Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

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Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Chaoskreator » Fr 17. Mär 2017, 21:10

Hallo,

ich hatte vor, den Boden in diesem Raum abzuschleifen und mit Leinölfirnis zu behandeln.
Die Bretter haben Nut und Feder und kamen so ca. 1960 vom Sägewerk.
Wie man sieht, wurde die rötlich-braune originale Lasur schon mehrmals überstrichen (nicht komplett). In den 80ern kam dann ein Teppichboden drauf, den ich vor kurzem entfernte. Die grauen Flecken stammen davon.
Jetzt hat mir ein Schreiner, der eigentlich wegen was anderem da war, eher von einer Restaurierung abgeraten und ich bin mir jetzt selber nicht mehr so sicher. Er meinte, dass durch das Abschleifen die Bretter offenporig werden und die Nuten wegen Nachschrumpfen um ca. 2mm größer werden.
Ohnehin seien die Nuten ein Problem, weil sich da immer Staub hält. Zuschmieren kann man die Fugen auch nicht. Das würde wieder rausbröseln.

Hat jemand von euch Erfahrung bei dem Thema?

Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, dass Holz, das über 50 Jahre in einem trockenen Wohnraum lag, "nachtrocknen" kann.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon uxlaxel » Fr 17. Mär 2017, 21:19

in den 90er und 2000er jahren (zu meiner lehrzeit) wurde in fast allen häusern bei der reko (egal ob BJ 1880 oder 1970) die dielen abgeschliffen. wenn die zu arg wellig waren, dann wurde das nicht gemacht, da sie sonst an den rändern zu dünn geworden wären.
prinzipell ist das aber eigentlich immer gemacht worden und ich habe auch nie gegenteiliges gehört.
meistens wurde parkettlack anschließend aufgebracht.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon sparky » Fr 17. Mär 2017, 21:28

Hi!

Also ich hätte den abgeschliffen und anschließend entweder mit Öl oder Parkettlack wieder versiegelt. Wegen der Nuten hätte ich mir keinen Kopp gemacht.

Generell finde ich solche Böden sehr, sehr schön und erhaltenswert. Wobei neuer Dielenboden nun auch nicht die Welt kostet und schnell verlegt ist.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Gobi » Fr 17. Mär 2017, 21:45

Auf alle Fälle behalten, der Boden sieht noch sehr gut aus. Die Fugen sehen bei Dir sehr gleichmäßig aus, mein Tip, kauf oder säg dir Leisten, kleb sie ein und dann abschleifen.
Ich bin eher ein Fan von Ölen und dann Hartwachs. Die Wachse sind inzwischen richtig gut und haben den Vorteil, daß man immer nacharbeiten kann - wenn ein Lack erstmal bröselt, machst du nichts mehr.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Chaoskreator » Fr 17. Mär 2017, 21:53

Die Fugen sind momentan ca. 1-2mm breit. Dürfte schwierig werden, da was einzukleben.
Aber ich finde die Fugen sowieso nicht schlimm. Ich konnte das Staubfänger-Problem nicht als solches nachvollziehen.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon ando » Fr 17. Mär 2017, 22:07

Hi,

die Fugen bekommt man auch zu, idem Schleifstaub mit Leim gemsicht wird, und das dann reingespachtelt wird.

Sekundenkleber und Schleifstuab ist übrigens auch sehr gut! (nur am Rande erwähnt)

Ich weiß auch nich, was der Schreiner hat. Du musst da ja nicht massig runterschleifen. Haste mal versucht mit nem Bandschelifer ein Brett um nen halben cm runterzunudeln? Dat dauert sehr lang.

Ando
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Gary » Fr 17. Mär 2017, 22:24

und soll das dann schön werden ?

muss man den alles Alte erhalten ? kann man gleich so lassen..

Aber wie sollen wir helfen ? Wir wissen doch nicht wie perfekt es werden soll / muss.

