Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Profipruckel » Sa 10. Feb 2018, 00:31

Muell.jpg
Muell.jpg (11.66 KiB) 1782-mal betrachtet
xanakind hat geschrieben:Aber den Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand finde ich etwas heftig: 11 Watt?! :shock:
Dieses Müllgerät von Pollin habe ich auch! Das Ding zeigt Scheinleistung, ist für nichts außer einer Glühlampe oder einem Heizlüfter zu gebrauchen.

Gehe davon aus, dass der gemessene Strom durch einen Entstörkondensator fließt, wobei ich auch das mistig finde, aus sollte aus sein, der C könnte gerne hinter dem Netzschalter sein.
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Chefbastler » Sa 10. Feb 2018, 00:31

Damit kamm mein Onkel auch schon daher. Der alte Röhren Fernseher zieht 2,5KW laut dem Messegerät. Messgerät zeigte die Maximalwerte an. Bei der Röhrenglotze den Wert von der Entmagnetisierung.

Wirk- und Blindleistung hatte dass Schätzgerät aber auch nicht unterscheiden können, was auch die meisten Dinger aus dem Supermarkt nicht können und nur Scheinleistung anzeigen.
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Towarisch » Sa 10. Feb 2018, 00:59

Meiner Holden ihre Spiel/Whatapp Maschine mochte nur noch am Ladekabel arbeiten. Also flugs ein Originalprodukt erworben um weniger als 9 Taler - hört sich seriös an.

01.jpg


Erster Schock: Maschin kaput??

02.JPG


Zweite Unglaublichkeit: Doch nicht echt ?! Nain, bei dem Preis? :lol:

03.JPG

04.JPG

05.JPG

06.JPG


Allein die Mühe das Ding zu beklebern ist schon lobenswert und den Kaufpreis wert.
Da ich beim Kauf ahnte was ich für meine wenigen Taler bekommen werde, wars net wild. Das gute Stück muss noch 3 mon. halten. Ärrrgerlich war das ich die Lieferung wieder nur oberfächlich als i.O. beguckt hatte und das Ding als ich es einbauen wollte verbogen und das Flachkabel angerissen war. Glücklicherweise tut es trotzdem.

Richtig geärgert hab ich mich allerdings als ich zum Zwecke der FilamentExtraKühlung meinen recht wenig genutzten Airbrushkompressor anwarf. Da klapperte was...

10.JPG


Kam aus Richtung des Schaltschrankes.

11.JPG


DAS kam mir dann nach Entfernung des Gitters entgegen :evil:

12.JPG


Die zusammengerödelte Leitung lächelte mich unschuldig blank an. 2mm neben der Gehäusewand reingequetscht.
Der Schutzleiter allerdings war da wo er hingehört, da wäre mir der Zittertod wohl erspart geblieben.
Obwohl ich das nicht genau weiss - angenommen ich halte das kleine Ding im Betrieb fest (es vibriert sich gern in Nähe Tischkante) und das Gehäuse bekommt Zugang zum blanken Kabel - was passiert?

Auf jeden Fall hab ich mir nun hinter die Ohren geschrieben JEDEN frischgekauften aufschraubbaren Kasten mit Netzspannung zu inspizieren. Ausnahme Herd/Waschmaschine & Co, da hoff ich auf die Marke...

Grüße
Tom
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon ando » Sa 10. Feb 2018, 09:35

Towarisch hat geschrieben:Meine
Die zusammengerödelte Leitung lächelte mich unschuldig blank an. 2mm neben der Gehäusewand reingequetscht.
Der Schutzleiter allerdings war da wo er hingehört, da wäre mir der Zittertod wohl erspart geblieben.
Obwohl ich das nicht genau weiss - angenommen ich halte das kleine Ding im Betrieb fest (es vibriert sich gern in Nähe Tischkante) und das Gehäuse bekommt Zugang zum blanken Kabel - was passiert?

[..]
Grüße
Tom


Wenn der PE dran ist, und der Draht vom Null ans Gehäuse kommt, fliegt der FI- sofern du einen hast. Haste keinen, passiert nix. vgl "Klassiche Nullung"

Wenns die Phase gegen das Gehäuse kommt, haut es die Sicherung raus, bzw evtl den Fi gleich mit.

Ando
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Towarisch » So 11. Feb 2018, 01:14

ando hat geschrieben:Wenn der PE dran ist, und der Draht vom Null ans Gehäuse kommt, fliegt der FI- sofern du einen hast. Haste keinen, passiert nix. vgl "Klassiche Nullung"

Wenns die Phase gegen das Gehäuse kommt, haut es die Sicherung raus, bzw evtl den Fi gleich mit.

