(improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ...

Der chaotische Hauptfaden

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(improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ...

Beitragvon Später Gast » Di 11. Okt 2016, 00:47

Dieser Faden soll dazu dienen, Wissen über verschiedene vom Frickler durchführbare Abformverfahren zu sammeln und verfügbar zu machen.
Schöne Beispiele für abgeformte Teile gibts zB. hier: http://www.jogis-roehrenbude.de/Formteile.htm


Die Idee dazu kam von Zauberkopf als Reaktion auf diesen Reperaturerfolg.
Die relevanten Teile der Unterhaltung kopier ich hier mal eben rein:

Azze hat geschrieben:Hab also mit sanfter Gewalt das verbliebene Zahnrad des rechten Scheinwerfers abgezogen.
2.jpg [Bilder im original-Post ankucken, das URL-rumkopieren ist umständlich und macht diesen Post unnötig groß]
Danach wurde das mit Ooo-Goo (DIY Sugru) abgeformt. Der zweite Versuch funktionierte dann - es hilft ungemein, das Originalteil etwas zu fetten, damit es sich wieder ausformen lässt. :roll:
3.jpg
Danach hab ich das Teil mit 2K Polyesterharz abgegossen.
4.jpg
Die Rückseite hab ich plan geschliffen und das Rad so auf die richtige Stärke gebracht, danach großzügig aufgebohrt
5.jpg
und mit Sekundenkleber auf der Achse fixiert.
120€ gespart. :D
Oo-Goo ist geil! Ich renne jetzt ständig durchs Haus auf der Suche nach Dingen, die sich damit reparieren lassen. :lol:


Wie man Oo-Goo herstellt steht hier: http://www.instructables.com/id/How-To-Make-Your-Own-Sugru-Substitute/?ALLSTEPS
Dabei ist zu beachten:

Azze hat geschrieben:
zauberkopf hat geschrieben:das zeugs wurde bei mir schon beim mischen hart.


Das liegt tatsächlich an der Menge der Speisestärke: Bei etwa Stärke/Silikon 2:1 ist das Zeug knetbar wie Ketmasse, wird aber nach ca. 15 Min schon fest. Bei 1:2 klebt es noch wie Sau, lässt sich aber relativ lange verarbeiten (bis ca. 45 Min.). Je mehr Stärke, desto härter wird später auch das Material. Wenn man zuerst das Slikon mit Verdünnung flüssig macht und relativ wenig Stärke zusetzt, bekommt man angeblich sogar eine gießfähige Konsistenz mit recht langer Offenzeit. Das wäre evtl. eine Alternative zu Wirosil. Leider hab ich den Versuch mit überlagertem Silikon gemacht, das gar nicht mehr fest wurde. Muss ich ggf. wiederholen.

zauberkopf hat geschrieben:Kannst Du dein selbstgemischtes Oo-Goo lagern ?


Nein, denn der Abbindeprozess beginnt sofort durch die in der Stärke eingebundene Feuchtigkeit. Der Gag ist ja, dass Silikon normalerweise von der Oberfläche her mittels einwandernder Luftfeuchtigkeit abbindet. Mit der Stärke bringst du die Feuchte homogen in die Masse ein, so dass die gleichzeitig von innen her abbindet.


Da Zauberkopf ganz richtig schrieb:
zauberkopf hat geschrieben:Wenn ich im "Gefecht" bin.. dann halten mich solche Nebenkriegschauplätze nur von der Weltherrschaft ab.
folgten Überlegungen zur verbrauchsfertigen aber lagerbaren Vorbereitung von Oo-Goo:
Azze hat geschrieben:
zauberkopf hat geschrieben:Idee 2 : 2 Zipbeutelchen.. in dem einen Ist das baumarktsilikon, in dem anderen die abgemessene Stärke.
= Hybrid 2k Knete. (Erst mischen, dann aushärten lassen.. )

Das hat was. Leg die beiden Beutel mit der verschlossenen Öffnung gegeneinander und kleb das mit gutem Klebeband dicht zusammen. Dann braucht man nur noch mit einem Griff die beiden Zipps auseinander reißen und hat einen großen Beutel zum Kneten. ;)
Tatsächlich wird es aber vermutlich daran scheitern, dass du das Silikon nach dem Umfüllen nicht aufhalten kannst...


