Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Der chaotische Hauptfaden

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^^artin
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Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von ^^artin » So 24. Mai 2020, 09:53

Hab gestern eine undichte Stelle an einer Trinkwasserleitung freigelegt.
Die Leitungen liegen unter einer, mit Gipskarton verkleideten Zimmerdecke.
Es handelt sich um verlötete, 15mm Kupferrohre.
Es tropft zum Glück nur sehr langsam, so alle Viertelstunde mal.
Das ist im eigenen Haus - ist also problemlos möglich das Wasser abzustellen, um daran zu arbeiten.
Momentan hab ich aber einfach einen Eimer druntergestellt, da noch Arbeitsmaterial fehlt.
Lötlampe ist vorhanden, Lötzinn und Fittings muss ich nächste Woche erst besorgen.

Nun meine Frage - wie am besten vorgehen ?
Ich hab sowas zwar schonmal gelötet, bei einer gut zugänglichen Neuinstallation, und das ist auch schon ewig her.
Aber so ein versintertes Rohr an der Zimmerdecke, ist schon eine Herausforderung.
Und, gibt's da inzwischen eigentlich Alternativen zu dem ätzenden,giftigen Lötfett ?

Gruß Martin

Zum Bild: Hinten links auf der Muffe scheint auch schon etwas Kalksinter zu sitzen. Hab ich erst auf dem Foto entdeckt.
Wasserschaden5.jpg

RFreddy
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von RFreddy » So 24. Mai 2020, 10:04

Ich würde das Stück komplett großzügig rausschneiden und mittels eines Ersatzstückes und 2 Muffen einsetzen.

Wenn es irgendwie möglich ist würde ich allerdings wahrscheinlich den ganzen Krempel rausreißen und gegen mehr Schichtverbundrohr ersetzen. Für die Heizung ist es okay für Warmwasser und Kaltwasser meiner Ansicht nach einfach Käse

Kuehnetec
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Kuehnetec » So 24. Mai 2020, 10:14

Es gibt auch lötfreie Klemmringverschraubungen für Kupferrohre
und es gibt die Möglichkeit Pressfittinge einzusetzen -> z.b Viega Pressfittinge.
Die passende akkubetriebene Presszange gibt es auch beim Werkzeugverleih.
Das Sytem mit den Pressfittingen ist heute meistens Standart.

Natürlich kann man das auch klassisch mit der Lötlampe und 2 passenden Schiebe-Reparaturmuffen und etwas Rohr fixen.
Wenn man das Kupferrohr richtig mechanisch mit Stahlwolle reinigt und vernüftiges Flussmittel und neueres Zinn
benutzt wird das auch was.
Ich würde aber Vorsicht walten lassen mit der offenen Flamme und vielleicht ein Stück asbestfreie Brandschutzplatte
unter die Stelle packen beim löten.

Mfg Andreas

^^artin
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von ^^artin » So 24. Mai 2020, 10:43

Die Pressfittings hatte ich eben auch schon gefunden, aber erstmal wieder verworfen weil ich vermute, daß die Zangen ein Vermögen kosten.
Wenn man die aber ausleihen kann, wäre es durchaus denkbar, die zu verwenden.
Vermutlich muss das Rohr, für die Pressverbindung, aber auch sehr sauber und frei von Macken sein.
Dann wäre es vermutlich auch am besten das defekte Stück rauszusägen und ein neues Stück mit 2 Pressmuffen einzusetzen.
Rechts der undichten Stelle ist etwas wenig Platz. Da verschwindet das Rohr, nach 5 cm, in der Wand.

Das Holz, welches da zu sehen ist, ist nur eine Dachlatte, die, zur Befestigung der Deckenverkleidung, in die Stahlbeton-Träger eingelassen ist.
Also keine Gefahr, daß ich einen Deckenbalken anzünden würde.

Die Kupferrohre im Trinkwasserbereich rauszuschmeissen übersteigt leider mein Budget.
Das Haus ist 1970 gebaut, da waren die Kupferrohre vermutlich noch Standard für die Trinkwasserinstallation.
Zuletzt geändert von ^^artin am So 24. Mai 2020, 10:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Bastelbruder
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Bastelbruder » So 24. Mai 2020, 10:45

Stahlwolle ist (nicht ganz) das Einzige, was ich bei Kupferrohr unbedingt vermeiden würde. Da gibt es so gute "Topfkratzer" aus Kunststoff (vermutlich mit Keramischen Bestandteilen.)