Ando


Das war mir im Groben soweit klar. Meine Frage ist wenn ich im Moment des Kontaktes die Hand am Gehäuse habe merke ich bis zum Auslösen der Sicherung (FI gibts nur fürs Bad)
a: nüscht
b: es kribbelt/zuppelt etwas
c: nen ordentlichen elektrischen Schlag
d: qualmender Armstumpf :?:
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon xanakind » So 11. Feb 2018, 01:32

Selbst wenn kein FI vorhanden ist, sollte in der regel a, schlimmstenfalls b eintreten :)
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Mista X » So 11. Feb 2018, 08:27

Huch was ist das denn? Eine kleine Affenschaukel mit und ohne Isolierung und wow... blanke Stellen! (Leitungen gequetscht zwischen Wand und Stahllampengehäuse)
Bild->zoom

Ach so... so löst man das Problem mit der ständig rausfliegenden Sicherung - muss ich mir auch mal merken:

Bild->zoom

Gefunden in einer meiner Mietswohnungen im Haus...
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Farbe » So 11. Feb 2018, 22:50

Zu der FI auslöse Sache:

Im Moment des Kurzschlusses kannst du dir das so vorstellen:
Der Leistungslänge/Querschnitt des hin- und rück Leiters (PE/L) sollten ungefähr gleich groß sein und somit sollten die Kabel ungefähr den gleichen wiederstand aufweisen, Netzinnenwiderstand ausenvor gelassen da dieser in den meisten Fällen eh um größenordnungen geringer ist.
Im Kurzschlusshandlung liegen also 2 gleich große widerstände in Reihe an der Netzspannung, das heißt am Punkt der Berührung bildet sich durch den Spannungsteiler ziemlich genau halbe Netzspannung als Potential gegen Erde.
Du überbrückst nun den Punkt 115v und 0v mit deinem Körper und erhältst eine dementsprechende körperdurchströmung, vorrausgesetzt du stehst wirklich auf dem barfuß auf dem Boden und berührst das Gehäuse des Gerätes mit schwitzigen Händen.
das kann schon gut knallen
Der Fi macht dem Spaß dann relativ schnell ein Ende, solange wie er funktioniert.
Er sollte die Energie die in dich eingebracht wird auf „erträgliches“ maß reduzieren und dich nicht sterben lassen.
Liebe Grüße Farbe
Sorry für Fehler kommt vom Handy)
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon uxlaxel » So 11. Feb 2018, 23:33

genau aus diesem grund sind in stromkreisen ohne fehlerstromschutzeinrichtung auch die schleifenimpedanz und die berührungsspannung zu messen. im regelfall treten doch nicht 115V auf, weil der örtliche potentialausgleich (fundamenterder usw.) dir den PE stützen und das potential etwas streuen. kritisch wird es nur, wenn dann 2 50m-verlängerungen dazwischen sind und die schleifenimpendanz so groß ist, dass eine sicherung oder ein automat eben nicht mehr in 0,2 bzw. 0,4 sekunden kommt, sondern es sich in den "viele sekunden"-bereich verschiebt und man auf grund der leitungslänge wirklich an über 100V hängt. da rettet der FI wirklich leben! (... oder auch bei leiterunterbrechung / starker korrosion im PE)
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Mastermuffel » Mo 12. Feb 2018, 00:34

Außer man wohnt in Belgien Wieder heute was gelernt, Auszug aus Wikipedia: "In großen Teilen Belgiens werden Häuser aus einem 230-V-Drehstromnetz ohne Neutralleiter versorgt. An Haushaltssteckdosen sind zwei Außenleiter angeschlossen, die Spannung zwischen den Außenleitern beträgt 230 V, die Spannung zwischen jedem Außenleiter und Erde beträgt ca. 133 V (230 V / Wurzel 3). "
https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A4nder%C3%BCbersicht_Steckertypen,_Netzspannungen_und_-frequenzen
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Robby_DG0ROB » Mo 12. Feb 2018, 01:31

Diese Netze gab es früher in DL auch. Im Osten vereinzelt noch bis etwa Mitte der 90er Jahre.
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Chemnitzsurfer » Mo 12. Feb 2018, 06:06

