Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Der chaotische Hauptfaden

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IPv6
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Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von IPv6 » Do 7. Jan 2021, 00:29

Wenn man es so nennen will ist mir heute ein Scheunenfund zugelaufen, ein wunderbar leiser Kompressor von Jun Air, allerdings mit ein paar Macken.
Beim Zerlegen und ersten Reparaturschritten sind ein paar Fragen aufgetaucht. Die Kältefraktion, die Kühlschrankkompressoren blind hinterm Rücken zerlegen kann, weiß bestimmt bei den Fragen weiter :D
Ein paar Bilder und eine kleine Dokumentation von der Instandsetzung gibt hier dann auch im laufe der Zeit.

Zunächst ein verwackeltes Bild vom Apparat, schon von Schläuchen und anderem Kleinzeugs befreit:
Maschine ganz.jpeg
Typenschild am Kessel:
Typenschild.jpg
Und der Typ der verwendeten Verdichter:
Kompressor Modell.jpg
Die Kiste befand sich im folgendem Zustand:
Ein Verdichter läuft problemlos, der andere nicht (Klixon spricht laufend an). Der funktionierende Verdichter drückt Luft rückwärts durch den defekten Verdichter, sodass bei diesem am Luftfilter Luft rauskommt. Druckschalter ist noch nicht geprüft, da das Ding ja so keinen Druck aufbauen kann.

Ich habe die Kiste nun komplett zerlegt, auch alle Anbauteile vom Kessel entfernt. Da hat doch schon ein wenig der Rost dran genagt, das will alles anständig geputzt und gesäubert werden. Das Überdruckventil sollte wohl auch ein wenig genauer geprüft werden, ist wohl besser, wenn das im Fall der Fälle auch funktioniert.

Nach viel rumgewürge, mit dem Schweißbrenner heiß machen und letztendlich mit Schraubstock und Hebel hat sich der große Stopfen am Kessel entfernen lassen und den Blick ins Innere freigegeben:
Tank innen.jpg
Darf das so?
Ich hätte da vielleicht eine Flasche Spiritus reingekippt in der Hoffnung, dass das den Ölanteil entfernt. Dann vielleicht Split reintun und ein wenig schütteln?
Wenn da ein wenig der Rost draußen wäre könnte ich ruhiger schlafen.
Macht es Sinn, da an eine Versiegelung zu denken? Irgendwas aus dem Motorradbereich für Tanks oder so?

Den nicht funktionierenden Verdichter habe ich dann mal geöffnet:
Kompressor offen.jpg
Recht schnell war klar, dass das obere Lager der Kurbelwelle, wo scheinbar Eisen in Eisen läuft, fest war. Auf dem Bild ist das das Teil mit dem Loch, wo sich das Kupferrohr einmal drum windet. Ursache ziemlich sicher Ölmangel, der Ölpegel ist zumindest ein guter Stück unter der "Min"-Markierung.
Nach einer guten Stunde hatte ich die Lagerplatte entfernt ohne weitere Schäden anzurichten. War ordentlich fest.
Hier ein Bild vom Fortschritt, Platte fast weg:
Platte fast ab.jpg
An der Welle waren die Fressspuren deutlich zu spüren, konnten mit feinem Schleifpapier und etwas Geduld aber entfernt werden. Mit etwas Vakuumpumpenöl versehen (schien mir von den vorhandenen Ölen Kompressoröl am ähnlichsten zu sein) wieder zusammengebaut. Läuft soweit spielfrei und ohne zu schleifen.
Mal kurz testweise an den Strom gehängt, läuft grundsätzlich.

Aber eingangs hatte ich ja erwähnt, dass der original funktionierende Verdichter Luft rückwärts durch den anderen Verdichter drückte.
Das scheint immernoch möglich zu sein.
Wenn ich den Ansaugstutzen zu halte, den Verdichter ein paar Sekunden laufen lasse und dann abschalte, zieht er Luft vom Ausblasstutzen nach, um das entstandene Vakuum in der Kapsel abzubauen.
Druck baut er allerdings auf, im Betrieb kann man den Ausblasstutzen nicht mit dem Finger zuhalten.

Der original funktionierende Verdichter macht das nicht, bei gleichem Test behält der einfach sein Vakuum in der Kapsel, zumindest zieht er keine nennenswerte Menge Luft vom Ausblasstutzen zurück.

