Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Mo 19. Feb 2018, 01:17

Robby_DG0ROB hat geschrieben:Da sind (…) die Regelsonden in OE (auch aus dem Automaten!) mit den roten Fallschirmen ganzjährig etwas im Vorteil.


Muss man konsequenterweise auf frisch gefallene Exemplare einschränken, denn so viel war am Sonntag früh nicht mehr vom Fallschirm der Nachtsonde N3620206 aus Wien zu sehen, als sie knapp 2 h nach der Landung aufgelesen wurde:
Bild

@Chefbastler: Da ist was mit dem Zitat durcheinander gekommen, denn ich hatte nichts gefragt.
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Sonden-Roadtrip

Beitragvon niffel_island » Mo 19. Feb 2018, 22:22

Hallo zusammen!

Für meinen Film über die Radiosondenjagd bin ich auf der Suche nach Sondensuchern, die an einem siebentägigen Sonden-Roadtrip im März interessiert sind.
Die Idee ist es auf einen Such-Roadtrip zu gehen, dem Wind folgend, von Station zu Station, von Landeplatz zu Landeplatz. Nicht die Sonde, die zum Jäger geht, sondern der Jäger, der zur Sonde geht!Die Idee ist es mit einem Wohnwagen auf die Reise zu gehen, den die Sondensucher fahren, wo sie essen und schlafen aber auch den Sonden zuhören und sie dekodieren, wie eine mobile Schaltzentrale.

Für mehr Infos können sich Interessierte direkt bei mir melden auf niffel_island@hotmail.com
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Chefbastler » Mo 19. Feb 2018, 23:02

Robby_DG0ROB hat geschrieben:
@Chefbastler: Da ist was mit dem Zitat durcheinander gekommen, denn ich hatte nichts gefragt.


Sorry, habs korrigirt, weis aber auch nicht wie das zu Stande kam.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Taucher » Di 20. Feb 2018, 00:33

Wenn jemand hier filmreife Leistungen gebracht hat, dann wohl Franz (aka Schnarke?) :)
...aber bitte nicht die Realität an ein FIlmscript anpassen sondern umgekehrt :)
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon astrohardy » Di 20. Feb 2018, 03:36

@Andreas_P
Ich habe es mal mit folgender Sonde versucht.
burst_altitude: 937,56 (986-48,44=937,56) Meereshöhe sind hier aber nur 445 Meter.
Was mache ich falsch?

Die Burst Altitude muss über der Launch Altitude und über dem Gelände liegen. Beides nicht der Fall, daher kriegst Du die Fehlermeldung.

Du hast die Geländehöhe eingesetzt statt der letzten Höhe des Ballons über NN. Setz mal 937.56 ein. Die Geländehöhe kennt das Modell selber.

Ein Aufruf
Code: Alles auswählen
predict.cusf.co.uk/api/v1/?launch_latitude=49.90904&launch_longitude=09.34296&launch_altitude=930.56&launch_datetime=2018-02-20T08:06:22Z&ascent_rate=15&burst_altitude=937.56&descent_rate=15.62


ergibt folgende (wegen des angepassten Datums nicht verwertbares) Ergebnis:

Code: Alles auswählen
   
metadata   
complete_datetime   "2018-02-20T01:28:01.535557Z"
start_datetime   "2018-02-20T01:28:01.529437Z"
prediction   
0   
stage   "ascent"
trajectory   
0   
altitude   930.56
datetime   "2018-02-20T08:06:22Z"
latitude   49.90904
longitude   9.34296
1   
altitude   937.59125
datetime   "2018-02-20T08:06:22.46875Z"
latitude   49.9090271256972
longitude   9.342926507361426
1   
stage   "descent"
trajectory   
0   
altitude   937.59125
datetime   "2018-02-20T08:06:22.46875Z"
latitude   49.9090271256972
longitude   9.342926507361426
1   
altitude   467.2903945333595
datetime   "2018-02-20T08:06:52Z"
latitude   49.908687923565324
longitude   9.342066548503379

request   
ascent_rate   15
burst_altitude   937.56
dataset   "2018-02-19T18:00:00Z"
descent_rate   15.62
launch_altitude   930.56
launch_datetime   "2018-02-20T08:06:22Z"
launch_latitude   49.90904
launch_longitude   9.34296
profile   "standard_profile"
version   1


Danach ist die Geländehöhe am Auftreffpunkt 467m.

