Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Sa 2. Dez 2017, 01:06

Die Abweichung liegt an der Bestimmung in SM. Mit den zahlreichen alternativen Möglichkeiten erhält man Positionsdaten, die von der Treffgenauigkeit denen der RS41 und DFMs entsprechen. Am Einfachsten ist der Offline-Prozess anzuwenden, wo man praktisch punktgenaue Daten enthält, wenn es keine selbergebastelte Lösung ist, die in Echtzeit die korrekte Position liefert - aktuelle Rinex/Ephemeriden vorausgesetzt. Wobei das klassiche Peilen aber bei jeder Sonde zum Ziel führt.
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Hilfaufruf: Suche Sondensucher

Beitragvon niffel_island » Sa 2. Dez 2017, 10:42

Guten Tag!

ich heisse Benjamin und bin Filmstudent aus Lausanne in der Schweiz. Dieses Jahr schliesse ich mein Studium mit einem Abschlussfilm ab, den ich über die Sondenjagd drehe - eine faszinierende Leidenschaft! Dabei interessiert mich die Suche ebenso wie auch die Sucher, die diese "Geschenke vom Himmel" suchen.

Hierzulande (Schweiz - Payerne) steht momentan der Wind etwas schlecht und es gibt nicht zahlreiche Sondensucher, daher bin ich auf die Idee gekommen meine Suche nach Sondenjäger auf Deutschland und Frankreich auszuweiten. Meine Idee ist es bei verschiedenen Sondenjagden dabei zu sein und die Suchen zu filmen. Im Prinzip habe ich vor, Aufenthalte von ca. zwei Wochen in Gebieten mit dichtem Sondenniederschlag zu machen und dann Sondensucher auf ihrer Jagd zu begleiten, sobald jemand loszieht ( natürlich die Personen, die damit einverstanden wären mich mitzunehmen).

Falls es Leute gibt, die mir bei meinem Filmvorhaben weiterhelfen könnten, hier ist meine Mail: benjamin.bucher@ecal.ch
Ansonsten auch gern direkt hier im Kommentar ;)
Gruss Benjamin
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon astrohardy » Sa 2. Dez 2017, 22:19

kann mir jemand eventuell in einfachen worten Schildern wo bei Sondmonitor der Wurm drin ist?


Bei der DFM09 und der RS41 stimmen die Resultate sehr genau.
Das Problem tritt bei der RS92 auf. Selbst fliegende RS92 werden mit SM nur begrenzt genau dekodiert, und gelandete sind mit SM nicht sinnvoll zu dekodieren.

Eine gute Möglichkeit ist der Zilog-Decoder. Man hat 3 Möglichkeiten:
1) Dem Ding aufgezeichnete WAV-Dateien vorzuwerfen
2) Dem Ding eine Rawdatei aus Sondemonitor vorzuwerfen
3) Audio von Sox nach dem Decoder zu pipen.

Wenn ich eine Prediction für Landekoordinaten rechnen wil, nutze ich Möglichkeit 2, weil die Audio-Dekodierung bei SM besser ist als bei dem Original-Zilog. Mittlerweile habe ich auch Möglichkeit 3) zum Laufen gebracht, was beim Jagen nach gelandeten RS92 doch sehr praktisch ist, weil man direkt auf dem Schirm ständig sehen kann, ob die Sonde doch was sagt.

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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Grassator » Di 5. Dez 2017, 01:22

Ich meinte die Diskrepanz im APRS das wenn ich die Sonde immer ausserhalb des weges finde den die Sonde eigentlich laut aprs "nehmen wollte". Wenn ich dann meine Daten nutze steh ich quasi davor wie ist das zu erklären? Die letze Sonde in Schachten (bei mir um die Ecke) hab ich mit APRS dank Killtimer vergeblich gesucht ganz falsche richtung, mit meinen aufzeichnungen zuhause dann am nächsten Tag hingefahren eingesammelt?!?!

