Altes Haus, neuer Faden

Der chaotische Hauptfaden

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uxlaxel
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » So 28. Jun 2020, 15:50

radixdelta hat geschrieben:
So 28. Jun 2020, 14:41
Es gibt eine große Sorge vor aufsteigendem Wasser.
Wenn die kapillarbrechende Schicht funktioniert, woher sollte dann noch Feuchtigkeit aufsteigen?

Ich würde noch Porenleichtbeton bzw. Schaumbeton als Stichwort einwerfen. Auch Bodenaufbau mit Trockenschüttungen sollte man sich mal anschauen.
Wenn da wieder Diele rein soll könnte man auch an der Wand entlang ein Streifenfundament gießen als Balkenauflager.
bei mir steigt die feuchtigkeit auch über die außenwand hoch, dort sind sandsteine gemauert und die letzten zwei reihen ragen in den wohnraum herein.
das mit dem streifenfundament wäre auch eine idee. ich werde aber wohl auf die dämmung dick OSB (eine lage) und darauf eine lage dielen packen. würde gerne eben den charakter des altbauhauses nicht durch "pvc-boden" oder "baumarktfliesen" versauen. immerhin sind die geilen alten türen im EG noch vorhanden, wenn auch mit sicherheitsschlössern verschandelt. das lässt sich aber alles aufarbeiten.

radixdelta
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von radixdelta » So 28. Jun 2020, 16:14

uxlaxel hat geschrieben:
So 28. Jun 2020, 15:50
bei mir steigt die feuchtigkeit auch über die außenwand hoch
Über die Innenwände nicht? Das wäre für mich ein deutliches Signal daß es eben keine aufsteigende Feuchte ist sondern von außen kommt. Meistens ist es immer Regen.

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Sunset
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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Sunset » So 28. Jun 2020, 16:28

Wenn Du schon den persönlichen Rat eines befreundeten Arichitekten bekommst, dann würde ich zehnmal überlegen, da was anderes zu machen oder mit meinem Kumpel Klartext reden und sagen dass ich eine günsigere Lösung als Alternative brauche.

Stell Dir umgekehrt mal vor, ein Freund fragt Dich als Fachmann Elektriker, welches Kabel er in der Wand verlegen soll.
Du schaust Dir das an, un empfiehlst dann als Freund, da soll ein 4 mm² Kabel rein.
Dein Freund kommt dann an und sagt, Du, ich mach da aber jetzt 2,5 mm² rein, weil das billiger ist und die Maschine trotzdem läuft.
Was würdest Du sagen, wäre das eine gute Entscheidung von Deinem Freund?

Das ist nur als gutgemeinte Anregung zum Nachdenken gedacht, die Entscheidung muss Du treffen.
Bedenke auch, Du möchtest das jetzt einmal machen und dann 50 Jahre Ruhe haben.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Gary » So 28. Jun 2020, 19:38

Also mir sind 25cm Beton zu viel, in dem Zimmer soll doch kein LKW wenden.
25cm für eine Bodenplatte die so groß ist wie das Haus - OK, mit der Größe ändern sich die Kräfte.
Wie groß ist der Raum ?

Aber wir können ja erklären warum 4mm Kabel nötig ist, das kann der Freund von Axel doch auch. Dann kann man auch gleich fragen ob verbinden mit dem Mauerwerk gut ist, mein Gefühl sagt da nein.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » So 28. Jun 2020, 20:46

mein architekt ist auf neubau spezialisiert bzw. hat mit historischer bausubstanz kaum erfahrung. er zitiert galt paar normen, die ich hier nicht anwenden kann.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Gary » So 28. Jun 2020, 21:39

Wie groß ist das Zimmer ? Ist ja nicht unbedeutend.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » So 28. Jun 2020, 22:03

3x4m etwa.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Sunset » So 28. Jun 2020, 23:39

3m x 4m x 1/4 m = 3 cbm Beton.
Beton ist nicht teuer, 1 cbm Beton C16/20/25 kostet ca. 80€. Damit bist Du bei ca. 240€ Materialpreis für den Beton.
Ehrlich? Ich würde den da rein kippen und dann hast Du Ruhe und die Gewissheit, das ist richtig gemacht, nach Norm und Empfehlung des Fachmanns.

Du legst doch auf Arbeit auch größten Wert darauf, nach Norm und Fachwissen zu arbeiten.
Warum dann nicht auch zu Hause, gerade wenn es ein Boden werden soll, den Du nie wieder anfassen willst?

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » Mo 29. Jun 2020, 00:48

okay, wenn der wirklich nur so teuer / billig ist, brauche ich nicht zu geizen. ich muss halt ein eisenschwein bestellen, dass mir den bringt

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Kuddel » Mo 29. Jun 2020, 06:43

Das Gewicht des Betons ist nicht zu vernachlässigen. Beim Altbau kann sowas Probleme mit sich bringen.