Bezüglich Silikon mit Verdünnung verflüssigen gibt es noch Forschungsbedarf ;) Nicht alle Silikone freuen sich über unpassende Reaktionspartner, das Resultat ist dann gerne mal gallertartige Masse. :?
Ausprobieren könnte man: Aceton, Nitro, Ethanol und andere Alkohole, ..? Allerdings wird die verdünnte Gussmasse wesentlich stärker schwinden und bei größeren Körpern Hohlräume entstehen lassen.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon zauberkopf » Di 11. Okt 2016, 06:02

Also hier meinte mal einer, das man essigvernetztes Silikon mit Essig lösen könnte.. also müsste Essig ein Lösungsmittel sein...
.. (einfach mal doof gedacht).

Ein paar andere Gedanken kamen aber noch hoch : Stärke... also das zeugs ist ziemlich biokompatibel. ;)
Okay.. im normalen Silikon sind fungizide (gegen Pilze)drin.. aber vor feuchtigikeit würde ich die dennoch fernhalten.
Vielleicht hat ja ein Bakterienstamm dann doch noch lust ....
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Desinfector » Di 11. Okt 2016, 08:14

man kann Molekülketten, die sich vernetzt haben, nicht wieder auflösen.
Maximal mit Stoffen wie Flusssäure.
Es gibt aber Hilfsmittel, um auf anderen Flächen haftendes Silicon zu entfernen.
z.B. normaler Spiritus unterwandert auf Metall haftendes Silicon ganz gut.

Man kann mit pastösem Silicon keine glatten Oberflächen abformen,
ohne dass da auch mit Vakuumbehandlung Blasen zurückbleiben,
die den Abdruck später total knubbellig machen.

Wenn es darum geht, etwas preisgünstig abzuformen,
sollte man nicht an der Qualität des Mittels sparen.

Man kann aber teures Material ("richtiges Abformsilicon, 2K) einsparen,
indem man alle unwichtigen Hohlräume, z.B. bis zur Innenwand der Form
einfach mit anderem Zeug ausfüllt. Natürlich darf das dann nicht das Werkstück berühren,
das muss immer frei in der Form sein.

Hat in einer vorherigen Firma lange gebraucht, bis sich diese Erkenntnis durchsetzte.

Da ging es um Materialersparnisse von vorher ca 300 ml Silicon auf nur noch 100ml
aber monatlich zig Formen.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Azze » Di 11. Okt 2016, 10:24

Bezüglich Silikon mit Verdünnung verflüssigen gibt es noch Forschungsbedarf ;) Nicht alle Silikone freuen sich über unpassende Reaktionspartner, das Resultat ist dann gerne mal gallertartige Masse. :?
Ausprobieren könnte man: Aceton, Nitro, Ethanol und andere Alkohole, ..? Allerdings wird die verdünnte Gussmasse wesentlich stärker schwinden und bei größeren Körpern Hohlräume entstehen lassen.


Das wird vermutlich in der Tat abhängig vom Silikon sein. Was ich bestätigen kann: Billigstes Baumarktsilikon verträgt Nitroverdünnung, zumindest hat sich das beim Mischen einfach nur verflüssigt (fest wurde es aus benannten Gründen nicht).