Vorrausgesetzt ich finde schachten noch zusammen Poste ich mal die ganze Odysee.
das mein ich.jpg
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Di 5. Dez 2017, 08:06

Wie schon mehrfach erwähnt, hängt die Abweichung vom zu Grunde liegenden Algorithmus ab, mit dem aus den Rinex/Ephemeriden und empfangenen Daten die Positionen bestimmt werden. Bei hochfliegenden Sonden kommt es auf paar hundert Meter zwar nicht an, aber in Bodennähe bzw. erst recht nach der Landung.

Mit dem sehr gut beschriebenen Verfahren von Hartwig habe ich schon unzählige Sonden ohne viel Aufwand direkt vorfinden können, teilweise auch noch Tage nach der Landung - es funktioniert also bestens.

APRS ist hilfreich, um einen Überblick über das Geschehen zu bekommen und wo in etwa welche Sonden fliegen, aber wer die Position am Boden braucht, nutzt eigene Aufzeichnungen. Selbst die ungefähre Position aus APRS und etwas Abschätzung (Erfahrung) genügen, um soweit an die Sonde zu kommen, um sie entweder zu peilen oder direkt dekodierbare Daten zu bekommen - sofern die Sonde noch sendet. Die in letzter Zeit häufig gesetzten 12k-Timer der RS92 schalten diese nicht komplett ab (wird auch aus der Schaltung ersichtlich, warum das so ist), sondern setzen die Leitung nur sehr weit herunter, so dass sie aber im Nahbereich dennoch empfangbar sind. Über die Hintergründe der Timer gibt es keine bestätigten Angaben. Die Vermutungen reichen über angehobene Bedingungen bis zu Vermeidung von Frequenzbelegungen, wenn die Dinger einige hundert Kilometer weit fliegen, wo sie normal nicht hinkommen.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon zilog80 » Mi 6. Dez 2017, 00:17

astrohardy hat geschrieben:Wenn ich eine Prediction für Landekoordinaten rechnen wil, nutze ich Möglichkeit 2, weil die Audio-Dekodierung bei SM besser ist als bei dem Original-Zilog.

Hab fuer DFM und RS41, RS92 im Verzeichnis "demod" Varianten hochgeladen, mit denen es (zumindest bei mir) noch etwas besser geht als mit SM. (Weiss nicht, wie sehr das vom Empfangs-Setup abhaengt.)

Die erste, schnellste und einfachste Methode fuer mich war ja, die Nulldurchgaenge zu messen. Wenn das Signal gut war, kein Problem, und bei leichten Abweichungen synchronisierte sich die Decodierung bei jedem Nulldurchgang neu, was auch bei niedrigen Sampling-Raten gut funktionierte. Bei schlechterem Signal musste man aber mindesten einen lowpass-Filter benutzen, um falsche Nulldurchgaenge zu reduzieren, da diese sonst den ganzen Frame aus dem Tritt bringen konnten.
Hab dann noch die Option -b hinzugenommen, die die Samples per Bit einfach aufsummiert. Das ist nicht komplizierter, erfordert allerdings eine exakte Synchronisation des Frame-Anfangs. Dann aber laeufts bei schlechterem Signal deutlich besser als Methode 1 und die Fehlerkorrektur mit --ecc (sollte immer benutzt werden) funkioniert besser, da vom Rauschen nur die bits betroffen sind, die verfaelscht wurden. Allerdings lief das Erkennen des Frame-Beginns immernoch mit Nulldurchgaengen, und so wird der Einstieg in den Frame nicht so zuverlaessig erkannt.

In RS/demod hab ich nun die Frame-Header-Erkennung/-Synchronisation mit Correlation versucht. Die Erkennungsrate ist deutlich hoeher. Die weitere Decodierung laeuft dann wie in Methode 2. Bei schlechtem SNR ist es dennoch nicht so einfach, immer die optimalen Eintellungen zu finden. Eine hohe Sampling-Rate von 48kHz, also 10 samples pro bit oder mehr, sind hilfreich, da sonst das diskrete Timing zu ungenau wird. Allerdings ist der Rechenaufwand und Speicherbedarf mit steigender Sampling-Rate immer hoeher. live-Decodierung mit sox liefert meist auch 48k oder zumindest 44.1k.

