Altbau Renovierung

Der chaotische Hauptfaden

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Altbau Renovierung

Beitragvon raster » Sa 4. Mär 2017, 22:06

Moin Freunde der ausufernden Frickelei;

Ich bin etwas überraschend der Mehr oder wenige glückliche Erbe eines Älteren und renovierungsbedürftigen Hauses geworden.
Soweit ich in Erfahrung bringen konnte ist das Haus über 200 Jahre alt hat 2 Geschosse + begehbarem Dachboden und beherbergt im Erdgeschoss eine Schmiede, die aber seid dem Tod meines Opas nichtmehr in Betrieb ist.
Da ich bisher noch keine eigenes Dach über dem Kopf habe möchte ich die Hütte natürlich wieder bewohnbar machen. Da bei mir leider auch das weitverbreitete Phänomen herrscht dass sich die Allmonatlichen Moneten nur all zu schnell verflüchtigen muss ich mir aber erstmal überlegen wie ich das anstelle.
Da ich sicher bin dass der ein oder andere Frickler hier schonmal mit älterer Bausubstanz in Berührung gekommen ist kann ich mir hier aber sicher einige guten Tipps abholen, manche Fehler muss man ja nicht zweimal machen ;)
Im Gegenzug würde ich euch auch mit Berichten von der Baustelle beglücken, wenn sich irgendwer den Pfusch von mir ansehen will ;)

Bei den ersten Begehungen haben sich bei mir vor allem mal zwei Fragen aufgetan.
Zum einen sind im Erdgeschoss die Mauern zur vorderen Seite hin Feucht. Der Boden in den Räumen ist etwa auf gleicher Höhe mit dem Gehweg draußen. Die Mauer ist etwa 50 cm dick klassisch aus Reichsformatziegeln mit dicken Mörtelfugen. Im ehemaligen Bad im EG hat sich den Ausblühungen nach zu schließen einiges an Mauersalzen angereichert. Hat sich schonmal wer damit Rumgeschlagen so ein Mauerwerk wieder Verwendungsfähig zu bekommen?

Zum anderen gibts in den Zwischendecken einiges an Holzwurmbefall. sieht bisher nicht so aus, als ob es schon an irgendeiner Stelle kritisch wäre aber die müssen raus. zum Schluss geht der Befall noch auf den Dachstuhl über oder so. Ein einfaches und praktisches Mittel soll ja eine Wärmebehandlung sein (50°C Kerntemperatur über ne Stunde) Hat von euch schonmal einer sowas mit ganzen Räumen veranstaltet oder einen besseren tipp ? Im Zweifelsfall würde ich halt Raum für Raum möglichst abdichten und dann mit ein paar fetten Dieselheizern oder so nachhelfen.

MfG raster
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon uxlaxel » Sa 4. Mär 2017, 22:14

Moin!

es gibt bereits mehrere themen, die du einfach kapern könntest. wenn ich die jetzt so ohne weiteres finden würde....
vielleicht hat jemand anderes ein glücklicheres händchen beim suchen, als ich.

lg axel
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Chemnitzsurfer » Sa 4. Mär 2017, 22:20

Hi, ich würde dir raten mal zu einem Bausachverständigen zu gehen und ihn mal um eine Einschätzung der Bausubstanz und was am wichtigsten zu machen ist zu bitten. Auch was Bauschädlinge, evtl. Schwamm im Gebälk etc. angeht
Aus der Ferne lässt sich vieles nur schwer beurteilen
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon raster » Sa 4. Mär 2017, 22:35

Ich hab zwar noch nicht aller Verschalungen aufgerissen, aber bisher siehts was Schwamm etc. betrifft recht gut aus.
Ich hab bisher glücklicherweise außer den Holzwürmern und ein bisl Schimmel an manchen Wänden noch nicht viel gefunden. In Manchen Teilen des Gebäudes kann ich aber erst schauen, wenn die Sachen die sich noch im Haus befinden, aber nicht mir gehören abtransportiert sind, das wird in ein paar Wochen gemacht. Selbstverständlich wird da jetzt nicht blind drauf los gebaut sondern erstmal geschaut was alles zu machen ist.
Die Tragenden Wände befinden sich soweit ich das bis jetzt beurteilen kann in einem tragfähigen zustand Also die Steine sind nicht bröslig und der Mörtel ist auch nicht übermäßig versandet. nach einigen Bohrproben zu urteilen gilt das wohl auch für das innere der Mauern
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Chemnitzsurfer » Sa 4. Mär 2017, 22:46

