Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Der chaotische Hauptfaden

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Hesselbach
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Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Hesselbach » Mi 2. Dez 2020, 11:06

Hallo,

Hat sich schon mal jemand von Euch mit der Schaltung dieser handelsüblichen 42 V Ebike-Ladegeräte befasst? Ich möchte das Ladegerät so modifizieren dass ich es auf 38 V umschalten kann um die Akkus bei Nichtbenutzung ohne größeren Kapazitätsverlust über den Winter zu bringen. Im Gegensatz zu Bleibatterien mögen es die LiPos ja nicht vollgefressen zu schlafen und mit dem Labornetzteil auf 38 V zu laden ist doch recht umständlich. Leider ist es mir nicht gelungen ein Schaltbild für die Ladegeräte zu finden. Vielleicht hat ja mal jemand da schon mehr Erfolg gehabt.

Gruß Hesselbach

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T5000
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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von T5000 » Mi 2. Dez 2020, 11:24

die Ladegeräte von z.B. hier

lassen sich intern mittels eines Trimmpotis auf die gewünschte Ladeschlussspannung einstellen.

Da könnte man sich jetzt was basteln mit 2 Potis und Umschalter, oder einfach nach dem Winter wieder hoch drehen. Die Teile gibts auch mit LED Anzeige der Ladeschlussspannung, da brauchst Du nicht mal ein Multimeter zum einstellen.

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tschäikäi
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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von tschäikäi » Mi 2. Dez 2020, 11:24

Moin,
Li- Akkus brauchen keine Erhaltungsladung, da sie keine nennenswerte Selbstentladung haben.
Sofern nicht gerade ein BMS verbaut sein sollte, was die Zellen bei Nichtbenutzung leer saugt,
würde ich den Akku einfach halbvoll und frostfrei lagern. Alle zwei Monate kurz ein Multimeter dran halten
um sicher zu gehen.
Um die Akkus auf halbvoll zu bekommen, kannst du entweder den Ladevorgang an passender Stelle abbrechen
oder die Akkus mit z.B. einer 230V Glühbirne halb leer ziehen.
Gruß Julian

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Harley
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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Harley » Mi 2. Dez 2020, 11:40

Frage: muss man die Akkus frostfrei lagern?
Wenn ja, dann muss ich den aus dem Rasenroboter auch ausbauen.

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tschäikäi
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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von tschäikäi » Mi 2. Dez 2020, 12:08

Harley: ich habe das nochmal nachgeschaut und bin auf etwas gestoßen, was ich so nicht in Erinnerung hatte.
Datenblatt des INR28650M29 sagt: -30°C ist ok. Das ist denke ich eine ziemliche Standardzelle.
Link

edit: Allerdings ist es sinnvoll, den Akku zur Benutzung zu temperieren. Siehe auch Tesla, die halten die Zellen auf iirc 20°C.
Beim reinen Lagern will man die Reaktionen im Inneren der Zelle möglichst vermeiden: also kalt lagern.
Beim Laden oder Entladen sind die Reaktionen erwünscht, also sollte die Temperatur etwas höher liegen.
Optimal sind so 10 bis 15°C, zu warm (über 40°C oder so) senkt die Lebensdauer der Zelle.

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Harley
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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Harley » Mi 2. Dez 2020, 12:21

Danke für die Antwort!
Also kann der Rasenroboter seinen Winterschlaf mitsamt Akku im Gartenhaus halten ...

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Desinfector
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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Desinfector » Mi 2. Dez 2020, 12:32

Hesselbach hat geschrieben:
Mi 2. Dez 2020, 11:06

Leider ist es mir nicht gelungen ein Schaltbild für die Ladegeräte zu finden. Vielleicht hat ja mal jemand da schon mehr Erfolg gehabt.
werden die Spannungen in diesen Ladegeräten letztlich nicht auch über den altbekannten TL431
-quasi einstellbare Z-Diode
geregelt?

Man kann in recht vielen Netzteilen hier ansetzen, um die Spannungen zu modifizieren.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von licht_tim » Do 3. Dez 2020, 09:16

Bei diesem speziellen halbvoll Ladevorgang einfach ein paar Dioden in die Leitung schalten. So bleibt der Akku und das Ladegerät unverändert.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Hesselbach » Do 3. Dez 2020, 10:23

Nein, so einfach geht es leider nicht mit ein paar Dioden oder am Poti drehen. Das Gerät funktioniert folgendermaßen: wenn es mit dem Netz verbunden wird leuchtet eine LED rot und dann wird das Vorhandensein und die Spannung des angeschlossenen Akkupacks geprüft, dann zieht ein Relais an die LED wird gelb und der Ladevorgang beginnt. So etwas herrlich analoges wie ein Poti sucht man auf der Platine vergeblich. Wenn dann die 42 V erreicht sind wird die Leuchtdiode Grün womit das Gerät sagen will: jetzt ich habe fertig! Den Versuch mit Dioden in Durchlassrichtung habe ich auch schon gemacht, dann startet das Ding erst gar nicht. Ich fürchte ohne das korrekte Schaltbild komme ich da nicht weiter

Gruß Hesselbach

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Julez
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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Julez » Do 3. Dez 2020, 11:30

Ich lade mein Fahrad mit sowas hier:
https://www.reichelt.de/de/de/schaltnet ... 85217.html

Da muss man sich mal genau die Schaltung um das Trimmpoti herum angucken, dann ist es kein Problem die Spannung weiter zu reduzieren. Ich knipse auch 2 von 3 Shuntwiderstandsdrähten durch, um den Strom etwas zu reduzieren. Funktioniert seit Jahren super.

