Zinkdruckguss verkupfern

Der chaotische Hauptfaden

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BernhardS
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von BernhardS » Mi 9. Sep 2020, 19:22

Genau.

Wenn in der Kupferbrühe viel Säure ist, dann kann man natürlich mit NaOH mal ein Stück weit neutralisieren. Ammoniak-lsg. ist ja teurer und nicht lagerfähig.
NaOH oder KOH wird manchmal diskutiert.
Die Kalisalze ziehen in der Regel weniger Feuchtigkeit und werden dann bevorzugt, wenn man Chemikalien lagern will. Sonst ist das einerlei. Aber K ist ja teurer.
Da Na ja leichter ist als K, enthalten die Na-Salze pro Gramm mehr vom Anion - hier also mehr OH (minus); sind also aus zwei Gründen billiger.

radixdelta
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von radixdelta » Do 10. Sep 2020, 09:17

Warum nicht schummeln? Das Alkalische Kupferelktrolyt bei DrGalva enthält Kupfersulfat, KNO und Soda. Da es ausdrücklich für Zink geeignet ist wäre das doch ein erfolgversprechender Pfad.
Ist denn 25€/l wirklich so teuer? Ich war eigentlich auf der Suche nach Zinkelektrolyt, das ist auch nicht sooo viel billiger.
Ok, kommt sicher auf die Größe vom Tauchbad an ;)

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Finger
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Finger » Do 10. Sep 2020, 09:24

Na ja, irgendwie gehts es auch um das "DAS kann ich auch!" Im Endeffekt sogar ziemlich sicher teurer, aber ich hab viel mehr Spaß an der Sache....

Gernstel
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Gernstel » Do 10. Sep 2020, 19:28

Haftet denn Graphit auf dem Zink? Das könnte die Chemie übersichtlicher machen, eine Graphitschicht zu verkupfern.

Sonst wäre das böse Cyanid schon ein guter Weg.

TDI
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von TDI » Do 10. Sep 2020, 20:51

Gernstel hat geschrieben:
Do 10. Sep 2020, 19:28
Haftet denn Graphit auf dem Zink?
Graphit soll auf Zink haften? Also Zink quasi verkohlenstoffen? :?
Ich glaube mit Kupfer bedampfen führt eher zu Ziel.

Sir_Death
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Sir_Death » Do 10. Sep 2020, 21:03

na wir werden doch hier so eine kleine Sputter-Kammer für das Cu bauen können :twisted: :twisted: :twisted:
https://www.protectim.com/en/

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Finger
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Finger » Do 10. Sep 2020, 21:32

Tatsächlich ist das das Thema danach: Kunststoff verkupfern. Dazu aber später mehr.

bastelbjoern
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von bastelbjoern » Do 10. Sep 2020, 22:11

hmm klingt nach neuem Podcast ?

sysconsol
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von sysconsol » Fr 11. Sep 2020, 07:25

Eine kleine Sputterkammer (Tischgerät) habe ich dienstlich schon mal repariert.
Das ist hinzubekommen.

Eventuell habe ich noch Bilder von.

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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Daffid » Fr 11. Sep 2020, 07:41

Finger hat geschrieben:
Do 10. Sep 2020, 21:32
Tatsächlich ist das das Thema danach: Kunststoff verkupfern. Dazu aber später mehr.
Das wäre ja dann verchromen nur ohne Chrom.

Vor dem Verchromen muss ja eine elektrisch leitfähige Schicht aufs Bauteil aufgebracht werden. Dazu wird Nickel oder Kupfer benutzt.

Die Auswahl des richtigen Kunststoffes spielt hier eine Entscheidende Rolle. Im Automotivebereich wird dazu ABS oder PC/ABS verwendet, seltener auch PA6.6.

Gruß David

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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Blechei » Fr 11. Sep 2020, 08:20

Ich habe vor ~45J mal Zinnsoldaten verkupfert, ich kann mich nur noch an einige grundlegende
Erkenntnisse erinnern: sauber und langsam, weniger ist mehr.
Aquades mit Kupfersulfat ansetzen, alles penibel sauber, sehr wenig Strom, eigentlich nur soviel das die Elektronen
einen Denkanstoß, quasi eine Vorzugsrichtung, kriegen.
Als "Leitmittel" habe ich wimre ein paar Tropfen Salzsäure genommen, die Gegenelektrode schnöde 1,5^2 Knödel.
Und dann dauerts... und dauert..... GÄHN...
Aber die Schicht ist stabil, die (äußerst geschmacklosen, halt 70er look) Recken stehen noch heute im Regal.

