Elektronische Bauteile recyclen

Der chaotische Hauptfaden

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manuel
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Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von manuel » Sa 27. Dez 2014, 15:10

Hallo,

seit mehr als 10 Jahren verwende ich für meine elektronischen Basteleien mindestens 50 % recycelte Bauteile. Das mühsame daran ist immer das identifizieren und sortieren. Vor allem bei SMD Bauteilen, Widerstände oder Kondensatoren, letztere haben ja nicht mal einen Aufdruck. Selbst Lötzinn verwende ich wieder. Zum zerlegen verwende ich einen alten Elektroofen, darin wird die Platine erhitzt und dann durch einen Schlag fallen die bedrahteten Teile raus oder SMD Bauteile werden einfach heruntergepinselt. Der Teile/Lot mix liegt dann in einem Tablett, und dann kommt wie gesagt der mühsame Teil, das Sortieren.

Ich noch nie, wirklich kein einziges Bauteil gehabt was sich als defekt herausgestellt hat. Wenn was kaputt ging, dann war das immer mein Fehler (Überspannung, verpolt, Metall fällt auf die Platine usw). Selbst Mikrokontroller, RAM, etc. Die einzigen Bauteile die sozusagen immer kaputt gehen sind Quarze im Blechgehäuse, da diese auch innen Lötstellen haben welche beim Backen auseinanderfallen.

Deswegen habe ich mir gedacht, anstatt Elektronik zu schreddern wäre es doch viel sinnvoller diese automatisch zu recyclen ? Dazu wollte ich euch alle mal fragen um Ideen dazu zu sammeln.

Ich bin der Meinung das es besser ist Ideen zu solchen Problemen besser veröffentlicht gehören als zu versuchen diese zu patentieren. Ein lizenzbasiertes Geschäftsmodell funktioniert nicht einfach so von selbst, das ist richtig schwierig sowas zu stemmen. Deshalb besser veröffentlichen, dann sind die Ideen "Stand der Technik" und somit nicht mehr patentierfähig und jedermann darf die Ideen gewerblich nutzen. Letztendlich denke ich ist er besser der elektro Aal wird irgendwo sinnvoll und sauber verklappt als das dieser irgendwo Leute krank macht.

Ein Paar Ideen:

1) Trennen von Lot und Bauteilen per flotation: alles in ein Bad welches auf 300-400 Grad das Lot schmilzt. Platinen schwimmen, Bauteile fallen runter. Löt sinkt durch ein Sieb noch tiefer. Eventuell Ultraschall verwenden damit sich das Lot ablöst, Kapilarkräfte überwinden.
2) Stufenweise Elektrogeräte mit Heizluft beharken (oder auch ein flüssiges Bad):
a) 130°C Plastegehäuse wegpusten
b) Plastik chemisch verflüssigen ? Geht das mit niedrigen Temperaturen ?
c) 250°C Lot wegpusten (oder siehe 1))
3) Bauteile sortieren
a) nach größe mit einem Sieb
b) Kamera guckt auf Förderband und stubst Bauteile weg.
4) Bauteile Prüfen
a) SMD Widerstände und Kondensatoren über ein Nadelarray fahren und Strom/Spannung Kurve zum klassifizieren nehmen. Man müßte das wohl Video unterstützt machen um dann das Teil der Messung zu zuordnen und dann entsprechend weiter leiten.

Grüße,
Manuel

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GuyJin
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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von GuyJin » Sa 27. Dez 2014, 15:17

dagegen gibts nur ein Argument das leider zählt: Es ist zu teuer

Punkt

https://www.youtube.com/watch?v=wvBOUy9E5Qw

dann gibts jede Menge konstuktive Probleme. z.B. umgebogene Beinchen machen jeglichen Automatismus zunichte. Die wenigsten Bauteile fallen "einfach so" ab.
Dann hast du selten 2 oder gar noch mehr baugleiche Systeme zum Schlachten hintereinander. Eine Einstellung auf gleiche Abmessungen ist nicht möglich, um z.B. immer die gleichen Bauteile abzupflücken.
Man etabliere eine vollständig andere Wirtschaftsform, in der der Mensch noch etwas zählt, dann wäre das wohl möglich.
So muss solch ein Vorhaben rein auf Privatvergnügen oder das Beschäftigen von Menschen in gewissen sozialen Projekten beschränkt bleiben.

manuel
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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von manuel » Sa 27. Dez 2014, 15:38

Hallo GuyJin,

danke für deine Mühe, ich bitte aber von solchen Kommentaren abzusehen. Es ist nicht notwendig mich vor einer Fehlinvestition zu retten. Wie gesagt ich recycle schon seit vielen Jahren, mir ist das nicht zu teuer, und ich würde das nun gerne ein bischen angenehmer gestalten. Danke.

Also bitte Fricklerideen hierher !