Offline bzw. in der Nachbearbeitung kann man oft noch einiges rausholen, wenn man mehrere Durchlaeufe mit verschiedenen Einstellungen macht, bekannte Bytes einsetzt oder gezielt Erasures markiert (bei Reed-Solomon), allerdings alles nicht so einfach, vor allem, wenn man es automatisieren will. "Schlechte" bytes kann man zB nachtraeglich feststellen, wenn man nochmal nachschaut, wie gut die Samples mit dem Muster correlieren. Viele der reparierten bytes zeigen dann auch schlechte Werte. Nur um mit Erasures noch etwas rauszuholen, muesste man die potentiellen Fehlerpositionen weniger als 2 bytes eingrenzen. So treffsicher ist das oft nicht moeglich, und wenn man viele Kombinationen durchprobieren muss, wird das Problem schnell sehr gross. Genauer findet man oft per Hand die fehlerhaften bytes, wenn man inhaltlich mit fehlerfreien frames vergleicht.
Wenn man alle Fehlerpositionen genau kennen wuerde, koennte man bei der rs41 bei guenstiger Lage eigentlich bis zu 48 bytes reparieren, bei 312 bytes (ohne Header) im Standardframe (wobei ja einige bytes feste Werte haben).
Live muesste man am besten alle Samples im Speicher verfuegbar haben und viel Zeit bis zum naechsten Frame bzw. einen schnellen Rechner. Irgendwann sind da in Echtzeit natuerlich Grenzen erreicht.

Wer es ausprobieren will, z.B.
Code: Alles auswählen
gcc -c demod.c
gcc dfm09dm.c demod.o -lm -o dfm09dm

Bei Bedarf auch mit -O2 Optimierung.
Dann z. B.
Code: Alles auswählen
./dfm09dm --ecc -v --ptu dfm09_audio.wav

Achtung: Bei dfm09dm.c hab ich die Polaritaet zu dfm06ptu.c vertauscht (also bei einer dfm-06 dann mit -i verwenden), so ist es wie bei der rs92 mit der Manchester-Codierung.
rs41 und rs92 brauchen noch ihre Zusatzdateien wie die urspruenglichen Decoder auch.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Grassator » Fr 8. Dez 2017, 01:32

Robby, das erklärt aber nicht das auffinden mit SM an der stelle die SM ermittelt und die abweichenden Koordinaten im APRS. Ein Fehler im SM würde eher das nicht auffinden erklären, es erklärt aber nicht das bis her jede aufgefundene RS92 abweichend im APRS dargestellt wurde. Ich glaub Ihr versteht das nicht ganz was ich meine.
Selbst der entwickler Zitat "If, however, you decode the RS92 data with an Ephemeris (not an
Almanac) valid for the exact time of the live data, then I believe
the results are as accurate as you can get with a single frequency
GPS receiver."
Sieht da irgentwie keinen fehler. Diesen kann ich so auch nicht sehen, klar ist eine abweichung drin aber so gravierend wie das von "einergehtnochrein" im April dargestellt wurde kann ich das nicht sehen. Wenn dann summieren sich die abweichungen im APRS auf. Beispiel: DxlAPRS speißt ein mit einer geraden bahn und weicht von der reallinie um 13m nach norden ab dann speist SM ein und weicht allerdings nach süden um 13m von der realbahn ab. Beide haben einen fehler allerdings erhebt einer anspruch auf den exakten track. Keiner weiß wirklich wo die exakte Linie verlief.
Jetzt werde ich mal Die nächste RS92 abwarten momentan ist hier leider Sondenfreie Zone. Eigentlich ganz gut da die Zeit etwas fehlt. Aber scheinbar ist hier kein weiterer aktiv unterwegs hab die letzte woche mal an den Sonden gewartet und sie nicht berührt es sei denn die Schnur hing über die Straße oder so. Leider ließ sich keiner sehen. Zwischen Cham und Roding die Meininger zB. fast 2 Stunden


BTW hast am Rückweg von Wettzell die Sonde noch geholt?
Ich musste da am Nachmitag weltlicheren Problemen nachgehen leider.