Ich dachte sowas hat sogar in Berlin überlebt

http://www.berlin.de/buergerhaushalt-ma ... -stromnetz
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Robby_DG0ROB » Mo 12. Feb 2018, 08:44

Das dort erwähnte 2x 110 V Netz kann es eigentlich nicht geben, zumindest als Wechselstromnetz. Üblich waren 2x 110 V als Gleichstrom vor etwa 100 Jahren. Die beschriebenen 2x 110 V~ müssten ja aus einem Trafo stammen, dessen Unterspannungsseite einen geerdeten Mittelabgriff hätte. Sowas ist bis heute in den USA üblich. Hier wird das alte 3x 220 V Netz vorliegen. Die "Kunst" besteht nur darin, dass die Umstellung der Versorgung seitens des EVU zeitgleich mit den Hausanschlüssen erfolgen muss. Ich kenne dieses Zinnober aus meiner Lehrzeit bei einem städt. Energieversorger.
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Bastelbruder » Mo 12. Feb 2018, 09:00

Bei meiner Oma in Tempelhof hab ich das 1970 noch live miterlebt. Dort wollte mein Vater eine leicht defekte Schweineschnauze durch ein vor Ort im Laden erworbenes Schukomodell ersetzen. Die Suche nach der richtigen klassischen Polung mit Hilfe einer Prüflampe gegen Regenrinne ergab eindeutig zweimal 110V gegen "Erde". Worauf die seitlichen Kontaktfedern rausgezwickt wurden...
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon andreas6 » Mo 12. Feb 2018, 09:51

Das dort erwähnte 2x 110 V Netz kann es eigentlich nicht geben, zumindest als Wechselstromnetz.

Das gab es definitiv, für zig Jahre. Das Haus meiner Großeltern wurde damit versorgt. Für einen damals anzuschließenden Fehlerspannungsschutzschalter hat mein Vater einen grüngelben durchs halbe Haus bis zur Wassereinspeisung im Keller ziehen dürfen. Bei einem späteren Umbau wurde alles dreipolig verlegt und der Wasserleitungs-Null als Schutzleiter benutzt. Dadurch war die spätere Umschaltung auf eine 220er Phase und Null sehr viel einfacher zu machen.

MfG. Andreas
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon uxlaxel » Mo 12. Feb 2018, 17:14

also 2x110V halte ich auch für ausgeschlossen, denn in DL ist schon sehr sehr lange das dreileiter-drehstromnetz in der mittelspannung üblich, daraus resultiert, dass ein ortsnetztrafo auch wieder drehstrom liefert. ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass dort ein wechselstromtrafp zwischen 2 phasen der mittelspannung hängt und vor allem sekundär einen geerdeten mittelabgriff besitzt. es wird mit großer sicherheit das 127/220V-netz vorherrschen. bis vor etwa 10 jahren gab es da auch in einigen ecken von erfurt (roter berg?) noch, allerdings nicht als 127/220, sondern nur als 220V-drehstrom, ohne geerdeten sternpunkt. der sternpunkt war am trafo nicht angeklemmt und schwebte. er hatte nur zu den potentialausgleichen der verbraucher verbindung.
das war irgendwie ein relikt aus der nachkriegszeit. die stadtwerke haben wohl regelmäßig die spannungen gemessen und wenn der mittelpunkt verschoben war, sind sie von haus zu haus und haben die hausanschlußsicherungen gezogen. wenn sie dann den verursacher hatten (also das haus), gab es streß ... ;) daher wurden dort wohl auch zu DDR-zeiten schon überall FIs eingebaut, allerdings wohl mit den damals üblichen 500mA und nicht 30mA wie heute. da dort aber relativ oft die muffen der erdkabel hochgegangen sind, wurde das netz nicht umgebaut, sondern parallel ein neues netz aufgebaut und die häuser bekamen alle neue hausanschlüsse. so war da eine gewisse übergangszeit zur umstellung.

ein weiteres mir bekanntes sondernetz gab es in der altstadt von jena. +/-220V GS. da waren zwischen beiden außenleitern also 440V! dieses netz wurde wohl relativ schnell wieder abgeschafft und durch 220/380V DS erdkabel ersetzt. man sieht jedoch auch heute noch, besonders im jenaer umland an älteren häusern noch die drei isolatoren hängen.
im stadtzentrum, in nähe zum zeisswerk (damals hauptwerk) wurde bis in die 70er jahre rein jedoch dieses gleichstromnetz noch rückwärts eingespeist und für einige handwerker / fleische u.ä. weiter betrieben, damit diese ihre alten maschinen weiter benutzen können. im zeiss-hauptwerk war das gleichstromnetz parallel sogar noch etwas länger in betrieb, wohl sogar bis anfang der 80er jahre noch. dieses netz war aber nicht flächendeckend mehr vorhanden und die schukosteckdosen (!) waren rot angestrichen, um verwechslungen zu vermeiden.