Aquariensilikon lässt sich mit Aceton verdünnen. Diesen Effekt habe ich vor 15 Jahren mal genutzt, um die gesprungene Bodenscheibe eines kleinen Zuchtbeckens wieder zu verkleben. Die dünne Plörre zog kapillar wunderbar in den Spalt rein, Becken dicht. Allerdings würde ich das nicht bedenkenlos zum Abgießen von Kunststoffteilen verwenden, weil Aceton einige Kunststoffe heftigst angreift. Auch die Nitroverdünnung ist nicht ganz harmlos. Meine Mischversuche machte ich in einem leeren Joghurtbecher, der hinterher nicht mehr danz so glücklich aussah... :lol:

Das mit dem Schwinden ist tatsächlich ein Faktor. Mein Aquarienversuch zeigte, dass die Pfütze, die wegen der Oberflächenspannung wie ein erhabener Tropfen auf dem Glas saß, nach dem Trocknen ziemlich flach war und auch am Rand keine Wulst aufwies. Hier könnte man evtl durch Versuche eine Konsistenz einstellen, die noch relativ fließfähig ist und erst mal die Form benetzt und die Konturen abbildet. Nach dem Topfen könnte man dann in dickerer, gerade noch fließfähiger Konsistenz den Rest ausgießen. Oo-Goo klebt auch auf sich selbst wie Dreck und verbindet sich, das sollte also recht gut gehen.

Aquariensilikon wäre übrigens mein Mittel der Wahl, wenn ich irgendwas Essbares abformen wollte (Es wird ja wieder Weihnachten und Werkzeug in Schoko soll ja tatsächlich schon mal einer versucht haben ;) ). Aquariensilikon ist frei von Fungiziden und sicher billiger als das entsprechende Lebensmittelzeug. Und Stärke ist ja auch essbar
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Di 11. Okt 2016, 10:48

Ich hab bisher nur Formen aus 2K-Silikon gebaut, damit aber schon erfolgreich recht detaillierte Figuren aus Harz oder Silikon abgießen können. Wenn's jemand wissen will kann ich ja mal erzählen, wie ich zweiteilige Formen aus Silikon herstelle. Hab leider gerade kein besseres Beispielbild, das hier ist schon ein bisschen älter:
Bild
Rechts steht das Original (selbstmodelliert) und links der Abguss, hinten ist auch noch ein Fehlversuch zu sehen :D
Und von den Formen selbst hab ich irgendwie so garkeine Bilder, ließe sich aber sicherlich noch nachholen.

Edit: Schokowerkzeug gibt es hier immer auf dem Weihnachtsmarkt zu kaufen, auch Schoko-Kugellager und son Kram (wahrscheinlich alles, was der Typ so in seiner Werkstatt zum Abformen gefunden hat)
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Später Gast » Di 11. Okt 2016, 11:25

Desinfector hat geschrieben:Man kann aber teures Material ("richtiges Abformsilicon, 2K) einsparen,
indem man alle unwichtigen Hohlräume, z.B. bis zur Innenwand der Form
einfach mit anderem Zeug ausfüllt. Natürlich darf das dann nicht das Werkstück berühren,
das muss immer frei in der Form sein.
Ich hab mal ne Weile Lang im Formenbau gearbeitet, die haben u.A. Kleinserien Für Audi hergestellt. Da war der Ablauf für eine Negativhälfte, die dann zusammen mit der 2ten Hälfte in der Fertigung eingesetzt wurde folgender:

-Kunstholz (Handelsname Ureol) kommt aus der CNC-Frase und wird fein verschliffen, lackiert, getrennt, bekommt einen Rahmen aus 20mm Aluplatten und eine passend zur Form gebogene Temperierung aus CU-Rohr, dann gehts in den Harzraum.
-Da kommt als erstes Oberflächen-Paste drauf, ein sehr hartes, und formgenaues Harz, was aber auch teuer ist. Deswegen wird das nur an der Oberfläche eingesetzt.
-Als zweites folgt, während die erste Schicht noch härtet "Sauerkraut", 2-3cm lange Glasfasfasern+Harz als Träger- und Verbindungsschicht
-Dann wird der Rahmen aufgesetzt und sanft festgedrückt
-Zum Schluss wird mit Al- Granulat + Harz der Rahmen aufgefüllt, dabei wird auch die Temperierung in dem Granulat eingebettet.