Momentan müssen die Sonden eh von jemand anders eingesammelt werden bin ziemlich kurz angebunden. Fals mal was kommen sollte. Ach ja meine Gummiwendelantenne ist auch verschütt gegangen, das war der erste Totalverlust, da im dunkeln auch kein Peilen selbiger mit den eingebauten visuellen scannern mehr möglich war. Wimo hat ja genug davon,...
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon astrohardy » Fr 8. Dez 2017, 06:58

SMs Dekodierung der RS92 ist definitiv etwas ungenau und versagt völlig nach der Landung, Punkt. That's experimental fact. Darum findet man die RS92-Sonden oft nicht mit SM. APRS hin, APRS her. Bei den DFMs und der RS41 zeigt SM gute Koordinate an.

Ob es zusätzlich eine systematische Differenz zwischen den in SM angezeigten Koordinaten und den von SM nach APRS exportierten gibt, kann ich nicht sagen, weil ich noch nie Daten nach APRS exportiet habe und das eigentlich auch für meinen Workflow nicht brauche. Kann aber durchaus sein, und das sollte man mal als zwei getrennte Fragen diskutieren.

Für den Zilog-Decoder gibt es ja auch ein APRS-Export-Tool.

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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Fr 8. Dez 2017, 14:09

Grassator hat geschrieben:BTW hast am Rückweg von Wettzell die Sonde noch geholt?


Ja, das war ja auch so vorgesehen.

Die Meininger bei Roding, Cham und auch letzte Woche bei Bernhardswald habe ich nicht geholt - zeit- und witterungsbedingt. Dafür habe ich dich ja auch in Teublitz rumgeistern sehen. Die Woche zuvor war eine Meininger 6 km LL von mir niedergegangen, die habe ich aber erst am Vormittag geholt, da in der Nacht Regen war.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon andreas6 » Fr 8. Dez 2017, 19:22

SMs Dekodierung der RS92 ist definitiv etwas ungenau

Das ist grob untertrieben. Mitunter findet man praktische Beispiele, an denen man die "Genauigkeit" fest machen kann. So hatte ich vor einiger Zeit eine RS92-Landung in einem Nachbarort auf einer hohen Birke, die kein Laub mehr trug. SM zeigte mit aktuellem Rinex reichlich gute Werte an, die Position wackelte kaum. Dort war nur keine Sonde zu finden. Per Peilung ging es gut 300m weiter, bis ich unter der Sonde stand und sie im Lampenlicht hoch im Baum sehen durfte.

MfG. Andreas
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Fr 8. Dez 2017, 19:57

In SM scheint auch seit Monaten nichts mehr zu geschehen. Im Bezug auf die auslaufende RS92 einerseits verständlich, aber andererseits wiederum auch nicht, denn: Es gibt zahlreiche Leute, die sich mit der Positionsbestimmung und entsprechenden SW-Lösungen beschäftigt haben und auch konkret die in SM bestehenden Mängel aufzeigten. Wenn der dort implementierte Algorithmus ertüchtigt werden würde, könnte man RS92 mit der gleichen Treffgenauigkeit, wie die dekodierenden Sonden antreffen. Das die Alternativprozesse funktionieren, haben unzählige Einsätze in der Praxis ja bewiesen. Sowohl bei der Sondensuche, als auch im direkten Vergleich mit anderen Sondentypen.

Jahrelang wurde es ja auf schlechte HW-Umsetzung geschoben, weil es nichts besseres zum Dekodieren gab. Dass dem nicht so ist, weiß man ja hinreichend.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon astrohardy » Sa 9. Dez 2017, 12:35

Das ist grob untertrieben. Mitunter findet man praktische Beispiele, an denen man die "Genauigkeit" fest machen kann.


Hier mal so ein Beispiel der Verfolgung einer RS92 im Flug bis in Baumwipfelhöhe - das mir damals die Augen geöffnet hat.

Bild

Jeweils gleiche Rinex-Daten. Auch eingezeichnet ist der Fundort der Sonde. Man beachte die Abweichung und auch das Hin-und Herspringen der Position bei SM. Bei Zilog wird das Pendeln der Sonde am Faden aufgelöst. Das ist der Grund, warum ich vor Rechnung einer Habhub-Prediction immer die Daten mit Zilog reanalysiere und dann vor Ort meine Aktion meistens schon im Nahbereich beginne. 200m Fehler sind eben bei SM immer drin.

