(improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ...

Der chaotische Hauptfaden

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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Mi 19. Okt 2016, 23:18

Jo, gibt ja auch stumpfe Kanülen, da wird dann vielleicht nicht ganz so schräg geguckt. Als ich mal Spritzen für Kunstharz geholt hatte hab ich mich auch noch kurz mit dem Apotheker drüber unterhalten, der wirkte keineswegs besorgt.

Das mit der Ölfarbe musst halt testen, wie irgendwo hier schonmal geschrieben hab ich das bisher nur zum Einfärben von Sanitärsilikon gelesen. Acrylfarbe ist jedenfalls ganz anders, die ist ja auf Wasserbasis, allerdings nach dem Trocknen in Wasser unlöslich.

In was für Behältern ist das Harz denn? Solche Dosen mit großem Deckel sind teilweise wirklich schrecklich, erst mit nem Schraubenzieher den Deckel krummhebeln, dann irgendwo hinlegen wo der alles vollsifft und versuchen, nicht alles auf einmal aus der Dose zu kippen. Und danach bleibt immer so ein ekliger Rest in der Rinne, die um die Öffnung ist...
Das letzte Mal, wo ich Gießharz bestellt hatte, kam das allerdings in weichen Flaschen mit so einer dünnen Öffnung und Kappe im Deckel, damit ließ sich das Zeug wirklich gut dosieren und hat kaum gekleckert. Ob dafür leere Ketchupflaschen gehen würden?

Achja, Spritze luftdicht verschließen -> Korken reinstecken (zB. Spitze vom Schaschlikspieß, oder ne Schraube oder was auch immer gerade passt).
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geoschreiner » Do 20. Okt 2016, 01:20

Mir hat man da gesagt, dass die Spritzen meistens für technische Zwecke gekauft werden und ob ich gleich einen 100er-Pack will oder nur eine Hand voll einzeln. Zum Mischen brauchts gar keine Kanüle, da schaut dann auch niemand komisch.

Die Deckel von Blechdosen bekommt man beschädigungs- und frustfrei mit einem Kittmesser oder was ähnlichem auf.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Gobi » Do 20. Okt 2016, 01:42

Später Gast hat geschrieben:Das mit der Ölfarbe hab ich weiter oben im Faden irgendwo aufgeschnappt, wird wohl besser sein als Acryl?
Dummerweise find ich grade die Pigmente nicht mehr. Extra dafür bestellt und irgendwo in der Werkstatt platziert, wo mein damaliges Gehirn (3-4 Tage her) dachte, es wäre gut wieder auffindbar. 2 Stunden gesucht - nix :evil:

Egal, ich probier das jetzt mit der Ölfarbe, Versuch macht kluch :D


Ich rate zu Pigmenten, aber auch da gibt es welche, die sich nicht mit Epoxid oder Polyester vertragen - man kommt um einen Versuch nicht herum!
In der Regel braucht man sehr wenig Pigment um die Sache zu färben. Auf alle Fälle ist es gut die Sache anzusetzen und eine Weile stehen zu lassen. Dann erst den Härter zugeben.
Ich habe mit Polyester auf die Art schon sehr schön das "bunte" Bakelit imitiert, muss man aber schon ein wenig detailverliebt sein.
zB:
Bild
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon zauberkopf » Do 20. Okt 2016, 01:58

Ich habe mit Polyester auf die Art schon sehr schön das "bunte" Bakelit imitiert, muss man aber schon ein wenig detailverliebt sein.

Ey.. WHAT ?! Du hast das schon mal durchgezogen ?
Wie ?!