Weißt du wie alt die ganze Installationen sind, wann die Letzte Sanierung war, oder ob da seit 100Jahren herumgepfuscht wurde. => im Zweifelsfall würde ich Strom(Querschnitt, Aluleitungen, Isolierung, Alterung) und Wasser (Bleirohre, Lochfraß an hartgelöteten CU Rohren etc.) lieber komplett erneuern, ehe du dann alle Nasen lang die Wände aufstemmen kannst, weil was aufgibt. Gleiches gilt auch für die Heizung, ein paar Heizölkessel dürfen seit letzten Jahr nicht mehr betrieben wetde, wegen Umwelt und so
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Chemnitzsurfer » Sa 4. Mär 2017, 22:47

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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon raster » Sa 4. Mär 2017, 23:02

Also die Wasserinstallation ist fürn Popo und eh nur rudimentär vorhanden. Ähnliches gilt für Elektro ist auch schon recht gammlig. Muss und wird beides neu. Btw. Braucht wer Einzelader 1mm² im geteerten Stoffmantel ich glaub ich hab da demnächst ein paar Längen übrig. :D Als Heizung ist da nur ein alter Holzofen eingebaut da hab ich also freie Wahl. Aber als erstes muss ich jetzt eh mal schauen dass ich das Haus selbst soweit hinkriege.

Hat eigendlich wer ne Ahnung, wann ich bestenfalls den Wisch von wegen Ausnahmegenehmigung von der EnEV auf dem Tisch liegen haben sollte. Ich müsste dann ja auch wegen Renovierung die Nachrüstpflichten erfüllen. Außendämmung geht aber garnicht wegen Grenzbebauung und ich hab auch kein gesteigertes Interesse daran die Hütte mit viel Plastik in einen Brutkasten zu verwandeln.
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Geoschreiner » So 5. Mär 2017, 01:54

Wie schon gesagt, ist das alles aus der Ferne schwierig zu beurteilen. Trotzdem ein paar Punkte, aus der Erfahrung und dem Kontakt mit Fachleuten:

- Grundsätzlich und unbedingt wichtig, weil alles andere einen prima Bumerang ergibt: :
1) Bei alten Gebäuden mit den passenden Materialien arbeiten, also idR Kalkputz und rein mineralische Wandfarben, Holzfenster (mit Leinölfarben, weil die resten Sch***farben meiner Erfahrung nach bei Bewitterung abblättern oder sich zu schnell auflösen), usw.
2) Nicht Pfuschen! Jeder Unfug holt einen ein, besser etwas länger nachdenken und ggf. nicht die Hochglanzversion wählen, sondern die dauerhaftere Ausführung.

- Bzgl. EnEV - Dämmwahn brauchst du idealerweise einen Energieberater, der die dir Bude vernünftig durchrechnet und nicht Dämmstoffe verkaufen mag.
- Ein Baugutachter oder Architekt, der sich mit älteren Gebäuden auskennt und auf dem Gebiet Erfahrung hat, kann dir erstmal viel Nerven ersparen.
- Bzgl. Heizung: Schau dir mal die aktuelle BImschV an, de bekommt man auch erstmal einen Vogel, fragt sich, wie sowas zustande kommt und kann dann schauen, welche Form der Beheizung tatsächlich am Besten geeignet ist.
- Bzgl. Holzwurm/Dachstuhl: Den Befall genau untersuchen, unbedingt im Dachstuhl auch alle potenziell feuchtegefährdeten Stellen genau anschauen: Sparrenfußpunkte, alle weiteren Balkenkreuzungen, ggf. auch ein paar Reihen Dachplatten abnehmen und wirklich genau hinschauen und die Balken abklopfen. Die faulen z.T. von Innen nach außen, da kann man sich dann an den betroffenen Stellen Holzwurmbekämpfung sparen, das muss ausgetauscht werden. Ansonsten wurden mir mal auf einer Messe Gesamtkosten für die Begasung eines Hauses durch eine zertifizierte Fachfirma von ganz grob 5k€ genannt - inkl. Einpacken und freimessen. Ganz sympathisch ist mir das Verfahren mit Gift nicht, jede Wärmebehandlung ist aber auch nicht einfach und N2 braucht ewig. Mit Wärme kannst du dir auch manches durch die extreme Trocknung ruinieren, wenn man nicht gleichzeitig die Feuchtigkeit definiert nachführt. Die Profis arbeiten auch mit fetten Dieselheizern, aber befeuchten noch zusätzlich und fahren wohl auch bestimmte Kurven.
- Feuchte Mauer: Kommt da von außen dauernd Wasser hin? Oder ist da irgendwo zu dichte Farbe draufgeschmiert?