Ich schließe daraus, dass es irgendwo in so einem Verdichter ein Bauteil gibt, das als Rückschlagventil wirkt. Nur welches ist das? Und wo sitzt das?
Oder ist das auf fehlendes Öl zurückzuführen und ändert sich, wenn mehr davon drin ist?

Die Schrauben, die das Innere vom Verdichter zusammenhalten sind mit "Außentorx" versehen. Da müsste ich nun wissen ob sich ein weiteres Zerlegen lohnt oder ob ich erst gar keine passenden Nüsse bestellen brauche.

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xanakind
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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von xanakind » Do 7. Jan 2021, 00:36

Ich kann dir zwar leider nicht wirklich weiterhelfen, aber wie hast du den Kompressor denn so schön sauber geöffnet bekommen?
Nach "aufgeflext" sieht mir das nämlich nicht aus.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von rene_s39 » Do 7. Jan 2021, 00:41

Jun-Air ist da sehr Wartungsfreundlich und baut die Verdichter extra mit Spannring bzw. neuerdings mit Schraublaschen.
Ist also gar kein richtiger Kühlschrankkompressor, sondern eine Eigenentwicklung von Jun-Air.

Die bieten übrigens auch neue Ventilsätze für ihre Verdichter an, ob für so alte auch noch weiß ich nicht, aber für die neueren auf jeden Fall.
Bei dir wird wohl auch eines der Ventile rumzicken, du kommst also wohl kaum um die Bestellung eines passenden Bits herum. Aber da gibts viele verschiedene, also genau schauen und vergleichen.
Tippe mal auf irgendwas in Richtung E8 oder so :D Oder womöglich auch ein ganz anderes Profil.

Gruß,
Rene

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von IPv6 » Do 7. Jan 2021, 00:50

Auf dem ersten Bild ist der Spannring zu erahnen, mit dem der Deckel auf der Kapsel gehalten wird.
Da ist das eigentliche Öffnen der Kapsel das kleinste Problem :D

Wo im Verdichter müsste ich denn nach den Ventilen suchen? Im Zylinderkopf wie beim Auto?

Grundsätzlich sollte sich das schon zerlegen lassen, das Kupferrohr muss wohl abgelötet werden. Da ist eher die Frage ob ich das sauber wieder drangelötet bekomme...
Wenn das Kupferrohr weg ist sollte sich das Innere des Verdichters entnehmen lassen, sieht mir nur nach an Federn aufgehängt aus.

Dann müssen wohl als nächstes ein paar Außentorxnüsse her. Wenn doch nur die Baumärkte offen hätten...

Ersatzteile scheint es für das "Modell 6" von Jun Air zu geben, wobei vielleicht auch eine der neuere Kapsel die gleiche Bezeichnung trägt. Die Teile sind aber so teuer, dass sich das nicht wirklich lohnt. Für so eine Kapsel möchte ein Onlineshop 1000 € haben, für einen simplen Anlaufkondensator stolze 90 €.

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xanakind
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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von xanakind » Do 7. Jan 2021, 00:52

Ah, danke für die Info.
Was es alles gibt :shock:
Bei den Außentorx-Schrauben würde ich mal versuchen, ob da vielleicht eine normale Nuss passt.
Wenn vorhanden, auch mal Zöllische Nüsse versuchen.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von IPv6 » Do 7. Jan 2021, 01:02

rene_s39 hat geschrieben:
Do 7. Jan 2021, 00:41
Aber da gibts viele verschiedene, also genau schauen und vergleichen.
Tippe mal auf irgendwas in Richtung E8 oder so :D Oder womöglich auch ein ganz anderes Profil.
Danke für den Tipp, das ist nämlich gar kein Torx. Hat 12 Zacken, Torx hätte nur 6.
Schraube nah.jpg
Schraube mit Maß.jpg
Also was ganz was spezielles. Na gut.

Eine normale Nuss greift zwar auch, aber das war keine gute Idee. Bei ein klein wenig Kraft dreht sie durch und macht die Zacken rund. Sollte aber noch mit der richtigen Nuss zu öffnen sein.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Cubicany » Do 7. Jan 2021, 01:02

xanakind hat geschrieben:
Do 7. Jan 2021, 00:52
Was es alles gibt :shock:
Ach, diese Spannringe gibt es bei zig dieser "Silent Kompressoren", die
für allerlei angepriesen werden.

Hier ein Schneider-Air Modell:
Beispielbild (gehört nicht mir)
Beispielbild (gehört nicht mir)
sowas ähnliches brachte mir letztens wer rum, der meinte, der Verdichter
säße fest.

