Kosten für den Kamin

Der chaotische Hauptfaden

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Desinfector
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Kosten für den Kamin

Beitrag von Desinfector » Do 21. Jan 2021, 09:49

Viele wollen ja gerne einen Kamin haben, ggf sogar mit Holz komplett heizen.

Da hätte ich gerne mal gewusst, was da so an Kosten anfallen,
incl allen Unterhalts für 'ne Säge (Sägeblätter kaufen/schärfen, Sägeöl, Treibstoff).
Dann: wie kommt überhaupt das Holz zu Euch?
Auto, Hänger etcpp.

wat kost das alles?

Naja und dann die Zeit, die man damit verbringt, das Holz bei Selbstfällung/Lagerung etc überhaupt kaminfähig zu machen

Grund der Frage ist, dass man immer wieder belächelt, bisweilen blöde angeguckt wird,
wenns ums Thema Schrott geht und was man da für Zeit verfeuern würde etcpp.
Gerade von einem Nachbarn kam wieder so'n Argument. Ausgerechnet von dem.
Von dem das halbe Dorf regelmässig mithören kann, wenn er Holz zubereitet...

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Matt
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Matt » Do 21. Jan 2021, 11:07

Brennholz ist auch recht zeitintensiv.

Es muss auch gespaltet & gesägt wird, es muss auch gelagert, es müsste auch aus Wald geholt. Es ist anders als angenehme Arbeit. Ab und zu müsste ich es auch Holz fällen, bei Eltern. Bei Eltern ist Brennholz einzige Heizmaterial in Winter. (moderne Brennholz-Zentralheizung von Fröling)

Es ist nichts für Leute, der keine Wald und Scheune besitzt. Nur damit macht Sinn.

Holz müsste mehre Jahre unter Dach gelagert, bis ihre Feuchtigkeit gering ist. Dafür gibt Vorschrift, aber ob es kontrolliert wird -> fraglich.



Wenn man nur einfach an schöne Feuer erfreuen will und maximal 2-3 Festmeter Verbrauch in Winter hat -> kaufst du es besser bei Baumarkt bzw. Bauer besuchen, der Brennholz abgeben kann.

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AlexVR6
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von AlexVR6 » Do 21. Jan 2021, 11:34

Es gibt ja auch Händler für fertiges Kaminholz, wir haben letztes Frühjahr für 15SRM 600€ bezahlt. 33er länge fertig gespalten. War Käferholz ein Jahr gelagert, konnten wir diesen Winter schon mit verheizen.
Wald und Hof haben wir auch, aber keine Lust/Zeit auf die Anstrengende Arbeit.

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Joschie
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Joschie » Do 21. Jan 2021, 11:38

Wie heists so schön:

Brennholz macht oft warm.
incl allen Unterhalts für 'ne Säge (Sägeblätter kaufen/schärfen, Sägeöl, Treibstoff).
Sehr schwer zu sagen, ich würde ohne Sägenanschaffung für die Kettensägen mal 10€/Ster ansetzten.
Dann: wie kommt überhaupt das Holz zu Euch?
Je nach Menge und Zufahrtsmöglichkeit mit Auto + Anhänger oder mit Traktor + Anhänger.
wat kost das alles?
- Kettensäge mittel (50ccm Klasse): ca. 750€
- Kettensäge klein (30ccm Klasse): ca. 300-350€
- Kettensäge groß (80ccm Klasse): ca. 1300€
- Zubehör Ersatzketten: ca. 15-20€ Stck.
- Zubehör Ersatzschwert: ca. 120€ (ich nehm nur Sugihara oder Tsumura)
- Sprit: ~2,50€/Liter Sonderkraftstoff
- Kettenöl: ~1,70€/Liter
- Kanister: ~25€

- Schutzkleidung Schnittschutzhose: ~150€ für ne gute günstige, ~300€ für ne Pfanner
- Schutzkleidung Helm: ~60€ für nen normalen, kein Protos
- Schutzkleidung Schuhe: ~250€ für Haix Protector Pro

- Werkzeug zum schärfen: ~1,5€ Feile, ~20€ Feilhilfe
- Werkzeug Fällheber: ~90€
- Werkzeug Kettenzug (um Hänger zu Fall zu bekommen): ~250€
- Werkzeug Ketten: ~150€
- Werkzeug Fällkeile + Schonhammer: ~250€
- Seilwinde (je nach Größe des Schleppers und Ausstattung): zwischen 3.500 und 7.500€ neu

- Anhänger (bei mir 3x1,8m): ~3500€
- Anhänger (bei mir 4x2,2m): ~5500€
- Ladungssicherung: ~180€ (8xLanghebelratsche + Gurt)
- Traktor (je nach Größe und Alter): mind. 3500€ zzgl. Unterhaltskosten wie Steuer, Versicherung, DÜV, Reparaturen,...)