Ich mag nämlich echt dieses "Russiche bunte Bakelit"... und würde da gerne mal ein paar sachen mit machen.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Später Gast » Do 20. Okt 2016, 02:10

Geistesblitz hat geschrieben:Das mit der Ölfarbe musst halt testen, wie irgendwo hier schonmal geschrieben hab ich das bisher nur zum Einfärben von Sanitärsilikon gelesen. Acrylfarbe ist jedenfalls ganz anders, die ist ja auf Wasserbasis, allerdings nach dem Trocknen in Wasser unlöslich.
Ich meine irgendwann mal irgendwo gelesen zu haben, dass Acrylfarbe sich nicht gut in Harz lösen würde und u.U. auch den Abbindeprozess rapide beschleunigen würde. Der Vorteil bei Öl ist, halt, dass es sich im ebenfalls lipophilen Harz besser löst (oder?), bei Acryl hat man das Vermengungsproblem. Und da es sich in meinem Fall um hochpigmentierte Druckfarbe handelt, reicht schon recht wenig Material zum Einfärben. Bei den Acrylfarben, die ich hier hab müsst ich bis zur opaken Füllung bestimmt mehr Farbe einrühren. Und die trocknet echt schnell, da hab ich nicht so viel Zeit zum Mischen. Ölfarbe trocknet ja auch wasserfest, dauert halt nur länger. Ich könnt mir auch vorstellen, dass die mit dem Härter reagiert und dann garkeine Luft mehr braucht. Das hieße aber auch, man braucht mehr Härter. Wenn ich nur mehr Ahnung von Chemie hätte :ugeek:

Ich hab eben mal das Stück, dass ich mit dem überschüssigen Harz gegossen hab entformt. Ist noch etwas weich, aber scheint vollständig auszuhärten(laut Zettel brauch es 36h). Es hat allerdings gut Bläßchen an der Oberfläche und die Farbe war wohl auch nicht ganz homogen eingerührt, da sind einige kleine Stückchen auf den Boden abgesunken und schmieren, wenn man sie anfasst. Das muss nächstes Mal besser. :|
Meine Lieblingsmethode zum Vermengen von Flüssigkeiten ist wie beim Mayo machen, mit der Farbe anfangen und dann tröpfchenweise Harz hinzufügen. Das war mir aber mit der Waage jetzt zu umständlich (Küchenwaage, sie sich von alleine abschaltet). Mit ner Spritze sollte das kein Problem sein, da kann man die Harzzugabe beliebig stückeln.

In was für Behältern ist das Harz denn?

Es ist ne Plastikflasche mit Schraubdeckel, aber der hat halt nen Durchmesser von 8cm, warum auch immer. :roll:

@Gobi: Ja das sieht toll aus, 3-4 mal Harzbottich mit jeweils anderer Färbung und dann immer abwechselnd Tropfen von verschiedenen Harzen in die Form?
Die original Bakelit-Griffe sind auch zweifarbig. Beige mit dunkelbraunen Sprenkeln. Ich hab aber bisher nicht vor, das zu imitieren, eher pinsel ich hinterher mit brauner Farbe drauf rum :lol:
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Später Gast » Do 20. Okt 2016, 11:43

So, Das Harz hat genug angezogen, damit man es entformen kann, daher gibts jetzt Bilder.
ein kaputter und ein intakter Griff
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Aus nem Stück Restholz mit Loch eine Aufnahme für das Negativ ausgesägt
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Der erste Versuch einer zweiteiligen Form
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Da das nicht funktionierte hier die Grundlage für eine Schlauchartige, einteilige Form: Passend geschnitzte und festgeschraubte Angießtrichter. Die hatte ich bei der zweiteiligen Form aus Ton auf eine Schraube modelliert, aber der hat sich als zuwenig fest herausgestellt. Das Silikon Aufpinseln hat den immer verbogen, daher müssen festere Trichter her
Bild->zoom
Bild->zoom

Eine Schicht Silikon drüber und warten. Glätten kann man das, wie bei Fugensilikon üblich mit in Spüliwasser eingeriebenen Handschuhen
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Die Form bekommt ein Bett aus Gips
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Damit hab ich das Harz eingefärbt. Kann ich noch n paar Griffe mit gießen :mrgreen:
Bild->zoom

Der erste Gießling erblickt das Licht der Welt. einen Trichter musste ich zum Entformen absägen, sonst hätte ich das dicke Ende durch die Wurstpelle drücken müssen und dabei womöglich das Negativ beschädigt.
Bild->zoom