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Chemnitzsurfer
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Chemnitzsurfer » So 24. Mai 2020, 10:51

Nach Murphy sind es sicherlich nicht die einzigen maroden Stellen, sondern eher die Vorhut, da würde ich überall wo möglich die Rohrleitungen kontrollieren, ehe die Bude zwei Wochen später wieder unter Wasser steht :?

^^artin
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von ^^artin » So 24. Mai 2020, 11:31

Chemnitzsurfer hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:51
Nach Murphy sind es sicherlich nicht die einzigen maroden Stellen, sondern eher die Vorhut, da würde ich überall wo möglich die Rohrleitungen kontrollieren, ehe die Bude zwei Wochen später wieder unter Wasser steht :?
Das befürchte ich auch ein wenig, zumal die benachbarte Muffe auch schon leicht versintert ist.
Und selbst die tropfende Undichtigkeit, tropft so langsam, daß man sie auf der Wasseruhr gar nicht feststellen könnte.
Trotzdem vertraue ich erstmal mal darauf, daß sich die undichten Stellen irgendwann bei mir melden. ;) Hier war es, an der Decke, zum Glück deutlich zu sehen.
Wasserschaden2.jpg

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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Spike » So 24. Mai 2020, 11:43

Eine krasse Tropfsteinhöhle - mach doch bitte einmal Fotos vom Rohrquerschnitt, wenn Du das defekte Teil rauschneidest...

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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Taunusbär » So 24. Mai 2020, 11:56

Bastelbruder hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:45
Stahlwolle ist (nicht ganz) das Einzige, was ich bei Kupferrohr unbedingt vermeiden würde. Da gibt es so gute "Topfkratzer" aus Kunststoff (vermutlich mit Keramischen Bestandteilen.)
Nennt sich Schleifvlies...
Ist auf Gewebe aufgesprühtes Korund.

^^artin
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von ^^artin » So 24. Mai 2020, 12:04

Bastelbruder hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:45
Stahlwolle ist (nicht ganz) das Einzige, was ich bei Kupferrohr unbedingt vermeiden würde. Da gibt es so gute "Topfkratzer" aus Kunststoff (vermutlich mit Keramischen Bestandteilen.)
Warum das ?

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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von berlinerbaer » So 24. Mai 2020, 12:15

^^artin hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 11:31
Trotzdem vertraue ich erstmal mal darauf, daß sich die undichten Stellen irgendwann bei mir melden. ;)
Irgendwann sicherlich ;-). Fünzig Jahre alte Kupferrohre, hören, wenn sie erstmal anfangen zu lecken, nicht so schnell wieder auf. Guck Dir mal das Stück an, das Du rausschneiden wirst.

Danach wirst Du vermutlich auch dazu neigen, die komplette Installation neu zu machen.

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Taunusbär
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Taunusbär » So 24. Mai 2020, 12:38

Feine Stahlpartikel bleiben im Kupfer hängen und korrodieren dort...
In der Lötstelle kommt das nicht gut.

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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von basti1 » So 24. Mai 2020, 13:42

Es gibt auch spezielle Muffen. Einfach um das Rohr Rum und festschrauben.

Hat mein ehemaliger Vermieter gemacht. Nun wird die Hütte verkauft. Viel Spass demjenigen der die kauft. :roll:


MFG Sebastian

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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Sterne » So 24. Mai 2020, 14:02

^^artin hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 11:31
Chemnitzsurfer hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:51
Nach Murphy sind es sicherlich nicht die einzigen maroden Stellen, sondern eher die Vorhut, da würde ich überall wo möglich die Rohrleitungen kontrollieren, ehe die Bude zwei Wochen später wieder unter Wasser steht :?
Das befürchte ich auch ein wenig, zumal die benachbarte Muffe auch schon leicht versintert ist.
Und selbst die tropfende Undichtigkeit, tropft so langsam, daß man sie auf der Wasseruhr gar nicht feststellen könnte.
Trotzdem vertraue ich erstmal mal darauf, daß sich die undichten Stellen irgendwann bei mir melden. ;) Hier war es, an der Decke, zum Glück deutlich zu sehen.
Also bei deinem ersten Foto würde ich noch keine übertriebene Panik schieben. Vermutlich sind die beiden Lötmuffen nie ganz dicht/ordentlich gewesen. Erst wenn wirklich auch das benachbarte Rohr innen mies aussieht, kann man weiter überlegen.
Gruß
Sterne

da1jo
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von da1jo » So 24. Mai 2020, 14:13

