Akkukocher oder einfach nur blöd?

Der chaotische Hauptfaden

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Mista X
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Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Mista X » Do 22. Okt 2020, 14:56

Servus allerseits...

ich habe hier gerade in der Firma einen amtlichen Rollwagen mit folgenden Teilen eingebaut:
Bleiakkulader mit Ladungserkennung
Daran eine dicke 12V Autobatterie 200? Ah
Daran einen 600W Wechselrichter
Ein wenig Peripherie in Form eines Relais mit Tröte verklickert einem Akku leer
Dann noch eine Spannungsanzeige für Bleiakkus von Voll bis Leer.

Folgendes Problem:
Akkulader hatte Elkopest - behoben
Wechselrichter wegen mangelnder Qualitätskontrolle hatte diverse lausige Lötstellen - behoben
Akku ist 4 Monate alt

Schließe ich den Lader über Netz an pumpt er brav die nächsten 8h lang Elektronen in den Akku bis er meldet voll. (14,4V)
Unter Last mit 500W Baustrahler werfen beide Geräte ihren Lüfter an
Nehme ich das Netz weg läuft die ganze Kiste noch knapp 5 - 10 Minuten und schaltet dann einfach ab. 10,2V

Wenn ich das nun richtig gerechnet habe müssten bei 500W Last bei 230V 2,2A Strom fließen.
500W Nennlast + 40W Verlust (Geschätzt) fließen 45A am Akku
Bei 200Ah wären das immerhin rund 4 Stunden Gebrauch bis die Tröte angeht und Ladebedarf anmeldet.
Laut Kunde soll das Gerät mit der regulären Last (Laptop + Bildschirm + Scanner) mindestens einen Tag durchhalten - was angesichts der 100W etwa hinkommt.

Kann es sein, dass trotz des neuen Akkus dieser schon breit ist oder kommt da was anderes in Frage?

Gesamtkonstrukt hat 6 Jahre auf der Uhr. Akku wie erwähnt erneuert weil kaputt.
Zuletzt geändert von Mista X am Do 22. Okt 2020, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Matt
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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Matt » Do 22. Okt 2020, 14:59

200AH gilt nur bei geringe Stromentnahme.. sobald es soviel Strom entgenohmen wird -> viel geringere Kapazität.. Aber Zahlen kenne ich leider nicht.

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Fritzler
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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Fritzler » Do 22. Okt 2020, 14:59

Der Peukert ist ein *-Loch ;)
https://de.wikipedia.org/wiki/Peukert-Gleichung

Was steht denn im Dabla bei wieviel A wieviel Ah entnehmbar sind?
Ansonsten mal npoch ne Innenwiderstandsmessung machen.

Auch wenn 45A bei 200Ah nur C/4 sind.

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Mista X
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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Mista X » Do 22. Okt 2020, 15:04

Fritzler hat geschrieben:
Do 22. Okt 2020, 14:59
Der Peukert ist ein *-Loch ;)
https://de.wikipedia.org/wiki/Peukert-Gleichung

Was steht denn im Dabla bei wieviel A wieviel Ah entnehmbar sind?
Ansonsten mal npoch ne Innenwiderstandsmessung machen.

Auch wenn 45A bei 200Ah nur C/4 sind.
Eiiii... ja kommt hin.
Nehm ich die Last weg meldet der Wechselrichter nach ca. 2 Minuten wieder bereit und der Akku geht wieder auf 13V hoch.
Fein... jetzt muss ich dennoch mal herausfinden was der Kunde mit: Akku hat schlechte Kapazität meint.

Miraculix
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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Miraculix » Do 22. Okt 2020, 15:08

Ein Bekannter von mir vertreibt genau so Rollwägen mit Batterie lade und Wechselrichtertechnik.

Anwendung finden die zb in der Lagerverwaltung. Die liefert er auch Komplett fertig mit embedded pc und kompletten Service.