Für einen ersten Versuch bin ich ganz zufrieden. Die Unreinheiten an der Oberfläche sollte ich durch besseres Vermengen in den Griff bekommen. Ganz perfekt ist das Negativ allerdings nicht, es gibt schon ein paar kleine Bläßchen, die man am Positiv als hervorstehende Knubbel erkennen kann. Muss ich halt n Bißchen nacharbeiten, soviele Abgüsse hab ich nicht vor.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Weisskeinen » Do 20. Okt 2016, 12:04

Für Spritzen gibt es eigentlich auch Verschlusskappen, die man statt der Kanüle aufsteckt/schraubt (bei Luerlock). Außerdem sollte man die ganz billigen Spritzen nehmen, die ohne gummigedichteten Stempel. Diese Gummidichtungen machen die Bedienung sicherlich etwas angenehmer, lassen aber mehr Luft/Flüssigkeit/sonstwas nach außen diffundieren, als das bei den einfachen Spritzen mit Vollplastikkolben der Fall ist.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Do 20. Okt 2016, 12:27

Ich meinte das eher so, dass sich Acrylfarbe erst recht nicht eignen dürfte, da es eben auf Wasserbasis ist und damit Probleme haben dürfte, sich überhaupt mit dem Harz zu mischen.

Das mit den Ölfarben scheint ja ganz gut zu funktionieren, hast die Farbe nur nicht ganz getroffen, wirkt irgendwie ein bisschen dunkler und blasser vom Farbton.

Die Einfüllstutzen macht man eigentlich etwas schmaler an der Verbindung zum Gussstück hin, das ließe sich dann zur Not noch wie eine Sollbruchstelle abbrechen. Ich hätte das Silikon wahrscheinlich auch dicker gemacht und dann auf der Innenseite aufgeschnitten zum Entformen. Der Grat, der dabei entstehen kann, kann man dann zum Schluss wieder wegfeilen. Man muss das nur vernünftig fixieren, damit das Harz nicht herausläuft. Das ist auch das praktische an 2K-Silikon, es bindet recht schnell ab und es fließt richtig schön. Meine Formen haben meist eine Quaderform, die dann mit zwei Sperrholzplatten und Gummibändern zusammengedrückt werden. Hier ist mal ein Bild von der Form für die Figur, die ich erst mal gezeigt hatte:
2016-10-20 12.08.22.jpg

Vorgehen war dabei, einen Rahmen in passender Größe aus Lego zu bauen und einen Boden aus Plastilin (hab normale Kinderknete genommen) auszulegen. In die Knete kann man dann sein Gießobjekt reindrücken, wenns nicht wirklich flach ist kann man das Zeug auch vorher noch ein bisschen zurechtdrücken. Man sollte aber schon ein wenig darauf achten, dass es keine Spalten zwischen der Knete und dem Objekt bzw. der Form gibt, das macht nachher sonst nur Ärger. Da kann man dann auch gleich Einfüllstutzen einplanen, hier hab ich das mit Kabelresten und Kupferdraht gemacht, die ich entsprechend mit in die Knete gedrückt hab. Die Anordnung ist so, dass das Harz erst durch den Kanal nach ganz unten läuft und von dort aus die Form bis nach oben hin füllt, wo die Luft dann durch ein paar Abluftkanäle nach oben entweichen kann. Leider waren die nicht genug, dort in der Gegend haben sich trotzdem immer noch ein paar Blasen gesammelt. Mit Vakuum könnte man sicherlich auch die noch loswerden. Alternativ geht auch unter Druck setzen, dann werden die Blasen so weit komprimiert, dass sie nicht mehr stören. Bei s einer Form braucht man allerdings ein recht dünnflüssiges Harz, das leicht durch die Form fließen kann, sonst würde es hart werden bevor es überhaupt durch den Eingusskanal gekommen ist :D