Hartwig
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Andreas_P » Mi 21. Feb 2018, 17:32

Eben am Landepunkt von N3310736 angekommen.
Sonde hat jemand schon eingesammelt.
War das einer von euch?
Den großen Gummi Lappen habe ich eingesammelt.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon AlexVR6 » Mi 21. Feb 2018, 17:55

Meiningen mit Nachstartfrequenz...ich habe sie nicht eingesammelt. Hatte auber auch schon 2 mal die gleiche Erfahrung gemacht.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Andreas_P » Do 22. Feb 2018, 10:14

Meinigen startet immer eine nachts, soviel was ich jetzt mitbekommen habe.
Ok, dann ist es wohl normal dem Gummi Rest da zulassen.
Der Weg war auf dem letzten 500 Metern sehr schlammig zur Sonde.
Glücklicherweise bin ich nicht im Schlamm stecken geblieben.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon zauberkopf » Do 22. Feb 2018, 10:35

Wenn jemand hier filmreife Leistungen gebracht hat, dann wohl Franz (aka Schnarke?) :)

Scharke ? Für mich isser ein "Sondengott" !
http://dj7kl.bplaced.net/Sonde/sondestart.htm

Dabei muss man bei ihm wissen, das er auch noch sämtliches Equipment, insbesondere die Dekoder selbst gebaut und entwickelt hat !
Für die Fachleute : Auf Fußpilzebene.
Franz Programmiert nicht in C..
Auch Assembler ist ihm zu viel Schreibarbeit.. nö... der Mann hat die HEX Codes im Kopf und programmiert in HEX !
Sein Lehrbuch für den Atmel war das Datenblatt..

Da staunte selbst Fritzler... ;-)

Für nen "Roadtripp" müsste man mal schauen, ob nicht irgendwann nicht irgendeine Uni wie damals(tm) in Jülich mal wieder ne Forschungsgeschichte wieder startet..
8 Sonden am Tag im 2 Stundenrythmus.. das war geil ! Und anstrengend !
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon AlexVR6 » Do 22. Feb 2018, 10:39

Andreas_P hat geschrieben:Meinigen startet immer eine nachts, soviel was ich jetzt mitbekommen habe.


Das ist bekannt, ich meinte die Nachstartfrequenz, nicht den NachTstart. Normal sendet Meiningen auf der 402,3Mhz und nicht auf 404,7Mhz.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Taucher » Do 22. Feb 2018, 11:20

zauberkopf hat geschrieben:
Wenn jemand hier filmreife Leistungen gebracht hat, dann wohl Franz (aka Schnarke?) :)

Scharke ? Für mich isser ein "Sondengott" !

Bitte nicht Fehlinterpretieren - das war keineswegs als "lästig" oder irgendwie abwertend gemeint sondern bezog sich nur auf eine Usernamenvermutung. :geek:
Habe Franz bisher nur 1x persönlich gesehen - als er (bereits vom Sondenlandeort wegfahrend) mir im Auto entgegenkam :D
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Do 22. Feb 2018, 17:28

zauberkopf hat geschrieben:…8 Sonden am Tag im 2 Stundenrythmus.. das war geil ! Und anstrengend !


Wenn Grafenwöhr, wie letztes Frühjahr, immer 3 gleichzeitig in der Luft hat und das rund um die Uhr an einigen Tagen in Folge, sehnt sich keiner so schnell mehr nach neuen Sonden.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Lukas_P » Do 22. Feb 2018, 20:09

mal ne blöde Zwischenfrage, aber was passiert eigntlich mit den Sonden die keiner findet ? (jagt ?)

vergammeln die dann einfach im Wald ?
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon PowerAM » Do 22. Feb 2018, 20:19

Ja. :?
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Andreas_P » Mo 26. Feb 2018, 20:12

Habe heute Nachmittag versucht N3410184 einzusammeln.
Da die Sonde auf einem Acker gelandet ist, sollte das recht einfach sein.
Nach dem ich mich mit Hilfe von Google Maps duch das Unterholz und Buschwerk
gekämpft hatte. Hatte ich die Gewissheit das wieder mal jemand schneller war.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Taucher » Mo 26. Feb 2018, 20:58

Andreas_P hat geschrieben:Habe heute Nachmittag versucht N3410184 einzusammeln.
Da die Sonde auf einem Acker gelandet ist, sollte das recht einfach sein.
Nach dem ich mich mit Hilfe von Google Maps duch das Unterholz und Buschwerk
gekämpft hatte. Hatte ich die Gewissheit das wieder mal jemand schneller war.

