Reparaturerfolge

Der chaotische Hauptfaden

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PowerAM
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Reparaturerfolge

Beitrag von PowerAM » Sa 5. Dez 2020, 10:43

Man hat nichts Böses im Sinn und macht sich am Freitagabend eine Tasse Glühwein mittels Hochfrequenz warm. Der Gerät piepste etwas später und bot das erhitzte Getränk zur Entnahme an. Tür geöffnet - irgendwas ist anders?! :? War da nicht mal Licht? War...

"Jugend forscht" im Anschluss an das heutige Frühstück. :mrgreen: Neun Schrauben später ließ die Mikrowelle ihre dunkelblau lackierte Hülle fallen. Es ist tatsächlich etwas Hirn drin, die Lampe steht dahinter im Freien und funzelte durch ein paar Löcher in die HF-Kammer. Eine klassische E14-Fassung, aus Trompetenblech gefertigt. Die Lampe selbst ist nicht beschriftet. Ihren Glühfaden hatte sie am Stück fallen lassen, beide Enden brachen direkt am Halter weg. Ich kramte in meinen Beständen, eine Kühlschranklampe mit 10 W fand sich.

Trotz sicherlich nicht unbedingt vielen Betriebsstunden hatte die Glühlampe gerade einmal 21 Jahre gehalten. Laut Datumsstempel auf der Innenseite der Gehäusehülle hatte der Gerät zum Winterbeginn Geburtstag.

Cubicany
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von Cubicany » Sa 5. Dez 2020, 11:00

Heute früh ging der Eierkocher nicht, weil der Schalter kaputt war.

Einfach direkt durch verdrahtet und es läuft.

Jetzt zieht man einfach den Stecker, wenn fertig.

E_Tobi
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von E_Tobi » Sa 5. Dez 2020, 21:15

Hab soeben erfolgreich eine Benzin-ThermoTop E reaktiviert.
Das Steuergerät weist 100 Betriebsstunden bei 330 Startvorgänge aus, die Heizung ist von 2003. Hat also nicht allzu lange überlebt, das Teil...

Symptom ist dass sofort beim Start das Gebläse anläuft, aber sonst nichts weiter passiert - kein Vorglühen, kein takten der Pumpe, etc.
Nach einiger Zeit geht das Gebläse dann wieder aus, und das wars.

Auslesen mittels china-K-Line-Adapter (der mit dem blauen Gehäuse, eh vorhanden zur OBD-Dioagnose) und Krokoklemmen zeigt dass das Steuergerät behauptet der Glühstift hätte 0Ohm.
Zu seinem Glück bräuchte es aber um die 0.3-0.5Ohm. Also das Labornetzteil an den Glühstift gehängt und hochgedreht...die Stromaufnahme ist plausibel.
Auch bricht die Batteriespannung ein, sobald man im Testmodus den Glühstift einschaltet...also scheint der Lowside-Switch, der mittels Hella-Ingenieurskunst genutzt wird um den Glühstift highside zu schalten, in Ordnung zu sein.

Also das Steuergerät ausgebaut und geschaut wie der Glühstiftwiderstand überhaupt gemessen wird...die Antwort ist: Haarsträubend, für mein Empfinden.
Der Lowside-Switch der highside drinnen hängt wird überbrückt mit einer Reihenschaltung aus einem 1-Ohm-Widerstand (Baugröße ca. 1812) und einem Transistor - ebenfalls highside.
Der Spannungsfall über dem 1-Ohm wird ausgewertet.

Das heißt, wenn die Batterie 12V hat, und der Transistor zur Messung des Glühstiftwiderstands eingeschaltet wird, werden mal eben zwischen 70W und 90W in den 1812-Widerstand geheizt.
Und das passiert zu allem Überfluss nicht nur ein paar mal zum starten, sondern im Betrieb permanent, weil das Steuergerät über den Widerstand des Glühstifts überwacht ob die Flamme noch brennt...
Prinzip: Hoher Widerstand = Glühstift heiß = Flamme brennt.
Die Diagnosesoftware aktualisiert den Messwert ca. sekündlich, von da her wird die Messung auch nicht seltener erfolgen.