- Lehrgänge + Schulung: ~500€

- Holzsplater: ~1200€

Nur mal so grob aufgelistet.

Und ja, dafür ist mit Öl oder Gas heizen um einiges günstiger und vor allem bequemer, denn wie schon geschrieben, Holz macht oft warm.

Grüße
Josef
Zuletzt geändert von Joschie am Do 21. Jan 2021, 11:41, insgesamt 1-mal geändert.

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RMK
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von RMK » Do 21. Jan 2021, 11:38

hier auch - mein Bruder heizt komplett drei Häuser mit Holzscheiten (also auch ein moderner Ofen mit richtig viel Pufferspeicher)
hat aber auch eigenen Wald und ab und zu willige (hüstel) Helfer.
Wenn Du alles zusammenrechnest und die Arbeitszeit mal *weglässt* lohnt sich das trotzdem nur bei eigenem Wald... :)

wenn man aber einen Vorwand braucht um Motorsägen, Spaltäxte, Helme, Schutzkleidung und einen Traktor mit Winde
anzuschaffen ist "selbst Holz machen" ideal. :mrgreen: Motorsägenschein nicht vergessen!!

Einen Tag lang macht das ja auch mal Spass, mit viel Getöse und gefährlichen Maschinen zu arbeiten, aber dauerhaft.. ähem.

Holz macht vier Mal warm. beim Fällen, beim Zerlegen/Spalten, beim Stapeln und dann beim Verbrennen....

wir haben einen "Komfort"-Kaminofen, für den habe ich halt bei einer der obigen Aktionen eine Buche zerkleinert und
eingelagert und einmal auch im Baumarkt bereits gespaltetes und getrocknetes Buchenholz gekauft, war halt ein Schüttmeter
und ich faul...

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uxlaxel
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von uxlaxel » Do 21. Jan 2021, 12:00

dass da ganz schön viel durch geht, kann ich bestätigen. ich verfeuere ein bis zwei voll gestaplelte schubkarren täglich und das haus würde ich als eher klein bezeichnen. gut, es hat keine superduperdämmung, sondern ist stand 1960, aber so schlecht isoliert ist es auch nicht

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Gernstel » Do 21. Jan 2021, 12:15

ich verfeuere ein bis zwei voll gestaplelte schubkarren täglich
Das dürfte ganz überschlägig täglich so 1/15 srm sein und 10...15 l Heizöl entsprechen.
Damit ist dann vermutlich nicht jeder Raum geheizt.

Ich habe zwei Jahre lang auf dem Land gelebt und nur mit Holzöfen geheizt. Das war eine interessante Zeit. Das gab auch erstaunlich viel Dreck und interessante Insekten im Haus und eine Mäusekolonie im Brennholz. Es war also sehr ... lebendig :mrgreen:

Was mir der Kollege vom aktuellen "freundschaftlichen" Preis angelieferten Brennholzes erzählt, macht für mich wirtschaftlich allerdings gar keinen Sinn mehr. Alle jammern, dass sie das viele Holz aus den Wäldern kaum mehr loswerden und die Preise verfallen. Beim Preis für Brennholz scheint sich das allerdings zumindest hier nicht auszuwirken.

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von duese » Do 21. Jan 2021, 12:22

Die Arbeit zum Aufarbeiten wird halt nicht billiger bzw. teurer. Macht die vielleicht einfach den größten Teil aus, so dass der Rohholzpreise gar nicht mehr wirklich durchschlägt?