Hallo ,

selbes in den end 70er gebautes Haus von uns alles in Kupfer. Hatten erst letztens wieder ein Wasserschaden im unteren Bad. Warmwasserleitung hinter den Fliesen undicht. Das hatten wir die letzten Jahre schon öfter mal aber meist im Keller an besseren Stellen.
Also wie hier schon geschrieben wird nicht das letzte mal sein. Den Schaden jetzt schnell fixen mit wie schon geschrieben Stück rausschneiden und mit Muffen wieder neu einlöten. Und sobald man irgendwo irgendwas an Räumen neu macht den alten Scheiss raus.
Haben wir im oberen Bad und Küche schon so gemacht.

Asko
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Asko » So 24. Mai 2020, 14:42

RFreddy hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:04
Ich würde das Stück komplett großzügig rausschneiden und mittels eines Ersatzstückes und 2 Muffen einsetzen.
Auch meine Meinung, und gleich die andere Leitung mit dem kleinen "Blumenkohl" auch.
^^artin hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:43
Die Pressfittings hatte ich eben auch schon gefunden, aber erstmal wieder verworfen weil ich vermute, daß die Zangen ein Vermögen kosten.
Wenn man die aber ausleihen kann, wäre es durchaus denkbar, die zu verwenden.
Vermutlich muss das Rohr, für die Pressverbindung, aber auch sehr sauber und frei von Macken sein.
Hallo,

Pressfittinge und Schneidklemmverbinder schlage Dir mal aus dem Kopf.
Nicht das die einfach nur so blöd wären, sind die nicht, sondern in Deinem Fall.
Du hast "umgangssprachlich" WiCu-Rohr. Das ist zu weich zum pressen.
Offizielle Bezeichnung ist "Kupferrohr weich von Rolle, mit Isolierung".
Pressen kannste das Zeugs gar nicht, und für Schneidringverbinder benötigst
Du sogenannte "Stützhülsen". Neu löten ist da einfacher.
Sauber verlötet, hält das ewig.
Zum Saubermachen ... KEINE Stahlwolle verwenden, sondern "Putzflies".
Das gibt es in jedem Baumarkt. Als Lötpaste DEGUFIT 3000, oder wie das
Zeug heute heißt.
Zum löten muss das wirklich metallisch blank sein, und dann vollflächig
mit der Lötpaste benetzt sein.
Die Lötpaste "Verzinnt" Dein Cu-Rohr, das zugeführte Lötzinn stellt nur noch
die Spaltfüllung dar.
Und ja, die Muffen auch innen putzen und mit Lötpaste versehen.


Gruss Asko

j.o.e
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von j.o.e » So 24. Mai 2020, 14:50

Lötstelle SAUBERST reinigen. Nicht mit irgenwas, sondern metallfrei, a.B. mit den schon genannten Pads.
Gelötet wird mit einem geeigneten Flussmittel und natürlich mit Reinzinn, kein LSn60.
Nach dem Löten muss das Flussmittel unbedingt ab, sonst gibt es Rott.

Ob ich einem O-Ring (in den Pressfittings) mehr zutraue als einer sauber ausgeführten Lötstelle? Eher nicht, old-school eben ...

- joe

Asko
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Asko » So 24. Mai 2020, 14:55

Kuehnetec hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:14
Es gibt auch lötfreie Klemmringverschraubungen für Kupferrohre
und es gibt die Möglichkeit Pressfittinge einzusetzen -> z.b Viega Pressfittinge.
Die passende akkubetriebene Presszange gibt es auch beim Werkzeugverleih.
Das Sytem mit den Pressfittingen ist heute meistens Standart.
Aber ebend in diesem Anwendungsfall Kontraproduktiv.
Kuehnetec hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:14
Natürlich kann man das auch klassisch mit der Lötlampe und 2 passenden Schiebe-Reparaturmuffen und etwas Rohr fixen.
Wenn man das Kupferrohr richtig mechanisch mit Stahlwolle reinigt und vernüftiges Flussmittel und neueres Zinn
benutzt wird das auch was.
Ich würde aber Vorsicht walten lassen mit der offenen Flamme und vielleicht ein Stück asbestfreie Brandschutzplatte
unter die Stelle packen beim löten.