Naja, unterm Strich war der 1Ohm-Widerstand um den Faktor 10^6 zu hochohmig, damit der gemessene Strom quasi unendlich und folglich der gemessene Glühstiftwiderstand null.

Ich hab ihn also mal durch fünf parallele MELF in 0204 mit hohem Pulse-Rating ersetzt, und das Teil tut wieder anstandslos (edit:nachdem es aufgehört hat den Liter Wasser aus der Brennkammer und dem Auspuff als Dampf abzusondern, und dabei zu riechen wie ein altes Mofa, zumindest) ...mal sehen wie lange das hält...

(Edit2: Falls sich jemand fragt weshalb die Heizung dann überhaupt etwas gemacht hat, nämlich das Gebläse laufen zu lassen, wenn im ersten Schritt schon klar war dass sie wegen des Glühstiftes nicht starten wollen würde: Die Steuerung ist aufgewacht, hat den Glühstift gecheckt, gesehen dass 0 Ohm nicht in Ordnung ist, und daraufhin sofort die standardmäßige Nachkühlphase mit "Gebläse ein" gestartet...das laufende Gebläse war also nicht etwas ein Startversuch, sondern das Ende des ganzen Vorgangs.)

rene_s39
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von rene_s39 » So 6. Dez 2020, 21:00

Im Sommer fing es schleichend an, der Abfluss des Waschbeckens wurde langsamer.
Es kündigte sich Besuch an - so konnte das also nicht bleiben, also schnell mit dem Dampfreiniger reingehalten und das Problem "vertagt".

Das ging auch ganz gut, so für 1-2 Monate. Also wieder mit dem Dampfreiniger reingehalten, man weiß ja irgendwie schon was einen da erwartet.

Die letzten Wochen wurde es zunehmend schlimmer, nach einmal Hände waschen floss das Wasser erst nach 15min vollständig ab :D
Und als ich dann noch meinen Bart stutzte und alle Haare provokativ in den Abfluss spülen (wollte), war das Problem besiegelt und ich musste mich endlich mal drum kümmern.

Die aufgefundene Haarmenge war enorm, die Abartigkeit maximal und wieder einmal zeigte sich: Design geht vor Funktion! Zumindest im Falle dieses Siphons, er ist nämlich völlig ungeeignet um lange Haare durchzuschleusen - aber er sieht schön aus.
Aber es ist geschafft und das sogar ohne infernale Sauerei, jetzt ist wieder für die nächsten 2 Jahre Ruhe :)

Gruß,
Rene

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Zummmsel
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von Zummmsel » So 6. Dez 2020, 21:21

Vorher Stöpsel rein und einmal mit der Hand Haare entfernen spart nen Haufen Arbeit...

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von rene_s39 » So 6. Dez 2020, 23:45

Die normalerweise anfallenden kurzen Stummel sehe ich nicht als Problem an, war jetzt nur diesmal bedingt durch den No-Shave-November etwas mehr als sonst.
Hätte man auch vorher entfernen können, aber ich sagte ja provokativ :D

Der Rest ist der übliche Haarausfall beim Haare waschen, bei mir genau so wie auch bei meiner Schwester. Einmal reinigen in 2 Jahren ist wohl völlig in Ordnung.

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von E_Tobi » Mo 7. Dez 2020, 21:12

E_Tobi hat geschrieben:
Sa 5. Dez 2020, 21:15
Das heißt, wenn die Batterie 12V hat, und der Transistor zur Messung des Glühstiftwiderstands eingeschaltet wird, werden mal eben zwischen 70W und 90W in den 1812-Widerstand geheizt.
(...)
Naja, unterm Strich war der 1Ohm-Widerstand um den Faktor 10^6 zu hochohmig, damit der gemessene Strom quasi unendlich und folglich der gemessene Glühstiftwiderstand null.
Die Neugierde hat gesiegt. Ich hab den Shunt mal gereinigt, den Lack entfernt und geschaut wo der Hase im Pfeffer liegt. Eigentlich hätte ich damit gerechnet dass die Widerstandsschicht an den Ecken der Trimmstellen durchgebrannt ist, weil da die Leistungsdichte am höchsten ist...aber, sehr selbst. Leider konnte ich nur so halb scharf durchs Okular fotografieren, aber man erkennt was das Problem ist:

Vergrößerung 20Fach:
20201207_182129.jpg
Das Problem liegt an der Oberkante....das Substrat scheint durch, die Widerstandsschicht fehlt.