Meine Werkstatt sollte auch laut Architekt über 25 cm dick sein, die Maurer haben gelacht und sie von sich aus auf unter 20 cm reduziert.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Gary » Mo 29. Jun 2020, 12:26

Manuel hat einen Betonsturz 25cm x 25cm x 3,5m betoniert, natürlich mit etwas mehr Eisen. Da drauf soll dann eine gemauerte Ziegelwand. Mal zum zeigen was 25cm Beton hält.

Welche Kräfte sollen da wie entstehen das 25cm Beton in einem 3x4m Zimmer nötig sein soll ?

Da wäre das Haus doch längst eingestürzt wenn da solche Kräfte entstehen.

Mach doch mal eine Skizze, wie hoch ist der "drückende Boden" außen, wie der Aufbau innen. Je mehr Beton, je tiefer musst du auch ausgraben was das Fundament erst mal schwächt. Wenn du wirklich bis zum Fundament runter kommst, dann muss da wohl auch "Gewicht" rein.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von radixdelta » Mo 29. Jun 2020, 13:46

Im Prinzip ist ja alles Spekulatius bis da nicht sondiert wurde. Sprich Holz raus und an einer Außenwand sowie einer Innenwand mal ein Loch machen und gucken was da überhaupt los ist. Vor allem wenn die Wände teilweise feucht sind.
Ist da erstmal Beton drin kommt man da nicht mehr dran.

Sind die Außenwände/Fundamente nass kommt man auch nicht umhin irgendwann von Außen was zu tun.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » Sa 18. Jul 2020, 22:14

... außen wird eh noch alles einmal aufgebuddelt, weil die drainage teilweise fehlerhaft (laienhaft) eingebaut wurde und regenwasser, welches an der fassade abläuft, sich hinter der noppenbahn statt im ablaufrohr sammelt.


was ganz anderes. einige verbliebende fachwerkwände (innenwände) müssen nun saniert werden, da der untere querbalken durch ist. hätte man damals nur eiche genommen....
kann man ausfachungen auch mit porenbetonsteinen und kalkmörtel wieder einbauen oder verträgt sich der porenbeton (ytong) nicht mit holz?

lg axel

p.s. habe gerade das gefunden:
http://www.fachwerkhaus.de/fachwerkgefa ... beton.html

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von gafu » So 19. Jul 2020, 17:50

würde ich ohne bedenken so machen.
wichtiger ist hier sicher, einen zum fachwerk passenden mörtel zum ausmauern zu verwenden, also keinen portlandzementhaltigen

wobei bei innenwändern außerhalb der nassräume das sicher alles nicht so wild ist.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » Do 27. Aug 2020, 18:57

moin, freudigerweise ist ja jetzt eine bodenplatte in meinem haus, so dass ich darauf sinnvoll aufbauen kann.
da zwischen mauerwerk (sandstein) und beton eine folie liegt, hat sich an einigen stellen, besonders im bereich von senkrechten mauerfugen etwas hohlraum gebildet. bevor ich die horizontalsperre einbaue, würde ich gerne all diese löcher ebenfalls verschlossen haben. da diese direkt an sandstein alle münden, macht sich dort zement bzw. zementmörtel / estrichbeton eher ungünstig. ich hatte jetzt an kalkmörtel gedacht, 3 teile sand und 1 teil weißkalkhydrat. macht das sinn? danke axel

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von radixdelta » Fr 28. Aug 2020, 00:10

Weißkalkhydrat muss frisch sein, dann kannst du das einen Tag vorher in Wasser einrühren und dann wie Sumpfkalk verwenden und die Rezepte für Sumpfkalk sollten dann problemlos funktioneren.

Ich habe mit Weißkalkhydrat das einen Tag lang gesumpft hat sehr erfolgreich gestrichen, da kreidet nichts, auch ohne Kasein oder andere Zusätze. Ein Jahr später war mit demselben Sack nix mehr los, da habe ich wieder einen Tag vorher eingesumpft und die Farbe war anschließend nichts als weißes Pulver auf der Wand, konnte man einfach wieder abfegen. Auch noch längeres Sumpfen brachte keinen Erfolg. Das Zeug geht offenbar recht schnell kaputt auch ohne dabei klumpig zu werden wie Zement. Der nächste Sack wird gleich komplett eingesumpft, dann sollte daran nichts mehr passieren.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von uxlaxel » Fr 28. Aug 2020, 00:25

ah interessant! das erklärt auch, warum der gefundene kalk, den meine mutter ausprobiert hat, nicht funktioniert hat. der stand wohl einige jahre schon rum im halboffenem plastefass.
ich habe einen frischen sack hier, vor zwei wochen gekauft. da ich wohl viel damit noch zu tun habe, wird er wohl nicht alt werden. danke für den heißen tipp!