Ähem, bin ein wenig abgeschweift, also jetzt haben wir die Figur und die Kanalteile in der Knete, das wird dann mit Trennmittel bestrichen/besprüht und danach das Silikon drübergegossen. Ist dieses fest wird die Form umgedreht, die Knete entfernt (unterste Reihe Legosteine vorübergehend abbauen hilft) und der ganze Prozess nochmal gemacht, also wieder Trennmittel drauf und Silikon raufkippen. Das Objekt und die Kanalteile bleiben natürlich in der ersten Formhälfte drin. Beim Silikon einfüllen ist es gut, diesen in einem dünnen Faden langsam auf eine Stelle außerhalb des Objekts einfließen zu lassen, so kann es sich weitestgehend ohne Blasen über die Form verteilen. Ich hab da jetzt komplett ohne Vakuum gearbeitet und hab nur vereinzelte kleine Blasen in der Form, die sich auch einfach im Nachhinein entfernen lassen. Die Eingusstrichter selbst hab ich ganz zum Schluss mit einem Cuttermesser eingeschnitten.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Später Gast » Do 20. Okt 2016, 13:12

Geistesblitz hat geschrieben:Ich meinte das eher so, dass sich Acrylfarbe erst recht nicht eignen dürfte, da es eben auf Wasserbasis ist und damit Probleme haben dürfte, sich überhaupt mit dem Harz zu mischen.
Das mit den Ölfarben scheint ja ganz gut zu funktionieren, hast die Farbe nur nicht ganz getroffen, wirkt irgendwie ein bisschen dunkler und blasser vom Farbton.

Achso ja, da hab ich dich falsch verstanden :)
Ja da muss noch etwas Weiß in die Farbe rein und vielleicht n Hauch Violett. Je nach Lichtquelle sieht das aber anders aus, ist nicht ganz einfach den Ton zu treffen und als ich so in etwa in der Nähe war hab ich aufgehört, weil ich mir schon dachte, dass es nicht bei diesem einen Guss bleibt.

Geistesblitz hat geschrieben:Die Einfüllstutzen macht man eigentlich etwas schmaler an der Verbindung zum Gussstück hin, das ließe sich dann zur Not noch wie eine Sollbruchstelle abbrechen. Ich hätte das Silikon wahrscheinlich auch dicker gemacht und dann auf der Innenseite aufgeschnitten zum Entformen.


Da die Kante zwischen Stutzen und Teil nach oben zeigt, schien mir das als ideale Stelle um Luftblasen zurückzuhalten. Da ich auch ohne Vakuum arbeite habe ich absichtlich einen möglichst kantenfreien Übergang zwischen Trichter und Form geschnitzt, so kann da nix hängenbleiben. Der Teil, den ich da absäge zeigt nachher eh in Richtung Schublade, da kann man nach belieben sägen und schleifen und ein Gewinde muss ich ja auch noch reinmachen.

Beim Zerschneiden hätte ich Angst, den Originalgriff zu beschädigen und den musste ich ja auch irgendwie aus der Form wieder herausbekommen, deswegen hab ich mich für die Wurstpelle entschieden. In Knetmasse einbetten probier ich dann beim nächsten Mal, aber um eine U-Form wäre ich auch da nicht herumgekommen. Beim flachen, seitlichen Einbetten wäre der Grat genau an der Vorderseite, wo auch die schönen Details sind.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Do 20. Okt 2016, 13:47

Man muss es ja nicht genau gerade reindrücken, man kann auch auf der Vorderseite einen "Wall" bauen, der die ganze Vorderseite bedeckt, sodass der Grat an der Seite entlang läuft. Ist auf meinem Foto vielleicht ein bisschen schlecht zu erkennen, aber die Trennfläche der Formhälften ist alles andere als eben, einfach um Hinterschneidungen minimal zu halten.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Gobi » Do 20. Okt 2016, 17:51

zauberkopf hat geschrieben:
Ich habe mit Polyester auf die Art schon sehr schön das "bunte" Bakelit imitiert, muss man aber schon ein wenig detailverliebt sein.

Ey.. WHAT ?! Du hast das schon mal durchgezogen ?
Wie ?!

Ich mag nämlich echt dieses "Russiche bunte Bakelit"... und würde da gerne mal ein paar sachen mit machen.


