Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Mi 22. Feb 2017, 01:12

ferdimh hat geschrieben:Jede Verstärkerstufe polt das Signal um. Der Trafo polt außerdem je nach dem, wie rum er gepolt ist, um oder nicht um.
Diese Aussage hat aber nicht viel zu bedeuten.

Ah, stimmt, das der Trafo auch noch mal umpolen kann habe ich vergessen!
Wenn du die Endstufe dermaßen übersteuerst, wird die Vorstufe da nicht mehr viel an Klang dazu tun. Du kannst theoretisch entweder den "Master" Regler VIEL weiter runter drehen (dann reicht möglicherweise aber die Verstärkung der gesamten Kiste nicht mehr) oder damit leben, dass du eigentlich nur mit der Endstufe randalierst.
Eine Klangregelung kommt bei dem Konstrukt zweckmäßigerweise direkt vor die Endstufe, der Typ der Klangregelung ist eine riesige Philosophiefrage. Es macht m.E. Sinn, da einfach ein Stück Schaltung von Marshall oder Orange (die konstruieren da sehr unterschiedlich, ich finde Orange nachvollziehbarer, die meisten anderen Verstärker enthalten Mischungen dieser zwei Konzepte).
Ich tue mir zur Zeit noch sehr schwer, dazu etwas zu schreiben.



So wie es im Moment läuft, würde ich eigentlich gerne vor der Endstufe runter regeln können und DANACH, also mit Lastwiderständen (anders gehts ja wohl nicht)

Mir hatte eigentlich ein Kuschwanz Regler vorgeschwebt - welcher genau wäre im Prinzip im Moment ja auch egal - nur wenn ich dann nachher wieder so viel Verstärkung verliere, daß alles wieder ganz anders aussieht wäre es blöd. Wahrscheinlich besser beizeiten einfügen.

Die Sache mit der Schirmung finde ich etwas schwer zu vestehen. Sicher, ich habe im Moment noch den toalen Verhau, aber meine Wege sind relativ kurz. Da gehen die Koppelkondensatoren mit langen Beinchen direkt an das Poti zB. - macht doch jetzt auch keinen Sinn, dan noch mal ein abgschirmtes Kabel anzubringen? Oder anders gesagt, muss ich schon 4cm, lange Kabel abschimen?? Da könnte ich eher noch die Kabel zum Übertrager schirmen, die sind verlgeichsweise lang im Moment.


Und noch was, bei der ECC83 flammt der Heizfaden beim einschalten kurz aber heftig auf - das kann doch auch nicht gut sein, oder?
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » So 26. Feb 2017, 23:05

Ich hab jetzt mal einen Kuhschwanzrelger gelötet, jetzt wirds natürlich verwirrender....
Mir ist aufgefallen, das die Schatung immer gleich ist, die Werte sich aber schon unterscheiden - ist das von der Lage in der Schaltung abhängig? Oft sitzen die Regler ja zwischen den ECC83 Hälften, meiner im Moment dahinter. Ich setzt den aber auch noch mal dazwischen, bin nur heute zu müde (hör nix mehr) (und die armen Nachbarn wollen bestimmt auch nichts mehr hören :mrgreen: )
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Mo 27. Feb 2017, 00:38

Es gibt zwei Bauformen vom "Kuhschwanzregler". Die eine hat auf beiden Seiten gleiche Widerstände und lineare Potis (das ist die originale von Baxandall). Die wird mit einer Verstärkerstufe vertüddelt.