Er meinte, er lief lange gut, fing dann an zu pfeifen, was in ein Schreien
überging und auf einmal war Schluss.

Tja, Gleitlager vergnaddelt, als Kernschrott.

Was viele nämlich übersehen, ist, wie Öldurstig derlei Verdichter sind.

mmer schön den Lufttrockner leeren, aber kein neues Öl rein.

Cubicany
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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Cubicany » Do 7. Jan 2021, 01:07

IPv6 hat geschrieben:
Do 7. Jan 2021, 01:02

Also was ganz was spezielles. Na gut.
Kannst du da nicht einen Schlitz rein sägen oder feilen?

Wäre die erste Idee.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von rene_s39 » Do 7. Jan 2021, 01:14

Oder einfach vorsichtig mit der Wasserpumpenzange greifen, Platz ist ja genug.
Das Kupferrohr musst du wahrscheinlich gar nicht ablöten, denn du wirst es kaum glauben - Kupfer kann man biegen :D

Ich meine mal aufgeschnappt zu haben, das Jun-Air genau wie Kränzle auch selber Anleitungen zwecks Wartung und Reparatur zur Verfügung stellt. Evtl. auf YouTube?
Da wirds sicher was in Textform geben, wo die Ventile näher beschrieben sind. Aber der richtige Schlüssel macht schon Sinn, in Kombination mit einem Drehmomentschlüssel.
Vielleicht sind die Ventile ja auf eine gewisse Vorspannkraft angewiesen, alles gut möglich.

Würde auf jeden Fall erstmal auf jemanden warten der wirklich Ahnung davon hat (und nicht bloß aufgeschnapptes Halbwissen wie ich) oder eine Serviceanleitung vom Hersteller besorgen.

Gruß,
Rene

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Cubicany hat geschrieben:
Do 7. Jan 2021, 01:07
Wäre die erste Idee.
Sowas sollte bitte die letzte Idee sein, denn Späne im Verdichter sind immer ideal. Ich hasse Leute die zwecks Zerlegung / Reparatur / wasauchimmer alles kaputt hauen, aufsägen oder an den verschiedensten Stellen blöd rumhebeln, weil sie zu dumm sind sich mal Gedanken über die Konstruktion zu machen. Warum nicht einfach direkt die Schraubenköpfe abflexen und nachher mit nem Schweißpunkt wieder fixieren?
Das Hauptziel bzw. der eigene Anspruch sollte doch eigentlich sein, eine Reparatur so durchführen zu können, dass man hinterher keine Spuren mehr sehen kann.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Bastelbruder » Do 7. Jan 2021, 01:27

Man könnte aber eine etwas größere Nuß oder einen nur geringfügig größeren Ringschlüssel draufstecken und einen Schwung geschmolzener Lötzinnreste in den Spalt reingießen. Vielleicht reicht das damit übertragbare Drehmoment. Auf jeden Fall läßt sich das Zinn von allen Teilen restlos wieder entfernen.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von IPv6 » Do 7. Jan 2021, 01:30

Nein, Schlitze werden da erstmal keine reingesägt. Auch mache ich die Schrauben nicht erst mit einer Zange rund bevor ich dann doch das richtige Werkzeug besorge.
Am Samstag möchte Herr Bezos mein neues XZN Steckschlüsselset liefern. Da ist mit 4-19 mm hoffentlich das passende dabei.

Klar lässt sich das Kupfer biegen, aber dann hängt das vielleicht im Weg. Mal sehen, wenns dranbleiben kann bleibt es dran.

Zumindest findet sich im Netz nicht auf Anhieb eine Serviceanleitung zu den Dingern. Wenn nötig könnte man das dann mal direkt bei Jun Air anfragen. Noch habe ich Hoffnung, dass das halbwegs selbsterklärend ist.

Neues Kompressoröl muss auch noch her, ein Verdichter funktioniert ja, somit wird die Kiste auf jeden Fall wieder eingesetzt, zur Not halt nur mit halber Luftleistung.
Da liest man ja auch viel, SAE 30 oder nur spezielles Kompressoröl?
5 Liter VDL 100 für 17 € klingt gut, dann habe ich genug zum nachfüllen und um die Verdichter zwei Mal gut zu spülen. Das aktuelle Öl riecht deutlich sauer, erinnert an Erbrochenes.