Bei den Griffen und einigen Anderen Sachen, die ich gemacht habe, ist es kein Gießverfahren. Ich habe wie gesagt versch. Pigmente in Harz angesetzt, aus den Töpfen nehme ich immer ein wenig raus, Härter dazu (Menge ist bei Polyester nicht so kritisch) und so immer wieder was draufkleckern in versch. Farben. Die Griffe habe ich dann final überdreht und gefräst. Sieht 100% echt aus.
Inzwischen habe ich aber im Bakelitverein (den gibt es nämlich in Erkner - leider wollten die mich glaub ich nicht in ihrem Verein haben :? ) erfahren, wo die bunten Farben im original herkommen, da wäre ich im Leben nciht drauf gekommen: es sind bunte Papierschnitzel als Füllmaterial!!!

Das habe ich jetzt auch schon mal verucht zu imitieren, klappte aber nicht so gut, weil die Schnipsel nicht aushärten wollten - der Härter ist da wohl nicht bis rein gedrungen.... Echtes Bakelit ist sehr schwierig herzustellen. Oben genannter Verein besitzt aber tasächlich die Gerätschaften dafür-
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Weisskeinen » Do 20. Okt 2016, 18:32

Mir ist jetzt aufgefallen, dass bei mir eine Aufhängung aus Ecoflex 20 reißt. Und zwar genau da (wie könnte es anders sein), wo sich vor dem Aushärten vermehrt Luftbläschen gesammelt hatten. Statt das Teil neu zu machen (wieder mit Luftblasen, weil ich keine Vakuumpumpe mit entsprechendem Gefäß habe), wollte ich versuchen, das zu reparieren. Weiß jemand, ob frisches Ecoflex an altem ordentlich anbindet?
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Später Gast » Do 20. Okt 2016, 21:58

Weisskeinen hat geschrieben:Mir ist jetzt aufgefallen, dass bei mir eine Aufhängung aus Ecoflex 20 reißt.
Boah ich hab grad ecoflex 20 gegoogelt und dashier gefunden: youtube
Fuck ist das Gruselig mit den wabbelnden Beinchen! :shock: :? :lol:

Ehrlich gesagt würde ich eher vermuten, dass sich das nicht mehr so gut verbinden lässt, das alte Material ist ja schon vernetzt. Ich könnte mir vorstellen, dass man vor dem Flickversuch am alten Material die Oberfläche vergrößert, durch anschleifen oder so, aber ob das dann hält? Vermutlich sind da ja noch mehr Blasen, die man gerade nicht sieht, die nach der Reparatur aber zum Problem werden.

Kannste nicht die Form kippen, sodass die Blasen woanders landen, wo sie nicht so stören? Oder nen zusätzlichen Entlüftungskanal, der beim Gießen mit Silikon gefüllt ist und hinterher abgeschnitten wird. Dann sammeln sich die Luftblasen an nem Ort, wo's nicht stört.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon zauberkopf » Do 20. Okt 2016, 23:36

wo die bunten Farben im original herkommen, da wäre ich im Leben nciht drauf gekommen: es sind bunte Papierschnitzel als Füllmaterial!!!

Was ? hmm.. sicher ?!
Also ich meine, gewebte Strukturen erkannt zu haben.. ich muss den einen Antennenfuß jetzt noch mal rauskramen.

hmm... vielleicht hat man ja Lumpen für Militärkram verwendet, und Papierschnipsel für Konsumerzeugs ?
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon duese » Fr 21. Okt 2016, 08:36

Wenn man jemand aus dem Rettungsdienst kennt, kommt man evtl. auch kostengünstig bis neutral an Spritzen und Schläuche. Ich hab von einer Bekannten mal eine ganze Tüte Material bekommen (Spritzen, Kanülen, Tubus-Schläuche, Infusionssets), da die ein Ablaufdatum haben und dann ausgetauscht werden müssen. Für technische Einsätze aber herzlich egal...

Silikon:
An der Uni (ca. 8 Jahre her) haben wir auch mit Elastosil von Wacker gearbeitet. Für ein Abschlussgeschenk wollten wir dann mit ungefülltem, transparentem Silikon was vergießen. Kostenpunkt waren ca. 50€ pro Kilo. Wacker hat aber sehr freundlich für die Uni mehrere Kilo einfach so geschickt. Ich glaube Sie brauchten nur eine formale Bestellung. Was ich sagen will: evtl. einfach mal anfragen. Ob Sie sowas für privat auch machen weiß ich natürlich nicht. Aber nett fragen kostet ja nichts...
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Später Gast » Sa 5. Nov 2016, 19:14

Die Spritzen in der Apotheke kosten 0,2€ das Stück und haben auch keine merkwürdigen Blicke geerntet, scheint sich rumgesprochen zu haben, dass die sich nicht nur für medizinische Zwecke eignen.

