Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Der chaotische Hauptfaden

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Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon IQON » Do 15. Aug 2013, 19:23

Hallo
Ich als Elektriker mit abgeschlossener Lehre der nie Metallbearbeitung als Thema in ihr hatte findet nun immer mehr zu ihr,
also die Grundabreiten Bohren feilen Sägen eigne ich mir nun immer mehr an...

Mein neustes Werk ist eine Bedienhilfe für meine Standbohrmaschine AKA "Bohrwagen",
Ich handhabe die Ausrichterei des Werkstücks nämlich so,
dass ich den Schraubstock fest auf den Tisch Spanne, das Werkstück fest in den Schraubstock.
Die Klemmung des Tisches leicht löse so das man ihn drehen kann und die Klemmung des Arms an der Säule auch so das man ihn schwenken kann...
Wenn man jetzt den Schraubstock leicht exzentrisch auf den Tisch hat, kann man wunderbar ausrichten...
Dann wieder beide Sachen klemmen und die Sache steht...
Ich fang gar nicht erst an da was mit der Hand fest zu halten...

Aber die Klemmung des Arms an der Säule ging mir auf die Nerven,
war son 6cm langer Klapphebel, erstens kam man scheiße rann
und ist auch schlecht in der Hand zu haben um Kraft drauf auszuwirkenden...

Also habe ich mir folgendes gebaut:
http://files.brauchmer.net/imghost/up/4ea9ffab34f75b085cde8c037b9563f4.JPG
http://files.brauchmer.net/imghost/up/c29e22296fbe9367fb8e583d01461631.JPG
http://files.brauchmer.net/imghost/up/a8e89533182c8c6fd54bb856cee6793a.JPG
http://files.brauchmer.net/imghost/up/1b8dd2a279644950fc4d07408b4c9242.JPG

Aufbau: Viel Flachalu, bisschen Vierkantrohr, viele Schrauben und 8er Gewindestange, 1 Ratsche mit 17er Nuss und en Plastikrohr, Federn, Schnur...
Ich habs es so gebaut das ich die Maschine nirgens anbohren musste, ist nur am Auslegerarm festgespannt...

Funktion:
Durch hin und her bewegen des Kunststoffgriffes vorne am Tisch betätigt man die Ratsche...
Wenn man im momentanen Lehrhub der Ratsche, (also dann wenn sie Ratscht) bis Anschlag durchschiebt, dann steuert man Um, also Richtungswechsel...
Die Federn dienen dazu das man nicht versehentlich dauernd umsteuert...

Also von ganz fest bis ganz los braucht man drei Hübe mit minimalem Kraftaufwand,
vorher hat man sich das Handgelenk gebrochen...
Das Kupferrohr ist die Tischklemmung...

Von mir geplant, gebaut und für gut befunden...

Aber was sagt ihr jetzt dazu?
Wie würdet ihr die Leistung bei nem Lehrling im Metallberuf aka Schlosser einschätzen?
1 Lehrjahr?

Und was habt ihr an allgemeiner Kritik zu bieten?

Viele Grüße IQON
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon Anse » Do 15. Aug 2013, 19:39

Erst einmal: sauber Konstruktion ;) Das ist nicht 1. Lehrjahr. Da würde erst mal ein U-Stahl gefeilt.
Zur allgemeinen Vorgehensweise beim Bohren. Wenn gut angerissen und gekörnt ist, sollte der Bohrer sich selbst zentrieren. Festspannen tue ich den Schraubstock nur bei Durchmesser >8mm. Bei einem so leichten Schraubstock ist das aber was anderes.
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon tschäikäi » Fr 16. Aug 2013, 09:11

Moin,
ich gehe richtig in der Annahme, dass das Ding dazu da ist, den Maschinentisch
an der Bohrmaschinensäule zu klemmen (?) Wenns zuverlässig funktioniert - gut :)
Ansonsten: Das ist doch viel komplizierter, als es sein müsste.
Ich vermute mal, du hast das so gemacht wie ich früher und einfach drauf los gebaut.
Es hätte doch eigentlich reichen müssen, statt der Ratschen- Aluwahnsinn- Kombination
einfach ne Schraube mit Hebel zu nehmen.
Bild

Oder als Eigenbau einfach ne Gewindestange abgewinkelt und nen Griff aus POM oder so gedreht
und das passende Innengewinde reingeschnitten.

