ist auch anders.
Demnächst werde ich den kalk allein und mit Stroh testen ob und was da reagiert.

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MatthiasK
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von MatthiasK » So 3. Okt 2021, 16:16

Früher hat man Lehm oft mit Kuhscheiße gemischt, soll sich dann leichter verarbeiten lassen oder so.

manuel
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von manuel » Sa 6. Nov 2021, 23:35

Hab den Lehmscheiss komplett entfernt. Meine Güte war da viel Mäusescheisse, zum Glück hab ich alles raus. Als würden Mäuse jede ihrer Lebensekunden maximal scheissen, pissen und nagen. Würde das nie wieder anders machen. Einige nicht tauschbare Hölzer hab ich mit Absaugung abhobelt/geschliffen zur Sicherheit.

Das Lehm Stroh Gemisch ging nur als Restmüll weg bei der Deponie, obwohl getrennt vom sonstigen Nest Schnippseldreck. Auch interessant.

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gafu
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von gafu » So 7. Nov 2021, 00:22

das hätte man auch gut einfach im garten verteilen können. vorgedüngt war es ja schon :)

manuel
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von manuel » So 7. Nov 2021, 00:28

Im Garten verteilen, hab ich auch erst gedacht. Nicht bei den Mengen. Und wer weiß wie viel Rattengift dabei war.

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uxlaxel
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » So 21. Nov 2021, 17:23

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So, mal eine Zwischenmeldung.
Im Laufe des Jahres ging die Motivation etwas flöten, dann war noch das Sprunggelenk lädiert und so ging es nur mäßig voran.
Jetzt ist das Sichtmauerwerk fast komplett fertig. Das ist irrsinnig aufwändig, das habe ich total unterschätzt. Etwa 11m mal Raumhöhe, angefangen haben wir vergangenes Weihnachten. Man muss brauchbare Steine besorgen, putzen und dabei etwa 1/3 wieder aussortieren. Bisschen schick soll es ja doch werden. Das behauen (danke noch mal für den Tipp mit dem breiten Meißel!) erfordert recht viel Übung und macht auch gerade am Anfang viel Ausschuss. Inzwischen hab ich den Dreh raus, aber es muss an anderen Baustellen weiter gehen.
Als nächstes kommen die Heizungsrohre und die Wasserleitungen auf den Rohfussboden, dass die Wandsockel saniert werden können und anschließend die Dämmung und die Trockenestrichplatten auf den Boden.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » So 21. Nov 2021, 17:25

achja, die mauerfugen werden natürlich alle noch schick gemacht! 🙃

es ist auch noch etliches anderes zwischendurch passiert, aber ein thema musste jetzt endlich mal beendet werden, dass die 2 tonnen mauersteine wieder zurück in die scheune können 😀

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von gafu » So 21. Nov 2021, 21:40

uxlaxel hat geschrieben:
So 21. Nov 2021, 17:23
Das behauen (danke noch mal für den Tipp mit dem breiten Meißel!) erfordert recht viel Übung und macht auch gerade am Anfang viel Ausschuss
Eigentlich nimmt man da einen berliner hammer, und schlägt den stein von allen seiten entlang der gewünschten bruchkante an, während man ihn in der hand hält. Danach noch 1..3 mal von einer seite her, bis er bricht.
Aber wenn ich deine präzisen schrägen kanten sehe, ist da erhöhter anspruch.. Das hat doch kein maurer so genau gemacht, jedenfalls bis zum aufkommen der steinsägen mit diamantblättern.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » Mo 22. Nov 2021, 04:58

wenn ein "berliner hammer" ein klassischer maurerhammer ist, dann funktioniert das lange nicht so sauber, wie mit dem meißel. seiten, die nicht sichtbar blieben, wurden ausnahmslos mit dem maurerhammer bearbeitet. das geht recht gut. eine definierte bruchkante auf weniger als 5mm hinzubekommen, scheint mir, zumindest mit diesen bunt gemischten steinen, annähernd unmöglich. bei den hart gebrannten klinkern mit luftkammern drin, funktionierte das tatsächlich reltaiv gut.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von gafu » Mo 22. Nov 2021, 22:32

Ein klassischer mauer beim mauern von ziegelmauerwerk.. und die maßeineit millimeter. in einem satz^^
Das macht der mörtel. Wie gesagt, so übergenau...

wo bleibt denn da der charakter? ^^

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Hightech » Mo 22. Nov 2021, 23:08

Der Tischler arbeitet mit dem Millimeter,
Dem Zimmermann der Zentimeter reicht,
Beim Maurer ist man froh, wenn er auf dem Grundstück bleibt.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Sunset » Mo 22. Nov 2021, 23:59

Die chinesiche Mauer ist erdbebensicher und steht schon so lange, weil der Mörtel einen geheimen Bestandteil hat.

Analysen haben ergeben, dass die alten Chinesen wohl Reis mit in dem Mörtel gemischt haben: Klebreis für die chinesische Mauer

Ich hab's ja erst für einen Scherz gehalten, aber Bestandteile aus dem Reis scheinen da tatsächlich eine Wirkung zu haben. :o

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Hightech » Di 23. Nov 2021, 08:03

Sunset hat geschrieben:
Mo 22. Nov 2021, 23:59
Ich hab's ja erst für einen Scherz gehalten, aber Bestandteile aus dem Reis scheinen da tatsächlich eine Wirkung zu haben. :o
Werf mal ein Paket Zucker in den Betonmischer.

Damit bindet der nicht, oder extrem langsam ab.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von ando » Di 23. Nov 2021, 09:51

Interressant , das mit dem Reis.