Ein sicherlich unter mehreren Gesichtspunkten streitbarer Architekt, der aber in manchen Dingen ganz vernünftige Ansichten hat, ist Konrad Fischer: http://www.konrad-fischer-info.de/
Die Webseite ist "optisch nicht ganz aktuell", aber es finden sich doch einige Informationen. Der kennst sich wohl auch mit dem Dämmwahn einigermaßen gut aus.

Gruß
GS

PS: Ich freue mich auf viele Fotos - kannst ja ein zweites Mammutprojekt starten. :!:
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon radixdelta » So 5. Mär 2017, 09:58

Zur Feuchtigkeit kann ich sagen: Es ist fast immer Regenwasser.
Während ich über dem Boden ein verfechter der Diffusionsoffenheit bin, sehe ich unter der Erde keinen Sinn darin weil fast immer die Erde feuchter ist als ich das Mauerwerk gerne hätte. Also so eine Perimeterdämmung finde ich absolut sinnvoll, in Verbindung mit einer Drainage unter Fundamentniveau, die Fallrohre schließt man bei der Gelegenheit auch gleich neu an.
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Chemnitzsurfer » So 5. Mär 2017, 10:14

Wie sieht es eigentlich bei 200 Jahren mit dem Denkmalschutz aus?
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon ubbt » So 5. Mär 2017, 10:34

Also ich habe das schon hinter mir? Holzfachwerkhaus mit Lehmwänden. Alles neu gemacht Elektrik, Wasser, etc. Besonderen Augenmerk habe ich auf die traditionelle Bauweise gelegt, Schwemmziegel, Gasbeton, sonstige Hartbrandsteine rausgehauen, dafür eben wieder Lehmziegel verbaut. Natürlich Lehmputz und KEINE Tapeten, sondern Kalkfarben. Alle Balken auf Befall und Tragfähigkeit gecheckt und ggf gewechselt, Ein Wehrmutstropfen bleibt, dort wo Fliesen an die Wände kamen musste ich Gipskarton oder Fermacell nehmen. Der Aufwand hat sich gelohnt, klasse Raumklima! Noch bin ich nicht fertig, es gibt immer was zu tun, Anbauten, Wintergarten usw. Guter Rat, nimm Dir Zeit, plane sorgfältig, nutze Vorhandenes und auf das Bauwerk abgestimmtes Material.
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Chaoskreator » So 5. Mär 2017, 12:05

Zum Thema Holzwürmer loswerden: Hier im Ort hatte einer auch welche im Dachstuhl. Er versuchte, sie in Eigenregie mit Hitze loszuwerden. Die Aktion endete damit, dass die Feuerwehr ausrücken musste...
Also lieber eine Fachfirma konsultieren.

Wie schon angesprochen, für alte, nicht trockengelegte Häuser auf keinen Fall Dispersionsfarbe verwenden. Die ist nämlich nicht atmungsaktiv. Da ist dann Schimmel vorprogrammiert. Lieber die teurere Silikatfarbe verwenden.
Wenn Dispersionsfarbe drauf ist, sollte die runter.
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon raster » So 5. Mär 2017, 16:53

Also schonmal vorweg, wenn die Sache hergerichtet wird soll das Ordendlich gemacht werden, auch wenn ich durchaus vor habe möglichst viel selbst zu machen. Ich habe erstmal keinen Druck fertigzuwerden.