Aber wie gesagt, wenns funktioniert ist es ja gut so. Schöne Bohrmaschine btw., Spannpratzensatz
is auch immer brauchbar.

Gruß Julian
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon Arndt » Fr 16. Aug 2013, 09:45

Wow, alle Achtung, ich finde die Konstruktion auch sehr gelungen!
1. Lehrjahr ist das keines Falls, bei der Mechanik.
Schön Ergonimisch geworden, das olle geprökel mit dem Hebel hasse ich auch immer.
tschäikäi, Dein beschriebener Hebel wäre natürlich eine Besserung, behebt aber nicht das Problem mit der Erreichbarkeit.
Und er wäre nicht annähernd so Igoristisch :D

Das einzige was ich mir problematisch vorstelle ist, dass man den Tisch jetzt sicher nicht mehr ganz runterstellen kann, oder?
Kommst selten vor, aber es ist ärgerlich, wenn ma ein großes Bauteil hat und einen großen und entsprechend langen Bohrer hat...
Dann gehts halt doch nur mit dem Akkuschrauber.

BTW, wie stabil ist das Alu bei Krafteinwirkung, wabbelt das nicht rum?
Verbesserungsvorschlag zur Optik (die nun nicht schlecht ist!) Messingfarbe für STEAMPUNK-Look! :D
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon flogerass » Fr 16. Aug 2013, 10:57

Steampunk ist zwar igoristisch aber nicht schön. Dann doch lieber Alu/Edelstahl natur.
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Igor! Mehr Drehmoment!

Beitragvon MrD » Fr 16. Aug 2013, 11:19

Sieht toll aus und ist funktional! Schöne igoristische Lösung eines auch mir nicht unbekannten Plems.
Solange man sich nicht an messerscharfen kanten die Hände abtrennt, ist das völlig OK!! :)

Zu Steampunk: schön un gut, wenns richtig gemacht ist, wenn ich ne alte Armbanduhr ohne Armband auf einen Holzklotz klebe und dann noch Nietchen und Zahnrädchen befestige (so als 'Steampunk' gesehn), is das einfach nur Schrott.
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon Lukas_P » Fr 16. Aug 2013, 11:41

Hallo erstmal.

Als erstes möchte ich sagen, das es an der Konstruktion nichts auzusetzen gibt. Es ist eine Sehr Kreative lösung. Dann möchte ich auch sagen, das es eigentlich nicht notwengig ist, einen Schraubstock zu benutzen (muss aber jeder abhängig von Vorarbeit (körnen, Vorbohren etc.) der Werkstücksgröße, der Bearbeitung (also bohren senken Reiben), des durchmessers und der Schnittkraft (klar wenn man sich jetzt an den Hebel dranhängt, wird man nichtmehr viel changse haben das mit der hand festzuhaleten.) selbst entscheiden... Vor allem beim Senken braucht man eigentlich keinen Schraubstock). Auserdem wie schon gesagt wurde, erstes lehrjahr schlossern lernt man erstmal wie man feilt (nicht lachen das ist wirklich eine eigene Wissenschaft, wie man so ne Fläche grad bekommt), bohrt und Gewinde schneidet... ich habe es gehasst... Allerdings weis ich nicht wie groß die Kräfte sind die da zum spannen auftreten, nicht das da Irgendwann ne Schaube ausreißt und dir der Tisch runterkracht...

achja ich seh grad, beim übergang Alu-Flachstahl vorne sollte vll. ne Beilagscheibe rein :D
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon IQON » Fr 16. Aug 2013, 16:33

Also Danke für die Antworten.

Also ich habe alle Kanten Handfreundlich rundgefeilt sieht man nur nicht, aber ist nirgends scharf...
Ja Beilagscheibe wäre da nicht schlecht, aber biss sichs durchgescheuert hat, ist eh ne Lose Verbindung...
Und ja ich wollts halt einfach mal wissen was ich so konstruieren kann!

Aber die Sache mit dem Klapphebel geht nicht in der Anwendung, weil wenn man von ganz fest nach ganz los will brauchst 1 ganze Umdrehung
was eine Betätigung mit Stange von vorne aus unmöglich macht...
Die Ratsch hat nebenbei eigentlich den gleichen Effekt...