wasn't me... aber ein guter Test ist normal zu schauen ob die Sonde noch sendet - bei mehr als 10-12h nach Start ist das aber natürlich nicht mehr so hilfreich :)
Hast du denn einen guten Track bis zum Boden gehabt oder wars nur optische Suche in der Landeverdachtszone?
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Andreas_P » Mo 26. Feb 2018, 21:26

Es war nur opische Suche in der Landeverdachtszone.
Bei Wetterson hatte ich auf der Karte gesehen, das die
Sonde 13 km von meiner Wohnung gelandet ist.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Taucher » Mo 26. Feb 2018, 21:35

Andreas_P hat geschrieben:Es war nur opische Suche in der Landeverdachtszone.
Bei Wetterson hatte ich auf der Karte gesehen, das die Sonde 13 km von meiner Wohnung gelandet ist.

Die Daten auf https://wetterson.de/karte/?N3410184 enden bei 1724m über dem Boden - selbst wenn man da noch ca. 42m Geoidabweichung für DE abzieht ist das eine Menge Restflugbahn - wo genau hast Du denn gesucht und wie hast du die Suchzone eingegrenzt?
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Andreas_P » Mo 26. Feb 2018, 23:58

Die Such Zone habe ich wie folgt eingegrenzt, bei Wetterson gibt es
die Landevorhersage. Dort wird angezeigt wo etwa die Sonde landet.
Ich Depp habe eben festgestellt das ich etwas falsch berechnet hatte. :oops:
Habe auf dem gegenüberliegenden Hang gesucht.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Taucher » Di 27. Feb 2018, 01:54

Na dann ist dir ja schon durch die Frage geholfen worden - Hauptsache man kommt einen Schritt weiter :)

Ich habe meine erste Sonde (RS92) erstmal 2 Stunden lang vergeblich (nachts) unter den dekodierten Koordinaten gesucht um sie dann später per Zufall im Wald grün leuchten zu entdecken ... natürlich im Baum in 15m Höhe... fast einen Kilometer von den gemeldeten GPS-Koordinaten entfernt und ca 250 Höhenmeter weiter oben (Hanglagensuchen bei Nacht sind super!). Seither habe ich dazugelernt und RS92 wurden nur per per neuester Rinex tracked. Für optische Suche wenn die Sonde nicht sendet taugt bei RS92 übrigens nur Zilog's Decoder (hier nochmal Lob & Dank dafür). :D

Nach meinen ersten Versuchen mit Sondemonitor habe ich dann angefangen das KML-Script zu schreiben welches die Fallgeschwindigkeit usw berechnet und Landeprognosen berechnet, einholt und einzeichnet. Die Prognosen sind aber nur gut wenn auch der bodennahe Wind zum Wind in höheren Luftschichten passt. Trotz aller Optimierungsansätze komme ich selbst bei optimalen Bedingungen kaum unter 5-10% Fehlerstreuung - damit meine ich die Abweichung zwischen prognostiziertem Landepunkt und tatsächlichem Fundort - prozentual gemessen an der letzten erfassten Höhe über dem Erdboden.

Beispiel: wenn das letzte Signal der Sonde noch einen Kilometer über Boden war und sie flott fällt (9m/s) gibt das selbst mit der besten Prognose noch typisch einen Suchkreis mit Radius 100m am Boden. Fällt sie hingegen langsam (<4 m/s) so geht der Unsicherheitsfaktor entsprechend enorm hoch - ich rechne da aus Erfahrung eher mit 1km Streukreis pro 1km Restfallhöhe.

Im aktuellen Beispiel liegt die Landegegend ca. 270m hoch, letztes Sondensignal war bei 1724m; abzüglich 42m GPS-Geoid = 1412m Restfallstrecke.
Die Fallgeschwindigkeit müsste man über mehrere Datenpunkte mitteln, nehmen wir hier mal 3,5m/s +/- 0,5m/s an.
Restfallzeit bei 3m/s ist 1412/3 = 470 Sekunden.
Restfallzeit bei 4m/s ist 1412/4 = 353 Sekunden ... also 117 Sek. Differenz
Wind war laut Wetterson.de 35km/h - also 35000m/3600s = 9,7m/s ... macht bei 117s Messungenaugikeit der Fallgeschwindigkeit nacher 1137m Unsicherheit bei der Restflugstrecke über Boden (~80% Fehler)
... und da ist noch nicht berücksichtigt, dass am Boden der Wind oft noch in etwas anderer Richtung weht und dass die Sonde manchmal am Fallschirm pendelt (alleine das macht gerne schonmal über 25m Abweichung aus.