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Propeller
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Propeller » Do 21. Jan 2021, 12:38

Mit Holz heizen ist für mich eher eine Einstellungssache als eine wirtschaftliche Überlegung. Ich heize die Werkstatt zu 100% mit Holz. Die Anlage ist technisch auf dem neuesten Stand (Fröling S1) und ich muß daher nur 1x täglich Feuer machen, in der Übergangszeit nur alle 2 Tage.
Für das notwendige Käferholz zahle ich <200,-€ jährlich, aber wenn ich das Fällen, Ranfahren, Spalten und Einstapeln rechne, wird es eigentlich unwirtschaftlich. Allerdings genieße ich die paar Tage Waldarbeit auch durchaus und betrachte das Spalten von Hand als Sport. Nach so einer Kampagne habe ich spürbar weniger Rückenprobleme. Hinzu kommt das angenehme Gefühl, mehr oder weniger autark zu sein. Umweltfreundlicher ist es auch.
Muß man sich halt überlegen.

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Hightech
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Hightech » Do 21. Jan 2021, 12:53

Ich hatte auch lange überlegt einen Wasser geführten Kamin ein zu bauen und dann alles damit zu heizen.
Aber da die Brennstoffkosten teilweise höher sind als Gas, hab ich es gelassen.
Kamin 6k
Einbau und Umzumaterial 2k
Schornsteinfeger jährlich und statt alle 2 Jahre bei Gas.

Dann die Frage mit den Abgaswerten bzw. Feinstaub, das verschärft sich auch regelmäßig und man muss Nachrüsten.

Lohnt sich nur, wenn man das Brennmaterial quasi für lau bekommt.

sysconsol
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von sysconsol » Do 21. Jan 2021, 12:54

Motorsägenschein - braucht es den, wenn man auf seinem privaten Grund für private Zwecke arbeitet?

Was die körperliche Arbeit angeht: Die hält einem in Bewegung. Andere zahlen für die Muckibude. Darf man auch nicht vergessen ;)

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Chemnitzsurfer » Do 21. Jan 2021, 12:56

Bei mir heizen auf Arbeit ein paar Kollegen mit Holz. Da bei uns viele Einwegpaletten (bessere Dachlatten auf denen die Schaltschränke vom Werk kommen mit Holzklötzern drunter) anfallen wird da schnell mal der Kofferraum /Hänger vollgestopft 8-)

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von daruel » Do 21. Jan 2021, 13:00

Chemnitzsurfer hat geschrieben:
Do 21. Jan 2021, 12:56
viele Einwegpaletten (bessere Dachlatten
Das hat aber auch nicht viel mit heizen gemeinsam. Da schaut man lustig einer großen Flamme zu und hat kaum Heizwert.
Möchte man nicht alle paar Minuten nachlegen, kommt man kaum an Buche, Birke, Kirsche etc. vorbei.

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Propeller
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Propeller » Do 21. Jan 2021, 13:13

daruel hat geschrieben:
Do 21. Jan 2021, 13:00
Das hat aber auch nicht viel mit heizen gemeinsam. Da schaut man lustig einer großen Flamme zu und hat kaum Heizwert.
Möchte man nicht alle paar Minuten nachlegen, kommt man kaum an Buche, Birke, Kirsche etc. vorbei.
Das hängt vom Kessel ab. Mit einem Vergaser, der einen guten Wirkungsgrad hat, holt man auch aus minderwertigem Holz noch genug raus, um die Bude warm zu bekommen.
Man kann sagen, daß alle einheimischen Holzarten grob den selben Heizwert pro kg haben und wenn nicht über 50% davon in den Himmel geschickt werden, dann lohnt sich das durchaus immer noch. Das Käferholz (Fichte), das ich hier verheize, ist ja genau das Material, was auch hauptsächlich für Einwegpaletten verwendet wird.
Sicher: Das Zerschneiden ist aufwendiger und durch die große Oberfläche der dünnen Brettchen gast das Holz bei gleicher Primärluft viel stärker, aber eine gute Lambdaregelung steuert das problemlos aus. In der Übergangszeit nehme ich das recht gerne.

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von duese » Do 21. Jan 2021, 13:18

sysconsol hat geschrieben:
Do 21. Jan 2021, 12:54
Motorsägenschein - braucht es den, wenn man auf seinem privaten Grund für private Zwecke arbeitet?
Meines Wissens nach nicht, aber es ist sehr sinnvoll den zu machen. So eine Kettensäge ist einfach kein Spielzeug. Erst gestern wieder von einem hier in der Gegend gehört, der sich damit in die Kniescheibe geschnitten hat.