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Alexander470815
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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Alexander470815 » Do 7. Jan 2021, 01:31

Die Schraube wird auf jeden Fall ordentlich fest sein.
An die genau muss man aber auch nicht dran, die Ventile liegen direkt im Zylinderkopf.
Das Runde Teil ist nur eine leere Kammer->Pulsationsdämpfer
Das hat ganz normale Flatterventile, müsste sichtbar werden wenn man den Kopf abnimmt, vier Schrauben vermutlich an der Seite.
Wird aber auch ein Außenvielzahn sein.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von IPv6 » Do 7. Jan 2021, 01:44

Die fotografierte Schraube ist nur exemplarisch. Die Schrauben vom Zylinderkopf sind die gleichen, sind aber schlecht zu fotografieren.

Also Innereien rausholen, vier Schrauben vom Zylinderkopf entfernen und gucken, wie es darunter aussieht. Klingt nach einem Plan.

Dann werden die nächsten Tage zum Teile putzen verwendet.
Irgendwelche Kommenatre zum Zustand des Kessels?

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Alexander470815 » Do 7. Jan 2021, 02:06

Also unser Kompressor sieht innen ähnlich aus.
Die beste Variante wäre wohl das Teil mit Wasser voll machen und mit dem 1,4fachen Nenndruck abdrücken, hält er das aus ist er noch gut.

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Hightech
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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Hightech » Do 7. Jan 2021, 08:16

Das Öl aus dem Kessel zu entfernen ist zB sinnlos, denn der Komperssor wirf das Öl eh wieder in den Kessel.
Die Luft aus den Jun-Air ist gut ölig.
Für die Dinger gibt es ein spezielles ÖL, schau mal nach JUN-AIR Kompressor Öl.

Mir scheint auch das Ventil am Zylinderkopf undicht zu sein.

Zu Konrollieren und zu reinigen sind auch die Externen Rückschlagventile, aber die scheinen da gar nicht dran zu sein?

Das Kupferrohr kann man problemlos soweit biegen, das man an die Ventile kommt, hatte ich schon mal so gemacht. Da ist genug Spielraum.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von ch_ris » Do 7. Jan 2021, 08:25

mit den billigen "Keilverzahnung"Nüssen sollte die schraube greifen. Bei Außentorx zumindest, weis ich's.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Cubicany » Do 7. Jan 2021, 09:46

Sieht ja aus wie diese Vielzahn Bits aus dem KFZ Bereich.

Könnte auch gehen.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Virtex7 » Do 7. Jan 2021, 12:54

Hallo!

wenn das 12-Kant ist, probier doch mal einen Ringschlüssel mit doppelter Verzahnung aus, damit hab ich schon Turbolader zerlegt, wenn der Schlüssel wirklich perfekt gepasst hat.
Ansonsten sollte auch ne doppelt Verzahnte Nuss gehen.

rummurksen mit nicht passendem würde ich auf keinen Fall, die Schrauben sind gern gut fest (wie Alex auch schon gesagt hat...)
evtl. ist sogar ein Schlagschrauber sinnvoll.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von IPv6 » Do 7. Jan 2021, 13:22

Alle externen Teile vom Kompressor sind abmontiert und werden in nächster Zeit gereinigt, geschmiert und wieder zusammengesetzt.
Es gibt nur ein exteres Rückschlagventil, das sitzt zwischen der Sammeleitung der beiden Verdichter und dem Kessel.
Statt Schraubenkleber auf den Gewinden würde ich beim Zusammenbau allerdings auf Teflonband setzen, das dürfte das nächste Zerlegen einfacher machen.

Die Verdichter werden sicherlich wieder Öl in den Kessel bringen, es geht mir nur darum, das alte Öl mit säuerlichem Geruch da raus zu haben. Den möchte ich nicht immer mit der Druckluft im Keller haben wenn ich was ausblase.
Macht da als Erweiterung ein Ölabscheider zwischen Verdichter und Kessel Sinn? Normal sind die Abscheider ja erst Abgangsseitig am Kompressor.

Das spezielle Jun Air Öl ist mir zu teuer, die Füllung mit etwas spülen kostet gleich mal 100 €. Im Netz liest man viel, von "nur das Spezialöl!" bis hin zu "ich verwende immer Motorölreste die rumstehen". Da niemand schreibt, dass ihm/seinem Kumpel schon Kompressoren durch falsches Öl verreckt sind packe ich da mal VDL 100 rein. Vermutlich ist das mit korrekter Füllmenge schonmal deutlich besser als Spezialöl mit viel zu geringer Füllmenge :D

Leider habe ich weder so kleine Ringschlüssel, noch doppelt verzahnte Nüsse. Aber wie bereits gesagt ist ein kleiner Steckschlüsselsatz mit Vielzahnnüssen unterwegs zu mir.