Die Landevorhersagen (predict.habhub.org/wetterson.de) sind zwar schon sehr gut, jedoch ist das zu Grunde liegende Wettermodell (genau wie meine Überschlagsrechnung) nur grob - sprich die Windschichten werden nur interpoliert und sind besonders bodennah oft unzutreffend.


Für eine erfolgreiche Sondensuche ist es daher meiner Erfahrung nach von essentieller Bedeutung die Sonde selber zu empfangen - und zwar möglichst Nahe bis zum Boden. Vor Ort nehme ich z.B. meist nur mein Handy mit SDR-Software, ein OTG-Kabel und einen SDR-Stick mit einem Stückchen Draht zum Einstecken in die IEC-Buchse als Nahpeilhilfe mit. Dekodierung ist bei guter Vorbereitung normal unnötig, da man über Körperschirmung und die Signalstärke (Auto-Gain:OFF!) eh gut zur Sonde findet.
Kommt man in der Zielgegend an und es sendet nichts mehr, dann ist man vmtl. zu spät oder die Sonde wurde schon geborgen.... oder man ist nur zu weit weg vom tatsächlichen Landeort.

Ich hatte z.B. eine RS41 welche von insgesamt drei anderen Sondensuchern (mit Yagis!) vergeblich gesucht wurde ... sie war so ungünstig gelandet, dass das Signal am Boden kaum 300m weit empfangbar war - erst 100m ins Feld in Richtung des berechneten Landepunktes kamen erste Signalspuren auf und dann war die Sonde auch schon direkt neben mir - das waren nichtmal 100m Bodensignal (Yagis sind für die Ortung übrigens meiner Ansicht nach total ungeeignet da zu enge Antennenöffnung und zu viele "Nebenkeulen").

Ein anderes Mal habe ich eine DFM09 gesucht, welche (wiedermal nachts) mit unter 2m/s langsam herabgesegelt kam... für die bin ich dann 20min mit dem Auto gefahren (bei solchen Distanzen incl. Decoder/Laptop im Auto). Vor Ort angekommen dann die Ernüchterung: kein Signal ... obwohl ich super "Last"-Werte hatte (und mehrere 3D Fallprognosen), war die Sonde fast 2km weiter ... bodennaher Wind und lokale Geographie. Gefunden habe ich sie nur, weil ich das Landezielgebiet großzügig mit dem Auto abgefahren bin und an einer Stelle dann Signal (mit GPS-Position) bekam. Die Sonde lag in einer Talsenke und die Straßen verliefen quasi alle parallel zum Tal - durch die Flanken des Tales entstand so ein ziemlicher Funkschatten. Dass die Sonde in einer feuchten Ackerfurche (Funkdämpfung) lag half natürlich ebenfalls nicht bei der Ortung.

Ich hoffe diese (doch sehr lange) Beschreibung ist dir ein kleiner Trost für den Fehlschlag und eine Hilfe für die Zukunft :)
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Aw: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon PowerAM » Di 27. Feb 2018, 08:30

Wenn das Signal nach der Landung schlagartig weg ist, dann kann die Sonde auch in einem See oder Graben abgesoffen sein.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Di 27. Feb 2018, 13:16

Bei sehr schnell fallenden RS41 wurde auch schon mehrfach das Abschalten im Moment des Aufschlages beobachtet, wenn die Sonden in Gebrauchstellung den Boden erreicht. Es wird vermutet, dass die Batterien kurzzeitig den Kontakt verlieren. Das Wiedereinschalten nach dem Fund ist aber probemlos möglich. Dieser unschöne Effekt ist aber nur dann ärgerlich, wenn man die Sonde nicht selber bis zum Boden oder in einer Höhe kurz darüber noch empfangen hat, um allein mit den verfügbaren oder brauchbar extrapolierten Daten die Position zu finden.

DFM09 haben auch schon im Moment des Aufschlages den Betrieb eingestellt, weil es dabei den Schalter betätigt hat.