Bezüglich des Dachstuhls. bisher gibts da noch keinen Wurmbefall, zumindest habe ich noch keine Bohrstellen gesehen. 2 Dachsparren müssen wohl getauscht werden genauso einige Dachlatten.

Eine Giftbehandlung des Holzwurmbefalls wäre jetzt nicht meine bevorzugte Art das zu regeln. Bei einer thermischen Behandlung würde ich mir jetzt nicht so Gedanken machen das Holz zu zerstören, so heiß sind 50°C auch nicht. Irgendwelche 0815 Holzlatten und Balken kommen zum Trocknen gern mal bei 60°C in den Ofen ohne eine aufwändige Nachregulierung der Luftfeuchtigkeit. Sowas wird eingendlich nur bei Möbelholz etc gemacht. Ansonsten werden die Schwundrisse einfach in Kauf genommen. Restliche Einrichtung die Schaden nehmen könnte gibts quasi nicht. Dass ich mit einem Dieselheizer nicht gleich die Hütte anzünde behaupte ich jetzt einfach mal.

Zum Eingang hin kann ich zur Feuchtigkeit in den Mauern noch nicht so viel sagen. Im hinteren Teil in dem sich das Bad befindet spielt sicher das Salz in den Mauern eine Rolle. Zur Front hin ist der Dachüberstand recht gering wodurch die Mauer öfter mal Regen abbekommt. Das Spritzwasser von der Straße 2 Mmeter weiter spielt sicher auch eine Rolle. Ansonsten findet man ja immer etwas wiedersprüchliche Angaben zur Feuchtigkeit aus dem Erdreich. Einige Behaupten, dass die kapilare Wasseraufname aus dem Erdreich eine entscheidende Rolle bei der Durchfeuchtung von Mauern spielt und daher eine Horrizontal bzw. Vertikalsperre unbedingt nötig ist(beides natürlich nicht vorhanden). Andere wiederrum behaupten, dass die Feuchtigkeit aus dem Boden nur eine untergeordnete Rolle spielt. Reine Ziegel saugen sich ja recht stark voll, weis jemand die das sich bei fertigen Mauern verhält, saugt sich das Wasser durch oder ist bei der ersten Mörtelfuge schluss?

Was außen für eine Farbe drauf war kann ich nicht so genau sagen da die schon recht fertig ist ich denke aber es war eine Silikatfarbe. Probleme mit Feuchtigkeit gabe es aber auch schon als das Haus noch bewohnt war da war die Außenfassade noch gekalkt. Die Innenwände sind außer dem gefliesten teil des Bades alle gekalkt, allerdings befindet sich auf dem Putz an vielen Stellen eine unübersehbare menge unterschiedlicher Farbschichten übereinander. Der Putz soll aber komplett neu, erstmal innen später auch außen.

Ich werde auf jeden Fall drauf achten, dass das die verwendeten Materialien zur schon vorhandenen Substanz passen. Ich denke da sind wir uns einig, dass der versuch da jetzt irgendwelche neumoderenen Bautechniken reinzubringen auch recht Dähmlich wäre. Genaugenommen habe ich mich von vorneherein dazu entschieden, das ganze soweit möglich zu renovieren, da mich so ein Haus weit mehr anspricht als irgend so ein supermoderner Vollplastikbau. Die stehen in 200 Jahren garantiert nicht so gut da.

Ach ja, das haus hat keinen Denkmalschutz. Es hat architektonisch gesehen auch keine Besonderheiten, die schützenswert wären. Außerdem wurden an der Fassade über die Jahre auch immer wieder mal Änderungen gemacht.

MfG raster
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Azze » Mo 6. Mär 2017, 11:44

Ist das Haus unterkellert? Wenn ja, kannst du fast zu 100% davon ausgehen, dass die Feuchte in den Wänden von der nicht abgedichteten Kellerwand herrührt. Mein Tipp: Außen aufgraben, unebene Wände (Ziegel, Bruchstein oder gegen Erdreich betoniert) mit Mörtel halbwegs glatt putzen, Dichtschlämme und Dickschichtabdichtung drauf und drauf dann die Perimeterdämmung. Außen gehört dann noch eine Noppenfolie mit Sickervlies dagegen und unten natürlich die erwähnte Drainage. Und bei der Gelegenheit unbedingt mal den Abfluss der Dachrinne prüfen und ggf. neu verlegen. Damit hast du Ruhe was Feuchtigkeit und Kälte betrifft.
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon manuel » Mo 6. Mär 2017, 12:32