Mfg Andreas
Wie bereits geschrieben, keine Stahlwolle.
Als Brandschutz"matte" reicht auch ein Stück Rigipsplatte, die man drunter klemmt.
Um Gottes willen kein Blech nehmen. (Woher ich das wohl weiß?)

Übrigens, "Schiebereperaturmuffen", die kannte ich bis jetzt nicht.
Hast Du dazu ne Bestellnummer? ;-)

Dann kann man auch ein Elektrolötgerät ausleihen.
Mit meinem kann ich 5mm neben frischer Tapete löten, ohne das auch nur irgendwas
passiert oder gar abfackelt.


GRuss Asko

^^artin
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von ^^artin » So 24. Mai 2020, 15:29

Mein einziger Vorbehalt beim Löten ist, wie gesagt, das ätzende Lötfett.
Ich weis noch wie das Zeug auf den Händen brennt, und sowas will man doch nicht im Trinkwasser haben.
Und das defekte Rohr ist die Zuleitung zur Küchenspüle. :(

Asko
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Asko » So 24. Mai 2020, 15:49

^^artin hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 15:29
Mein einziger Vorbehalt beim Löten ist, wie gesagt, das ätzende Lötfett.
Ich weis noch wie das Zeug auf den Händen brennt, und sowas will man doch nicht im Trinkwasser haben.
Und das defekte Rohr ist die Zuleitung zur Küchenspüle. :(
Hat hier irgenwer was von "Lötfett" gelabert?

Kräftig spülen hilft zumindest Rückstände vom Flussmittel zu entsorgen.

Eine Cu-Rohrinstallation ist NICHT die gleiche wie nebenan.
Man kann es falsch machen, oder richtig!

Gruss Asko

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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von ^^artin » So 24. Mai 2020, 16:42

Hallo Asko
Das sollte keine Kritik an deinen Empfehlungen sein, ich bringe nur meine, womöglich etwas überzogene, Sorge zum Ausdruck.
Ich hatte es aber auch im Eingangspost schon angesprochen.
Was für ein Flußmittel könntest du empfehlen, welches, bei gründlichem Spülen der Leitung, auch möglichst rückstandsfrei ausgespült wird, und somit für den Lebensmittelbereich geeignet wäre.

Gruß Martin

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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Asko » So 24. Mai 2020, 17:37

^^artin hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 16:42
Hallo Asko
Das sollte keine Kritik an deinen Empfehlungen sein, ich bringe nur meine, womöglich etwas überzogene, Sorge zum Ausdruck.
Ich hatte es aber auch im Eingangspost schon angesprochen.
Was für ein Flußmittel könntest du empfehlen, welches, bei gründlichem Spülen der Leitung, auch möglichst rückstandsfrei ausgespült wird, und somit für den Lebensmittelbereich geeignet wäre.

Gruß Martin
Ich habe gerade ein Foto gemacht, bekomme das aber nicht installiert.
Wie ich schon schrieb, DEGUFIT 3000, bloss das gibt es nicht mehr.
zZ. Benutze ich "Felder Cu-Ro-Fix 3", ist aber vom Prinzip her das selbe.
(Und das sollte in jedem Baumarkt erhältlich sein)

Gruss Asko

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Leone
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Leone » So 24. Mai 2020, 20:30

^^artin hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 09:53
Hab gestern eine undichte Stelle an einer Trinkwasserleitung freigelegt.
Die Leitungen liegen unter einer, mit Gipskarton verkleideten Zimmerdecke.
Es handelt sich um verlötete, 15mm Kupferrohre.
Oh ja, das kommt mir sehr bekannt vor, WiCu-Rohre aus den 70ern, genauso wie bei mir.
Ich habe jetzt im Bad hinter dem Fliesen (Rigips-Kontruktion) das dritte mal eine Undichtigkeit, das erste Mail
war es ein Anschlußstück für ein Eckventil - Lötstelle undicht, beim zweiten mal ein Eckbogen
und jetzt kürzlich mitten im Rohr hat es nach freilegen richtiggehend gesprüht ...
(Mutmaßlich eine Stelle, an der sich innen ein Eisenspahn festgesetzt hat und über
die Jahre sich das dann da hindurch korrodiert oder so)