In den meisten Fällen kann man auch gelandete Sonden mit dem Zilog-Decoder finden, und vor allem kann man einschätzen, wie genau die jeweiligen Positionen sind. SM zeigt bei gelandeten Sonden entweder gar nichts an oder um etliche 100m falsche Positionen, z.T.mit stark negativen Höhen, usw.

Bei sowas hilft allerdings auch kein Zilog-Decoder mehr:

Bild

Sowas kann auch keine GPS-Koordinaten mehr ermitteln....Wobei mir immer noch schleierhaft ist, was der Sonde beim Aufprall genau passiert ist. Es war ein DFM-SGP Tandem aus Meppen. Die Schnüre der DFM (hing in einem Busch) waren zum Zerreißen gespannt. Die Schnur von der DFM zur RS92 war zerrissen, und die RS92 fand sich 40m weiter ohne Sondenmast, Sensorarm und mit demolierter GPS-Antenne.


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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Grassator » Sa 9. Dez 2017, 13:29

@Astrohardy Könnte es sein das die Schnur über einen Feldweg/Straße gespannt war und ein Fahrzeug mal ruckartig an der schnur angezogen hat? ch hatte mal eine RS41 die auch komplett ramponiert am wegesrand lag sah ganz nach einer überfahrenen Sonde aus. In deinem fall schätze ich das die schnur ruckartig gespannt wurde durch ein fahrzeug und da spreizt sich die antenne sehr schnell mal.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Grassator » Sa 9. Dez 2017, 13:35

Robby_DG0ROB hat geschrieben:
Grassator hat geschrieben:BTW hast am Rückweg von Wettzell die Sonde noch geholt?


Ja, das war ja auch so vorgesehen.

Die Meininger bei Roding, Cham und auch letzte Woche bei Bernhardswald habe ich nicht geholt - zeit- und witterungsbedingt. Dafür habe ich dich ja auch in Teublitz rumgeistern sehen. Die Woche zuvor war eine Meininger 6 km LL von mir niedergegangen, die habe ich aber erst am Vormittag geholt, da in der Nacht Regen war.



Hättest auch pech gehabt bei Cham denn bei Landung war ich schon vor Ort ist von mir aus nicht weit. Hätte aber wie gesagt gewartet. Aber Teublitz? Ich war in Nürnberg aber nicht wegen einer Sonde, Teublitz war ich nicht. Da hast Du dann wohl ein Phantom gesehen.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Sa 9. Dez 2017, 16:49

Ja, ich habe ein Phantom gesehen, aber es muss dann deine APRS-Kennung bei der Suche nach der Stuttgarter Nachtsonde N1430139 vom 1.12. verwendet haben:

Teublitz.jpg
Stuttgart.jpg


Warum soll ich Pech haben? Sondensuche ist nicht meine Lebensaufgabe, es gibt für mich auch andere Hobbies und Beschäftigungen, als jeder Sonde nachzufahren, die sich irgendwo niederläßt. Bei der Menge, die ständig unterwegs ist, ist jeden genug dabei.
Vermutlich habe ich schon Sonden bessessen und bei der Landung beobachten können, als dir deren Existenz noch nicht mal bekannt war…

Wen man da einige OMs da so am Wochenende in Siedlungen herum irren sieht, die eine Wettzeller DFM09 suchen, kann man sich den Rest denken…
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Grassator » Sa 9. Dez 2017, 22:17

Katzdorf meinst ahhh ok. Der Ort Teubliz ist mir desshalb nicht geläufig weil ich direkt nach Katzbach bin. Hast das mit dem "Pech gehabt" wohl etwas in den falschen Hals bekommen was? :lol:
So war das nicht gemeint,...
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Sa 9. Dez 2017, 22:39

Naja, es gibt Zeiten im Jahr, da ist mir ein sauberer ("salzfreier") PKW lieber, als täglich ein Sack voller Sonden. Außerdem wird mit der Zeit der Lagerplatz auch knapp.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon astrohardy » So 10. Dez 2017, 09:49

Könnte es sein das die Schnur über einen Feldweg/Straße gespannt war und ein Fahrzeug mal ruckartig an der schnur angezogen hat?