Horizontalsperre: wird oft überbewertet. Das aller wichtigste ist dass das Haus trocken wird und bleibt. Dazu mal www.u-wert.net bemühen um dir ein Bild des aktuellen Zustand zu machen. Diese sau teueren Chemikalien für in die Wände spritzen: würde ich aufpassen, manche von diesen Stoffen machen das Problem nur schlimmer. Einen großen bogen um Wasserglas machen, jegliches zusätzliche wasserlösliche Salz ist Gift für die Wände. Feuchte Wände kommen meistens von "Lehmwassertaschen" im Boden, defekte Abwasser oder Regenwasserrohr oder was auch immer Wasser sammelt. Eine Außenwand ist nur mit intakten Putz wirklich Regendicht.

Überleg dir auch ernsthaft ob es nicht besser ist das Haus zu verkaufen oder abzureißen. Ein Fertighaus ist nicht so teuer und auch nicht schlecht. Entscheidend ist hier oft hautpsächlich die Abstände zu den Grundstückgrenzen. Wenn das Haus bündig zur Grundstückgrenze steht, dann ist der Bestandschutz heilig, weil bei Neubau sind es meistens mindentens 3m zur Grenze die frei bleiben müssen.

Hol dir einen guten Sachverständigen, am besten einen Maurer der altersbedingt sich der Beratung widmet und auch weiß von was er spricht. Auf keinen Fall einen Baustoffhändler oder Makler.
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Kuddel » Mo 6. Mär 2017, 13:37

manuel hat geschrieben:Horizontalsperre: wird oft überbewertet. Das aller wichtigste ist dass das Haus trocken wird und bleibt. Dazu mal http://www.u-wert.net bemühen um dir ein Bild des aktuellen Zustand zu machen. Diese sau teueren Chemikalien für in die Wände spritzen: würde ich aufpassen, manche von diesen Stoffen machen das Problem nur schlimmer. Einen großen bogen um Wasserglas machen, jegliches zusätzliche wasserlösliche Salz ist Gift für die Wände. Feuchte Wände kommen meistens von "Lehmwassertaschen" im Boden, defekte Abwasser oder Regenwasserrohr oder was auch immer Wasser sammelt. Eine Außenwand ist nur mit intakten Putz wirklich Regendicht.

Hast Du hier mehr Information? Unser Haus wurde 1586 "auf den Knick gebaut", also stark sandhaltige Lehmziegel in den leicht ausgeschachtetetn Moorboden gemauert. Die saugen natürlich stark und ziehen das Wasser bis 50cm höhe. Der FI fliegt dann manchmal raus, wegen der Feuchte in den unteren Stecckldosen. Ich wollte nun auch diese Wasserglassache ausprobieren, weil alles andere nicht möglich ist. Hatte aber noch nichts negatives oder Alternativen gelesen/gehört
Danke und Gruß
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon manuel » Mo 6. Mär 2017, 18:17

@Kuddel: bei Moorboden: au weia. Wenn man den Boden drainiert, sackt vielleicht noch was ab. Ich möchte nicht mit dir tauschen. Da sollte lieber jemand was empfehlen der das schon erfolgreich gemacht hat. Wenn das Haus schon 500 Jahre steht, dann ist das ja schon mal nicht schlecht !
Wegen Wasserglas: Salze in der Wand sind ja das Hauptproblem für dort wo Wasser verdampft, und die Säuren für die Kalk/Zement Bindemittel. Ich habe es noch nicht selber getestet, aber wenn das Wasserglas auch Ausblühungen bewirkt ist das kein Vorteil. Wird das Wasserglas vom Fundament nach oben kriechen ? Kommt der Ärger dann in 2-3 Jahren ? Ich weiß es nicht. Du kannst es ja mal ausprobieren, aber ich würde erstmal einen Test machen bevor ich das Haus vielleicht vollends ruiniere. Kapilarität kann man meiner Meinung nach besser durch grobkörniges bekämpfen als mit stoffen die Richtung feinkörnig/flüssig gehen. Wobei Lehm auch eine gute Feuchtebremse darstellen kann, aber eben nicht 100% dicht. Wenn man Glück hat reicht eine Feuchtebremse.
Bei meinem Haus hat es gereicht ein defektes Abwasserrohr zu reparieren. Ich habe den Eindruck das sowas in der Art meistens das Hauptproblem ist. Bei einem Moor ist das was anderes :shock:
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon raster » Fr 10. Mär 2017, 23:06

So, Heute hatte ich wieder etwas mehr zeit, und es war noch hell genug, um ein paar Fotos zu machen.