Mein Klempner hat da ein neues 15mm-Cu-Rohrstück eingesetzt und verpresst, gemäß
seiner Info gibt es da wohl spezielle Pressmuffen, die für WiCu passen und zugelassen sind ...
Ob da jetzt dann ein Stützring innen eingebracht wird, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall
ist es bis jetzt dicht (alle drei Stellen) ...
Der Klempner meint, das nachträglich Verlöten einer bestehenden Installation sei grundsätzlich
schon möglich, aber
a) aufwendig (Leitungen komplett entleeren) und je nach Unterkonstruktion dann ggf. Vorsorge
treffen, dass da dann nix abfackelt oder noch schlimmer unbemerkt kokelt und dann später die Bude
in Brand steht und/oder
b) bei nachträglichem Löten auf vielleicht ohnehin schon geschwächte Lötstellen durch Hantieren
am Rohr dann die nächste Schadstelle schon vorprogrammiert ist (wobei das im Grundsatz bei Verpressen
wohl auch gilt).

Ich sag jetzt für mich mal so, wenn es nochmal irgendwo im Bad undicht wird, reisse ich alle Fliesen
samt Unterkonstruktion raus und lasse das dann ich richtig (Edelstahl) machen.

Die Flickerei kostet jedesmal ein Heidengeld und trotzdem sind es einfach zu viele Risiken, dass
es wieder an einer anderen Stelle undicht wird. Das Risiko des Kolateralschadens ist mir da dann einfach zu groß.

Ich weiss natürlich, dass hier gefrickelt wird, aber bei Wasser in der Wohnung bin ich quasi ein gebranntes Kind.

Meine Empfehlung daher wäre, sich professionell zu informieren, welche Reparaturlösungen sich da
wirklich anbieten. Am Ende wird es aber - zumindest bei mir hier - wohl auf eine komplette Neuinstallation
im Bad hinauslaufen.

Beste Grüße und viel Erfolg
Leone

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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von Sir_Death » So 24. Mai 2020, 21:01

Edelstahl ist da genauso wenig Ideal, solange daneben (in Fließrichtung davor oder danach) ein anderes Metall ist - der gleiche Mist wieder, eines löst sich auf.
Halbwegs dauerhaft Ruhe sollte mit Verbundrohr sein - das korrodiert nicht und lässt auch kein anderes korrodieren.

Ob es sonst Probleme macht, werde ich in einigen Jahren sehen, 10 Jahre ist es nun schon unauffällig.
Für Kaltwasser ist bei mir Bestand verzinktes Stahlrohr, für Warmwasser Kunststoffschlauch und die Armaturbögen natürlich Messing. Ein kleiner Teil Warmwasser im Keller ist Kupfer.
Da wollte ich nicht noch ein anderes Metall dranfrickeln - bei der raumweisen Sanierung die wir in den nächsten Jahren starten wollen, wird dann alles auf Verbundrohr getauscht.

andreas6
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Re: Trinkwasserleitung undicht (verlötete Kupferrohre)

Beitrag von andreas6 » So 24. Mai 2020, 21:27

Vor rund 20 Jahren habe ich hier Wasser und Heizung neu gebaut, alles in Kupfer weich verlötet. Ging recht gut, nach ein paar Anfangsübungen problemlos. Abwischen, durchspülen, dicht. Vor etwa zwei Jahren wurde die alte (>70 Jahre) Eisenzuleitung abgesägt und eine lange vorher vorbereitete Kunststoffleitung fürs Wasser in Betrieb genommen. Leider waren meine Lötkünste für diese neue Einspeisung etwas eingetrocknet, man sollte so etwas regelmäßig machen. Die paar neuen Meter Kupfer waren undicht an den Lötstellen, zu kalt gelötet. Ist das einmal nass, bekommt man das Wasser nicht wirklich mehr heraus. An den offenen Rohren hat mein Onkel gerüttelt wie ein Bär, sie waren nicht trocken zu bekommen. Aber nur ganz trocken sind sie mit der Flamme zu verlöten. Letztlich hat er fix ein paar Pressmuffen geholt und die Pressmaschine, damit war der Umbau dicht zu bekommen. Das läuft bis heute ohne jeden Tropfen am Rohr.
Löten ist also fast nur was für neue trockene Rohre. Alles andere wird sehr aufwendig.
Im Büro meines Chefs war mal eine Heizleitung undicht. Die herbei geholten Profis haben das Rohr davor und dahinter eingefroren und dann die schadhafte Stelle heraus gesägt sowie ein neues Stück Rohr mit Muffen trocken eingelötet. Auch das geht, es ist aber echt aufwendig.

MfG. Andreas

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