Hier nochmal mit 40Facher Vergrößerung:
20201207_182344.jpg
Interessant.
Wenn man die Messspitze entsprechend platziert hat die Widerstandsmasse noch 1.3 Ohm...

Das heißt wohl dass eher nicht die mittlere eingetragene Leistung ins Widerstandselement Grund fürs Versagen war, sondern die adiabatische Absorption der Spitzenleistung, mit Wärmeausdehnung.
Ich vermute die Kontaktierung ist dadurch von den Rändern aus, aber vor allem von rechts her langsam eingerissen, bis sie dann, da wo das große Loch ist, weggebrannt ist...

Grüße, Tobi

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von Mista X » Mi 9. Dez 2020, 13:38

So was hier...
Bild

Führt leider zu viel Arbeit und dem hier:
Bild
Bild

Und weil meine Mieter die Rohbauoptik nicht so schätzen zu dem hier:
Bild
Bild

Dann noch so der tägliche Wahnsinn dazu...
Samsung Fernseher mit 2 verstorbenen LEDs
Fichtenmoped mit gebrochenem Kabelschuh an der Motorkohle
Nakamichi Receiver mit kalter Lötstelle in der Vorstufe und feuchter Batterie...
Technics Verstärker mit kalter Lötstelle hinter der Frontblende

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Finger
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von Finger » Fr 11. Dez 2020, 12:24

Hattest du die Fliesen noch im Bestand?

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von Mista X » Fr 11. Dez 2020, 13:02

Finger hat geschrieben:
Fr 11. Dez 2020, 12:24
Hattest du die Fliesen noch im Bestand?
Ja hatte ich... der Vorbesitzer hat an allen möglichen Ecken auf dem Grundstück und im Haus Fliesen gebunkert.
In beiden Kriechspeichern hatte ich je 30 Fliesen aus Badezimmern gefunden.
Im Gartenhaus so ne 60x40x40cm Box voll mit Fliesen, deren Herkunft und Verwendung sich mir teilweise entziehen.
Nur die weißen unten hab ich neu geholt für 8 Euro zu je 50 Stück.

Sollte ich mal reich sein, kommt das gesamte Fliesenschild neu... bis dato muss das reichen.

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von sysconsol » Fr 11. Dez 2020, 14:27

Das mit dem reich geht über die Miete ;)

Wenn man ordentlich Licht im Bad hat, sehen die Fliesen bestimmt nicht so schlecht aus.

Wenn die lange genug halten, sind die wieder modern :lol:

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gafu
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von gafu » Fr 11. Dez 2020, 15:08

weder die braunen, noch die moosgrünen, noch die schweinchenrosanen fliesen und wannen und pötte sind bis jetzt wieder modern geworden.

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Weisskeinen
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von Weisskeinen » Fr 11. Dez 2020, 18:34

Braune Wanne und restliche Keramik sieht in Verbindung mit hellbraunbeigwolkigen (keine Ahnung, wie man die Farbe nennt) Fliesen total klasse aus...

teff
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von teff » Mo 14. Dez 2020, 23:49

20 Jahre alter CD-Player spuckt die Schublade nicht mehr aus. Verklemmt? Scheint nicht so. Aufgeschraubt, nix sieht verklemmt aus, aber auch mit Handgewalt tut sich nix.
2020-12-14 20.11.06.jpg
2020-12-14 20.11.12.jpg
Was wars? Der CD-Dreh-Apparillo, der von unten ins Loch fährt, hat oben ein Gegenstück (im Steg, der quer über der Schubalade liegt - im zweiten Bild entfernt)- zusammengehalten durch Magnetkraft. Die Kraft war stärker als die des Antriebsriemens, der den CD-Dreh-Apparillo nach unten aus der CD (also vom Magneten weg) ziehen sollte (scheint ein typischer Fehler zu sein - ausgeleiert?). Wenn eine CD dazwischen ist gehts, aber ohne ist der Magnet zu stark.