Die andere Bauform hat logarithmische Potis und unterschiedliche Widerstände oben und unten. Die wird einfach zwischen zwei Verstärkerstufen geklemmt. Von beiden.
Beide Bauformen lassen sich variieren, dass sie bei verschiedenen Frequenzen greifen. aus dem "Bauform 1" Kuhschwanzregler lässt sich auch recht gut vervielfachen und so ein n-Band-Equalizer basteln (findet sich z.B. in gitarrengesteuerten Synthesizern der Marke Mesa/Boogie).
Insbesondere die zweite Bauform ist sehr bastlerfeindlich, weil bestimmte Widerstandsverhältnisse eingehalten werden müssen; sonst passieren ganz komische Sachen. Eine Schaltung mit weniger Bauteilen (3-Band-Klangregelung a la Fender) ist da deutlich bastlerfreundlicher.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Mo 27. Feb 2017, 09:49

ferdimh hat geschrieben:Es gibt zwei Bauformen vom "Kuhschwanzregler". Die eine hat auf beiden Seiten gleiche Widerstände und lineare Potis (das ist die originale von Baxandall). Die wird mit einer Verstärkerstufe vertüddelt.

Die andere Bauform hat logarithmische Potis und unterschiedliche Widerstände oben und unten. Die wird einfach zwischen zwei Verstärkerstufen geklemmt. Von beiden.

ok, dann habe ich wohl die falsche Variante erwischt. Ich kann auch gern die Fender Variante probieren wenn du das für sinnvoller hältst, die geht dann überall?

log/lineare Potis sind auch ein Thema, die als Anfänger total nerven. Hier in meinen Schaltungen ist gar nichts dazu angegeben, gestern habe ich aber schon gemerkt, daß ich wohl die falschen habe. Und dann noch alte versus neue Bezeichnung.... was für ein Kuddelmuddel :evil:
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Mo 27. Feb 2017, 09:55

Die Fendervariante ersetzt Kuhschwanz "II", kommt also zwischen zwei Stufen.
Diese Kuhschwanzsteller haben den Vorteil, dass sie eine definierte "Gerade" Position in der Mitte haben, weswegen man sie gerne für HiFi einsetzt. Dieser Vorteil macht an der Gitarrenkiste eher weniger Sinn.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Mo 27. Feb 2017, 10:10

"zwischen 2 Stufen" verstehe ich nicht ganz - ich bin ja quasi immer zwischen zwei Stufen - oder heißt das 2 identische Stufen?

Übrigens, was ich die ganze Zeit vergesse zu schreiben, der "gewünschte" Effekt ist wirklich da und lässt sich mit Klangregelung anscheinend noch steigern, man hört teilweise noch einen tieferen Ton, der gar nicht da sein dürfte. Das klingt nicht unbedingt gut, darum gehts ja aber auh erstmal gar nicht. Ich meine aber dafür wäre es besser, ich hätte die Regelung hinter der 2. Stufe, schwer zu sagen.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Mo 27. Feb 2017, 13:12

Gobi: Zwischen welche Stufen du das Ding wirfst ist ziemlich egal. Der Punkt ist, dass der "klassische" Baxandall (Von mir oben "Typ 1" genannt) um eine Triode drumrum gebaut ist: Die Röhre wird so stark gegengekoppelt, dass sie eine Verstärkung von 1 hat. Wenn man aufdreht, wird schwächer gegengekoppelt, wenn man abdreht, wird stärker gegengekoppelt. Schaltungsbeispiel aus den Tiefen des Netzes:
Bild
Alle Schaltungen, die nicht "um die Röhre herumgreifen" brauchen üblicherweise logarithmische Potis und können im Prinzip an jeder Stelle eingefügt werden. Ich würde aus dem Bauch heraus sagen, dass zwischen 2. ECC83 und EL84 in diesem Verstärker ein sinnvoller Ort ist, da die ECC83 eh mehr Spannung liefert, als die EL84 verdauen kann.
Ich will dir den passiven "Baxandall" (der hat so weit ich weiß nichts mit Baxandall zu tun, man hat halt irgendwie versucht, ähnliches Verhalten der Schaltung von oben ohne die Röhre hinzuwürgen) nicht unbedingt ausreden. Das Ding lebt halt davon, dass die Widerstände und Kondensatoren oben/unten im 1:10-Verhältnis stehen. Das macht das Gebastel halt etwas lästig. Ebenso nimmt das Ding an, dass das Poti in Mittelstellung genau bei 1/10 des Widerstandes steht.
Aber wenn der den gewünschten Zweck erfüllt, ist er nicht "per se" böse.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Mo 27. Feb 2017, 14:30

Wow, vielen Dank aus der Mittagspause!
Ich setz mich heut Abend mal hin und versuche mir das einzutrichtern - sehr interessant!