Rück- und Straßenseite
Vorderseite
Bild von der straßenabgewandten Seite kann ich noch nachliefern aber in einer gigantischen Aufwallung meiner unglaublich hohen Intelligenz hab ich natürlich nur den fast leeren Akku für die Kamera mitgenommen. daher hab ich nur wenig Bilder machen können.

Das Haus ist nicht unterkellert. Über den Bodenaufbau weiß ich so viel, dass sich im Wohnbereich im vorderen teil des Hauses unten Brandschutt befindet. Darüber ist soweit ich gesehen habe eine Schicht aus Asphalt, über dem Asphalt ist eine Schicht aus Estrich, der Gestrichen bzw. mit Fliesen belegt wurde. Dass sich direkt unter dem Asphalt der Schutt befindet ist eine Mutmaßung, ich hab mich noch nirgends da durchgearbeitet. Von dem Brandschutt weiß ich nur aus Erzählungen. Im hinteren Teil des Gebäudes in dem sich die Schmiede befindet besteht der Boden aus gestampftem Lehm mit eingelegten Feldsteinen. Der Anbau in dem Früher Pferde Beschlagen wurden ist Betoniert allerdings soll die Schicht nicht all zu Dick sein.
Rund um das Haus aufzugraben dürfte zumindest gewisse Schwierigkeiten mit sich bringen, da das Haus zur Straße hin und an den Seiten direkt an der Grundstücksgrenze steht, nur auf der straßenabgewandten Seite gehört mir noch der Streifen auf der Steinmauer. Eigentümer des umliegenden Grundes ist meines Wissens nach die Gemeinde.
Der Bestandsschutz ist aufgrund der Grenzbebauung (an 3 Seiten 0 Meter an einer Seite ca. 3 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt) und aufgrund des Bebauungsplans der zumindest auf der Straßenseite einen höheren Abstand zur Straße zwingend fordert sehr wichtig. Wenn das Haus abgerissen wird kann es sein, dass eine Neubebauung des Grundstücks nicht möglich ist. Davon abgesehen würde ich wie ja schon erwähnt ein Renoviertes Haus einem Neubau vorziehen. Dass ich das Haus bekommen habe war von mir so nicht vorhersehbar oder geplant, ich hätte mir aber auch wenn es anders gelaufen wäre eher mal was renovierungsbedürftiges gekauft. Auch wenn ich nur ein kleiner Elektriker bin hab ich doch zumindest so ein bischen Ahnung von dem was ich mache und sowas wie gesunden Menschenverstand. denk ich zumindest mal :?
Dass ich nicht vorhabe mir einen Lobbyisten zur "unabhängigen Beratung" zu holen ist klar denke ich.

Ich hab heute nochmal einige Zeit damit verbracht, teile des Dachstuhls und den Zwischendecken genauer auf den Zahn zu fühlen. Soweit das Holz nicht erkennbar morsch war, wie Oben geschrieben betrifft das vor allem einen Dachsparren und die Dachlatten im hinteren Bereich, habe ich die Balken abgeklopft, allerdings hab ich jetzt keinen gefunden, der unerwartet geklungen hätte, den oberen Bereich zum Giebel hin hab ich aber noch nicht angeschaut, da muss ich morgen noch ne Leiter mitnehmen.
Der morsche Sparren und die Latten habens auch hinter sich

Im Obergeschoss hab ich mal den Boden über dem besonders feuchtebelasteten Teil aufgerissen. Die erste Überraschung, von der erwarteten Dreck/Schlackeschüttung wie man sie fast immer findet keine Spur.
Gähnende Leere
Erfreulicherweise machen die tragenden Balken auch hier einen guten Eindruck.