Gruß Gary
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Torpert » Fr 17. Mär 2017, 22:27

Ich würde die Fugen nicht verschließen - weder mit Holzstreifen noch mit Spachtelzeug (egal, ob fertig gekauft oder selbst gemixt). Wenn die Dielen sich nicht mehr gegeneinander bewegen können, beschweren sie sich. Knacken und Karzen sind dabei die harmloseren Varianten.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Chaoskreator » Fr 17. Mär 2017, 22:49

Gary hat geschrieben:Aber wie sollen wir helfen ? Wir wissen doch nicht wie perfekt es werden soll / muss.

Mich würden halt Aussagen interessieren nach dem Motto, "Hab ich so und so gemacht, das sieht gut aus und habe das nicht bereut".
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Geoschreiner » Fr 17. Mär 2017, 22:56

Hi,

ich würde den auch herrichten, abschleifen und dann Hartöl / Hartwachsöl drauf. Leinöl geht natürlich auch, braucht aber länger zum aushärten und wird nicht ganz so widerstandsfähig. Ein neuer Boden braucht halt, wenn man das sich vernünftig akklimatisieren lässt, einige Wochen Zeit und ist nicht unbedingt besser.

Die Fugen wird man bei diesem Boden nie ganz loswerden. Um sie aber erstmal zu minimieren, könnte man die entweder auskratzen und dann mit Kitt ausfüllen - nicht mit Leim oder CA, sondern da gibts von den Parkettlack/ölherstellern meist passende Bindemittel für den Schleifstaub, das verarbeitet sich relativ gut. CA wird ziemlich spröde und ist in großen Mengen teuer, (Weiß)Leim ist ein ewiges Gebatze und sieht mMn bescheiden aus. Alternativ könnte man die Fugen natürlich mit der Tauchsäge und passender Schiene bis zur Feder aufsägen und dann auf passende Dicke gehobelte Streifen einleimen. Das ist dauerhafter und optisch eher besser, vielleicht sogar schneller, als die Fugen von Farbe freizukratzen. Allerdings riskiert man damit natürlich eine unangenehme Ausdehnung des Bodens nach außen oder ein Aufwerfen der Dielen im schlimmsten Fall.

Was den Hinweis aufs Schleifen betrifft: Schon mal mit einer Hummel oder einem anderen Parkettschleifer gearbeitet? Das geht bei Weichholz schneller, als es einem lieb sein kann; selbst bei Eiche gibt es "Fach"firmen, die schöne Wellen reinschleifen. Da würde ich nur sehr vorsichtig rangehen, falls man mit einem solchen Gerät unterwegs ist.
Je nach Farbe und Ebenheit des Bodens könnte auch Heißluft + Farbkratzer die schnellere Lösung sein; den Rest könnte man dann bequem mit dem Exzenter machen.

Grüße
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Charly » Fr 17. Mär 2017, 23:13

Moin.

In meinem Bastelzimmer war auch noch ekliger alter Teppichboden mit dem Holzfußboden aus Fichtenholz Baujahr ´56 vollflächig verklebt. Kleber runter geschruppt, halbwegs plan abgeschliffen und danach im leichten Rotton lasiert. War ne Mordsarbeit, aber sieht sehr schick aus, wie ich finde. Würde es jederzeit wieder so machen....
Ölen soll laut nem befreundeten Schreiner nicht so haltbar sein, da es ja ein Weichholz ist, den könnte man ansonsten andauernd nacharbeiten, also hab ich es lasiert....

Gruß
Jörg
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon porcus » Fr 17. Mär 2017, 23:43

Moin,
ich habe genau das in vielen Zimmern im Haus gemacht: Schleifen und einlassen mit Versiegelung.
Sieht toll aus und wird von allen gemocht. Nur Leinölfirnis würde ich dafür nicht nehmen. Das schafft sich zu schnell wieder weg.
Die bei uns 60 Jahre alten Dielen schrumpfen auch nicht mehr...