Silikon haben die nicht eingesetzt, ich schätz mal weil die fürs Temperieren nötige Wärmeleitfähigkeit bei Silikon nicht gegeben ist. Für größere Serien wurde das Negativ direkt aus dem Vollen in Alu gefräst. Ds muss dann "nur" verschliffen werden.

Desinfector hat geschrieben:Man kann mit pastösem Silicon keine glatten Oberflächen abformen, ohne dass da auch mit Vakuumbehandlung Blasen zurückbleiben, die den Abdruck später total knubbellig machen.
Kommt wohl auf den Anspruch an, den man verfolgt, aber ich hab mit Fugensilikon mal ein Negativ von nem Gebißabdruck hergestellt und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
-> Silikon mit einem gekürzten Borstenpinsel auftragen, der bringt nicht soviele Blasen ins Material.

Ich hatte auch mal die glorreiche Idee, Fugensilikon durch absichtliches Einbringen von Luftblasen weicher (im festen Zustand) zu machen und bin kläglich gescheitert. Da gingen einfach keine Luftblasen rein, stattdessen wurde das Material beim Rühren körnig von der ungleichmäßigen Aushärtung. :evil:
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Abformen mit Gips

Beitragvon Später Gast » Di 11. Okt 2016, 12:12

Richtig günstig wirds mit Gips als Abformmasse, bei Hinterschnitten braucht man dann allerdings Keilformen.

Blasenfreien Gips ohne Rüttler und Vakuum bekommt man, indem man zuerst kaltes Wasser in die Mulde (oder Schüssel, Bottich) gibt und dann den klumpenfreien Gips aus möglichst geringer Höhe in das Wasser einstreut, bis das Wasser gesättigt ist. Wenn man ihn flüssiger braucht (zum Gießen) kann man einen schmalen Rand Wasser stehen lassen, wenn man ihn dicker braucht, (Modellieren) streut man so lange auf, bis kleine Berge auf dem Gips stehen bleiben. Das läßt man dann 2 Minuten ruhen und vermengt dann die Masse von Hand. Nachträglich Wasser einrühren funktioniert nicht.
Ich habe gute Erfahrungen mit dem Modelliergips aus dem Baumarkt gemacht, aber da ist wohl manchmal auch ne Charge dabei, die Wasser gezogen hat, der bindet dann viel zu schnell oder gar nicht richtig ab. Rotband bindet zu schnell ab.

Man kann die Abbindezeit von Gips mit Zitronensäure verlängern oder mit Beimengung von gemahlenem, abgebundenem Gips beschleunigen.
Tolle Tips zur Verarbeitung von Gips findet man auch unter http://www.modellbau-wiki.de/wiki/Gips_(Tipp)