Mir hat der Kurs auch wirklich Spaß gemacht. Ein halber Tag Theorie und ein Tag im Wald. Auch wenn man nicht vor hat selber Bäume zu fällen ist da an Schnitttechniken auch was rumgekommen, was man auch beim Aufarbeiten oder im Garten brauchen kann.

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Joschie
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Joschie » Do 21. Jan 2021, 14:15

sysconsol hat geschrieben:
Do 21. Jan 2021, 12:54
Motorsägenschein - braucht es den, wenn man auf seinem privaten Grund für private Zwecke arbeitet?
Nein braucht es nicht, aber ich würde es jedem empfehlen zu machen der mit einem Fichtenmoped im Wald agieren will.
Und ganz wichtig ist, sowas nicht nur einmal zu machen, sondern alle paar Jahre wieder mal.

Grüße
Josef

radixdelta
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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von radixdelta » Do 21. Jan 2021, 15:26

Die Kosten lassen sich nicht so eben einfach ermitteln. Wenn du Vollkosten nach allen Regeln der Kunst rechnest, dann siehst du keinen Morgen. Wenn du nach Vollkosten günstig heizen willst gibt es nur Wärmepumpe oder Gasbrennwert, dann kommt lange nix, dann Pellets/Hackschnitzel (Je nach Anlagengröße und Platz) und dann irgendwann Heizöl und erst gaaanz weit hinten kommt Stückholz.

Die Säge kostet nicht viel. Tatsächlich geht das in vielen anderen Kosten unter. Eine kleine Marken-Motorsäge kostet neu unter 200€ (MS170, Preis/Leistung unschlagbar, Brot-und Butter-Säge, meine Empfehlung). Paar Ketten, Ersatzschwert, Keile, Axt, Werkzeug, Kanister, paar Ersatz- und Verschleißteile etc. dazu nochmal weniger als 200€, das hält gut gepflegt und privat genutzt praktisch ewig. Schutzausrüstung ab 100€. Also bist du in der Grundausstattung unter 500€ dabei und hast viele Jahre Ruhe. Ich habe gebrauchten Kram und bin da erheblich günstiger. Habe allerdings etwas weniger Ruhe.
Spritverbrauch ist stark davon abhängig was für Holz, wie dick, wie viel Krone, wie lang soll es werden, wie viel macht man mit Kreissäge... Pro 10 Festmeter fertiges Holz so etwa 1-5 Liter Sprit. Öl ungefähr die Hälfte. Rechne mal alles in allem 50-100€ pro Jahr für eine kleine Motorsäge wenn man die selbst pflegt und wartet und repariert. Bei ungefähr 25-50 Raummeter Holz im Jahr. Aktuell Fichte Käferholz, Krone komplett im Wald gebleiben zum Hacken. Das ist sehr Effizient, wir liegen bei 1l etwa. Wenn du reines Kronenholz machst bist du am anderen Ende der Skala. Ich bin effektiv ungefähr bei 1€ pro Raummeter für die Säge.

Nun kommt aber der Faktor habenwill und Komfortansprüche. Gute Schutzausrüstung, bessere Schutzausrüstung, Schutzausrüstung die schlechter ist aber besser aussieht, größere Säge, Ersatzsäge, Ersatzsäge für die Ersatzsäge, Ersatzsäge für die größere Säge, noch größere Säge, Säge ohne Kettenbremse die viel zu schwer ist aber sau gut Klingt, besseres Werkzeug, besseres Zubehör... Das kann schnell ins Geld gehen. Aber wirklich brauchen tut man nichts davon. (Außer evtl. die Sägen, das kann ich schon verstehen :mrgreen: )

Wie will man einen Anhänger rechnen? Braucht man eh, hat man eh. Wird aber mehr genutzt, geht schneller kaputt. Man kauft sich natürlich einen größeren, teureren, da braucht man gar nicht erst für rechnen, das ist in jedem Fall zu teuer. Alles was nicht anderweitig eh gebraucht bzw. genutzt wird ist zu teuer.
Für mich wäre die günstigste Lösung ein Abrollcontainer gewesen. Da hätte ich für 40 RM vermutlich um 150€ bezahlt. Jetzt hatte ich zwar nur knapp 70€ Dieselkosten für 50RM, aber den LKW musste ich nicht bezahlen und der Anhänger, da frag mal lieber nicht. Leider kann der Container hier nicht kippen, ich muss mir was anderes einfallen lassen. Die Logistik von Wald nach Hause ist jedenfalls ein erheblicher Kostenfaktor. Für ich der größte monetäre Posten. Ich rechne da 4€/Raummeter, das wäre Containerdienst. Mein Anhänger liegt da wohl etwas drüber, aber das will ich so genau gar nicht wissen.