Cubicany
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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Cubicany » Do 7. Jan 2021, 16:06

IPv6 hat geschrieben:
Do 7. Jan 2021, 13:22

Statt Schraubenkleber auf den Gewinden würde ich beim Zusammenbau allerdings auf Teflonband setzen,

Die Verdichter werden sicherlich wieder Öl in den Kessel bringen
Also wegen erstem:

Teflon finde ich nur bedingt gut, weil ich halt schon mehrere Verbindungen hatte, die sich irgendwie
undicht gewackelt haben (Wasser im Garten) und ich nachträglich ALLES auf Hanf umgestellt habe und jetzt ist Ruhe.
Manche meinen, bei Druckluft ginge das nicht wegen fehlendem Wasser, aber ein für den Kollegen so reparierter
Kompressor läuft jetzt seit 6 Jahren ohne Druckverluste, die größer als nach der Reparatur sind.

Und zum zweiten:

Du kannst ja die Öltrennung vor dem Tank machen.

Das wird dir das (meiste) Öl vom Behälter fern halten und du hast eine Kontrolle, wann wieder Öl drauf muss ohne
die Verdichter zu öffnen. Ggf. kann das Öl wieder eingefüllt werden.

sysconsol
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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von sysconsol » Do 7. Jan 2021, 16:34

Mit der Luft kommt doch auch immer etwas Wasser mit.
Da ist ein wenig Öl im Tank doch gar nicht so schlecht.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von j.o.e » Do 7. Jan 2021, 20:38

IPv6 hat geschrieben:
Do 7. Jan 2021, 00:29
Tank innen.jpg

Darf das so?
Ich hätte da vielleicht eine Flasche Spiritus reingekippt in der Hoffnung, dass das den Ölanteil entfernt. Dann vielleicht Split reintun und ein wenig schütteln?
Wenn da ein wenig der Rost draußen wäre könnte ich ruhiger schlafen.
Macht es Sinn, da an eine Versiegelung zu denken? Irgendwas aus dem Motorradbereich für Tanks oder so?
Von einer Versiegelung, auch beim Moped-Tank, würde ich abraten. Für dieses Lackzeug werden unverschämte Preise aufgerufen. Einmal falsch aufgebracht hast Du komplett verspielt. Nachbessern geht da nicht, Tank wäre dann irreversiebel am Arsch.

Beim Mopedtank mach ich das so:
- Split rein und ORDENTLICH "schütteln" (*)
- Danach mit Wasser spülen (Gartenschlauch rein und mal für 10min das Huhn aufdrehen)
- Mit Natronlauge entfetten
- Nochmals spülen
- Mit Salzsäure Restentrosten (Vorsicht - da baut sich Druck auf)
- Wieder spülen
- Und schlussendlich mit Phosphorsäure den Rostschutz aufbringen (phosphatieren).
- Trocknen kann man mit mehrmaligem Ausspülen mit Spiritus.

(*) Ich hatte mir dafür extra einen Tumbler gebaut: Vorderrad vom Drahtesel, Schlauch als Treibriemen, 'n Elektromotor um das Ding rumzuwirbeln. Tank an die Speichen getüddelt - und dann STUNDENLANG drehen lassen.
Betonmischer soll auch gehen. Dann aber den Tank mit Oma's Sofakissen sichern.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von IPv6 » Do 7. Jan 2021, 20:48

Das klingt gut, wird mir aber zu viel Aufwand sein.
Ich habe noch Owatrol hier, das werde ich mal ausprobieren. Ist so ein Kriechöl, was dann aushärtet.

Saubergemacht ist der Tank schon einigermaßen, zig Mal in der Badewanne mit ein wenig Wasser gefüllt, geschüttelt und ausgekippt. Zwischendurch mal ein wenig Badreiniger rein, in der Hoffnung, dass es das Öl etwas löst. Da kamen dann jedenfalls einige Rostflocken raus.
Im Keller gabs dann nochmal einen Schluck Aceton hinterher, damit war dann der Geruch nach saurem Öl so gut wie weg.
Dann habe ich ein paar Schrauben reingekippt und geschüttelt, das war aber wenig ergiebig. Allerdings war das Schütteln wohl auch nicht so effektiv, das Ding ist nicht gerade leicht und ich habe keinen Betonmischer zur Hand.
Ich habe dann beschlossen, dass das Gröbste nun raus ist und ein Schluck Owatrol nicht schaden kann.