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gafu
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von gafu » Fr 11. Sep 2020, 08:28

Daffid hat geschrieben:
Fr 11. Sep 2020, 07:41
Die Auswahl des richtigen Kunststoffes spielt hier eine Entscheidende Rolle. Im Automotivebereich wird dazu ABS oder PC/ABS verwendet, seltener auch PA6.6.
Das könnte daran liegen, das im automotive-bereich einfach so gut wie alle(*) teile aus PC/ABS oder PA gemacht sind

(*) ausnahmen: steckergehäuse aus PBT oder PBT/PC und neuerdings auch einzelne unwichtige abdeckungen aus PET

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Hightech
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Hightech » Fr 11. Sep 2020, 08:30

Zum Thema Sputtern fällt mir was ein:
Ein Onkel vor mir hat in der 90ern eine Firma gegründet, die Röntgen-Spiegel durch Sputtern herstellt.
Er hat die Technik entwickelt und die Maschinen mit entwickelt.
Vielleicht kann ich den ja anpieken das er den Tutor macht zu
sputtern@home.

Was braucht man so zum Sputtern,
Vakuum, check
Magnetron, check
Hochspannung, check
Edelgas, check.
Basiswissen, nö aber hat uns das je gestört?

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Finger
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Finger » Fr 11. Sep 2020, 08:37

Einfach anfangen: CHECK
Den Kunststoff kann ich mir nicht aussuchen, das ist ein Nummernschalter von einem Telefon :mrgreen:

Sputtern... wofür braucht’s das Magnetron? Die Chemie noch nicht im Griff und schon die nächste Hürde ansteuern....

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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Daffid » Fr 11. Sep 2020, 08:47

gafu hat geschrieben:
Fr 11. Sep 2020, 08:28
Daffid hat geschrieben:
Fr 11. Sep 2020, 07:41
Die Auswahl des richtigen Kunststoffes spielt hier eine Entscheidende Rolle. Im Automotivebereich wird dazu ABS oder PC/ABS verwendet, seltener auch PA6.6.
Das könnte daran liegen, das im automotive-bereich einfach so gut wie alle(*) teile aus PC/ABS oder PA gemacht sind

(*) ausnahmen: steckergehäuse aus PBT oder PBT/PC und neuerdings auch einzelne unwichtige abdeckungen aus PET
Das liegt daran, dass man unbedingt das ABS braucht, bzw. das darin enthaltene Butadien. Dieses wird aus der Oberfläche herausgelöst um diese "aufzurauen" in den entstandenen Löchern kann sich dann das Kupfer oder Nickel absetzen was dann die Grundlage fürs verchromen bildet.
Falls dazu mehr Informationen benötigt werden kann ich gerne mal unseren Kunststoffspezialisten auf Arbeit befragen.

Ich hab nur mal gehört, dass es auch mit PA funktioniert, wie das aber geht weiß ich nicht. Bisher habe ich nur Kontakt zu ABS bzw PC/ABS im Zusammenhang mit verchromen gehabt.

Gruß David

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Hightech
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Hightech » Fr 11. Sep 2020, 08:52

Finger hat geschrieben:
Fr 11. Sep 2020, 08:37
Einfach anfangen: CHECK
Den Kunststoff kann ich mir nicht aussuchen, das ist ein Nummernschalter von einem Telefon :mrgreen:
Sputtern... wofür braucht’s das Magnetron? Die Chemie noch nicht im Griff und schon die nächste Hürde ansteuern....
Ich glaub nur den Magnet der da drauf ist.

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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von ferdimh » Fr 11. Sep 2020, 09:07

Sputtern geht auch ohne Magnet(ron). Aber mit gehts besser. Magnetronsputtern meint nur, dass die Ionen, die Zeug rausschlagen, durch den Magneten auf einer Kreisbahn fliegen.