Gruß und viel Erfolg!

porcus
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon uxlaxel » Sa 18. Mär 2017, 00:25

warum eigentlich die fugen verschließen? holz arbeitet ständig, es ist der wärmeausdehnung ausgesetzt UND ganz wichtig: wenn man drüber läuft, bewegt sich alles. ich würde dringend empfehlen, die fugen zu lassen wie sie sind. dort wo lack / farbe oder wer weiß was rein läuft, da ist es halt so. die fugen schaden niemandem. wenn man mit dem staubsauger durch die bude flitzt, sind die auch ganz schnell vom dreck befreit, ggf. kurz mit einer spitzen düse (die für die ecken) kurz an allen fugen lang gezogen und fertig.
eine zugespachtelte fläche ohne sichtbarefugen würde mir persönlich auch nicht gefallen.

und zu deinem holzwurm (tischler / schreiner): will der dir nur was neues verkaufen oder warum rät der dir ab? warum macht der rest der welt das so und hat damit erfolg?
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Gary » Sa 18. Mär 2017, 00:42

Der Holzwurm muss schnell gute Ergebnisse abliefern, der kann nicht zwei Wochenenden damit verbringen. Im Bastelzimmer verschwinden die Schrauben in den Fugen, die holt (theoretisch) der Staubsauger nicht raus.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Maschinist » Sa 18. Mär 2017, 01:20

Mach das mal, das lohnt sich! Das hab ich mit genau so einem Boden in meiner ehemaligen Mietwohnung gemacht:
- dicke Schicht alter Farbe mit Heißluftgebläse und Spachtel entfernen. Braucht nicht 100%ig zu sein, aber sonst schmiert das Schleifpapier schnell zu.
- Abschleifen mit Profi-Walze (ausleihen), bei welligen Dielen mit 40er Papier anfangen, bis 180er oder 220. Vorsicht, NIE stehenblieben / im Stand absenken, sonst sind sofort tiefe Rillen im Holz. Zwecks Übung nicht im Wohnzimmer anfangen...
- Immer mit der Maserung schleifen (längs der Dielen), nie quer.
- 2x einlassen mit Hartwachsöl (sehr empfehlenswert: OsmoColor Hartwachsöl seidenmatt). Das Zeug ist zwar sackteuer, aber man braucht sehr wenig, sieht super aus, hält sehr gut und man kann Jahre später abgenutzte Flecken (Schreibtischstuhlfahrbereich) ohne jeden Ansatz in einer halben Stunde wieder komplett schick machen.
- Fugen einfach so lassen. Ja, es sammelt sich Dreck drin, das hat man aber mühelos beim Staubsaugen weg. Alles was man reinschmieren kann, sieht nicht schön aus.

Viel Spass!
Grüße
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Freak » Sa 18. Mär 2017, 06:57

Auch von hier ein klares Nein zur Vugenfersiegelung - vor allem mit CA-Sekundenkleber, wenn, dann lieber Heisskleber, der geht wieder rauszufönen. CA kann man aber gut bei Wurmlöchern hernehmen: KANTENSTABILISIERUNG! Vorbeugen ist besser als Nachholen. Ich habe es nicht gemacht und habe stellenweise grosse Ausbrüche, z.B. am Schreibtisch (Bürostuhl bleibt hängen) oder im Flur (30cm [!!] Splitter in den Füssen - immerhin nicht ganz drin :) ).
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Mechanix » Sa 18. Mär 2017, 08:58

Ein klares ja für das Freilegen des Holzbodens. Mit etwas arbeit verbunden bekommst du so den schönsten Boden der Welt.
Da das Holz immer arbeitet, egal wie lange es schon liegt, ist das mit den Nuten erfahrungssache. Ich hab letzten Jahr bei Bekannten mit ner geschinten Oberfräse die Lücke auf 16mm aufgefräst. Da dann ganz ungeniert abgesägte Streifen von MPX rein gesetzt. Also so das man schön die Streifen sieht. Das wurde so gemacht weil es der Essbereich ist und imer mal was in der Ritzen verschwunden ist. Verworfen hat sich da bisher nchts. Die Dielen liegen aber auch schon fast 100Jahre.
Wenn ich das nächste mal da bin kann ich beispielbilder machen.

