Dieselspielereien

Der chaotische Hauptfaden

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Blechei
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Dieselspielereien

Beitrag von Blechei » So 2. Aug 2020, 19:10

Ich würde mich gerne etwas genauer in die Abstimmung von Dieseleinspritzanlagen einfrickeln, scheint gerade
für die unelektrischen Anlagen auch kommerziell interessant zu sein.
Und dazu brauchts einen Sensor, der die Druckbelastung/ausdehnung der Rohre zur Düse mißt. Gibts wohl fertig
aber ich habe nix genaueres gefunden.
Ich stelle mir vor ein 2 kanal oszi zu benutzen, 1 an Kurbelwelle OT, 2 an Drucksensor.
Wenn die Idee totale scheiße ist immer raus damit, meine Ideen sind meistens entweder kacke oder saugefährlich.
Oder beides;-)

TDI
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Re: Dieselspielereien

Beitrag von TDI » So 2. Aug 2020, 19:21

Blechei hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 19:10
Und dazu brauchts einen Sensor, der die Druckbelastung/ausdehnung der Rohre zur Düse mißt.
... meine Ideen sind meistens entweder kacke oder saugefährlich.
Oder beides;-)
Wofür muss man das messen oder wissen? Bei den TDIs mit Verteilereinspritzpumpe war seinerzeit ein Nadelhubgeber verbaut.
Dessen Signal mittels Diode / Widerstand etwas platt zu drücken ermöglichte wundersame Leistungssteigerungen von durchaus über 20%. War damals als 10ct-Tuning bekannt...
Bewirkt hatte es eine Verlängerung der Einspritzdauer. Für den Kolben mit seiner Mulde war das durchaus gefährlich und auch Kacke, wenn man es übertrieb :o

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Bastelbruder
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Re: Dieselspielereien

Beitrag von Bastelbruder » So 2. Aug 2020, 19:29

Den Einspritzzeitpunkt habe ich mittels eines Spezial-Kohlemirkrofons detektiert. Eine Wäscheklammer, etwas CMOS-Schaumgummi sind die Hauptbestandteile des Sensors. Natürlich läßt sich der Druck damit nicht absolut messen, aber relativ geht da schon was.

Blechei
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Re: Dieselspielereien

Beitrag von Blechei » So 2. Aug 2020, 19:38

TDI hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 19:21
Wofür muss man das messen oder wissen?
Für die Verwurstung von alten 4, 6 oder 8Zyl Turbodieseln (Vorkammer) ins Boot. Oder
Instandsetzung von ca. 25J alten Motoren inkl Tuninglight. Und außerdem höre ich mir
schon ewig irgendwelches Zeug an von wegen "hochkompliziert, Spezialwerkzeug etcpp."
Interessiert mich halt, klappts nicht: so what.

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Re: Dieselspielereien

Beitrag von Robby_DG0ROB » So 2. Aug 2020, 21:41

Blechei hat geschrieben:
So 2. Aug 2020, 19:10
Und dazu brauchts einen Sensor, der die Druckbelastung/ausdehnung der Rohre zur Düse mißt. Gibts wohl fertig
aber ich habe nix genaueres gefunden.
Du meinst diese sog. Piezo-Klemmgeber, mit denen man die Drehzahl beim AU gemessen hat. Das ist ein geteilter Piezo-Ring, der innen mit einem Messingring abgeschlossen auf der blanken Druckleitung liegt und außen in einer Klemme eingefasst ist. Mir sind Ausführungen für 5 mm Leitungen (PKW) und 8 mm (LKW) bekannt. Die elektrische Ableitung ist einmal an der Befestigung und zum anderen eine Krokodilklemme, die man neben dem Klemmgeber an die Einspritzleitung setzt. Bei lackierten Leitungen muss man das natürlich blank machen. Als Korrosionsschutz kommt dann an diese Stelle etwas Fett, da man in 12 (LKW) bzw. 24 Monaten (PKW ja erneut diese Prozedur vornimmt.

Die Druckstöße in der Leitung erzeugen entsprechende Spannungen in den Ringen, deren zeitliche Abfolge die Drehzahlmessung erlaubt. Das merkt man auch mit den Fingern an der Leitung, wenn man feststellen will, ob bei einem unwilligen Motor Einspritzungen erfolgen, oder die Leitungen belüftet sind bzw. keine Förderung erfolgt.

Diese Klemmgeber dienten nur der kurzzeitigen Verwendung beim AU und haben mit den Nadelhubgebern/Nadelbewegungsfühlern (G80) nichts zu tun.

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Re: Dieselspielereien

Beitrag von winnman » Mo 3. Aug 2020, 18:17

Es gab da schon mal so Geräte die zum Einstellen des Einspritzzeitpunkts / Förderbeginn mit Klemme an die Einspritzleitung gekommen sind. (Vor allem bei Verteilereinspritzpumpen)

Wenn du einen Reihenpumpe hast, sollte sich der Förderbeginn aber auch so richtig ermitteln lassen. (Leitung ab, mit Handpumpe ordentlich pumpen und langsam drehen, dann sollte man den Förderbeginn deutlich erkennen.) Ob der Spritzversteller das macht was er soll steht ganz wo anders.

könntest ja mal testweise einen Piezo (Feuerzeug, . . .) so an die ESL klemmen, dass der bei Durchmesseränderung verformt wird und dann mal mit dem Oszi messen was sich da tut.

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Re: Dieselspielereien

Beitrag von ch_ris » Mo 3. Aug 2020, 18:23

wenn mans mit den fingern merkt...
könnt ich mir vorstellen das da mit piezio scheibe und wäscheklammer was geht.
pfiffig wär dann halt ne blitzlampe mit gradanzeige.
mit 2kanal oszi haste die grad ja noch nicht.

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Re: Dieselspielereien

Beitrag von sysconsol » Mo 3. Aug 2020, 20:09

Mit Piezo und Wäscheklammer geht das.
Am besten einen von den flachen Piezolautsprechern ohne(!) Elektronik drinnen.
Die 12mm-Ausführung reicht, ein rückseitig geschlossenes Gehäuse ist von Vorteil.
Durch die Bohrung für den "Piep" kommt ein Stift, der mit seinem anderen Ende auf die zu fühlende Leitung drückt.
Dem kann man eine passende Hohlkehle verpassen.
Die Wäscheklammer drückt von hinten auf das Gehäuse.

Die Blitzlampe (ein Fotoblitzgerät auf kürzeste sinnvolle Blitzdauer gestellt) sollte man mit etwas Signalfilterung und ggf. Verstärkung zünden können.
Dabei beleuchtet man dann wahrscheinlich die Schwungscheibe mit entsprechender Markierung.
Das Gradmaß kann man sich ausdrucken und neben die Schwungscheibe kleben.

Um sich das Signal aus dem Piezo anzusehen reicht eine Soundkarte als Oszi.
Dabei den Parallelwiderstand am Piezo nicht vergessen - es braucht nicht viel Spannung um die Soundkarte zu beschädigen :cry: .

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Bastelbruder
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Re: Dieselspielereien

Beitrag von Bastelbruder » Mo 3. Aug 2020, 21:05

Piezoscheibe - die war 1980 noch Zukunft. Da gabs noch Kristallmikrofone und -Ohrhörer mit Seignettesalzkristall. Und wie oben schon erwähnt, es gab CMOS-Schaum"gummi" - dieses inzwischen bröselig-klebrige Zeug hat vor dem Verlust seiner strukturellen Integrität damals schon funktioniert wie der zum Prinzip erhobene Wackelkontakt namens Kohlemikrofon.

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