Wenn man nur einen Abguss benötigt, reicht die
verlorene Form: Die ursprüngliche Form kann dabei z.B. eine modellierte Form aus Ton oder Plastillin sein, oder aber auch eine Hand oder ein Gesicht, ein ganzer Körper. Bei komplexeren Formen und Hinterschnitten muss man Trennungslinien vorsehen, damit man die Urform wieder aus drem Negativ herausbekommt. Entweder man arbeitet in Schritten und lässt die Formteile zwischendrin härten (und trennt mit Wachs), oder man bettet während des Abformens einen Bindfaden entlang des Positivs in die Gipsmasse ein, mit dem man die Form während des Härtens zertrennt. Letztere Methode erfordert etwas Erfahrung im Umgang mit Gips und artet bei größeren Formen in Stress aus.
Nach dem Entformen setzt man das Negativ wieder zusammen (passend zusammenhalten + von Außen Gips draufklatschen) und lackiert es mit dünnem(viel Spiritus) Schellack oder, wenn der nicht da ist geht auch verdünnter Parkett-Acryllack. Vor dem Lackieren sollte der Gips durchgetrocknet sein. Mehr Schichten sorgen für bessere Trennung, verringern aber auch die Abbildungsgenauigkeit.
Nach dem Lackieren wird getrennt, mit Seifen- oder Rasierschaum aus der Dose: Aufpinseln, trocknen, wiederholen.
Wenn man die Form ausgießt, macht es Sinn, den Gips etwas dünner anzumachen und die Form nur zu etwa 1/3 zu füllen und diese Menge in der Form mehrfach herumzuschwenken, klopfen. Dabei haben die an komplexen Formen leicht entstehenden Luftblasen die Gelegenheit zu platzen und sich mit Gips zu füllen. Erst dann folgt der Rest der Gussmasse. Diese wird langsam eingegossen, die Form sollte so gehalten werden, dass nirgendwo Luft eingeschlossen wird. Gegebenenfalls schräg halten und drehen und klopfen.
Entformt wird mit Hammer und Stecheisen, dabei geht das Negativ zu Bruch. Wenn man sorgfältig lackiert und getrennt hat und vorsichtig entlang der Formteile meißelt, kann man aber auch mehrere Abgüsse herstellen.
Nachteil: Gips hat lange Trockenzeiten und macht ziemlich Dreck!

-> zum Entformen kann Pressluft sehr nützlich sein!

Wenn man auf Silikon nicht verzichten kann oder will, aber trotzdem Geld sparen möchte kann man die Urform auch nur mit einer dünnen (4-10mm) Schicht Silikon einpinseln und den Rest mit Gips überformen. Der Gips sorgt dann für die Stabilität der sonst zu labbrigen Silikonform.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon RMK » Di 11. Okt 2016, 13:07

kleiner Nachtrag zum Gips, Gipsbinden aus der Apotheke (oder so) eignen sich auch sehr gut für die Herstellung
einer Negativform, die lassen sich recht gut anpassen und werden nach dem Trocknen auch hinreichend fest um direkt
als Form zu halten - sofern es mehrere Lagen sind. Hinterschnitte gehen natürlich nicht....
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Wurstblinker » Di 11. Okt 2016, 14:02

Oo-Goo:

Hat das eigentlich schonmal jemand mit anderem material außer Essig vernetztem Silikon Versucht?

Mein erster Versuch fand mit ner halben Kartusche im Büro statt , wir währen fast gestorben beim Anrühren.
2. runde in der Halle bei offenem tor brachte den Nachbarn auf den plan, was hier so abartig stinkt.

Ok, der Flummi den ich vor 3-4 Jahren daraus gemacht habe springt noch wie am 2. tag(hab es lieber länger trocknen lassen)

Einige Abformungen haben wir gemacht damit, aber es stinkt echt zu viel um es weiter zu benutzen.

Versuche mit "Essigfreiem" haben ähnlich wie mit Acryl leider keine echte gummiartige Konsistenz sondern
sind eher bröselig kleben nicht besonders und zerreißen leicht.

Evtl. hat ja jemand was besseres gefunden

bye, Andi
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Gobi » Di 11. Okt 2016, 16:18

Ich weiß nicht, soo teuer ist 2K Silikon nicht, und die Abgüsse werden einfach sagenhaft gut, wenn man weiß worauf es ankommt und zum mischen eine gute Waage nimmt. Warum was anderes nehmen? Wenn doch mal was schief geht, reib ich es mit einer groben Küchenreibe klein und werf es wieder beim nächsten mal als Füllmaterial mit rein, geht perfekt.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Azze » Di 11. Okt 2016, 16:30

Gobi hat geschrieben:Warum was anderes nehmen?