Ich hab mittlerweile beschlossen, mit der Abformung des Griffes jetzt fertig zu sein, auch wenn ich mit dem erreichten Farbton nicht zufrieden bin. Den richtigen Ton zu treffen ist schwieriger, als ich dachte, die Farbe wirkt, wenn sie mal im Epoxy ist deutlich dunkler, und man muss auch die richtige Menge reinmachen, die original Griffe sind auch nicht 100% opak sondern haben eine gewisse Transluzenz. Hier mal ein Bild von der unterschiedlichen Farbwirkung beim zweiten Versuch:

Bild->zoom


So sieht jetzt der fertige Griff mit künstlicher Alterung/Patina neben dem Original aus
Bild->zoom


und hier im Büffet mit Versuchen 1(rechts) und 3(links) daneben.
Bild->zoom

Versuch 3 finde ich hier eigentlich auch nicht so schlecht, in der Werkstatt kam der mir total unpassend vor weil er zu viel Gelb hat, aber wenn ich den noch schmutzig mache, könnte der noch besser passen. Die Originale variieren zum Glück auch etwas im Ton. Die Ölfarbe hat zwar zum Einfärben funktioniert, sie ist aber für den Zweck eigentlich zu pastos. (könnte auch am Alter liegen) Man muss auf jeden Fall Testgüsse machen und am besten bei Tageslicht arbeiten. Kunstlicht verfälscht spürbar, bzw Unterschiede sind schwieriger wahrzunehmen.

Abschließend würde ich sagen, dass Fugensilikon im unverpanschten Ausgangszustand ein Notbehelf zur Abformung sein kann, wenn man grade nichts anderes da hat, oder sparen will. Blasenfreie Formen hinzubekommen ist jedoch schwierig bis unmöglich und erfordert auch Erfahrung und Geduld beim Auftragen. Besonders standfest ist meine Form auch nicht, was zum einen an den bereits erwähnten Blasen liegt, zum anderen aber auch an der gewählten "Wurstpellenmethode" mit einteiliger Negativform. Die hat beim Entformen einiges an Stress auszuhalten und dem dritten Abguss konnte man schon Verschleißerscheinungen ansehen.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Gobi » Sa 5. Nov 2016, 19:41

Die Schrankgriffe sind sau gut geworden! Cool

zauberkopf hat geschrieben:
wo die bunten Farben im original herkommen, da wäre ich im Leben nciht drauf gekommen: es sind bunte Papierschnitzel als Füllmaterial!!!

Was ? hmm.. sicher ?!
Also ich meine, gewebte Strukturen erkannt zu haben.. ich muss den einen Antennenfuß jetzt noch mal rauskramen.

hmm... vielleicht hat man ja Lumpen für Militärkram verwendet, und Papierschnipsel für Konsumerzeugs ?


Da kann sein, zumindest im Osten gibt es ja Presstoff auf Papier und (viel öfter) auf Stoffbasis. Ich frage mich nur, warum die dann buntes Papier genommen haben, auch bei Sachen, es ihnen wohl egal war wie die aussehen? Das Rohmaterial, daß man gelegntlich noch findet ist ja immer nicht gefärbt.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Weisskeinen » Mo 7. Nov 2016, 12:49

Weisskeinen hat geschrieben:Mir ist jetzt aufgefallen, dass bei mir eine Aufhängung aus Ecoflex 20 reißt. Und zwar genau da (wie könnte es anders sein), wo sich vor dem Aushärten vermehrt Luftbläschen gesammelt hatten. Statt das Teil neu zu machen (wieder mit Luftblasen, weil ich keine Vakuumpumpe mit entsprechendem Gefäß habe), wollte ich versuchen, das zu reparieren. Weiß jemand, ob frisches Ecoflex an altem ordentlich anbindet?

