Magnetron, wie geht das ?

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon D2O » So 19. Mär 2017, 12:58

Mikrowellen sind dann ein Problem, wenn die ins Gewebe eingetragene Leistung zu hoch ist. Am gefährlichsten ist das für das Auge, da schlecht durchblutet und keine Schmerzwahrnehmung.

Alles andere ist Spekulation, meiner Meinung nach unbegründete. Meines Wissens nach sind alle Studien, die gegenteiliges behaupten bisher nicht reproduziert. Da wird regelmäßig Meldung über unbestätigte, weil nicht reproduzierte "Tatsachen" verbreitet. Stellt sich dann raus, das mit der Studie irgendwas nicht stimmt oder sie nicht reproduzierbar ist, bekommt das keiner mit, denn eine Schlagzeile ist das nicht wert.

Und mal ernsthaft, beim Handy wurde mit 2W (GSM) und wird mit 300mW LTE gesendet. Selbst wenn das komplett absorbiert werden würde, ist das lächerlich wenig Leistung. Im MRT wird durch die Abtastung Leistung in der Größenordnung von mehreren 100 W eingebracht und das ist als unbedenklich akzeptiert...

Ich würde mir bei der heutigen Datenlage eher Gedanken um die Weichmacher im Plastik der Handys als um deren Strahlung machen...
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Hightech » So 19. Mär 2017, 14:04

Ich würde mir ja gerne ein Magnetron in den Fußraum vom KFZ einbauen, wegen der Eisfüße.
Aber so eine Dauerbestrahlung ist doch bedenklich.
Da hab ich doch zu viel Schiß
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Harry02 » Mo 9. Okt 2017, 20:36

Hier ein Link, den ich nicht gefunden habe als das Thema hier neu war: http://cdn.preterhuman.net/texts/govern ... index.html
Edit: Oh, ich sehe grade, ich hatte diesen Link damals doch noch gefunden und reineditiert. Hier gibts also nichts neues zu sehen...
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Bastelbruder » Di 10. Okt 2017, 05:02

Da die Sensorik für Eisbeine auf der Oberfläche sitzt, ist die Tiefenwirkung von Magnetron oder Kurzwelle nicht ideal. Ich würde auf Infrarot setzen, also Heatballs mit Unterspannung da unten strahlen lassen.
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Hightech » Di 10. Okt 2017, 07:00

Infrarot hat halt den Nachteil der geringen Eindringtiefe und man muss echt lange draufstrahlen um warme Käsemauken zu bekommen.

Mit 800W µWelle sollte man tatsächlich nicht CW auf das Eisbein gehen, es wird zu schnell warm, die Rezeptoren bekommen das zu langsam mit.

Es fühlt sich am Anfang wie ein warmer Luftstrahl an, man merkt aber, das irgend etwas nicht stimmt. Dann hat das ganze Eisbein schon >40°C und ist fiebrig.
Nicht gut.
Eine kleine Stahlenquelle mit 100W wäre vermutlich für den Fußraum optimal.
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon zauberkopf » Di 10. Okt 2017, 08:47

Na das was ich halt so normalerweise mit Propan mache.


https://www.youtube.com/watch?v=Dqc6yRIHiW0
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Lukas_P » Di 10. Okt 2017, 12:52

WIe sieht das eigentlich bei nem Magnetron mit der Reflektierten Strahlung aus so wie bei Lasern ? da kann die ja auch noch böse aua machen ;)

AUserdem hab ich mal irgendwas gelesen das jemand mit nem Magnetron und ner SAT-Schüssel die Auto Endstufe seines nachbars ausgeknipst hat :lol:
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Roehricht » Mi 11. Okt 2017, 03:36

hallo,
AUserdem hab ich mal irgendwas gelesen das jemand mit nem Magnetron und ner SAT-Schüssel die Auto Endstufe seines nachbars ausgeknipst hat


Das kann sich dann wohl nur um ein Trabbi gehandelt haben und die Endstufe hatte kein Gehäuse und lag in einem Schuhkarton auf Beifahrer Klappstuhl.
Blechdosen reflektieren die HF wie ein Spiegel das Licht. Die Endstufe ist in einem fettem Alu kühlkörper versenkt. Da kann man mit HF nix ausrichten.

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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon NilsH » Mi 11. Okt 2017, 07:26

Lukas_P hat geschrieben:AUserdem hab ich mal irgendwas gelesen das jemand mit nem Magnetron und ner SAT-Schüssel die Auto Endstufe seines nachbars ausgeknipst hat :lol:

Damit dürfte wohl der total ernst gemeinte Thumpmobile Zapper gemeint sein.
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Desinfector » Mi 11. Okt 2017, 07:35

mir fällt ein Magnetron gerade als zumindest kurzfristig
doch wohl gut überlastbarer Gleichtrichter ein.
Da muss doch was gehen, oder?