Mein freund der Wurm
Soll der nur lachen ich werde ihm das Grinsen noch schnell genug aus der Visage prügeln :twisted:


Obwohl ich die Bilder zugeschnitten und komprimiert habe sind die immer noch relativ groß, deshalb hab ich die erstmal extern eingebunden, um den Lesefluss der Leute nicht zu trüben die eine ähnlich schnarchlangsame Verbindung wie ich haben. (gut, zugegebenermaßen auch weil ich die maximale Bildgröße für direktes Hochladen überschreite ;) ) Auf werbeüberfrachtete Bilderhostanbieter hab ich aber mal verzichtet
Sollte es dagegen Proteste geben muss ich mir was anderes einfallen lassen.

MfG raster
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Sir_Death » Sa 11. Mär 2017, 00:10

hui das gibt ne menge Frickelei!

Die erste Frage, die ich mir dabei stelle: Wenn um die 200 Jahre alt: Sind das schon Ziegel oder noch Steine in den Mauern?
Wenn Steine, dann saugt nur der Verputz die Feuchte nach oben. --> leichter zu sanieren. Sind es Ziegel - dann leider weniger...

Das Haus meiner Großeltern war die untere Ebene auch um die 200 Jahre alt, und komplett aus Stein. die obere Ebene war um die 120 Jahre alt und aus Ziegel.
Vor ca. 20 Jahren wurde dort die Feuchte vom Boden so bekämpft, dass der alte Lehmputz runter kam, und - nach einer Sperrschicht (irgendein Kunststoffanstrich) draußen ein Silikatputz drauf. Innen ebenfalls Sperrschicht, und dann wieder Lehmputz. Frag mich aber bitte bloß nicht mehr, was das für eine Sperrschicht war... Lebt leider niemand mehr in der Familie, der damals dabei war.

Jedenfalls kann ich mich noch erinnern, dass es durchaus eine Diskussion gab bezüglich versiegeln der Wände (mit der Sperrschicht - Oma war besorgt). Gegenargument war: Hast du schon mal einen Stein gesehen, der Feuchtigkeit aufnimmt?
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon raster » Sa 11. Mär 2017, 00:46

Soweit ich das bisher überblicken kann bestehen die Wände im unteren Bereich fast vollständig aus Reichsformatziegeln. Die Gründung aus Bruchstein ragt nur unwesentlich über den Boden hinaus.
Hier mal eine freigelegte Mauer aus dem Erdgeschoss
Das ist die Mauer zur Straße hin. Den Putz habe ich entfernt, hatte sich schon fast vollflächig vom Unterbau gelöst. Die schwarzen Punkte sind Nägel die ich noch nicht entfernt habe

Im Dachgiebel sind auch einige Klinkersteine vermauert.
Dier der Dachgiebel von Innen

MfG raster
Zuletzt geändert von raster am So 12. Mär 2017, 01:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Sir_Death » Sa 11. Mär 2017, 23:02

Na der Putz geht aber schön runter... - wenigstens etwas :-)

Normalerweise baut man heute ein Haus so, dass unter der ersten Schicht Ziegel eine Bahn Teerpappe hinein kommt als Feuchtesperre. Wenn bei dir der Putz so schön runter geht, wäre echt die Frage, ob so eine Sanierung, wo die Wand angebohrt wird und ein Flüssigkunststoff Waagrecht eingepresst wird da nicht perfekt passen würde. Dann kann die Mauer nix mehr von unten nachsaugen. ABER Vorsicht! - Nicht mit dem Verputz dann wieder eine Brücke schaffen!

Sowas auf die Art - kann man üblicherweise auch selbst machen: http://www.redstone.de/feuchtesanierung/
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon ando » So 12. Mär 2017, 12:45

Moin,

immer die Probleme mit der Feuchtigkeit!

Mir sagte der Bausachverständige, das es wichtig ist, bzw geplant war , das Wasser in der Kellerwänden aufsteigt, und dort verdunstet. Somit kann es ncith ins Obergeschoss zu Dekcenbalken etc kommen.

Wenn ejtzt kein Keller drunter ist , schliesse ich daraus, das die Feuchtigkeit irgndwohinmuss. so wie Kuddel shcon beschrieben aht.
Zb für offenporiges Mauerwerk sorgen, trockenen Luft und eben den richtigen Putz.