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Hightech » Fr 28. Aug 2020, 07:43

Das ist ganz normal.
Das Zeug ist super hygroskopisch und bindet dann mit CO2 aus der Luft ab.
Man könnte den eintuppern, dann sollte er unbegrenzt lagerfähig sein.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von radixdelta » Fr 28. Aug 2020, 09:06

Eintuppern ist eine gute Idee, aber in letzter Zeit gibt es nur drei Sorten Weithalsfässer: Teuer oder weit weg oder (meistens) beides. Auch die 30l Eimer mit Deckel gibt es fast nicht mehr gebraucht. Ich weiß nicht was da los ist. Das Einsumpfen hat aber auch einen Nachteil: Man bekommt danach das Fass praktisch nicht mehr bewegt. Möglicherweise ist das Praktikabelste den Sack einfach in eine stabile Mülltüte zu stellen und regelmäßig im Stall und Garten zu verklappen.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Bastelbruder » Fr 28. Aug 2020, 12:27

Aber auch eingesumpft sollte man die Kalkbrühe vor dem Zutritt der Luft schützen. Ein nettes Musterbeispiel ist Natronlauge, da sieht man wie das kaputte Material ausfällt und sich eventuell am Boden absetzt.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von ando » Sa 29. Aug 2020, 00:02

Na, ich hab da zweifel.

Frisches weißkalkhydrat- kann gehen, muss aber nicht.

Versuche doch, den ungelöschten Kalk zu besorgen und den im Fass abzulöschen. Und dann wie beschrieben, 1:3 Mischen. Gerne auch noch ne Kelle Zement dazu (auf eine Speisbütte), dann bindet es schneller ab.
Wenn es farblich nicht drauf ankommt, geht normaler, wenns weiß werden soll, Weißzement.

So nen Fass Sumpfkalk wirst du sicher noch brauchen, in deiner Lehmbude- je älter, desto besser. Also fang früh an. Solltest du damit auch Wände striechen wollen, mindestens 3 Monate alte und zwischendurch ab und zu mal durchrühren.

Wenn du noch mehr wissen willst, ruf mich mal an!

Ando

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von radixdelta » Sa 29. Aug 2020, 08:32

Wenn Branntkalk eingesumpft wird entsteht Kalkhydrat. Wenn Kalkhydrat frisch ist und noch nicht teilweise carbonatisiert ist, dann sollte das technisch dasselbe sein.
Branntkalk bekommt man wohl beim Landhandel, der ist aber eher unrein und gräulich, ungelöschter Weißkalk dürfte schwerer zu beschaffen sein, wahrscheinlich über den Baustoffhandel, womöglich als Bestellware. Weißkalkhydrat gibt es (bis auf Toom :roll: ) bei jeden Baumarkt. Herstelldatum müsste drauf stehen.

Und wie gesagt, wir haben unseren Kamin damit gestrichen, das kreidet absolut null. Das kann also so schlecht nicht sein.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von Toddybaer » Sa 29. Aug 2020, 08:37

Kalkhydrat gibs im Landhandel zum Wände streichen.
Besonders im Frühjahr, weil da das Fiehzeuch raus kommt und die Ställe leer sind.
Im Herbst können die Säcke schon einige Zeit liegen

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von radixdelta » Sa 29. Aug 2020, 09:14

Ich mache grad Beton und verklappe da meinen alten Kalk drin, da habe ich mal auf den Sack geschaut.
Herstelldatum ist aufgedruckt (mit Uhrzeit). Zur Lagerfähigkeit gibt der Hersteller 6 Monate trocken auf Palette an.
Auf dem Sack sind Mischungsverhältnisse und Rezepte angegeben für verschiedenste Zwecke. Mauermörtel wird mit 4:1 in Raumteilen angegeben.

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Re: Altes Haus, neuer Faden

Beitrag von manuel » Sa 29. Aug 2020, 20:48

Alten Kalk oder Zement würde ich niemals in Mörtel oder Beton beimischen, weil für reines Mehlkorn braucht man brutal viel Binder, das heißt bei zuviel Mehlkorn ist die Festigkeit sehr schnell ganz schlecht. Die Gesamtoberfläche vom Mehlkorn ist einfach zu groß. Hab das auch mal gemacht, war ne sau blöde Idee. Deswegen ist im Beton ja nur wenig Mehlkorn.
Alten Zement oder Kalk besser zum Bauschutt, oder als Fehlboden Füllung Zuschlag.

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