Der unschöne Abschalttimer, der sich bei einigen Bw-Stationen auf knappe 3h20 eingebürgert hat, macht es ebenfalls nicht gerade leicht. Gefallene DWD-Sonden laufen bis zum Batterieende und damit oft noch, wenn 12 h später die nächste Sonde schon unterwegs ist.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon astrohardy » Di 27. Feb 2018, 15:10

Genau so einen Fall (Abschalten einer RS41 beim harten Aufschlag) hatte ich letztens mit einer RS41 aus Schleswig. Ich hatte aber ihre Landephase aus 10km Distanz bis in geringe Höhe mitgeschnitten und dann mit der oben genannten API die Position berechnet. Die war dann 38m daneben. Die Sonde ließ sich sofort wieder anschalten.

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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Robby_DG0ROB » Di 27. Feb 2018, 15:20

Von den Fallschirmen ungeplatzter Ballone weiß man, dass deren Schnüre zum Teil schon im Ballon derart verdreht und verknotet sein können, dass der Fallschirm nie hätte funktionieren können, egal wie "gut" der Ballon platzt.
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Re: Wettersonden jagen = Spielzeug vom Himmel !

Beitragvon Taucher » Di 27. Feb 2018, 17:17

Das mit Batterieaussetzern bei Landung ist durchaus plausibel, da die Batterien durch Federkontakte gehalten werden und in den Halterungen ca 3mm vertikales Spiel haben. Bei den RS92 ist früher gerne auch einfach der ganze Batterieblock abgefallen (teils schon beim Burst in der Luft).
Auf OE1FFS's Sondenseite (http://www.qsl.net/oe1ffs/Sondenpage/oe3pkb/OE3PKB%20Sondenseite.html) ist ein Fall dokumentiert wo eine RS41 eine Flugzeugkollision hatte (genauer vmtl die Ballonschnur). Dabei wurde die Halterung aus der Sonde gerissen ... sprich es folgte freier Fall der RS41 ohne weitere Fallschirme oder Ballonreste.

Aufschlagsgeschwindigkeit war dabei ca. 18m/s (~65km/h) - dieses Tempo kann man also wohl als maximal mögliche Fallgeschwindigkeit dieses Sondentyps ansehen.
Die Energizer AA-Litihumzellen in der Halterung wiegen pro Stück 15g... was für die Berechnung der Aufschlagskraft dann noch fehlt ist die Aufschlagsdauer.
Bei einer sehr weichen Landung mit 0,1s Aufschlagsdauer gibt das 5,4N ... bei 0,01s entsprechend 54N und 0,001s (1ms) drücken die Batterie mit 540N in die Halteklammer.
An der Kraft liegt es jedoch nicht, denn die Federklammern sind in der Lage jegliche Lageänderung der Batterie in der Halterung auszugleichen!


Bleibt noch das klassische "Prellen". Weil Probieren manchmal über Studieren geht habe ich dazu eben einen Versuchsaufbau gemacht.
Ergebnis: Fall auf die "Goldseite" braucht enorme Beschleunigung für Kontaktaussetzer, Fall auf die Silberseite/Polspange hingegen erzeugt gelegentlich Aussetzer.
Beim Versuch sind mir des Weiteren extrem kurze Spikes aufgefallen welche ich eher der Batteriechemie zurechne (traten auch mit isolierem Metallklotz auf).
Die Spikes gibts jedenfalls schon bei freiem Fall aus nur 2-3 cm auf den Test-Metallklotz (quasi "maximal" unelastisches Ziel). :)
Die andere Batteriehalterungsseite habe ich auch getestet - mit gleichem Ergebnis. Vielleicht wiederhole ich den Versuch auch mal mit einer intakten Sonde - die Batteriehalterung war jedoch zur Hand. Die Kabel waren jedenfalls angelötet um dort jegliche Kontaktfehler auszuschließen.

Anbei noch einige Bilder vom Versuchsaufbau und vom Oszi.

MWSnap 2018-02-27, 15_52_46.jpg
Versuchsaufbau

RS41-batt-bumptest.png
Aussetzer
RS41-batt-bumptest.png (3.51 KiB) 418-mal betrachtet
Dateianhänge
NewFile4.png
Spike
NewFile4.png (3.56 KiB) 418-mal betrachtet
NewFile3.png
Spike höhere Zeitauflösung
NewFile3.png (3.5 KiB) 418-mal betrachtet
NewFile2.png
Spike (langame Zeitauflösung)
NewFile2.png (3.13 KiB) 418-mal betrachtet
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