Er verwendet unter anderem Lifepo Akkus. Bei Interesse kann ich gern einen Kontakt herstellen.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Chemnitzsurfer » Do 22. Okt 2020, 15:36

Miraculix hat geschrieben:
Do 22. Okt 2020, 15:08

Er verwendet unter anderem Lifepo Akkus.
Genau das würde ich auch empfehlen. 100Ah LiFePo ausm Caravanbereich, Peukert Wert fast 1, Schnelladefähig und dürfte mind. um die 10 Jahre halten.
Bessere Modelle haben ein BMS mit Blauzahn oder ähnliches an Bord, sodass du den Akkuladestand auch auswerten kannst. (alternativ ein Batteriecomputer)

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Miraculix » Do 22. Okt 2020, 17:30

Er verwendet dafür die original Victron Batterie Monitore. Da erzählt dir das BMS fast alles.

https://www.victronenergy.de/batteries/ ... -nav-image

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Tobi » Do 22. Okt 2020, 17:38

Der Herr Peukert sorgt aber nicht dafür dass aus 4 Stunden (ok, sehr optimistisch) nur 10min werden.
Da ist trotzdem was nicht ok, ich tippe auf defekten Akku durch falsche behandlung. Belaste ihn doch mal mit weniger Last, z.B. ne H4/H7 Autoscheinwerferlampe direkt am Akku. Da fließen ca 5A, da sollte der Akku ja mindestens 20 Stunden durchhalten.

Matthias
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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Matthias » Do 22. Okt 2020, 17:53

Wenn es ein standard-Blei-Säure-Akkumulator ist, dann lasse den mal mit einem !potenten! Ladegerät eine halbe Stunde kochen.
Das Ladegerät sollte dann aber schon 20A liefern können. Ansonsten den Akku mal richtig schütteln, vielleicht hilft es.

Meine Theorie dahinter ist dass evtl sich Schlamm auf den Platten abgelagert haben könnte, oder eine Säureschichtung eingetreten ist.
Leerlaufspannung des Akkus passt aber? Nicht das der einen Zellenschluss hat?

Ich hatte damals einen 225Ah Akku mit 4kW Wechselrichter und daran dann 2 Baustrahler und eine große Flex (1500W) problemlos eine halbe Stunde betreiben können.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von ferdimh » Do 22. Okt 2020, 19:19

Ungefähr alle Bleiakkus sterben genau so:
Nach kurzer Zeit wird der Akku hochohmiger als er sein sollte. Das gilt beim Laden wie beim Entladen.
Ich würde auch noch mal die Kapazität hinterfragen, ein 200Ah-Klotz wäre äußerst selten und braucht schon definitiv zwei Leute zum Heben.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Bleiklumpen mehrfach tiefentladen (halt bis ans Limit) wurde, weil der Lader bockig war. Bevor ich da weitere Fehlersuche betreibe, würde ich das Ding erneuern. Ist vermutlich auch günstiger als die mit der Fehlersuche verplemperte Arbeitszeit.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von xanakind » Do 22. Okt 2020, 19:30

ferdimh hat geschrieben:
Do 22. Okt 2020, 19:19
ein 200Ah-Klotz wäre äußerst selten und braucht schon definitiv zwei Leute zum Heben.
Nicht unbedingt:
Bild
Quelle:
viewtopic.php?f=14&t=14838&p=321753&hilit=225Ah#p321753
Dieser seltsame Typ im Roten Pulli hat 2 Batterien mit jeweils 225Ah aus der Zugmaschine gehoben.
Nicht ganz so entspannt wie die 40Ah Batterie im Twingo, aber es geht.
Und ich bin jetzt nicht besonders stark.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Zummmsel » Do 22. Okt 2020, 19:33

Mein 270Ah Bleiklumpen hat gute 60Kilo. Geht dank der Griffe halbwegs alleine. Nur mit meinem Rücken halt nicht :-(

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von BernhardS » Do 22. Okt 2020, 20:08

Matthias hat geschrieben:
Do 22. Okt 2020, 17:53
Meine Theorie dahinter ist dass evtl sich Schlamm auf den Platten abgelagert haben könnte,
Sulfat.