Heutzutage ist das ja perfektioniert: Mache Hersteller schreiben Kalkmörtel drauf, aber es ist nur ein Bruchteil Kalk drinne.

Daher habe ich meinen selbst gemacht und auch mit Zuschlagstoffen experimentiert:
Zb Haare und später Zellulose.
Letzteres brachte cremigkeit und bessere Glättbarkeit. Dazu einfach 2 Packungen Tempo auflösen, ind er Küchenmaschine shreddern und unterheben.
Sollte ich nochmal verputzen, versuche ich das mit dem Reis!

Ando

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Azze » Di 23. Nov 2021, 10:25

Hightech hat geschrieben:
Mo 22. Nov 2021, 23:08
Der Tischler arbeitet mit dem Millimeter,
Dem Zimmermann der Zentimeter reicht,
Beim Maurer ist man froh, wenn er auf dem Grundstück bleibt.
Und beim Baggerfahrer ist es bereits ein Erfolg, wenn er im richtigen Baugebiet arbeitet.
Leidvolle Erfahrung

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von PowerAM » Di 23. Nov 2021, 10:55

Azze hat geschrieben:
Di 23. Nov 2021, 10:25
Und beim Baggerfahrer ist es bereits ein Erfolg, wenn er im richtigen Baugebiet arbeitet. Leidvolle Erfahrung
Baggerfahrer können auf wenige Zentimeter genau arbeiten!
Wie schafft man es sonst, nur wenige Zentimeter dicke Kabel präzise zu erfassen und zu eliminieren?

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » Di 23. Nov 2021, 17:05

gafu hat geschrieben:
Mo 22. Nov 2021, 22:32
Ein klassischer mauer beim mauern von ziegelmauerwerk.. und die maßeineit millimeter. in einem satz^^
deswegen ja auf 5mm genau. es sieht schon arg komisch aus, wenn die eine fuge 8mm hat (die 8er fugenkelle drücke ich immer dazwischen) und die nächste 20. ich werde den rest meines lebens diese mauer direkt im blickfeld haben! nicht aus 20m entfernung, sondern direkt vor der nase.

zum charakter, die steine haben annähernd alle irgendwelche fehlstellen, sind nicht richtig gerade (teilweise 1/2cm durchgebogen) und auch irgendwie jeder hat nen anderes maß. die höhe schwankt zwischen 62 und 70mm, so ich das grob vermessen habe. die breite schwankt zwischen 230 und knapp 260mm. ich weiß nicht, aus wieviel ziegelbuden die zusammen gewürfelt haben, aber es waren wohl etliche. und nein, altes reichsformat ist es nicht, die habe ich gleich aussortiert :)
und ja, ich bin kein maurer und denke daher in millimeter.

gui, du bist gerne eingeladen, mal den baufortschritt zu begutachten ;)

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » Fr 22. Apr 2022, 17:50

Jungs, ich bin mir mal wieder unsicher, wie ich am wenigsten falsch mache.
Ich möchte Dielen (also Holzbretter mit Nut und Feder) verlegen. Diese sollen direkt auf den Balken geschraubt werden. Mache ich zwischen Balken und Diele etwas Holzleim dazwischen? Aus meiner Sicht dürfte das nicht schaden.
Sollte man auch etwas auf die Feder machen? In wiefern schaded das der Ausdehnung quer zur Faser und würde ggf. zum Abreißen der Feder führen? Vom Gefühl her würde ich da nichts dran machen, aber eben ein Kleks an die Kreuzungspunkte zwischen Dielen und Balken / Unterkonstruktion.

Danke schon mal,
Grüße Axel

P.S. Sind allgemein Bilder erwünscht? In letzter Zeit wurde eine Zimmerdecke komplett erneuert und eine Türöffnung (Zimmertür) verrückt und vergrößert.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von sukram » Fr 22. Apr 2022, 17:58

Sind die Dielen neu aus dem Sägewerk oder schon >10Jahre abgelagert? Wenn neu, dann so verlegen, dass du die in ein paar Jahren nach dem durchtrocknen noch mal nachsetzen kannst - es werden sich die Fugen durch das schrumpfen beim Trocknen öffnen. Deshalb ist Leim keine gute Idee - das reißt dann möglicherweise dort, wo keine Fuge war...

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Jan-DIY » Fr 22. Apr 2022, 18:06

Ich kann nur von meiner Ruine berichten.
Dort haben wir Rauspund auf die Sparren genagelt.
Scheinbar war das Zeug noch Nass oder die Luftfeuchtigkeit hat sich verschoben.
Habe dann den Belag wieder abgetragen und die Dielen zusätzlich verschraubt.
Jetzt knarzt es nur noch dezent.
Quietscht aber nicht mehr.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von duese » Fr 22. Apr 2022, 18:31

Bilder sind immer erwünscht.

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Bastelbruder
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Bastelbruder » Fr 22. Apr 2022, 18:53

Quietschen tun nur die Nägel. Inzwischen gibts doch Spax mit doppeltem Gewinde speziell für Parkett.
Vielleicht haben die Schräublinge auch einen speziellen Namen

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von sukram » Fr 22. Apr 2022, 18:56

Justierschrauben (Teilgewinde mit Rippen im hinteren 1/4) oder Terrassendielenschrauben (die können mit einer Führungslehre sogar verdeckt eingebaut werden - diagonal durch die Nut in den Balken)

Hier einmal Werbung: https://www.spax.com/de/themen/news/die ... rschraube/

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