Die Schaltung, die ich nachgelötet habe, greift nicht um die Stufe herum, das ist dann der 2. Typ?
kuhschwanz.gif
kuhschwanz.gif (10.24 KiB) 867-mal betrachtet


Funktionierte jedenfalls nicht besonders befriedigend, weil bei Vollausschlag der Potis die Lautstärkenunterschiede schon sehr extrem sind.
Wäre eine gewisse (kleine?) Gegenkopplung da nicht überhaupt die Lösung?

Was mir an dem Regler gefällt, ist schlicht, daß er nur 2 Potis braucht!
Zuletzt geändert von Gobi am Mo 27. Feb 2017, 19:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Mo 27. Feb 2017, 14:44

Jo, das ist der 2.Typ, wobei der vermutlich eine Ecke im Mittenbereich haben wird, weil R4/R5 nicht im Verhältnis 1/10 stehen.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Mo 27. Feb 2017, 14:47

Funktionierte jedenfalls nicht besonders befriedigend, weil bei Vollausschlag der Potis die Lautstärkenunterschiede schon sehr extrem sind.

Was hast du erwartet? Wenn du das Ding auf Vollanschlag drehst, hebst du halt einen Großteil des Spektrums an. Du kannst möglicherweise die Kondensatorwerte verändern um den Frequenzbereich zu verschieben (da eine Gitarre weniger hohe Frequenzen produziert, macht es Sinn, den Klangregler weiter in Richtung Bass zu verschieben - Alle Kondensatorwerte mal 2 wäre einen Versuch wert).
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Mo 27. Feb 2017, 20:04

Leider verstehe ich den Zusammenhang immer noch nicht. Ein paar Seiten weiter in dem Buch, der gleiche Regler aber zwischen einer EF86 und ECC83 mit ganz anderen Werten:
R4 =100k
C3=2n2
C4=10n
R7=120k
R5=22k
C6=330p
C5=2n2

Warum? Geht es dabei nur um die Verhältnisse Widerstand/Kapazität oder hat es auch mit dem "Umfeld" zu tun?
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Di 28. Feb 2017, 00:24

Die Frequenz ist immer von der Zeitkonstante (R*C) abhängig. Also R halbiert -> C verdoppelt.
Die genaue Frequenz, ab wann ein Klangregler wirken soll, ist eine philosophische Frage...
Ich würde mit dem Gedanken spielen, da an geeigneter Stelle gnadenlos einen mindestens 12 bandigen Equalizer (kommerziell, transistorisiert) reinzubasteln und zu experimentieren.
Bei den Klangreglern blicke ich noch nicht wirklich durch. Die meisten Gitarristen scheinen das Fender-3Band-Dings zu mögen und es ist (bis auf die Potianzahl) relativ einfach.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Di 28. Feb 2017, 22:33

Sorry, bin momentan etwas müde und frustriert, ich muss noch so viel lernen.....
Ich habe gerade einiges an Verwirrung hinter mir, warum diese Schaltung bei mir nicht funktionierte:

Power-Soak.jpg
Power-Soak.jpg (8.32 KiB) 748-mal betrachtet



Inclusive was sie überhaupt tut und warum... nachgebaut hatte ich die schon mal aber ohne Verständis. Letztendlich bin ich darauf gekommen, daß schlicht der Aufdruck R10 nicht das selbe bedeutet wie 10R :oops: Fuck, das hat echt lange gedauert....

Hat scheinbar nichts mit der Klangregelung zu tun - ist aber doch so, ich wollte eigentlich gerne nicht nur so einen Leistungsvernichter hinter der Endstufe sondern dort auch noch die Klangregelung.....
Offensichtlich nehme ich mir zu viel vor.