Ich habe das alte Ecoflex jetzt mal mit frischem zusammengeklebt. Das hält super. Allerdings könnte es auch daran liegen, dass ich die Bruchflächen vor dem Kleben mit einer Feuerzeuggasflamme aktiviert habe (einfach mit einem kleinen Gasbrenner mit blauer Flamme zügig mehrfach drüber gegangen).
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Mo 28. Nov 2016, 18:48

Passend zu diesem Thema, speziell Nahrungsmittel abformen/gießen:
https://www.youtube.com/watch?v=rjBcOeXlPPA

Die Folgevideos lohnen sich auch, da wird dann das Entformen und das Nachgießen mit Gelatinezeugs gezeigt. So ein blaues, durchscheinendes, wabbeliges aber dennoch detailgetreues Hähnchen hat schon was skurriles, als wenn es in einem Experiment in neue Art von Materie verwandelt wurde :D

Ganz unbhängig davon hab ich die Tage etwas mit diesem Oogoo herumprobiert, was hier ja schonmal beschrieben wurde. Zutaten dafür sind ja spottbillig. Beim ersten Versuch hab ich mir jedenfalls richtig schön die Finger verklebt. Darauf hab ich das dann mal so gemacht, wie es in einem Video gezeigt wurde, nämlich erst die Farbe unter das Silikon rühren und es dann in einen Behälter mit der Stärke fallen lassen und schön einpudern. Dann schön kneten und immer, wenn es wieder klebrig wird neu einpudern, und das so lange bis es eine gute Konsistenz hat. Das abgebundene Zeug hat allerdings auch andere Eigenschaften als unbehandeltes Silikon. Es ist nicht mehr so elastisch und wenn man es über einen bestimmten Punkt dehnt verändert sich da irgendwas im Gefüge, auf jeden Fall wird es dann heller. Ich denk mal, dass sich die Stärkepartikel im Silikon lösen und es dadurch "schwammig" wird. Außerdem fühlt sich das Material auch nach dem Abbinden noch irgendwie sehr nach Stärkepulver an. Modellierbarkeit ist auch eingeschränkt, ist halt recht zäh. Für irgendwelchen Kleinkram kann man das aber bestimmt ganz gut benutzen (Werkzeuggriffe oder Kabelschutz zB.), zum Abformen würd ich das aber nicht unbedingt nehmen.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon IQON » Mo 28. Nov 2016, 23:06

Hallo

Ich hatte mir vor Jahren zum absaugen von Luft in kleinen Gefäßen mal ne Wasserstrahlpumpe gekauft.
Die gibts im Laborbedarf und gehen glaube bis runter auf 150mbar Restdruck,
ist zwar nicht der brülle kosten dafür aber auch nur 30€ und wenn man mal was flüssiges ansaugt hält sich der Mist auch in Grenzen...

Viele Grüße IQON
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » So 30. Apr 2017, 00:01

Weiß einer vielleicht, ob und wenn ja, womit sich essigvernetzendes Sanitärsilikon verdünnen lässt? Also flüssiger/streichfähiger machen, mit irgendwas muss es ja gehen.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Azze » Di 2. Mai 2017, 18:00

Aceton. Dauert dann aber wesentlich länger, bis es ausgehärtet ist
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Bastelbruder » Di 2. Mai 2017, 18:14

Zum Verdünnen als Froschtasten-Leitgummi (mit Graphitzusatz) war irgendwo mal Waschbenzin im Rezept.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Geistesblitz » Di 2. Mai 2017, 19:12

Ich hatte jetzt mal Universalverdünnung ausprobiert, das Ergebnis ist eine widerliche stinkende und klebrige Masse, die lange zum Aushärten braucht. Die anderen Sachen hab ich auch da, könnt ich auch noch ausprobieren. Im Netz bin ich noch über einen Tipp mit Terpentin gestoßen, vielleicht wär das auch was.
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Re: (improvisierte)Abformverfahren, Fugensilikon, Wirosil ..

Beitragvon Bastelbruder » Di 2. Mai 2017, 20:13

Universalverdünnung und Terpentin verdunsten nicht rückstandsfrei.
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