Die Zeit darf man nichtmal im geringsten anfangen zu rechnen. Sonst fällt man hinten über. Wir waren jetzt 5 Tage im Wald. Da sind auch 500-800 Festmeter Holz gelegt worden, und eben die 50 Raummeter Brennholz bei rum gekommen. Wenn wir nur das Brennholz gemacht hätten wäre der Bagger nicht im Wald gewesen (Anfahrt ist zu teuer) und wir hätten mit dem üblichen Gerät und Handverladung sicher auch 3 Tage zugebracht. Jetzt habe ich 50 Raummeter Holz in Meterstücken, wenn es gut läuft rechne ich nochmal 50 Stunden Arbeit. Macht reell irgendwo um knapp 2 Stunden pro Raummeter. Das lässt sich mit mehr Mechanisierung noch erheblich nach unten drücken, aber Kosteneffizient ist das keinesfalls.

Mechanisierung kostet richtig Geld. Dagegen ist so eine Motorsäge peanuts. Ein guter Spalter macht aber auch viel Zeitersparnis. Ich habe einen Stehendspalter von Güde und einen Liegendspalter von Kretzer. Kraftmäßig in einer Klasse, aber was ich mit dem Güde an einem Tag schaffe habe ich mit dem Kretzer in einer Stunde weg. Ich hätte das nicht so krass gedacht, aber so krass ist es. In der Mechanisierung kann man gut und gerne ein oder zwei Kleinwagen an Wert versenken, mehr geht immer. Wenn man aber einen tauglichen Liegendspalter auf die tatsächliche Lebenszeit rechnet und nicht nach Tabelle abschreibt, dann ist das schon darstellbar und gar nicht mehr so teuer. 2000€ muss man für einen Spalter hinlegen, der hält dann Privat > 20 Jahre, macht 2€/RM. Mit einem Mietgerät liegt man auch in der Größenordnung.

Für mich der größte Kostenfaktor, aber schwer quantifizierbar: Der Platzbedarf. Wir haben jetzt auf unserer etwa 15x6m großen "Rasenfläche" ungefähr 45 Raummeter Holz gekippt. Das ist da ziemlich gleichmäßig verteilt, einen Teil musste ich schon aufstapeln um das überhaupt dort hin zu bekommen, ein Teil liegt schon auf dem Hof davor, ein Anhänger voll steht noch extern. Der "Rasen" hat sich von der letzten Holzaktion noch nicht erholt, im Prinzip ist das ein Holzplatz. Unter 25m² für die Aufarbeitung braucht man nicht anfangen, und dann muss man Ladung für Ladung erst wegschaffen bevor eine neue kommt. Das geht aber nicht wenn der Bagger im Wald steht und genutzt sein will und wenn man sich das Fahrzeug leiht. Wir haben nun etwa 125m² Platzbedarf. Plus etwa 25m² (überdachter) Lagerplatz für das fertige Holz und nochmal etwas Platz für den Spalter und das ganze Werkzeug. Das könnte man anders Nutzen. So ein Resthof hat da ganz andere Möglichkeiten, da ist der Platz überhaupt gar kein Faktor.

Der letzte Kostenpunkt sind dann die Knochen. Die Balance zu finden aus gesunder körperlicher Ertüchtigung und Raubbau am Körper ist nicht einfach. Da muss man aufpassen.
Das verschiebt sich mit dem Alter auch erheblich.

Alles in allem muss man aber sagen, Geld ist nicht alles. Ich rechne eher in Lebensqualität. Ich sehe das so: Für Geld muss ich ungeliebte Lohnarbeit verrichten. Das was der Chef will, wann er es will, wie er es will. Das ist für mich Stress und das will ich nicht. Also ist Geld für mich viel mehr wert als das was ich dafür kaufen kann.
Diese Arbeit kann ich mir einteilen, baut eher Stress ab, da kann ich nicht einfach 'nen Stundensatz drauf legen.
Andererseits merke ich wie mir das alles weniger Spaß macht als früher. Viele Gründe, vor allem der Platz und damit einhergehend jetzt auch der Zeitdruck. Aber auch Körperlich war das vor 15-20 Jahren einfacher. Noch ist das alles super, aber wenn ich das mal linear auf die nächsten 20 Jahre interpoliere... und die realität verläuft sicher nicht linear. :?