Meine Lösung: Leukosilkrestbestände unter den Gegenspieler zum CD-Dreh-Pinnorek sorgen für etwas mehr Abstand und weniger Kraft. Leider dreht der Dreher die Zehdre nicht mehr, wen ich zuviel dazwischenkleister, deshalb wird das alles nicht auf ewig funktionieren. Aber jetzt grad tuts.
2020-12-14 20.11.25.jpg

sysconsol
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von sysconsol » Mo 21. Dez 2020, 16:51

Am Lenovo X201t ist der Verschiebemechanismus für das Monitorschloss defekt.
Dadurch kann der Riegel herausfallen.
Man muss dazu wissen, dass der Riegel beidseitig wirken können muss - ja nachdem, ob man den Laptop wie einen Laptop zuklappt oder wie ein Tablet.
corpus delicti ausgebaut ...
corpus delicti ausgebaut ...
Und nochmal zerlegt:
... und zerlegt
... und zerlegt
Eine Plastezunge fehlt, die hätte an das im Bild unterste Teil gehört.
Da muss die Plastezunge hereingreifen.
Da muss die Plastezunge hereingreifen.
Ein Blechstreifen solls richten, dafür muss Platz geschaffen werden.
vor dem Kleben ...
vor dem Kleben ...
Dann wird geklebt - nicht mit 1K und Hitze, sondern cool mit 2K.
nach dem Kleben
nach dem Kleben
und nochmal
und nochmal

berferd
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von berferd » Mo 21. Dez 2020, 20:24

Eher unspektakulär: in meinem alten Quelle-s/w-Röhrenfernseher mal die Netzfilter-Cs getauscht. Es waren die üblichen Rifa-Knallteile mit rissiger Vergussmasse, die dann irgendwann Feuchtigkeit ziehen und abbrennen - keine schlimme Sache, aber die Bude stinkt eben nach verbranntem Papier und die Reparatur wäre dann durch das Rauchgaskondensat unangenehmer. Also mal präventiv tauschen.
IMG_3133.jpg
Wurden ersetzt durch Wima-MKPs, natürlich wieder Y-Kondensatoren mit passender Spannungsfestigkeit (300VAC).
IMG_3134.JPG
IMG_3136.jpg
Dabei ist mir noch aufgefallen, dass die beiden Leitungen des Netzkabels etwas sehr eng und nahe an der Lötstelle eines der beiden Kondensatoren vorbeigeführt werden, siehe roter Kringel. Aufgefallen, da beim Löten angekokelt. Angeschmolzene Isolierung (d.h.: dünner als vorher) in direkter (< 1mm) Nähe einer Lötstelle des Gegenpols, generell nicht gut. Also Leitung etwas anders geführt, so dass sie aus dem weißen Berührschutz an anderer Stelle austritt, und an der Stelle zudem vom Außenmantel des Kabels geschützt ist.
IMG_3135.jpg

andreas6
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von andreas6 » Mo 21. Dez 2020, 21:35

Wackligen Sekundär-Netzschalter eines alten Ladegerätes durch einen echten primären Netzschalter ersetzt. Der originale Schiebeschalter entfiel und zwischen seine mittigen Kontaktlötösen wurde ein 2mm-Loch gebohrt. Dort passte eine Fahrradspeiche als mechanischer Fingerkraftübertrager rein. Als 3D-Druck wurde ein grauer ovaler Tasterknopf passend zum schwarzen Frontplattenausschnitt gedruckt, wo die Speiche rein passt. Das Gegenstück kam ebenfalls aus dem gleichen Drucker, nimmt die Speiche auf und passt auf der anderen Seite vierkantig auf einen alten Pc-Hauptschalter der AT-Ära. Ein bisschen Aluwinkel hält den neuen Schalter, der zweipolig den Netzanschluss abschaltet. Trotz des Einsatzes gewinkelter 6,3er Flachsteckhülsen musste noch ein unbenutzter Schraubdom aus der Oberschale geknipst werden, damit der Deckel wieder drauf passte.