Ich habe in den Spalt der Manschette die sich um die Säulke legt und sich damit klemmt ne Unterlegscheibe reingelegt, damit man es nicht zu weit zusammen ziehen kann.

Aber vom Kraftaufwand ist es durch den langen Hebel nun minimal ...
Abreißen kann da eigentlich auch nichts, weil ich nichts angebohrt habe...

Der Arbeitsbereich ist auch mehr als üppig ich kann da bestimmt noch 30cm runter...

Was man auch nicht vergessen darf ist, das es ne Spidelige Chinabohrmaschine ist, und eben jenen Qualität hat weshalb man auch die klemmung soweit anziehen muss.
Aber sie hat ne Variomatik und 1,1kw wiegt satte 100kg hat MK3 und kostete glaube ich 600€ frei bordstein..

Wird sich jetzt dann mal zeigen wie sichs so macht im Einsatz...

Viele Grüße IQON
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon IQON » Fr 16. Aug 2013, 16:34

So versuch zur Variante 2:
Bild

Mal eben aus 2 Gewindestangen resten Geschnitzt...
Nun klemmt man durch umklappen des Hebels...
Ist nur en Grundlagenversuch...

Viele Grüße IQON
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon xoexlepox » Fr 16. Aug 2013, 21:17

IQON hat geschrieben:Und ja ich wollts halt einfach mal wissen was ich so konstruieren kann!

Das würde ich definitiv als Erfolg werten! Die exakte Funktionsweise der Konstruktion (mit den etlichen Hebeln/Federn/Schnüren) habe ich noch immer nicht ganz begriffen, aber die Idee mit der Umschaltung der Drehrichung der Ratsche beinhaltet schon eine gewisse Genialität ;) Das entspricht voll und ganz dem "Frickerstil" -> Was es noch nicht gibt, baut man sich eben....
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon IQON » Fr 16. Aug 2013, 21:30

:D

Danke...

Also Funktion ist einfach:
man bewegt den Griff hin und her.
man darf nicht! bis zum Anschlag vorne oder hinten durchziehen.
Wenn man an einen Anschlag fährt dann stellt man damit die ratsch um.
Das umstellen erfolgt immer im Leerhub der ratsche.
Wenn man umgestellt hat, man sich also an einem Ende befindet, zieht man bis kurz vor den anderen Anschlag zurück,
das geschieht dann auch im Lehrhub sprich die Ratsche ratscht.
Wenn man nun wider nach vorne bewegt, arbeitet die Ratsche und die Nuss dreht sich.
die schraube zieht sich an oder löst sich, ist für beide Drehrichtungen identisch in der Bedienung...
Die Federn dienen nur dazu einen Widerstand spürbar zu machen, bevor man den Bereich des Umsteuerns ereicht.
Denn wenn man von Anschlag zu Anschlag durchzieht ist man immer im Lehrhub und es bewegt sich nichts...
Es funktioniert auch ohne die beiden Federn...

Ja ich finde das ist schon ne recht interessante Konstruktion die ich so noch nirgends gesehen haben,
das man über einen Hebel zwei Drehrichtungen ratschend bedienen kann und über den selben Hebel die Drehrichtung ändern kann...


Viele Grüße IQON
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Re: Metallbearbeitung, Kritik gesucht

Beitragvon Simon » Fr 16. Aug 2013, 21:47

Also ich finde die Konstruktion genial! Wir sind hier ein Fricklerforum, und da geht es nicht um Schönheit sondern um Funktion. Je aufwändiger desto besser!
Ich hatte die Schraube bei mir auch mal durch nen Schnellspanner vom Fahrrad ersetzt (ich glaub der gehörte mal an eine Sattelstange), das funktionierte super! Was anderes ist Deine letzte Konstruktion ja auch nicht. Bei mir passte das 1:1 ohne irgendwas umarbeiten zu müssen. Da aber der Schnellspanner zuvor eigentlich schon bis an seine Grenzen zerschlissen war, und das nur nen Versuch war ist jetzt erstmal wieder die original Schraube drin. Irgendwann läuft mir bestimmt mal wieder ein passender Schnellspanner über den Weg der vielleicht nicht vorher schon am Zerbröseln war...

Gruß

Simon
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