doppelpolig abgesicherte stromkreise (nicht sauber umgebaut bei netzumstellung) habe ich in jena und umgebung selbst eigentlich nie erlebt, obwohl ich in meiner lehrzeit ab 1996 doch allerlei "altlasten" noch gesehen habe. doppelpolig-abgesicherte stromkreise kenne ich nur von weiter weg. jena ist wohl damals gleich auf 380V, so wie mir berichtet wurde.

oh gott, habe ich wieder viel geschrieben :-D
lg axel
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon ferdimh » Mo 12. Feb 2018, 17:38

also 2x110V halte ich auch für ausgeschlossen, denn in DL ist schon sehr sehr lange das dreileiter-drehstromnetz in der mittelspannung üblich, daraus resultiert, dass ein ortsnetztrafo auch wieder drehstrom liefert. ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass dort ein wechselstromtrafp zwischen 2 phasen der mittelspannung hängt und vor allem sekundär einen geerdeten mittelabgriff besitzt. es wird mit großer sicherheit das 127/220V-netz vorherrschen.

Die Amis können das! Man nimmt dafür einen Drehsafttrafo mit Sekundärwicklung im Dreieck, bei dem eine Wicklung eine Mittelanzapfung hat und erdet diese. Nein, das macht keinen Sinn, ja die machen das trotzdem.
Dann hat man zwei Phasen mit 110V gegen Erde und eine mit 208V gegen Erde oder eben 220V im Dreieck...
Das 127/220V-Netz halte ich hierzulande aber für wahrscheinlicher, zumindest sind viele alte Westgeräte für 127V umschaltbar.

im stadtzentrum, in nähe zum zeisswerk (damals hauptwerk) wurde bis in die 70er jahre rein jedoch dieses gleichstromnetz noch rückwärts eingespeist und für einige handwerker / fleische u.ä. weiter betrieben, damit diese ihre alten maschinen weiter benutzen können. im zeiss-hauptwerk war das gleichstromnetz parallel sogar noch etwas länger in betrieb, wohl sogar bis anfang der 80er jahre noch. dieses netz war aber nicht flächendeckend mehr vorhanden und die schukosteckdosen (!) waren rot angestrichen, um verwechslungen zu vermeiden.

Solchen Sport gab es auch im Westen... u.A. in Remscheid. Dort wurden auf Wunsch auch "Kraftstromanschlüsse" ab Straßenbahnfahrleitung gelegt. Als man 1969 die Straßenbahnwagen nach Darmstadt vertickt hat, um den Betrieb mit nagelneuen Wagen aber maroder Infrastruktur einzustellen, musste man die Fahrleitung trotzdem weiterbetreiben, um eben diese Anschlüsse zu versorgen...
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Chemnitzsurfer » Mo 12. Feb 2018, 17:44

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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon uxlaxel » Mo 12. Feb 2018, 18:39

die haben, bis auf den einen wirklichen auskenner, den unterschied zwischen 115/115V=230V WS und 127/220V=DS nicht verstanden. das ist für den laien auch etwas schwer zu kapieren und die meisten solaranlagen-errichter sind wohl elektrotechnische laien, pfuschen trotzdem an netzspannung rum....
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Robby_DG0ROB » Mo 12. Feb 2018, 19:19

Ich staune ja, dass keiner noch mit 115/200V angefangen hat - ist bei 50 Hz auch eher unüblich (400 Hz). Die in DL früher üblichen 3x 220 V-Netze konnten auch keinen Neutralleiter haben, weil die Trafos unterspannungsseitig im Dreieck geschaltet waren. Die messbaren 127 V gegen Erde waren ein sich über den Kabelkapazitäten einstellender "Sternpunkt", also hochohmig.
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon uxlaxel » Mo 12. Feb 2018, 19:43

robby, das 127/220V gab es auch mit geerdetem sternpunkt und mitgeführtem neutralleiter, sonst würden nicht so viele alte rundfunkgeräte auch auf 127V umschaltbar sein. das gab es nicht nur bei "west-geräten", auch bei "ost-geräten" war das standard. fast alles an rundfunktechnik in der "zone" war umschaltbar 110/127/220/240, ich denke so bis in die 70er jahre noch. wissenschaftliche geräte, professionelle funktechnik uvm. waren bis zum zusammenbruch noch so aufgebaut, dass sie 3 bzw. 4 unterschiedliche spannungsebenen konnten. manche geräte hatten das zwar nicht auf einen schalter geführt, aber die meisten trafos konnten das. achja, die schaltnetzteile aus dem hause robotron und zeiss (andere habe ich nicht) laufen ab ca. 60V bereits an!
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Lukas_P » Mo 12. Feb 2018, 20:26