-also OHNE die Magnete meine ich!
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Harry02 » Sa 25. Nov 2017, 18:12

Ob es als Gleichrichter taugt, ist eine Interessante Frage - man müßte mal die Flußspannung messen. Die ist vermutlich ziemlich hoch - ich kann mir nicht vorstellen, dass das Magnetron ohne Magnete so arg viel niederohmiger wird.
Aber da es eine direkt geheizte Wolframkathode besitzt, kann man ohne Bedenken Strom ziehen bis nix mehr geht.

Wie reagiert eigentlich ein Küchenmagnetron, wenn es mit z.B. der doppelten Spannung beaufschlagt wird? Irgendwann setzt ja die Schwingung aus, weil die Elektronen zu stark beschleunigt und abgelenkt werden - passiert das schlagartig, oder sinkt nur langsam der Wirkungsgrad bei steigender Spannung?
Falls die Schwingung abreißt, müsste man wohl das Magnetfeld abschwächen, damit die Elektronen wieder die Anode "streifen".

Gehe ich richtig in der Annahme, dass der Blechkäfig um das Ding den magnetischen Kreis zwischen den beiden Magneten schließt, und ohne Blech das Magnetfeld zu schwach zum Oszillieren (bei Nennspannung) ist?
Ohne das ganze Blech (und evtl. noch mit gestutzten Kühlrippen) sieht das schon viel handlicher aus.

2017-11-25 13.12.00.jpg


Ist der großzügige Abschirmkasten für die Heizungszuführung eigentlich ein Hohlraumresonator, ohne welchen das Ding nicht/schlechter schwingt? Die Maße von 7x7x4,3 bzw 7,9x7,9x4,6 würden irgendwie passen.
Das Magnetron, bei dem ich die kleineren Maße abgenommen habe, hat eine ca 3-4mm kürzere Antenne/Pumpstutzenkappe, wobei die Gesamtlänge Isolator+Antenne gleich ist. Material gespart oder tatsächlich höhere Frequenz? (Das bleibt ein Rätsel, bis ich dort oben Frequenzzählen kann)

2017-11-25 13.13.13.jpg
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Bastelbruder » Sa 25. Nov 2017, 18:48

Die Heizungskiste paßt nicht annähernd zu 12 cm Wellenlänge, die Kathode sondert auch bloß einen Gleichstrom ab. Der Strom wird erst beim Vorbeihuschen an den abwechselnd gepolten Anoden moduliert bevor er dann an der nächsten Anhode einschlägt.
Das Ausgangssignal wird mit zunehmendem Strom spektral sauberer, genau wie beim Laser oder bei der Blockflöte. Und wenn man da übertreibt - hmm?
Wie das mit Strom und Spannung genau zusammenhängt weiß ich nicht, aber ohne Magnete ist das eine reine Diode die man vielleicht als garnicht soo schlechten Gleichrichter einsetzen könnte. Unpraktisch ist bloß die Heizspannung.

Die Antennenlänge dürfte knapp Lambda/4 sein, sie ist doch relativ dick. Und die Dicke ist ganz praktisch, sonst würde da dauernd das Elmsfeuer rausblasen.
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon berlinerbaer » So 26. Nov 2017, 09:40

Lukas_P hat geschrieben:Außerdem hab ich mal irgendwas gelesen das jemand mit nem Magnetron und ner SAT-Schüssel die Auto Endstufe seines nachbars ausgeknipst hat :lol:

Du meinst vielleicht das hier:
https://www.heise.de/ct/Redaktion/cm/Th ... apper.html

Leider funktioniert das wohl nicht wirklich und gehört wegen der mit dieser Konstruktion verbundenen Gefahren wohl in die Kategorie "weniger empfehlenswert", siehe auch die einleitenden Worte in rot.
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Harry02 » So 26. Nov 2017, 17:20

Die Info haben wir bereits, der zweite Beitrag nach Lukas_P. ;)
NilsH hat geschrieben:Damit dürfte wohl der total ernst gemeinte Thumpmobile Zapper gemeint sein.

Die Seite meint es zwar nicht ganz ernst, der Sat-Schüssel-Bastler in meinem Link oben allerdings schon, da hats Bilder der Konstruktion. Bezieht sich "funktioniert wohl nicht wirklich" darauf, dass das Ding nicht sendet, oder dass man damit nervige Autoendstufen ausschalten kann?