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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Sir_Death » Fr 11. Sep 2020, 09:33

Ok, jetzt habe ich mir etwas eingebrockt. Wenn ich wieder mal am anderen Standort bin, werde ich die Kollegen fragen, wie das bei der oben verlinkten Maschine von Protec ist - meines Wissens macht die das nicht mit einem Magnetron, sondern mit einem Lichtbogen.
Wird aber wegen dem Bier-Virus noch eine unbekannte Zeit dauern. :(

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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Desinfector » Fr 11. Sep 2020, 16:31

Kupfer bildet mit Ammoniumnitrat den Tetramminkomplex.

Es reicht aus, Kupferspäne oder Abschnitte von dünnen Litzendrähten in Düngerlösung zu schmeissen.
Etwas anwärmen und das Zeug fängt an sich blau zu färben.

AN ist auch in Blaukorn enthalten.
Mit dem darin gelösten Cu
kann man gute galv. Überzüge erhalten

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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von CH-Bastler » Fr 11. Sep 2020, 18:19

Zum Sputtern gibt es ein spannendes Video von Applied Science auf DuRöhre. Wahnsinn was Ben alles schon in seiner Werkstatt alles schon gemacht hat unter anderem Supraleiter und Gläser welche sich unter UV selber tönen.
Hier das Video zum Sputtern: https://youtu.be/5X0EKbpLuRc
Edith meint:
Ich habe die Fortsetztung verlinkt, hier noch Teil 1.
https://youtu.be/9OEz_e9C4KM

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Sven
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Sven » Fr 11. Sep 2020, 20:26

Jetzt musste ich doch hier im Thema erstmal wieder nachsehen, warum zum Teufel ich Ammoniumsulfat brauchte und mir vorhin einen 25kg Sack bei der Genossenschaft geholt habe. :D
Ich wusste nur, dass ich was von dem Zeug brauche, nur nicht mehr für welches Rezept

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Zummmsel
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Zummmsel » Fr 11. Sep 2020, 20:30

Sven hat geschrieben:
Fr 11. Sep 2020, 20:26
Jetzt musste ich doch hier im Thema erstmal wieder nachsehen, warum zum Teufel ich Ammoniumsulfat brauchte und mir vorhin einen 25kg Sack bei der Genossenschaft geholt habe. :D
Ich wusste nur, dass ich was von dem Zeug brauche, nur nicht mehr für welches Rezept
Je nachdem wie viel Diesel da dazu gekauft hast ..... :mrgreen:

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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von Zummmsel » Fr 11. Sep 2020, 20:31

Zummmsel hat geschrieben:
Fr 11. Sep 2020, 20:30
Sven hat geschrieben:
Fr 11. Sep 2020, 20:26
Jetzt musste ich doch hier im Thema erstmal wieder nachsehen, warum zum Teufel ich Ammoniumsulfat brauchte und mir vorhin einen 25kg Sack bei der Genossenschaft geholt habe. :D
Ich wusste nur, dass ich was von dem Zeug brauche, nur nicht mehr für welches Rezept
Je nachdem wie viel Diesel da dazu gekauft hast ..... :mrgreen:
Ach Mist, Sulfat... hatte im ersten Wurf Nitrat gelesen :-D

BernhardS
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von BernhardS » Fr 11. Sep 2020, 20:46

Daffid hat geschrieben:
Fr 11. Sep 2020, 07:41
Vor dem Verchromen muss ja eine elektrisch leitfähige Schicht aufs Bauteil aufgebracht werden. Dazu wird Nickel oder Kupfer benutzt.
Nur ist für den gepflegten Frickler Palladium, Hydrazin, Zinn(II)Chlorid und so weiter nicht so einfach zugänglich.

BernhardS
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Re: Zinkdruckguss verkupfern

Beitrag von BernhardS » Fr 11. Sep 2020, 20:58

Finger hat geschrieben:
Do 10. Sep 2020, 21:32
Tatsächlich ist das das Thema danach: Kunststoff verkupfern. Dazu aber später mehr.
Da hab ich mal was gesehen: von einer Halogenbirne das Glas abgeklopft, ein Stückchen Kupferdraht in die Wendel gelegt und im Vakuum kurz eingeschaltet. Kurz, weil sich der Kunststoff sofort aufheizt.
Eine mit dicker Wendel, also niedrige Spannung und hoher Strom

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