Ist glaube ich zum einen der Bastelwahn, zum anderen eine Frage der Bequemlichkeit und des "Habichehschonda"-Faktors. Ich hab spätestens seit dem Bauen quasi ständig irgendeine angebrochene und mindestens eine neue Kartusche Silikon rum liegen. Falls nicht, hab ich die in 10 Minuten für 1,80€ aus dem Baudiscounter. Wenn ich irgendwas Spezielles/Wertvolles oder auch einfach öfters mal was abformen wollte, würde ich sicher auch das richtige Material dazu besorgen, aber für Ge- oder Verlegenheitsabgüsse macht das wohl kaum Sinn.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Weisskeinen » Di 11. Okt 2016, 18:13

Wurstblinker hat geschrieben:Oo-Goo:
Hat das eigentlich schonmal jemand mit anderem material außer Essig vernetztem Silikon Versucht?

Ich habe das mal mit neutral vernetzendem Silikon (Dow Corning 799) versucht. Es wurde auch nach Tagen nicht richtig fest. Der Versuch ist aber möglicherweise nicht repräsentativ.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon topmech » Di 11. Okt 2016, 23:14

Frage mich gerade, ob das auch mit Mehl funktionieren kann. Wenn mir das nächste mal Silikon in die Hände fällt (also das in der Tube :D ) ...
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Später Gast » Di 11. Okt 2016, 23:53

Gobi hat geschrieben:Warum was anderes nehmen?

weil es geht :D
"Habichehschonda"-Faktor
bei größeren Volumina wird Silikon halt doch irgendwann mal teuer
Und für Körperabgüsse will ich mir das auch nicht auf die Haut schmieren, dann lieber Gips.

Aber es spricht tatsächlich nichts dagegen das 2K-Material zu verwenden, wenn man es beherrscht. Deswegen steht das improvisiert im Titel auch in Klammern. Wenn man nicht improvisieren muss, kann man es lassen, aber manchmal muss man eben improvisieren und dann ist es gut, Alternativen zu haben.

topmech hat geschrieben:Wenn mir das nächste mal Silikon in die Hände fällt (also das in der Tube :D ) ...
Das Zeug, was man für den Hintereingang braucht? warum sollte man da Mehl dranmachen? :lol: Schreib lieber Kartusche, das ist eindeutiger :P

die Korngröße ist bei Mehl halt nicht so fein und es werden auch bei Weißmehl noch Reste von Spelz vorhanden sein. Die Masse wird also etwas gröber als mit Stärke. sonst geht das bestimmt.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Mi 12. Okt 2016, 14:02

Also das erste Mal mit 2K-Silikon hab ich vor mehr als 10 Jahren gearbeitet und war überrascht davon, wie einfach das in der Anwendung ist. Hab da auch nur grob Pi mal Daumen ca. die gleiche Menge von beiden Komponenten (war additionsvernetzendes Silikon) in einem Becher zusammengerührt und dann langsam in den vorbereiteten Rahmen (damals wie heute aus Legosteinen) gekippt. Man muss es nur gründlich durchmischen, ansonsten ist das wirklich unkompliziert. Ein bisschen schwieriger ist es da schon mit dem kondensationsvernetzenden Silikon, da man da irgendwie nur 0,3% oder so Härter zugeben muss und das kann schwierig sein, das ordentlich zu messen. Der ist dann meist in einem Tropffläschchen und man zählt die Tropfen, so richtig gut funktioniert hatte das bei mir damals aber nicht. Zum Bau groberer und größerer Formen ist son OoGoo aber bestimmt ganz praktisch, muss ich auch mal ausprobieren. Wie sind da eigentlich die Mischverhältnisse? Kann man das dann auch kneten oder ist das eher klebrig?
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Wurstblinker » Mi 12. Okt 2016, 18:52

Der Bapp verhält sich ungefähr wie Brotteig, je mehr Stärke desto besser knetbar. Gepuderte Finger(Handschuhe)
machen es auch erheblich leichter zu verarbeiten.
Die Mischung ist ziemlich unkritisch einfach so viel rein bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
Ich empfehle aber dringend, erste versuche draußen zu machen!
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon zauberkopf » Mi 12. Okt 2016, 20:28

Warum was anderes nehmen?

Also... das material könnte eigenschaften haben, die dem Dentalzeugs fehlt.. nämlich :
Klebt wie sau !