Ein paar Teile wollte ich noch im chinesischen Ultraschallbad reinigen, was mit einem Knall gestorben ist. Da hats von einem Transistor eine Ecke weggesprengt.
Konnte aber intern so umgeklemmt werden, dass wenigstens zwei der drei Ultraschallgeber funktionieren. Mal sehen was der Händler dazu sagt, ist ja noch nicht alt.

Dann sind wie geplant noch ein paar Kleinteile durch das Utraschallbad gewandert. Als nächstes muss der Druckschalter wieder zusammengebaut und sein Gehäuse geklebt werden.
Die ganzen verchromten Kleinteile leiden alle unter blätterndem Chrom. Das kommt so gut es geht mit der Drahtbürste runter, mit etwas Schleifpapier glatt machen und dann kommt da auch Owatrol drauf. Das lässt sich dann nach 24 Stunden überlackieren, irgendwas silbernes ist sicher noch in einer Dose da.
Nicht zu 100 % profesionell aber irgendwann soll die Kiste ja wieder zusammen sein.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von Cubicany » Do 7. Jan 2021, 23:40

Du kannst es auch elektrolytisch entrosten.

Einfach den Tank so anschließen, dass die Bläschen raus kommen und dann mal so 20 Minuten laufen lassen.

Dafür muss nur alles Öl raus sein.

Danach dann mit irgendeinem Öl beschichten.

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Re: Alter Jun Air Kompressor/Kühlschrankkompressor Reparatur

Beitrag von IPv6 » Fr 8. Jan 2021, 01:52

Die Sache mit dem Tank hat sich erstmal erledigt, da ist nun Owatrol drin und härtet vor sich hin.
So sieht das Ding dann geputzt von außen aus:
Kessel geputzt.jpg
Vielleicht frage ich dann in einem halben Jahr nochmal was ich machen soll wenn er dann durchgerostet ist :D

Die Spannringe und Luftfilterteile sind grob vom abblätternden Chrom befreit und ebenfalls mit Owatrol behandelt. Wenn das morgen ausgehärtet ist kommt silberner Felgenlack drauf, der wurde mir vor Jahren mal falsch geliefert und wartet seit dem auf Verwendung. Eine Schraube habe ich damit mal testweise silber gefärbt, sieht ganz gut aus. Ist ja fast so schön wie Chrom!

Zum Lackieren bietet sich hier der Heizungsraum an, schön warm und mit automatischer Zwangsentlüftung durch den Ölbrenner.
Lackiert.jpg
Sonst liegen hier jetzt noch eine Menge Einzelteile rum und warten auf ihre Verwendung.
Einzelteile.jpg
Das Überdruckventil und das Rückschlagventil sind schon geschmiert und zusammengebaut.

Auch der Druckschalter ist wieder zusammen. Das war so ein Fall wo man recht unbedacht zwei Schrauben rausdreht, nicht merkt, dass Teile unter Federspannung stehen und einem die Teile daraufhin entgegen kommen. Ohne, dass man sich genau anschauen kann, wie sie zusammengehören. War dann aber am Ende logisch wies gehört, nur die Federn wieder zu spannen und alles zu montieren war etwas fummelig.
Druckschalter.jpg
Morgen kommen dann alle Anbauteile wieder an den Kessel, die Chromteile werden lackiert sofern das Öl ausgehärtet ist und die Verdichter werden von außen geputzt. Deren Starterelektronik möchte auch noch gereinigt werden.
Dann kommt das Öl aus den Kapseln, damit sich die Schaugläser reinigen lassen.
Und bis dahin ist dann hoffentlich Samstag und die Vielzahnnüsse sind da.

"Leider" hat das Projekt durch den bevorstehenden Umzug eine recht harte Deadline (1.2.), eine Werkbank voll mit Einzelteilen umziehen ist doof.
Und wenn ich alles in eine Kiste packe bleibt das Zeugs für lange Zeit eingepackt.
Daher noch möglichst weit kommen bevor nächste Woche der Urlaub rum ist.
Das ist jedenfalls der Grund, wieso an der ein oder anderen Stelle das verwendet wird, was halt da ist, statt aufwendige Lösungen zu basteln.

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