Versiegelung: Ich persönlich stehe ja auf Leinöl. Wenn man Firnis weglässt, esdafür selber kocht spart man Geld und all die doofen Aditive los.
PUR-Lack ist Endlosfest aber halt ein Lack. Da atmet nichts, solange alles versiegelt ist. Aber wehe der Lack hat eine Ver!etzung. Hier dringt dann Feuchtigkeit ein, das Holz quillt auf, der Lack reißt weiter,.... Lack nur wenns ein einmal Projekt werden soll und man bereit ist alle drei Jahre nach zu schleifen.
Hartwachs ist auch ok und hat ne hohe Standzeit. Hab vor 4 Jahren drei Schichten in nem Ladenlokar mit nicht wenig Laufkundschaft aufgebracht. An den Laufwegen wurde die Schicht zwar konstant dünner, aber noch ist alles geschützt. Vorteil wie bei Öl, man kann partiell nacharbeiten.

Jetzt istübrigens die beste Zeit zum bearbeiten des Bodens. Das Holz sollte grade Max gequolen sein, ab ietzt wird nurnoch kleiner.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Hightech » Sa 18. Mär 2017, 10:56

Freak hat geschrieben: CA kann man aber gut bei Wurmlöchern hernehmen: KANTENSTABILISIERUNG! Vorbeugen ist besser als Nachholen.

Da nur mit dem Ereignishorizont aufpassen, sonst saugt es den Kleber ein und läuft endlos weiter in das Loch.
Eine richtige Kante wird ein Wurmloch auch nicht haben, irgendwo ist dann die Stelle ab der es nur noch hinein geht, hängt wohl von der Form der Singularität ab.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon ubbt » Sa 18. Mär 2017, 12:53

Geiler Holzboden ! Unbedingt drin lassen, abschleifen, mit farblich passenden Hartwachs mehrmals behandeln(öfter dünn auftragen). Fugen um Gottes Willen so lassen! Das Raumklima (Luftfeuchtigkeit etc.) bewegen und quellen/schrumpfen das Holz. Unter Füßen von Schränken kein Teppich o.Ä., sondern Holzplättchen (damit es keine bleibenden Eindrücke gibt) Vorhandene Nägel mit Dorn nachnageln, nicht so tief und nicht verspachteln! Der Hartwachs füllt kleinere Vertiefungen. Gesplitterte Hölzer mit Holzleim wieder festkleben.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Daniel » Sa 18. Mär 2017, 15:03

Hallo,

ich würde den Dielenboden auch erhalten und renovieren.
Selbst kleine Reparaturen sind möglich, alles nach nageln mit einem passenden Durchschlag und dann erst mit einem Schleifer drüber.
ich habe mit einem Kollegen früher in seiner Altbauwohnung einen aus Pitch Pine Holzdielen belegten Boden so renoviert.
Mit einem Walzenschleifer schlussendlich abgeschliffen und mit einem Siegellack das Finnisch hergestellt.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Kuddel » Sa 18. Mär 2017, 15:05

Mechanix hat geschrieben:Versiegelung: Ich persönlich stehe ja auf Leinöl. Wenn man Firnis weglässt, esdafür selber kocht spart man Geld und all die doofen Aditive los.

Hast Du mehr informationen? Einen Leinöl-Grundkurs?
Gruß
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Sterne » Sa 18. Mär 2017, 15:20

Chaoskreator hat geschrieben:
Gary hat geschrieben:Aber wie sollen wir helfen ? Wir wissen doch nicht wie perfekt es werden soll / muss.