Leider keinen Bericht vom Betrieb - ob das daran liegt, dass es nicht wirklich funktioniert, oder daran, dass es sehr gut funktioniert hat, bleibt im Dunkeln.

Die Heizungskiste hat die Abmessungen eines kurzgeschlossenen kurzen Hohlleiters für den Bereich, ich hatte das stumpf mit Hohlraumresonator gleichgesetzt (so auf die Schnelle wurde ich auch grade nicht fündig, wie groß der Quader zum Resonieren sein müsste. Hohlraumresonator-Onlinerechner gibts wohl noch nicht).


Die 3V Heizspannung finde ich garnicht mal so unpraktisch, drei NiCd-Zellen oder eine Lithiumzelle reicht. Wenn man zwei in Reihe schaltet sinds auch wieder 6V.
Der Anodenspitzenstrom beträgt laut Datenblättern 1,2A. Ich wüsste nicht, was dagegen spricht, das dauerhaft zu ziehen (im Betrieb als Diode wäre ja hoffentlich der Spannungsabfall geringer, so dass das mit der Verlustleistung wieder hinkommen könnte).
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon VorbringAir » Mo 27. Nov 2017, 10:43

Nur dran denken dass die Heizung auf HV-Potential liegt. Also die Akkus gut isolieren :grins:
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Desinfector » Mo 27. Nov 2017, 11:17

3V Heizspannung.
2 Magnetron-Heizungen in Reihe schalten und man kann mit 6V arbeiten ;)
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Harry02 » Mo 27. Nov 2017, 18:09

Das hatte ich doch einen Beitrag drüber geschrieben. ;) Sagt mal, ist das eine neue Facebook-Diskussions-induzierte Epidemie?
Will auf keinen Fall stänkern, aber es fällt mir halt auf.

Wenn man die Diode Berührungssicher irgendwo einbaut, könnte man die Heizung auch auf Masse legen (und + der Ausgangsspannung automatisch auch). Ohne überdimensionierten Warnhinweis aber nicht nett für zukünftige Reparateure.
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon BernhardS » Mo 27. Nov 2017, 19:24

Was ist zwischen den Ohren? Ein flüssigkeitsgefüllter Hohlkörper in dem ein Denkapparat schwimmt. Die Kapselung ist außen mit überwiegend wasserhaltiger Beschichtung überzogen. Manchmal sind dann noch Haare - es geht aber ganz gut auch ohne. Ähhmmm. Nicht abschweifen.
Wieviel Leistung steht zur Verfügung? Den Denkapparat innen drin konkret erwärmen? Das zweifle ich einfach mal ganz offen an.
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Harry02 » Mo 27. Nov 2017, 22:19

Ich hab da eben ein Diagramm gefunden, es sagt mir zwar auch nicht wirklich, was das Magnetron bei mehr Ua tut (außer mehr Strom ziehen), fand es aber trotzdem ganz interessant. Es zeigt, dass sich erst ab einer bestimmten Anodenspannung was tut, vorher irren die Elektronen nur im Kreis.

2017-11-27 22.57.08.jpg

frei nach F. Vilbig, Lehrbuch der Hochfrequenztechnik 1, 1960, 5.Auflage

Falls ich noch was finde, editier ich es hier rein.
Edit:
Was ich weiter oben geschrieben habe "Falls die Schwingung [bei mehr Ua] abreißt, müsste man wohl das Magnetfeld abschwächen" war Käse.

2017-11-27 23.02.10.jpg

frei nach O.Zinke & H.Brunswig, Lehrbuch der Hochfrequenztechnik, 1965, S.402-410 (lohnt sich nicht nur deswegen mal reinzuschauen, das Kapitel über Funkstörungen S.751-794 ist auch ganz interessant)

Wer "Arbeitsdiagramme des Impulsmagnetrons 725 A f=9,375GHz - Zusammenhang zwischen ua, ia, B und P Impulsbetrieb" haben möchte -> PN.

Gilt "...ist es auch nicht gestattet, dieses Buch oder Teile daraus auf photomechanischem Wege zu ..." eigentlich auch für ein einzelnes Bild?
Edit: Habe das Problem etwas entschärft.
Zuletzt geändert von Harry02 am Di 28. Nov 2017, 00:25, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Magnetron, wie geht das ?

Beitragvon Sir_Death » Mo 27. Nov 2017, 23:26

Harry02 hat geschrieben:....

Gilt "...ist es auch nicht gestattet, dieses Buch oder Teile daraus auf photomechanischem Wege zu ..." eigentlich auch für ein einzelnes Bild?



Ja, aber du hast es ja nicht photomechanisch sondern photoelektrisch... (Aber diese Haarspalterei lass ich wohl lieber den Juristen)
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