MfG. Andreas

Tobi
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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von Tobi » Sa 26. Dez 2020, 16:04

Der Braunsche Rasierer machte durch immer kürzere Akkulauftzeit auf sich aufmerksam. Neuerdings schien er sich sogar innerhalb eines Tages selbst zu entladen. Da werden wohl die beiden AA- Akkus fertig sein, mal wieder. Diese hatte ich vor 2-3 Jahren schonmal gegen ordendliche Industriezellen getauscht. Also die Zellen mal direkt an den Modellbaulader geklemmt und untersucht: Obwohl der Rasierer "leer" meldete, hatten sie noch etwa 60% Restinhalt. Habe mal einen kompletten Zyklus gefahren: 2,1Ah, Innenwiderstand <50mOhm. Nennkapazität sind übrigens 2Ah --> Der Rasierer verarscht mich :x

Wozu braucht ein Rasierer eigendlich einen µC? Genau garnicht. Also erstmal großzügig Platz schaffen und ab jetzt übernehmen 4 Transistoren und etwas Hühnerfutter die Ein/Ausschaltlogik mit dem einen Taster. Der Akku wird direkt an die Ladebuchse angelötet:
IMG_20201226_125223.JPG
Geladen wird nun über ein aufschraubbares billigst 5V Steckernetzteil. Dort werkelt nun eine rote LED anstelle der Z-Diode in der Spannungsregelung. Damit ergeben sich jetzt 2,85V die auch recht weich sind. Bei ganz leeren Akkus fließen rund 400mA die dann nach einigen Stunden auf <30mA abfallen, passt. Zugegeben ist das alles andere als eine ordendliche Ladeschaltung, aber hierfür wirds wohl langen. Das Ladekabel hat das originale Ladegerät gespendet, sieht doch aus wie original?
IMG_20201226_125325.JPG

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Reparaturerfolge

Beitrag von PowerAM » Sa 26. Dez 2020, 18:10

Ich hab' heute zum ersten Mal eine LED-Röhre der Gattung: "Einbau darf nur durch Fachfirma erfolgen!" in eine Leuchte geworfen. Eine Änderung der Verdrahtung ist nötig, gespeist wird diese Röhre von beiden Seiten. Die "Fachfirma" hätte die Schaltungsänderung wohl auch nur mit Wago 221 gemacht - wie ich. :lol: Der Schutzleiter war bereits am Gehäuse angenietet und wurde so belassen.

Das Produkt aus Strom und Spannung ergibt rechnerisch 10,5 W. Die rausgeworfene 18 W-Leuchtstoffröhre mit Drossel kam auf errechnete 26 W. Subjektiv kommt aus der LED-Röhre etwas weniger Helligkeit, dafür ist die Farbwiedergabe natürlicher und das Licht ist nach dem Einschalten sofort da. Nun auch endlich flimmerfrei, ich reagiere inzwischen angewidert auf flimmernde Lichtquellen.

Warum liegt eigentlich kein Warnaufkleber bei, dass in die so umgebaute Leuchte künftig weder eine Leuchtstoffröhre, noch das Consumer-Retrofit eingebaut werden darf?


Bevor Fragen kommen: Gelabelt als "LUMI" mit 12 W bei 6000 K.