Es geht im Moment nicht um Geschmacksfragen, sondern rein um die Technik.
Die Frequenz ist immer von der Zeitkonstante (R*C) abhängig. Also R halbiert -> C verdoppelt.

Danke, das hilft fürs Verständnis.

Bei den Klangreglern blicke ich noch nicht wirklich durch
Das liegt an den Gitarristen! Schreckliche Leute :mrgreen:
Nein im Ernst, das Thema ist einfach so extrem komplex und subjektiv, wie will man da eine klare Richtung finden!?
Zuletzt geändert von Gobi am Mi 1. Mär 2017, 00:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Di 28. Feb 2017, 23:49

Die verlinkte Schaltung ist nicht sichtbar. Ich glaube das ist aus einem anderen Forum geklaut, das sich gegen Verlinkung wehrt, indem man es nur zum Gesicht bekommt, wenn man auch den Post dazu gelesen hat.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Mi 1. Mär 2017, 00:49

hab jetzt mal meine vereinfachte Variante davon hochgeladen - es ging dabei eigentlich nur um die Widerstände :roll: :oops:
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Roehricht » Mi 1. Mär 2017, 01:18

Hallo Gobi,
deine verlinkte Schaltung stellt ein Power Soak dar. das ist eine Schaltung die man anstelle einer Lautsprecherbox an einen Amp ansteckt. Die soll mit dem niederohmigen R die Leistung verbraten Am Ausgang kommt dann eine kleine Box oder ein Kopfhörer dran. So kann man volles Brett spielen ohne das einem die Ohren abfallen.

Ein Klangregelstellwerk so wie das passive Baxandall oder Fender Tonestack braucht immer definierte Quell- und Lastimpedanzen, Daraus errechnen sich die Werte der Einzelteile. Das gibts als fertiges Tool zum runterladen:

Den Tone Stack Calculator von Duncan

http://www.duncanamps.com/tsc/ Überhaupt sind die Seiten von Duncan Interessant für Gitarrenampschraubär.

Die Quellimpedanz der treibenden Stufe kann man messen oder aus den Röhrenparametern berechen. Das Gleiche giltr für die Eingangsimpedanz der folgenden Stufe. Wen man die in der Regel hochohmigen Potis nicht bekommt kann man den Klumpatsch niederohmiger machen indem man vor dem Tonestack eine Kathodenfolger schaltet und den Eingangswiderstand der nachfolgenden Stufe mit einem Widerstand zusätzlich verniederohmt, somit kann man gängige Potis im 2 stelligem Kiloohmbereich verwenden.

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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Mi 1. Mär 2017, 19:09

Impedanzen! Da gerate ich sofort in Panik!! :evil:

Also ist die Dimensionierung eines Filters doch von seiner Umgebung abhängig??
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Mi 1. Mär 2017, 22:24

Also ist die Dimensionierung eines Filters doch von seiner Umgebung abhängig??

Ja. Aber dankenswerterweise sieht die Umgebung zwischen zwei Röhren in Audio (und ganz besonders in Gitarrenkisten) eigentlich immer gleich aus.
Deswegen habe ich das mal dezent unter den Tisch fallen lassen.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Harry02 » Do 2. Mär 2017, 03:26

Klar ist die Dimensionierung von der Umgebung abhängig - wenn du mit einer 100kOhm Quelle in ein Filter reingehst, was für 50Ohm berechnet wurde, wird hinten nicht mehr allzu viel herauskommen. Bei Röhren-NF-Schaltungen ist das mit den Impedanzen aber noch nicht so wild... ersetze das Wort Impedanz einfach durch Innenwiderstand ;). Anodenspannung durch Anodenstrom gibt den Innenwiderstand der Quelle. Lastwiderstand=Innenwiderstand passt ungefähr, gilt aber nicht immer - da können andere mehr zu sagen.
Und die Eingangsimpedanz der folgenden Röhre ist einfach ihr Gitterableitwiderstand. Das Gitter hat ein paar pF, die bei sehr hohen Widerständen oder Frequenzen relevant werden, kann man aber ignorieren. Und wenn das Gitter in den positiven Bereich ausgesteuert wird (also z.B. beim Übersteuern/Verzerren der Stufe), fließt Gitterstrom, der die Eingangsimpedanz senkt. Solange die Signalspannung aber kleiner wie die Gittervorspannung ist, fließt kein Gitterstrom.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Do 2. Mär 2017, 17:26