Nun rechne noch einmal eine Stunde je Raummeter für das reintragen, Ofen beschicken, Ofen reinigen, mehr Reinigungsbedarf im Haus... etc.

Wo liege ich? 7€ Pro Raummeter und 3 Stunden Zeit. Heizwert ist aber eher schlecht, entspricht bei unserer Heizanlage etwa 60€ Erdgaskosten incl. Effizienznachteil des Holzofens. Über 17€ Stundenlohn können sich sehen lassen. Ich gucke dann mal nach einer etwas größeren Motorsäge... :mrgreen:

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von radixdelta » Do 21. Jan 2021, 15:51

AlexVR6 hat geschrieben:
Do 21. Jan 2021, 11:34
Es gibt ja auch Händler für fertiges Kaminholz, wir haben letztes Frühjahr für 15SRM 600€ bezahlt. 33er länge fertig gespalten. War Käferholz ein Jahr gelagert, konnten wir diesen Winter schon mit verheizen.
Wald und Hof haben wir auch, aber keine Lust/Zeit auf die Anstrengende Arbeit.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen daß das mal gerade rund 650€ Erdgas oder Heizöl entspricht. Wenn du Glück hast auch 750€, je nach Ofen. Das ist schlicht viel (viel!) zu teuer. Im Moment bekommt man für Käferholz frei Waldweg 0€, stehend Zahlt man drauf. Es wird tatsächlich für umsonst gehackt, damit es aus dem Wald ist und mit gaaaanz viel Glück kann der Hack-Onkel noch 1€ pro Festmeter (= 50 cent pro SRM) auszahlen. Dann sind die Maschinen so gerade eben bezahlt. Dann muss es aber sehr gut laufen, ich glaube nicht dran. Im Stück hätte es niemand raus geholt.
Die 15SRM sind keine 300€ wert. Mit Sägespaltautomat kostet das Ofenfertig machen gut 75€, ein bisschen Transport dazu, ein Jahr Lagern ist noch das teuerste (ehrlich gesagt glaube ich das kaum, das Käferholz kannste 4 Wochen nach dem Fällen verheizen, das ist knochentrocken ab Stamm.)

Falls ihr auf Hof/Wald keine Lust habt, ich tausche gern. Kein Witz, ernst gemeint!

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Finger » Do 21. Jan 2021, 15:53

Was "darf" denn ein Kubikmeter ofenfertig im Moment kosten? Gibts da ne Richtung?

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von RMK » Do 21. Jan 2021, 16:08

Hrmpf,. Finger war zu schnell.

auf Joschi bezogen: +1 :-)

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von jodurino » Do 21. Jan 2021, 16:21

Finger hat geschrieben:
Do 21. Jan 2021, 15:53
Was "darf" denn ein Kubikmeter ofenfertig im Moment kosten? Gibts da ne Richtung?
Moin
hier in der Thüringer Gegend kostet Dich das Wort ofenfertig etwa 20,-€ mehr pro SRM gegenüber vorgelagertem Holz. Aber so richtig ofenfertig ist es auch nicht, abladen und gleich rein schmeissen geht wohl nur mit dem teuren Zeug aus dem Baumarkt.

Wir haben diese Woche für vorgelagertes Buchenholz in 40cm und 12 SRM 680,-€ inkl. Lieferung bezahlt.

Da ich viel Glück habe und es direkt im Wind stapeln kann mit ordentlich Luft unter dem Stapel wird es bis zum nächsten Winter auf Ofenfertig runter sein. Habe immer einige Scheite die ich markiere und wiege, der Gewichtsverlust ist die Feuchtigkeit.

cu
jodurino

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von uxlaxel » Do 21. Jan 2021, 16:30

ich habe mich noch nie mit den holzpreisen beschäftigt, aber wenn ich das so lese, wird wohl bei mir das bestehende holz weggemacht und das restliche bauholz (abriss) auch noch ein paar jahre warm machen. direk kaufen lohnt also nicht wirklich, wenn man einen kombibrenner hat, so wie bei uns. (Höl & Holz)

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von Joschie » Do 21. Jan 2021, 16:45