Grüße,
Manuel

Flip
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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Flip » Sa 27. Dez 2014, 16:21

Die Bauelemente, die technisch noch nicht überholt und damit wertlos sind, wenn man sie ablötet, sind viel zu billig um sie mehrmals zu verwenden. am ehesten müsste die Sache an sich weiterverwendet -> repariert werden, oder zuverlässig und gut stofflich recycled werden.

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Nicki
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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Nicki » Sa 27. Dez 2014, 16:23

Ich raff aber auch nicht, was es bringen sollte, da was automatisieren zu wollen.
Ich lagere meinen Bauteilevorrat in Form von Schlachtplatinen, das ist doch viel übersichtlicher als wenn ich das immer sofort abpflücken würde.
Wenn ich größere Teile auslöten will, werfe ich den Backofen an und suche mir eine Zange.

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von manuel » Sa 27. Dez 2014, 16:27

Hallo,

ich seh schon das wird nichts :( Der Faden kann in den Müll.

Grüße,
Manuel

Flip
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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Flip » Sa 27. Dez 2014, 16:29

Nicki hat geschrieben:Ich raff aber auch nicht, was es bringen sollte, da was automatisieren zu wollen.
Ich lagere meinen Bauteilevorrat in Form von Schlachtplatinen, das ist doch viel übersichtlicher als wenn ich das immer sofort abpflücken würde.
Wenn ich größere Teile auslöten will, werfe ich den Backofen an und suche mir eine Zange.
Genau, Ist immer weider nützlich bei Reparaturen von Altgeräten

Flip

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von ozonisator » Sa 27. Dez 2014, 16:38

Ich lagere meine Recyclingbauteile auch in Form von Platinen. So hat man keine Lagerhaltungskosten (man muss nicht sortieren), und findet immer recht schnell das, was man braucht. Zumal man immer kleine Teile der Schaltung rauspinseln kann, und sich so mit der Pinbelegung aushelfen kann wenn es kein gescheites DaBla gibt :mrgreen:

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von ESDKittel » Sa 27. Dez 2014, 16:53

Hey Leute, wir sind hier im Frickler Forum, wenn sich jemand einen Bauteilrecycler/Sortierer bauen möchte, gerne!
Steckt viel Frickelpotential drin.
Wirtschaftlich sicher nicht unbedingt zielführend, das sind ein Staubsauger mit Campinggasfüllung oder eine Stinkdüse aber auch nicht...

>>Ich lagere meinen Bauteilevorrat in Form von Schlachtplatinen,
Mache ich genau so, wenn was benötigt wird wird es geziehlt abgegrast, mache ich aber auch nur bei seltenen, alten oder schwer erhältlichen Bauteilen.
08/15 RC nehme ich auch meist neu, da lohnt mir der Aufwand nicht.

Nun zum Topic:
Arndt und ich hatte da auch mal so eine Idee.
SMD-Bauteile per Backofen und Heißluft von Platinen abtrennen.
Das Streugut dann auf Klebefolie aufziehen.
Die Folien per Bilderkennung abtasten und Bauteile mit nem Flying-Probe-Tester ausmessen.
Dann Bauteilart und Wert und Folienkoordinate in einer Datenbank-Speichern.
Wenn man dann etwas sucht, spuckt die Datenbank dann z.B. C 100nF in 1206 Folie 5 x=55mm y=138mm aus.
Ist aber bei theoretischen Überlegungen geblieben...

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von bulle » Sa 27. Dez 2014, 17:03

Bei der Geschichte, also der Weiterverwendung von Bauteilen, darf man die Gewährleistung des neu erstellten Produktes nicht vergessen.
Wer soll die übernehmen, der Lieferant der Originalneuteile, der wird sich mit Recht aus der Sache rausziehen. Der Hersteller des neuen Produktes, der will lieber eine Verlässlichkeit vom Liefernaten seiner Teile.
Wenn es das nicht gibt, wird er das Produkt teurer verkaufen müssen um die wahrscheinlich höhere Ausfallquote zu kompensieren. Ob das noch wirtschaftlich ist, ist die Frage.

mfg
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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von uxlaxel » Sa 27. Dez 2014, 17:04

ich recycle bzw. benutze ganze baugruppen wieder. das scheint mir sinnvoller.
zum beispiel ein autoradio ohne eigene anzeige oder mit codesperre (und geringer chance es selbst ohne sperre jemals wieder zu nutzen) wird spontan mit der puksäge und dem seitenschneider bearbeitet, daß der NF-verstärker gerettet werden kann.
anhand der belegung der käferchen in den datenblättern bekommt man ja schnell raus, wo was ran kommt.
das beste dabei ist, es ist bewährte technik ;) sprich anschließen und funktioniert wieder. in 10 minuten lötet man sich normalerweise nämlich keinen 4-kanal-verstärker zusammen

lg axel

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von gafu » Sa 27. Dez 2014, 20:42

Gewährleistung ist hier sowiso aussen vor, da gewerbliche verwendung ohne durch gesetze wie ROHS ausgeschlossen ist. Das kann man nur zu privaten zwecken und vielleicht noch reparatur von altgeräten hernehmen.