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von xoexlepox » Sa 26. Dez 2020, 20:00

Der Rasierer verarscht mich :x ... Wozu braucht ein Rasierer eigendlich einen µC?
Das könnte mit dem lustigen Ladeverfahren der Akkus zusammenhängen: Da bei NiMH der aktuelle Ladezustand nicht vernünftig zu ermitteln ist, wird die Spannung überwacht, und der Strom und die Dauer gemessen, um daraus die aktuelle verbleibende Kapazität abzuschätzen. So etwas hatte ich mal bei einem DECT-Telefon. Bei dem stand aber (ziemlich versteckt) in der Bedienungsanleitung, daß nach einem Akkuwechsel das Gerät vor dem ersten Ladevorgang "bis zum automatischen Abschalten" verwendet werden soll. Nur so konnte das Teil die echte Kapazität beim ersten Ladevorgang bestimmen.

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von bastl_r » Sa 26. Dez 2020, 20:37

PowerAM hat geschrieben:
Sa 26. Dez 2020, 18:10
Ich hab' heute zum ersten Mal eine LED-Röhre der Gattung: "Einbau darf nur durch Fachfirma erfolgen!" in eine Leuchte geworfen. Eine Änderung der Verdrahtung ist nötig, gespeist wird diese Röhre von beiden Seiten
Bist Du diesbezüglich Sicher?
Ich kenne das eher so, dass die Einspeisung von einer Seite reicht und man nur, wenn man die vorhandene Schaltung mit kVG belässt die Geschichte mit der abgewandten seite und Starterdongle benötigt.
Ansonst reicht es einseitig, in der Regel wo der Bapper dran ist, einzuspeisen.

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Beitrag von PowerAM » Sa 26. Dez 2020, 20:57

Es steht so auf dem Aufkleber drauf. Die beiden Pins an jeder Seite sind untereinander verbunden.
IMG_20201226_195551.jpg

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von KampfKeks_MRZ » Sa 26. Dez 2020, 23:27

PowerAM hat geschrieben:
Sa 26. Dez 2020, 20:57
Es steht so auf dem Aufkleber drauf. Die beiden Pins an jeder Seite sind untereinander verbunden.IMG_20201226_195551.jpg
Dann ist das wieder irgendwie Mist. Wenn da nämlich jetzt einer nen Starter einsetzt, rummst das mit nem vollen Kurzschluss durch. Auch bei eingesetzter Leuchtstofffröhre.

Die Variante mit Speisung von einer Seite ist da meiner Meinung nach deutlich sicherer.

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Reparaturerfolge

Beitrag von PowerAM » Sa 26. Dez 2020, 23:38

KampfKeks_MRZ hat geschrieben:
Sa 26. Dez 2020, 23:27
Dann ist das wieder irgendwie Mist. Wenn da nämlich jetzt einer nen Starter einsetzt, rummst das mit nem vollen Kurzschluss durch. Auch bei eingesetzter Leuchtstofffröhre.

Die Variante mit Speisung von einer Seite ist da meiner Meinung nach deutlich sicherer.
Drossel und Starter hatte ich entfernt. Ein Rückbau erfordert also, dass die entnommenen Teile wieder eingebaut werden und ihre Verdrahtung erfolgen müsste.

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Re: Reparaturerfolge

Beitrag von gafu » So 27. Dez 2020, 00:38

diesen billigen schrott würde ich nicht nur zurücksenden, sondern gar nicht erst kaufen.

die braucht 14 watt für 1000 lumen??
81Lm/watt ist gerade mal EEK A.

wenn die 30000 stunden hält verballert die 420 kwh, also 126 euro strom.
da es für 5-10 euro mehr welche mit deutlich mehr als 100lm/w gibt, ist das auch unwirtschaftlich sowas zu kaufen.

beispiel: dieser röhre
https://www.beleuchtungdirekt.de/philip ... rsetzt-18w
macht auch 1000 lument, braucht aber nur 8 watt. macht bei 30k stunden 72 euro.
Die hält aber wahrscheinlich auch noch deutlich länger als die billo röhre, hersteller gibt 50k stunden an.

wer es nicht gemerkt hat: das billig ding braucht fast doppelt so viel strom. Falls da überhaupt 1000 lumen rauskommen^^-

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