Mich würden halt Aussagen interessieren nach dem Motto, "Hab ich so und so gemacht, das sieht gut aus und habe das nicht bereut".
Also ich habe das jetzt 2 mal bei Freunden hinter mir.
Die Punkte die ich erwähnenswert finde:
1. Ca. 50 jahre alt heißt 60er Jahre und das waren nicht gerade die "Hochzeiten" der Holzverarbeitungsqualität, weil Beton modern war. :shock:
Bist du mit der Stabilität des Bodens zufrieden. Quietschen, Knarren und Wippen wenn man schwere Dinge trägt?
Wenn nicht dann ist möglicherweise sogar der Unterbau Murks ... das wird durch abgeschliffene, dünnere Bodendielen eher schlimmer.
2. Die Fugenbreite muss dir gefallen. Alles was ich zu dem Thema "Fugen kaschiern oder zuschmieren" gesehen habe, fand ich grauenhaft. Optisch werden die durchs Abschleifen sogar breiter, da die Nuten weiter ins Blickfeld rücken und die Fugen, durch die meist hinterher hellere Holzoptik, auffälliger werden. Ob das dein Experte vielleicht mit "Nachschrumpfen" meinte ... sonst ist das natürlich Quatsch.
3. Diese alten Farben sind optimal für ihren Einsatzzweck. Das heißt sie sind deutlich belastbarer und widerstandsfähiger als das weiche Nadelholz(?!). Dadurch wird das Abschleifen zu einer Sch..ßarbeit die Ähnlichkeit mit Igeljonglieren hat. Neues Schleifband rauf und einmal unkonzentriert ... dann kannst du zum Kiosk gehen und Korn kaufen oder irgendwas wovon du gerne kotzt. Die Ecken und Kanten wirst du auch in dem kleinen Raum nach 6 Stunden auf den Knien verfluchen. ;)
4. Der 2. Kumpel hat hinterher ausgerechnet das Geräteausleihe mit Schleifbänder fast so teuer war wie Material für neuen Boden. :)
5.Ich habe daraufhin in meiner eigenen Wohnung in 3 Zimmern Parkett rübergelegt. Geht schneller, sieht besser aus und ist deutlich belastbarer als 60er Jahre Nadelholz. Kleiner Nachteil die Türen müssen einmal auf die Sägeböcke. Im 4. Zimmer habe ich innnerhalb von einem Nachmittag die alten Dielen rausgerissen, den Unterbau verstärkt/ausgebessert und neue Bodendielen reingelegt. Genauso würde ich es auch wieder machen.

Mein Fazit Abschleifen kann man machen ... werde ich aber nie wieder bei Billigholz machen. :D

Ich sehe gerade, dass die Dielen über die komplette Raumbreite durchgehend sind. Das würde - meiner Meinung nach - gegen 60er Jahre sprechen oder ist zumindenst ein Indiz für ordentliches Holz bzw. Verarbeitung. Dadurch relativieren sich natürlich meine Aussagen. :)

Gruß
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon ^^artin » Sa 18. Mär 2017, 17:34

Holz "quillt und schwindet" im wesentlichen mit der relativen Luftfeuchtigkeit im Raum. Und - das hört nie auf - egal wie abgelagert oder trocken das Holz ist, oder mal war.
Im Sommer, bei Gewitterstimmung, hat man u.U. 90% Luftfeuchtigkeit im Raum, -> Dielen sind am größten / Fugen am kleinsten
im Winter, wenn draussen knackiger Dauerfrost ist und die Heizung auf Hochtouren läuft u.U. nur noch 30%. -> Dielen sind am kleinsten / Fugen am größten
Wenn, bei geringer Luftfeuchtigkeit, keine ausreichenden Fugen vorhanden wären, würden sich die Dielen bei hoher Luftfeuchtigkeit übelst "verwerfen".

http://www.gdholz.net/fachwissen-holz/q ... indet.html

Mein Tip: je nach Verwendung, PVC-Boden oder Teppichboden drüber legen.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon gafu » Sa 18. Mär 2017, 17:56

Mechanix hat geschrieben:Jetzt istübrigens die beste Zeit zum bearbeiten des Bodens. Das Holz sollte grade Max gequolen sein, ab ietzt wird nurnoch kleiner.


ähm .. nö.
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Re: Holzdielenboden: Restaurieren oder raus damit?

Beitragvon Hightech » Sa 18. Mär 2017, 21:10

Holz sollte immer im Raum gelagert werden, wo es eingebaut wird. So 3 Wochen dürfen es schon sein.
Und zwar bei der richtigen Luftfeuchte.
Im Wohnzimmer so bei 65% rel.
Im Winter gibt es dann Spalten, wenn die Luftfeuchtigkeit auf 35% sinkt, aber wenn bei 35%-40% eingebaut wird, drückt es das Holz hoch, es reißt und es gibt Hohlräume.
Die Jahreszeit ist im Prinzip egal, nur muss die Luftfeuchte stimmen.
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