WIe ist das eigentlich ? in der Großstadt wirds (wars) wohl generell nicht soo üblich sein Häuser mit Drehstromanschlüssen zu versorgen oder ? (ich mein Teures material, wenn überhaupt vorhanden (früher) ?) Weil direkt "brauchen" tut ja der Durchschnittsbürger 16A CEE ja nicht 8-)
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Fritzler » Mo 12. Feb 2018, 20:31

Das ist stark gemischt.

"meine" Wohnungen in Berlin bisher:
Wohnung1: ehemals 127V Netz, aber schon umgebaut auf 230V. Trotzdem waren noch die Sicherungsautomaten doppelt verbaut.
Wohnung2: 1 Phase 230V 25A für die gesamte Wohnung, der Herd hing unabgesichert davor...
Wohnung3: 3 Phasen über jeweils C40 abgesichert

Also alles ist dabei :lol:
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Andreas_P » Mo 12. Feb 2018, 20:54

Heute Morgen war bei der Firma wo ich arbeite was los.
Habe mich schon gewundert das vor der Nachtbarhalle ein Rettungswagen und ein Fahrzeug der Werksfeuerwehr mit Blaulicht standen. :o
Heute vor der Mittagspause eine Mail erhalten mit der Information was der Grund des Einsatzes der Werksfeuerwehr war.
Dort ist einem Büro übers Wochenende Ammoniak aus einen Kühlschrank ausgetreten, dieses hatte laut der Mail schon sämtliche
Büropflanzen absterben lassen. :shock: Glücklicherweise haben die Kollegen gleich gewusst was los ist und haben die Werksfeuerwehr alarmiert.
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Re: Bilder von Fehlern, Störungen etc.

Beitragvon Roehricht » Mo 12. Feb 2018, 20:55

Hallo,
es gab im 127/220V Netze beide Varianten. Das eine ohne Sternpunkt nur 3x220V. Häufig in Werksnetzen anzutreffen und den daran angeschlossen Werkswohnungen.
Das 4-Leiter 127/220V Netz war über ganz Deutschland verbreitet. Nach dem Krieg wurden viele Netze sofort umgestellt. In kleineren Städten die von Stadtwerken versorgt wurden hielten sich die Netze etwas länger. Im Osten kenne ich das nur von Magdeburg. In westberlin gabs noch bis in die 60er ein 110/220V Gleichstromnetz. In Hamburg gabs bis Mitte der 70er noch ein 3-Leiter Gleichstromnetz mit 110/220V und ein 3x220V Netz ohne Sternpunkt. Das waren von der HEW übernommene Werksnetze der Wekswohnungen in HH Altona.
Die belgischen 3x220V Netze sind auch nur Überbleibsel von vergangen Zeiten. Die Franzosen haben in den 70ern den Rundumschlag gemacht. Allerdings haben die das etwas besser gelöst. Neubauten bekamen 220/380 und die Altbauten behielten ihr 110V Netz bis zum Abriss . Wer umstellen wollte musste etwas zubezahlen.

Auf Seeschiffen werden solche Netze für den Kabinenbereich noch neu gebaut. 3x220V in Dreieck verschaltete Generatoren/Transformatoren mit Isowächtern. Die Schiffsbetriebstechnik arbeitet mit 3 Phasen 440V ohne Sternpunkt.

Das Kaff in dem ich wohne hatte sein Anbeginn der Elektrifizierung 1906 220/380V Drehsaft. Hasloh wurde damals mit einer 6kV Leitung an das Überlandwerk Rendsburg angeschlossen . Als ich auf den Bauernhof mein Lagerraum bekam, fand ich dort einen alten , noch in Betrieb befindlichen Drehstrommotoer von 1925 vor.

Den hier:

Bild->zoom
Bild->zoom
Bild->zoom

73
Wolfgang
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