So, eben mal wieder etwas Zeit gehab mich mit der Schaltung zu befassen. Resümee:

-Ich komme um relativ viele (5) Knöpfe nicht herum, wenn die Schaltung "alles" können soll.

-eine Übersteuerung der Endstufe, (die ich ja unter Umständen auch möchte) macht den "flaschen Arbeitspunkt Effekt" wieder relativ zunichte , oder sehr unhörbar - das wird sich auch nicht ändern lassen, denn wenn das Signal erstmal oben und unten beschnitten ist, ist es reltiv egal, wie es vorher mal war

-Übersteuerung macht auch eine Menge der Klangregelung "kaputt", irgendwann ist es fast egal, wie die mal eingestellt war

-die jetzige Klangregelung ist nicht in allen Zuständen "vernünftig" - stelle ich die Vorstufe leise ist sie ok, stelle ich sie lauter, deutlich zu basslastig

Im Großen und Ganzen funktioniert es jetzt aber ganz brauchbar.
Was mich wirklich interessieren würde, wäre die Klangregelung HINTER die Endstufe zu legen (incl. Powersoak wie oben gezeigt) Da müsstet Ihr mit aber wirklich helfen, ich wüsste nicht, daß es dafür bereits eine Schaltung gibt - und die Bauteilwerte dürften dann ja wirklich anders ausfallen. Nur so Pi mal Daumen, ich kann dann noch eine Weile probieren für optimale Werte.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Do 2. Mär 2017, 17:35

-die jetzige Klangregelung ist nicht in allen Zuständen "vernünftig" - stelle ich die Vorstufe leise ist sie ok, stelle ich sie lauter, deutlich zu basslastig

Dieses Problem ist nicht neu. Die Abhilfe hieß früher "Gehörrichtige Lautstärkeregelung" heute heißt sie "Loudness". Anders gesagt: Man hört alles was lauter ist auch als basslastiger.

Was mich wirklich interessieren würde, wäre die Klangregelung HINTER die Endstufe zu legen (incl. Powersoak wie oben gezeigt)

Eine Klangregelung hat gigantische Dämpfung. Danach müsste noch mal eine Endstufe kommen ;-)

Es macht (meiner Meinung nach!) mehr Sinn, gerade bei einer Eintaktkiste, auf die Übersteuerung der Endstufe vollständig zu verzichten.
Das Konzept sähe also ungefähr so aus:
Eingang - Regler - Vorstufe (mit schiefem Arbeitspunkt) - Regler - "Endstufe" (Hart begrenzendes Konstrukt, z.B. 2 Zenerdioden oder eine "Phasenumkehrstufe") - Klangregelung - Regler - Endstufe.
Wenn ich das so überschlage, kommt man mit ECC83+EL84 möglicherweise nicht mehr aus (bei 30V-Zenerdioden könnte es gehen, dann bleiben nach dem Klangregler mit gutem Willen 4V übrig).
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Bastelbruder » Do 2. Mär 2017, 18:33

Ich beschäftige mich gerade mit der Ide, ob ein frequenz- und amplitudenabhängiger negativer Widerstand parallel zum Lautsprecher (natürlich parallel zur Endröhre) sinnvoll funktionieren könnte.