Wie ist denn "neu" definiert? Die häufigste Auslieferungsform ist, daß die Anoden mittels Chloratbehandlung zu PbO4 verchemikert werden. Das "erste Laden" geschieht also chemisch, nicht mit Strom. Dann braucht man nur Säure einfüllen und der Akku ist betriebsbereit und kann auch gleich Strom abgeben. Aber ab dem Zeitpunkt sollte er nicht mehr unbenutzt rumstehen, weil ganz, ganz langsam und dann schneller die Sulfat-Dingsda-Geschichte losgeht.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Robby_DG0ROB » Do 22. Okt 2020, 20:40

Lader, die den Akku nicht mit der Ladeschlußspannung auskochen, sondern auf Dauerladespannung runterschalten oder ganz ab(und wieder zu, wenn eine bestimmte Spannung unterschritten wird), weil ein bestimmter Ladestrom nach Erreichen der Schlußspannung unterschritten wird, können nicht wissen, dass der Akku taub bzw. verschlissen ist. Auch Dauerladen führt zur Sulfatierung, weil sich an den Platten stellenweise sehr hohe Säuredichten einstellen können.

Volladen ist dann nur mit einem "dummen" Lader oder einem einstellbaren Netzgerät möglich.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Zummmsel » Do 22. Okt 2020, 21:15

Das Entladen mit stark gepulsten Strömen kann diese Sulfatschicht teilweise "absprengen". Also ruhig mal den fetten AMP aus dem Car-Hifi-Zubehör an den Akku hängen und mal laufen lassen.
Ich hatte noch keinen Bleieimer in meinem Leben, der unter 8 Jahren Lebensdauer hatte. Teilweise im Auto nach 12 Jahren noch Erstausrüsterqualität.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von zauberkopf » Do 22. Okt 2020, 22:12

Was bei Blei auch zu beachten ist :
Was ist das genau für ein Akku ? Ein Starter Akku ?
Der ist nämlich absolut nicht Zyklenfest.
Das Ding ist der : Sobald ein Bleiklotz entladen wird, steigt die Säurekonzentration, die sich auf das Metallische Blei freut...
Ein Starter Akku, hat relativ wenig Blei dafür aber eine grosse Oberfläche um gut Strom liefern zu können.
Grosse Oberfläche ist ein gefundenes Fressen, für konzentrierte Säure.. wenn dann noch wenig Blei vorhanden ist -> Lebensdauer am Arsch.
Was im Dino-Fresser auch kein Problem ist.. Die Kiste wird gestartet... es wird nur wenig Ladung entnommen.. und dann sofort wieder nachgeladen.
Aber im Zyklenbetrieb...

Es gibt natürlich Bleiklötze die für den Zyklenbetrieb gebaut wurden.. d.H. also mehr : IGOOR ! Mehr Blei !
Und auch weniger oberfläche..
Aber die kosten mehr.

Und hier fängt dann zusammen mit dem Peukert Effekt langsam an, sich der LiFePo4 Akku wirtschaftlich zu rechnen.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von plottermeier » Do 22. Okt 2020, 22:20

Ja, das geht. Hier wurden mal Lokbatterien verschrottet 74 Kilo. Kann man heben, wenn man sie unbedingt haben möchte :-)
Ich tippe auch auf Akku kaputt. Man kann den mal an ein dickes Netzteil hängen und gucken, was der Strom macht.
Schnell voll heißt auch schnell leer...

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Mista X » Fr 23. Okt 2020, 12:16

Soo Problem gelöst:
Akku war so weit OK, hatte nur wegen falsch geladen eine Macke. Der Lader hat bei Halbvoll schon Voll gemeldet und abgeschaltet.

Ursache war hier ein Poti für die Ladeschlussspannung was nicht mehr ganz gut war.


Läuft nun seit heute morgen unter Dauerlast einwandfrei durch.

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von sysconsol » Fr 23. Okt 2020, 13:13

Noch mal aus interesse:

War das ein AGM-Akku?

Hintergrund ist, dass ich gestern abend nach Datenblättern suchen wollte und fast nur AGM-Akkus gefunden habe.
Zu den wenigen Bleiaquarien habe ich kein Datenblatt finden können.
(Habe aber auch aus technischen Gründen genervt aufgegeben :roll: )

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von Mista X » Fr 23. Okt 2020, 15:49

Effektra BFR BTL 12-120 ist drin

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von BernhardS » Fr 23. Okt 2020, 16:27

zauberkopf hat geschrieben:
Do 22. Okt 2020, 22:12
Sobald ein Bleiklotz entladen wird, steigt die Säurekonzentration,
... geladen wird ...

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Re: Akkukocher oder einfach nur blöd?

Beitrag von zauberkopf » Fr 23. Okt 2020, 17:30

autschn.

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