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von doofi » Sa 27. Dez 2014, 20:53

Ich "ernte" nur Spezialzeugs.
In fast 40Jahren Frickelei haben sich derart viele neue Bauteile angesammelt dass das wohl für 20 Fricklerleben reicht. Man kauft sich ja nicht einzelne Widerstände für ein Projekt sondern immer gleich hundert pro Wert. Und Standard-Kondensatoren und so Zeug hol ich in grossen Tüten/Gebinden bei S3g0r aus der Wühlkiste. Da bleibt immer was über und das sammelt sich dann halt an.
Ich muss offen zugeben dass ich meinen SMD-Kram von einem Kumpel bekomme, der in der Fertigung arbeitet. Der staubt dort immer die Vorlauf"riegel" ab, die beim Einrichten der Bestückungsmaschinen abfallen.

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Profipruckel » Sa 27. Dez 2014, 22:28

doofi hat geschrieben:Ich "ernte" nur Spezialzeugs.
Ja, wobei das auch nicht-elektronische Dinge sein können. Da gab es mal eine Spezialpalette für Computertransporte, wo die Gummibälge mit sehr langen Gewindebolzen befestigt waren. Die glänzten so schön, dass ich die unbedingt haben musste, das Holz hat ein Kollege in seinen Kamin gesteckt. Die Bolzen lagen wohl so 10 Jahre in der Werkstatt - dann hatte ich ein Problem, wo zwei davon die Lösung ergaben.
In fast 40Jahren Frickelei haben sich derart viele neue Bauteile angesammelt dass
ich keinen Überblick mehr habe - wenn ich Deinen Satz mal abschneiden und fortsetzen darf, zumindest auf mich zutreffend.

Elektronikplatinen lasse ich meistens liegen, eher selten ziehe ich mal ein paar Elkos, exotische Dioden oder Relais runter. Auch das hat mir schon bei Reparaturen geholfen, wenn da nicht das Problem der geordneten Lagerung wäre.

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Tizi » Sa 27. Dez 2014, 22:47

ich selbst verwende bereits ausgelötete Bauteile sehr gerne.
Erspart bei manchen Sachen einiges an Geld.

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von uli12us » Sa 27. Dez 2014, 22:54

Meine Erfahrungen sagen, dass man praktisch nie ein passendes Bauteil im Fundus hat. Ausser komplette Baugruppen die man komplett verwenden kann hab ich das Recyclen mittlerweile aufgegeben, weils eh nix bringt. Selbst Netzkabel lohnen nicht weil ich mittlerweile Berge davon hab, die aber trotzdem kaum je wiederverwendet werden.

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Kuddel » Sa 27. Dez 2014, 23:52

Hi Manuel,
finde die Idee sehr gut. Schätze, dass das abernten schwer maschinell umsetzbar ist, da sich die verschiedenen Platinen dochsehr stark unterscheiden.
Aber beim Sortieren geht einiges. Insebsondere bei SMD. Über einen Rüttelförderer die einzelnen Teile vereinzeln. Dann automatisch messen und mit kleinem Roboter in die zugehörigen Schacjtel transportieren. Das sollte recht unaufwändig möglich sin. Evtl. Einen alten pick and place roboter umbauen. Oder eine CNC umprogrammieren.
Aber die Bedrahteten Bauteile kriegt man so nicht. Da Ernte ich aber auch nur noch ICs und Spezialbauteile.
Bleib da unbedingt dran.
Gruss
Kuddel

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von zauberkopf » So 28. Dez 2014, 00:06

Vorallem würde ich es geil finden, wenn man z.B. alte PC Boards so aberten könnte, das das Board danach noch "hübsch" ausschaut.
Konkret hatte ich mich mal daran versucht, weil ich sehr gerne meinen "Funkkoffer" mit alten Platinen an den Seiten aufhübschen wollte.

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von doofi » So 28. Dez 2014, 00:10

uli12us hat geschrieben: Selbst Netzkabel lohnen nicht weil ich mittlerweile Berge davon hab, die aber trotzdem kaum je wiederverwendet werden.
Naja. Diese alten S1em3ns-N1xd0rf-Kaltgerätekabel mit den zweifarbigen Steckern (innen Schwarz, aussen grau) kann man doch nicht wegschmeißen... Da ist sogar Lappk4bel verbaut.