Oder sowas:

https://www.it-tronics.de/MeanWell-HLG- ... -IP65.html

Da ist der Spannungsbereich etwas eingeschränkt, würde aber für die Winterlagerung passen.

Aber wie gesagt, wenn du den Akku nur lagern willst, genügt es ihn einmalig auf die passende Spannung zu bringen und wegzulegen, alle paar Wochen Spannung mal überprüfen.
Lagerung bei tiefen Temperaturen macht nix, nur Benutzung dann ist absolut schädlich.

sysconsol
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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von sysconsol » Do 3. Dez 2020, 12:06

Dann könnte man auch gleich das Labornetzteil nehmen.
Zuletzt geändert von sysconsol am Do 3. Dez 2020, 12:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von sysconsol » Do 3. Dez 2020, 12:11

tschäikäi hat geschrieben:
Mi 2. Dez 2020, 11:24
Um die Akkus auf halbvoll zu bekommen, kannst du entweder den Ladevorgang an passender Stelle abbrechen [...]
Einen Zwischenstecker zwischen Akku und Ladegerät.
Damit wird die Spannung abgegriffen.
Über einen Schwellwertschalter kann man per Relais das Netzteil vom Netz trennen, wenn die gewünschte Spannung erreicht ist.
Meinetwegen auch den Akku vom Ladegerät.

Könnte man auch in das Ladegerät einbauen.

Da man derartige Akkus nie ohne Aufsicht lädt, würde schon ein Piepser reichen.

Wenn man die Schaltung vom Ladegerät abnimmt, könnte man sicher auch eine Stelle zur Modifikation finden.
Das macht aber Arbeit und setzt ein gewisses Verständnis voraus.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von plottermeier » Do 3. Dez 2020, 12:32

Ich lade den Akku vor seinem Winterschlaf immer einfach nach Gefühl ein paar Stunden, dann messe ich die Spannung zur Sicherheit einmal nach und lager ihn ein. Ist ja nur ein mal im Jahr.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Blechei » Do 3. Dez 2020, 12:51

Unsere Räder (2 "normale", 1 Lastenrad, alle Bosch) stehen über Winter mit dreiviertel Akku im Schuppen.
Seit 2 bzw 3 Jahren keine nennenswerte Verschlechterung der Laufleistung.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von xanakind » Do 3. Dez 2020, 14:26

Gut das ich das hier gelesen habe, denn das mit dem "nicht voll lagern" hatte ich ganz verdrängt.
Mein Elektroroller ist ja auch eingewintert und der Akku wird noch fast voll sein.
Da muss ich nachher gleich mal ran, zum glück hat das Ding einen Tempomaten, dass macht das entladen einfacher :D

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von topmech » Mo 7. Dez 2020, 10:51

Hab seit 2017 ein eMTB welches mit 50-60% Akkuladung überwintert, wenn ich es nicht doch fahre.
Je nach Fahrweise kommen immer noch 1300-1400 Höhenmeter aus dem Akku raus.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von alexander_d » Di 8. Dez 2020, 14:32

da hier Akku-Experten aktiv sind: Ich habe ein Pedelec aus dem Jahr 2010, das seitdem 200 km gefahren wurde. Eingebaut ist ein Bosch Motor Classic Line mit einem Akku 36 V / 288 Wh.

Leider hat sich der Akku zu Tode gestanden. Nach 20 km auf ebener Strecke ist er leer. Kann man da außer Akkutausch (zu teuer!) noch etwas unternehmen, um den Akku zu reaktivieren?

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von daruel » Di 8. Dez 2020, 15:12

alexander_d hat geschrieben:
Di 8. Dez 2020, 14:32
Kann man da außer Akkutausch (zu teuer!) noch etwas unternehmen, um den Akku zu reaktivieren?
Den Akku mal öffnen und die einzelnen Zellen messen. Oft tanzen nur einzelne aus der Reihe und ziehen den Rest mit.
Gerne auch mal jede Zelle einzeln laden um wieder Balance in den Klumpen zu bekommen.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Hesselbach » Mi 9. Dez 2020, 11:31

Hallo,

Also ich bin inzwischen zu der Überzeugung gelangt daß das umtüdeln des Ladegeräts nicht funktioniert. Ich habe mir daher ein normales Netzteil besorgt das ursprünglich 24 V 2 A abgab und dieses durch relativ einfache Maßnahmen (Austausch eine Zenerdiode) auf 27 V gebracht. Für einen Akkupack hätte sich das nicht gelohnt aber wir haben hier drei Stück, sodass ich so alle 14 Tage die mal an das 27 V Netzteil hänge. Somit dürfte das Problem gelöst sein.

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Julez » Mi 9. Dez 2020, 17:41

Du wolltest ursprünglich 38V und hast jetzt 27V? Tippfehler?

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Re: Ebike Ladegerät modifizieren (Winterschlaf)

Beitrag von Hesselbach » Mi 9. Dez 2020, 17:57

Ich meinte natürlich 37V, also 3,7V pro Zelle.

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