Kann man nicht komplett ausschließen, sah aber eigentlich eher nicht so aus. Der Fallschirm hing zwar auf der anderen Seite des Feldweges, aber die Schnur verlief in ca. 5m Höhe über die Straße straff gespannt zwischen den Wipfeln zweier Knickbäume. So, wie ich das vorgefunden habe, konnte da kein KFZ drüberfahren. An dem östlichen Knickbaum hing die DFM mit ziemlich gespannter Schnur auf der Feldseite in ca. 1.5 Meter Höhe verhakt im Gestrüpp. Die ersten 1-2 Meter der Schnur, die weiter zur RS92 führt, waren da, aber völlig zerfasert und abgerissen. Die RS92 lag komplett losgelöst ohne Sondenmast und Sensorhalter und mit einem ganz kurzen Schnurstück ca. 35m entfernt auf dem Feld, etwas eingegraben im Boden.

Abgerissene Sensorarme und demolierte Aufbauten der RS92 habe ich auf umgepflügten Feldern schon mehrfach gesehen, meist ein Zeichen dafür, dass der Fallschirm das Ding etliche Meter über den Acker gezogen hat. Die SGP hing ganz am Ende der Schnur und müsste als erstes aufgekommen sein. Irgendwie hat sich das in Erdklumpen verklemmt. Da ziemlich heftige Böen waren, kann dabei die Schnur gerissen sein. Nach dem Schnurriss hat sich dann die DFM im Gebüsch verhakt und der Fallschirm den Rest straffgezogen.

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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Do 14. Dez 2017, 00:03

Von einer gestern gelandeten Sonde aus Stuttgart bei Neualbenreuth, deren Landeort direkt bei einem OM vor der Tür liegt, bekam ich heute folg. Info:

War von der Straße aus sichtbar. Sondenschnur hing vom Baum nur keine Sonde am Ende der Schnur in ca. 1.8m höhe über Grund. Da kam mir wohl jemand zuvor, dieser hat aber wohl nicht richtig aufgeräumt weil Ballon und schnur noch vor Ort lagen. Hab den Müll dann eingesammelt und endsorgt.


Wer Sonden findet und deren Müll zurück läßt, scheint den Sinn der Sache nicht ganz verstanden zu haben.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon astrohardy » Do 14. Dez 2017, 09:21

Man weiß natürlich nicht, ob das ein Sondenjäger oder einfach nur ein Passant war. Gab es da nicht mal Leute, die ganz absichtlich nur die Sonde mitnahmen - und den Rest als Zeichen für Konkurrenz liegen ließen?

Ein ernsthafter Versuch, wirklich alles mitzunehmen, gehört zu jeder Sondenbergung. Manchmal gelingt das natürlich nicht, weil man z.B. Schnur und Schirm nicht heil aus dem Baumwipfel rauskriegt. Solchen Leuten sollte man dieses Video zeigen, oder zu einer Google-Bildersuche "Vogel Drachenschnur verfangen" motivieren (Vorsicht, unschöne Bilder). Auch die Massenstarts von Kinderballons sind für den Vogelschutz ein echtes Problem.


Man weiß natürlich nicht, was da wirklich passiert ist. Hatte jetzt in kurzer Folge zwei Radiosonden, die bei der Landung von dem Rest des Gespanns abgerissen wurden: Den im Vorposting diskutierten Fall mit dem Meppen-Tadem und eine RS41 in Norderstedt. Bei ersterem hab ich Schnur und Schirm sofort problemlos abbergen können und war dann wegen der fehlenden Sonde ein paar Tage später noch mal da. Die zweitewar in einer Hochspannungsleitung gelandet und fand sich abgerissen und sendend ohne jede Schnur unter einem Mast. In der Aufzeichnung kann man sogar sehen, dass sie offenbar vor dem Verstummen noch einmal hochgeschleudert wurde. Wir haben ein wenig nach den anderen Teilen gesucht und Leitung und Umgebung abgeleuchtet. Erfolglos. Aber das Gelände war sehr unübersichtlich, teilweise unzugänglich. Wenn da jetzt bei Tageslicht jemand 300m weiter Schirm und die Schnur findet und sagt: "Skandal, da hat jemand die Sonde abgeschnitten", dann ist er auf dem Holzweg.
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Aw: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon PowerAM » Do 14. Dez 2017, 09:36