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Thomas » So 28. Dez 2014, 00:13

Hallo,

ich hab den halben Dachboden voll mit Platinen, ausgelötetem Zeug und so manchen
Projektleichen aus ca 30 Jahren Bastlerei und in der Bastlerhöhle sieht es nicht anderst aus.
Ich recycle sehr viel um von meinem Bestand runter zu kommen. was dann über bleibt wird in einen grossen Karton gegeben der auch geföht wird wenn ich was besonderes suche.Neukauf von Bauteilen kommt nur noch in Frage wenn ich das Teil ums Verrecken nicht hab und mir kein Ersatz
hergestellt werden kann.
Der Gedanke an "Erntemaschinen und Zubehör" ist mir nie gekommen.

Grüße
Thomas

Weltherrschaft

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von ferdimh » So 28. Dez 2014, 00:44

Zauberkopf: Alte PC-Platinen "hübsch" entlöten geht. Zumindest bei Bleihaltigen.
Erstmal müssen alle Stecker mit maximaler Gewalt und eher sparsamer Hitze runter. (Heißluftgebläse auf 10 von 15...).
Dann den SMD-Kram.
Und dann wird die Platine nochmal angewärmt und mit einem Scheuerschwamm abgerubbelt. Mit etwas Geduld kriegt man die Platine dann schön blank und Plan.
Ich habe so mal Klemmbretter gebaut und verschenkt.

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Nicki
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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Nicki » So 28. Dez 2014, 00:46

Also ich habe Mainboards im Ofen immer recht gut entstückt bekommen...

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von manuel » So 28. Dez 2014, 00:51

Servus,

maschinell ist das nicht so einfach, da gebe ich Kuddel Recht. Völlig d'accord. Deswegen ja die Idee über ein Nadelbett... mit ner Gummiwalze, keine Ahnung und diverse Permutationen von Nadel durchmessen.... sprich anstatt sich viel Mühe mit dem positionieren zu geben, halt an mehr positionen zu messen. Ein Multiplexer muß nicht geölt werden :D Kennt ihr diese Gummis für LCD display Kontaktierung ? Vielleicht kann man die Bauteile ja nur an einer Achse ausrichten, an einer Schiene gleiten lassen und gegen so a Gummi drücken. Wäre ein Mittelweg von positionieren und vielen Messungen. Irgendwie sowas. Die Mechanik sollte hoffentlich einfach sein, sonst sehe ich die Machbarkeit sehr gefährdet. Wenn man allein C und R sortieren könnte, machen ja auch das meißte aus.

Wenn es darum geht das so kleine 0403 SMD Bauteile gut positioniert werden müssen, dann wirds glaub schwierig, teuer und bäh. Aber verwenden tue ich die trotzdem gerne. Wäre sau geil wenn man Tütchen abfüllen irgendwie einfacher machen könnte.

Zum ernten selbst gibts ja schon Geräte:
https://www.youtube.com/watch?v=UvwiW7xA7qo

So ein Gerät in das man Ganze Geräte mit Gehäuse reinpackt wäre der nächste Schritt am Prozesseingang. Am Prozessausgang wäre die nächste Stufe eben Bauteile zu sortieren.

Zu hübschen Maiboards, ja das geht schon recht gut wenn man die Temperatur gut im Griff hat und die Platinen nicht anfängt dunkel zu werden. Die Dämpfe sind aber nicht so gesund. Die Flame Retardants vom FR4 sind ja im .... FR4 :mrgreen:

Danke für die Ideen.

Grüße,
Manuel

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Gerald » So 28. Dez 2014, 02:25

In Afrika/Asien ist das manuelle Zerlegen von E-Schrott doch ein boomender Wirtschaftszweig.
Bildröhren, Leistungstransistoren, Kühlschrankkompressoren und andere wertvolle Bauteile werden wieder aufpoliert und gehen zurück an die Industrie. Sicher findet auch einiges davon wieder zurück auf den europäischen Markt.

Was für eine Verschwendung:
Wenn in einem Monitor ein winziger Fehler auftritt, dann wird er nach Bangladesch gekarrt und zerlegt.
Die Bildröhre und andere Teile werden i.d.R. wieder für einen neuen Monitor verwendet. Anschließend geht es zurück nach Europa in den Blödamrkt.

Neu kaufen ist billiger als selbst den kleinsten Fehler zu beheben, das ist der Irrsinn der Wegwerfgesellschaft.
Und jetzt landen schon massenhaft intakte Geräte auf dem Schrott, weil die Werbung uns alle manipuliert !

Gruß

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Re: Elektronische Bauteile recyclen

Beitrag von Nicki » So 28. Dez 2014, 02:29

Man müsste ernsthaft mal die Jubelelektronikindustrie mal ein oder zwei Jahre stillegen und erst mal mit dem wirtschaften, was schon existiert.
Ich wage zu behaupten, dass kaum jemandem wunders was entgehen würde.

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