Also einfach eine zweite Endröhre parallel, der Ausgangstrafo muß den zusätzlichen Strom natürlich aushalten, Ansteuerung an der Kathode aus der richtig gepolten Sekundärspule (die sonst auf die Vorstufenkathode gegenkoppelt), hochohmige Einstellung (Verstärkungsreduzierung) mit RC-Gliedern / Potis am Gitter zwischen Kathode und Masse. Die IMPEDANZEN sind an der Stelle völlig unkritisch, weil der "Eingang" niederohmigst ist und am Ausgang bloß das Röhrengitter hängt. Wenn man weit genug aufdreht, sind die von Jimi bekannten Rückkopplungen drin. :twisted:
Deren Maximallautstärke wiederum ist mit dem Ruhestrompoti in der Kathode einstellbar, dadurch sollten sich akustische Rückkopplungen problemlos übertönen lassen.

Ich muß das jetzt nicht zeichnen. Anschluß parallel zur Endröhre, Anode an Anode, Schirmgitter mit eigenem Widerstand an Plus, Kathode mit dem bekannten RC-Glied (und einem zusätzlichen Drahtpoti zur Lautstärke-/ Stromreduzierung) an Lautsprecherausgang. Gitter über 1k (wie immer) zum Poti das zwischen Masse (Stellung 11) und Lautsprecherausgang (Null) hängt. Bei 11 muß das Ding pfeifen.
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Do 2. Mär 2017, 19:28

@ Ferdi: mir ist schon klar, das sich dem Techniker da die Haare aufstellen - aber glaube mir, ich hatte noch nie einen Diodenverzerrer, der mir gefallen hat. Ich kann die Verluste nicht einschätzen, kommen wir noch auf Zimmerlautstärke in allen Betriebstellungen?
Als da wären:
-Vorstufe leise; Endstufe unverzerrt; Powersoak aus -> Unverzerrt
-Vorstufe laut; Endstufe bisschen angezerrt; Powersoak "halb" an
-Vorstufe laut; Endstufe verzerrt; Powersoak an
vielleicht ist das Ganze ja auch bescheuert, aber die Kombi aus Endstufenverzerrung plus zu kleiner(?) Übertrager scheint ja gut zu funktionieren, fehlt eben nur noch die Klangregelung für alles. Zimmerlautstärke reicht, ist ja ein Effektgerät (nur mit zu viel Stromverbrauch) - idealerweise ginge da gleich noch eine Leitung ins Mischpult.
(der Powersoak Plan oben enthält ja auch schon eine kleine Klang"regelung" oder?)

@Bastelbruder:
Ich muß das jetzt nicht zeichnen

ÄHM, also, ICH bräuchte das schon gezeichnet!? :roll: ... also ich kann das gerne mal versuchen.... aber dann lacht nicht :?
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon Gobi » Do 2. Mär 2017, 19:41

Oh, ich wollte gerade meinen Plan überarbeiten uns sehe gerade :shock: :shock: - mein Lautsprecher ist nicht geerdet!? Macht das einen Unterschied, bzw. wofür soll das gut sein?
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Re: Der Gitarrenverstärker- Lern- und Frickelthread

Beitragvon ferdimh » Do 2. Mär 2017, 19:58

aber glaube mir, ich hatte noch nie einen Diodenverzerrer, der mir gefallen hat.

Das glaube ich gerne.
Es wird aber sehr schwer, den Unterschied zwischen einer übersteuerten Endstufe und einem Diodenbegrenzer zu finden (lies: ich habe noch keinen theoretischen Unterschied gefunden, und viele Kisten implementieren im Prinzip genau das). Ich würde mich wenn dann komplett von der "Powersoak" Idee lösen und den Verstärker stumpf auf einen Widerstand (oder auf einen zweiten Verstärker, der den Lautsprecher nachbildet) arbeiten lassen, und danach (zur Not mit Transistoren oder nem TDA2030) auf den Lautsprecher gehen.
Den "Verstärker gegen Verstärker"-Trick wollte ich schon öfter ausprobieren, bisher habe ich mich immer erfolgreich gedrückt.

Bastelbruder: was muss man nehmen, um auf DIE Idee zu kommen?! Das erscheint mir etwas Overkill.
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