Das zum einem.

Zum anderen, auch ein Problem mit Feuchtigkeit und Lebewesen:

Ich hab bei mri die Tage "Echten Hausschwamm" entdeckt.
Mycel:
Bild
Typischer "Würfelbruch" (Bild geliehen)
Bild

Bei mir ist das eine Stelle, wo es vor über 30 Jahren mal ein Waschbecken gab, was wohl für feuchte gesorgt hat.

Warum schreib ich das hier?

Zum einen, als Tip, das du (raster) mal nach sowas ausschau hälst in deinem Haus.

Zum anderen:

Was mach ich jetzt? Habt ihr erfahrung mit Pilz beseitigung?

Ich hab ja im netz schon allerhand gelsen, von Haus abreissen bis einfahc für trockenheit sorgen.

Bei mir betrift es einen Balken, der zur hälfte weich ist. Ich kann mit nem Messer und Kraft reinstechen)
Der betreffende Bereich ist shcon rausgesägt, ich bin jetzt ca 25 cm im gesunden Holz.
(eine der wenigen Momente, wo man bei grünem WAF und PAF (Parents Acceptence..F.) im Haus mit der Kettensäge hantieren darf :)

Allerdings hab ich auch Mycelstücke im Backsteinmauerwerk und in den Fugen entdeckt. ( Hauschwamm kann ja auch durch Mauerwerk wachsen)
Das hab ich soweit ich sehen konnte entfernt und weggesaugt. (Wird auch als nicht so gut bezeichnet, weil die Gefahr besteht, das der Sauger zur Sporenschleuder wird- ich habs halt gemacht)

Mein Plan ist nun, das ganze Trocken zu halten.
allerdings muss ich nen Durchbruch in der Wand an der Pilzstelle zumauern. Ich wollte da Lehm nehmen, da Lehm doch viel etvtl Feuchtigkeit aufnimmt, bevor das Holz die Feuchtigkeit abbekommt.
Aber Lehm bringe ich Nass mit Wasser da ein... meint ihr, das is problematisch, wenn evtl vorhanden Mycelreste Wasser abbekommen?

Ando
Zuletzt geändert von ando am So 12. Mär 2017, 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Kuddel » So 12. Mär 2017, 13:03

Der Würfelbruch hängt m.E. nicht unbedingt mit dem Hausschwamm zusammen.
[url]https://de.wikipedia.org/wiki/Würfelbruch[/url]
Das erste Bild hingegen sieht böse aus. Hast Du den Fruktkörper ausmachen können?
Gruß
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon ando » So 12. Mär 2017, 13:13

hi Kuddel,

so eins zwei Stellen mit samtig weichem zeug hab ich gefunden.
Das dürfte doch Fruchtkörper sein, oder?

Aber wie gesagt, das Wachstum ist nicht akut gewesen udn es ist im Obergeschoss. Vermutlich liegt der Pilz schon mehr als 30 jahre trocken.

ich habe nur bedenken, das der wieder anfängt loszumarschieren. Das Haus ist übrigens ca Baujahr 1930. Balken etc sind also Trocken.
Ich will nun dafür sorgen, das "Wohnfeuchte" dort nicht mehr hinkommen kann.

Deshalb will ich die Stelle mit irgendeiner Masse (Brabbes) zugloddern, denn untendrunte rist das bad.
Ich mach später am besten mal nen orginal Foto.

Ando
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Re: Altbau Renovierung

Beitragvon Kuddel » So 12. Mär 2017, 14:09

Am Fruchtkörper kann man erkennen, ob es der echte Hausschwamm ist oder nicht.
Wen ja-> schlimm. Kriegt man schwer los.
Wenn nein-> nicht ganz so schlimm. Ursachen abstellen und ferddich, übertrieben gesagt.
Holzwürmer sind auch nicht so schlimm, solange es kleine Löcher (1-2mm) sind. Die befallen das Kernholz nicht. Große Löcher (5-6mm) deuten auf Hausbock. Der wiederum frisst alles, also auch tragendes, gesundes Holz.
Ich habe da passende Lektüre, ich kann ja mal was rausscannen und Dir zukommen lassen.
Gruß
Kuddel
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