Ich bin jetzt nicht der erklärte Sondensammler. Von andreas6 bin ich mal zu einer geschickt worden, die ich auch sehr einfach fand. Sonde und Schirm konnte ich mitnehmen, die Schnur hatte sich im Gestrüpp für mich unerreichbar verfangen. Also blieb ein Teil der Schnur da. Einige andere fand ich mangels ausreichend professioneller Technik nicht.

Dafür bin ich im Herbst beim Wandern praktisch über eine DFM-09 gestolpert. Aufmerksam wurde ich durch eine diagonal über einem Wiesenweg liegende Schnur. Viele würden hier einfach weiter gehen und sich keine Gedanken machen. Die Sonde ist in einem Bewässerungsgraben ertrunken, den Schirm fand ich im Gras. Ich hab' aber alles eingesammelt und mitgenommen. Wegen des nach wenigen Tagen unerträglichen Gestanks habe ich die Sonde aber letztlich nicht behalten.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Grassator » Do 14. Dez 2017, 18:52

Bei manchen Baum hängern hat man nicht mal die Chance zu klettern, und wenn er richtig hängt dann hängt er. Wenn der Schirm irgendwie erreichbar ist dann nehm ich den auch mit der gehört doch dazu xD ohne den Schirm war es keine richtige Sonde und zumindest ich ärgere mich dann. Ich entsorge meine Schirme dann meist im Pulk auf einem Rastplatz damit meine Tonne nicht gleich so voll ist. Das zeug tägt ganz schön auf.
Eine musste ich heute zurückstellen da die Witterungsumstände auf 1000m und die mitgeführte ausrüstung nicht ausreichend war.
Dort sollte man zu zweit sein damit man sich da nicht in die predulie bringt, also wer Lust und mal Zeit hat auf eine Tiefschnee Expedition auf einem 1000er einfach bescheid sagen.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Fr 15. Dez 2017, 01:45

Schon klar, dass es mitunter nicht anders geht und die Schnur abreißt, so dass Sonde oder Fallschirm+Ballonrest irgendwo festhängen. Im konkreten Fall war es aber leicht greifbar. Ebenso haben schon OMs schon Sondenfunde verkündet und andere haben dann die zurückgelassenen Abfälle erwähnt.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Grassator » Fr 15. Dez 2017, 05:54

Einen konnte ich nicht bergen da der Schirm fest im Baum hing. Der andere OM der da mit mir gesucht hatte hat es dann auch noch mal versucht. Bis die Schnur abgerissen ist und wir abgezogen sind mit Sonde und einem großteil der Schnur. Ein paar tage später wieder an besagter stelle konnte ich den Schirm sammt Ballonrest dann einsameln. Der Sturm hatte das Ding gelöst und in Greifhöhe abgelegt. Also immer gleich von absicht zu sprechen währe vielleicht auch übertrieben. Manchmal ist es halt vertrakt. Bei der die Du erwähnt hast ist es natürlich etwas anders. Da zwischen Landung und Schirmfund warscheinlich nicht viel Zeit vergangen ist.
Aber die Schirme die ich nicht bergen konnte kann ich noch an einer Hand abzählen, ein bekannter OM von mir ist sogar mal wegen dem Schirm in ca 10m höhe geklettert um den Schirm mit einer Dachlatte zu lösen. Mit Hilfe des Anwohners der sogar noch den Akkuschrauber geholt halt um Dachlatten zusammenzuschrauben xD. Vollen Einsatz sozusagen aber erfolgreich.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Fr 15. Dez 2017, 07:20

Aktionen mit Steigeisen, wenn die mitgeführten Stangen nicht mehr ausreichen, gab es auch schon, wie hier an der B85 bei ALLMANNSDORF.

Bild

Bei besonderen Nutzlasten kann man ausnahmsweise mal diesen Aufwand investieren.
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