Also weniger zum Abformen, sondern wirklich um was auszubessern.
Wie z.B. die abgebrochene Ecke von meinem Tablet das dauert 50cm in die Tiefe stürzt, wenn ich beim lesen einpenne..
Wenn dort ein flummiartiges Silikon jetzt kleben würde... boing boing boing...
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Mi 12. Okt 2016, 23:57

Oder wirklich ergonomische Werkzeuggriffe :D
Wenn man den Rotz auf Stahl ballert, rostet der Essig dann die Oberfläche an?
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon zauberkopf » Do 13. Okt 2016, 00:03

Jaa !!
Also mit so einem Material kann man echt auf verschiedene Art und Weise Spass haben.
z.B. könnte mir vorstellen, auch gerätefüße, oder ähnliches damit zu tütteln.

Kein Wunder das hier z.B. 1kG Epoxyd-Harz im Kühlschrank steht.
Hier würde mich mal interessieren, welches Füllmaterial geeignet wäre für DIY-Expox Knete...
Auch ein Lieblingsmaterial von mir..
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Do 13. Okt 2016, 00:15

Hmm, Epoxidharz, kommt drauf an was man damit machen will. Vll. Sägespäne, oder irgendwas richtig Faseriges? Wenns billig sein soll: Staubsauger aufmachen und den Mist nehmen xD
Wenns hart und fest sein soll nimmst Sand oder Fugensplitt, da kann man dann sowas wie Polymerbeton anrühren.

Wo du gerade Gehäusefüße sagst: man kann das Prinzip sicherlich auch umdrehen, eine Form aus Gips oder sowas bauen und Teile aus Silikon "gießen" :D

Klebt Silikon eigentlich an bereits abgebundenem Silikon?
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Später Gast » Do 13. Okt 2016, 00:50

Geistesblitz hat geschrieben:Klebt Silikon eigentlich an bereits abgebundenem Silikon?
Dafür gibts ja Trennmittel, geht sogar mit Rasierschaum, gerade erst ausprobiert. Bei Fugensilikon würd ich vermuten, dass es ohne Trennmittel schwer trennbare Verbindungen gibt, wenn das erste Teil noch jung genug ist.

und um Epoxy anzudicken gibts Thixotropiermittel. Die Stärke ist ja im Grunde nix anderes. Das echte Zeugs hat ne überraschend geringe Dichte.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Azze » Do 13. Okt 2016, 09:30

zauberkopf hat geschrieben:Also... das material könnte eigenschaften haben, die dem Dentalzeugs fehlt.. nämlich :
Klebt wie sau ! Also weniger zum Abformen, sondern wirklich um was auszubessern...


Genau, auch das. Der Klassiker: Gebrochenen Knickschutz an Geräten oder Steckern reparieren. Die Anwendungen sind so vielfältig... ich sag ja, ich irre durch das Haus auf der Suche nach Anwendungen :lol:

Das Coole ist, dass man mit Farbe arbeiten kann. Zu Acrylfarben läuft bei mir gerade ein Versuch
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Do 13. Okt 2016, 12:17

Ich hatte mal was gelesen, dass dafür Ölfarbe gehen soll. War das nicht sogar schonmal hier im Forum ein Thema? Jedenfalls fällt mir gerade noch was zum Thema Füllstoffe für Epoxidharz ein: es gibt dafür spezielle luftgefüllte (Glas-?) Kügelchen zu kaufen, die das ganze Gemisch dann leichter machen. Ist direkt dazu gedacht, mit Harz vermischt zu werden.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Azze » Do 13. Okt 2016, 13:27

Mit Styroporkügelchen (Kissenfüllmaterial) müsste das auch bei der Silikonmope gehen. Hab ich zu Hause, kann ich mal probieren.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Weisskeinen » Do 13. Okt 2016, 15:21

Da wird sich der nächste Kissenbenutzer aber wundern :mrgreen:
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