@ Finger

Bei uns in der Gegend, ofenfertig, gespalten 25/33cm, trocken:

Fichte: ~50€/Ster
Buche: ~80€/Ster

Grüße
Josef

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von RMK » Do 21. Jan 2021, 16:55

mein einzelnes Ster aus dem Baumarkt war damals bei 100.- - klar, bei Kleinmengen ists bisl teurer
als wenn ich mir nen Anhänger vollschütten lasse....

die Holzlatten die das Ding zusammengehalten haben hab ich dann zerkleinert und als
Anzündholz genommen. :)

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Re: Kosten für den Kamin

Beitrag von radixdelta » Do 21. Jan 2021, 17:32

Also grundsätzlich kann man sagen bei SRM ist viel Raum für Betrug. Die meisten Angebote die man so findet sind mindestns windig.
Die Schüttdichte von Brennholz hängt von der Behältergröße ab, jedenfalls so lange die Behältergrößen eher klein sind. Wenn du nun 1m³ Gitterboxen kaufst ist da kein SRM drin. Man muss also zunächst einmal einkalkulieren daß man da betuppt wird.
Klar, für Ofenfertiges Holz hat man keine andere Praktische Größe als den SRM. Aber man muss da klare Bedingungen vereinbaren, z.B. wird die Menge auf dem Kipper gemessen und auch erst gekippt wenn man selbst nachmessen konnte.

Bei den Holzarten wird auch oft genug Schindluder betrieben. "Laubholz" ist Weichholz. "Mischholz" hat auch ordentlich Weichholz mit drin. Richtige Buche findet man selten, dann sind 680€ für 12SRM (wenn die denn auf dem Wagen gemssen sind) schon ok. Dann hat man für seine Schlepperei und den ganzen Dreck wenigstens einen kleinen Preisvorteil gegenüber Erdgas/Heizöl.

Man kann den Heizwert der einzelnen Holzarten online finden. Ein SRM entspricht nach Daumenformel 0,7 RM oder 0,5 Festmeter. Dann kann man sich das Heizöl- oder Gasäquivalent ausrechnen oder in Tabellen anzeigen lassen. Und da zieht man dann nochmal 20-30% ab, weil Holzöfen nicht so besonders Effizient sind und die Hitzeverteilung ist auch nicht so gut und oft wird maßlos überheizt etc. Bei Käferholz kann man nochmal einiges Abziehen weil das schon stehend Pilzig wird, Sturmholz wird auch schlechter wenn es zu lange im Wald liegt. Daher habe ich bei unserem Käferholz mit 100l Heizöl pro Raummeter gerechnet, obwohl Tabellenwert Fichte 150l sein sollen. Das kommt für unseren Ofen ganz gut hin. Bei einem Holzvergaserkessel bekommt man mehr raus, aber die theoretischen 150l sind bei Käferholz einfach nicht mehr drin.

Das gepackte Holz im Baumarkt hat einen Vorteil: Man wird zumindest bei der Menge nicht betuppt. Die Holzart ist trotzdem nicht klar und wo es wegkommt schon gar nicht. Da sollte man sehr drauf aufpassen. U.a. in Estland wird grad im großen Stil für den deutschen Markt abgeholzt, nachhaltig ist das nicht. Da sollte man schon schauen daß man einen regionalen Holzhändler findet der regional z.B. Restholz aufkauft und verarbeitet. Käferholz zu kaufen ist eine super gute Idee, weil da echt grad die Märkte im allerwertesten sind und das in Deutschland regional fast überall im Überfluss vorhanden ist. Aber viel mehr als 20€ würde ich dafür nicht ausgeben.
Wenn man ein Sägewerk in der Nähe hat kann man auch Schwartenbündel zu vernünftigen Preisen kaufen und auf Länge sägen. So viel Arbeit ist das auch nicht.

Wer an Holzvergaser denkt, also diese gänzlich schmucklosen Teile im Keller, der sollte entweder selbst Wald haben, wenigstens Stammholz aufarbeiten um die Wertschöpfung am Hof zu haben oder auf Pellets oder Hackschnitzel gehen. Hackschnitzel sind super, hätte ich den Platz für die Logistik, dann wäre längst eine Fröling T4 eingebaut, mit Brennwert. Ich habe den Platz nicht, darum suche ich ja auch Hof mit Wald (und ein wenig Acker).

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