Das Projekt Think City

Der chaotische Hauptfaden

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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Bastelbruder » So 7. Jan 2018, 00:59

Die 2,2 Meg müssen kleiner!
Weniger Ref-Spannung = weniger Kelvin.

Welchen Eingangswiderstand hat das Oszi?
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon xoexlepox » So 7. Jan 2018, 01:09

Hmm, wenn ich hier so lese, daß die Steuerung ziemlich hochohmig ist, und ein paar mV schon deutliche Unterschiede erzeugen, wären mgl. ein paar pF in der Schaltung auch recht nützlich (falls mal Jemand auf die Idee kommt, in der Nähe "ein wenig HF" zu erzeugen)?
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Bastelbruder » So 7. Jan 2018, 01:41

Die empfindlichen Leitungen sind abgeblockt. Und für die lateralen PNP-Eingangstransistoren dieser frühgeschichtlichen Halbleiterelemente hat man sogar lobend erwähnt, daß sie in Sachen EMV unproblematisch sind. Vergleichbar mit JFET-Eingängen. Das gilt für ziemlich alle ursprünglichen OpAmps mit Null-Volt-Eingang. Der hier verwendete LM339/2901 ist in dieser Hinsicht identisch mit LM358/324, LM380..389, TDA2006..2040.
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Arndt » So 7. Jan 2018, 11:06

Moin,
richtig, als ich im Bett lag dachte ich auch noch.... R25 muss kleiner!
So langsam verfolgt mich die Heizung 24/7
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon wernerc » So 7. Jan 2018, 11:57

Hoffentlich verfolgt Dich das nicht zu kalt oder heiss.
So ist das oft bei solchen Projekten.

Wo st das Wasser eigentlich rausgekommen ?
Ist dieser Entlueftungsschaluch abgesprungen oder hat das Ueberdruckventil im Deckel geoeffnet ?

Gruss

Werner
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Bastelbruder » So 7. Jan 2018, 12:09

Wenn ich das richtig gelesen habe, war der hinten offene Schlauch noch dran. Und der "strabelt" dann wie ein erwachsener Gartenschlauch wenn die Ausflußmenge ein bestimmtes Maß überschreitet. :lol:
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon ESDKittel » So 7. Jan 2018, 13:30

Warte schon auf die Zeitungsschlagzeile ;) :
"Elektroauto ausgebrannt, frustrierter E-Automobilist versenkt die rauchenden Trümmer im Kanal.
Auf Nachfrage der Zeitung faselte der Besitzer was vom ~...dämliche Heizung, E-Autos taugen nichts, ich kauf mir 'nen Diesel..."
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Arndt » So 7. Jan 2018, 15:37

Also das mit dem Wasser kam so.....

Das Entlüftungsventil im Heizungsvorlauf habe ich da selber eingebaut, weil das so vom Hersteller nicht "vorgesehen" oder besser gesagt vergessen wurde. Damit das Kühlwasser nicht so in die Natur fließt hatte ich den Deckel vom Ausgleichsbehälter offen und weil der kleine Schlauch von der Entlüftung zu kurz war, habe ich diesen durch das Überlaufröhrchen gesteckt. Alles prima, flutschte nur halt hin und wieder raus, weil nicht fest... egal! Tüddeldraht hatte ich auf dem Schreibtisch und nicht in der garage *mist!*

Und als die Heitung dann so heizte, wollte ich mal sehen was passiert, wenn ich den Heizungsregler auf kalt stelle und damit die Pumpe abschalte, damit sollte der Heizer eigentlich auch ausgehen und die Temperatur sinken.

Und mit schlauem Blick auf das Thermometer lief der Ausgleichsbehälter plötzlich über, da der Deckel noch offen.
In meiner kurzen, ob der anderen merkwürdigen Geräusche in diesem Augenblick zugegeben unüberlegten Feststellung

*Hmm, da läufts raus.... Ach ja, das dehnt sich aus, das muss noch zu!*

habe ich den Deckel eben zugeschraubt. ;)

Nun ja und wie das dann mit der Physik so ist aktio = reaktio dauerte es nicht lange und das Überdruckventil tat wozu es da ist; Und da aber der Überlauf mit dem Entlüftungsschlauch zugestopft war.....
et voila Sprühregen von Zuckerwasser :roll:

Hätte ich den Heizungsregler bei auftreten der Geräusche sofort wieder aufgedreht, hätte die Pumpe auch wieder Wasser durch den Kocher gepumpt und alles wäre vermutlich gut gegangen.
Aber Heizungsregler im Auto, Geräusche und Arndt draußen vor dem Auto..... ;)
Also ins Autogehechtet und den Zündschlüssel gezogen.

Also kurz gesagt ein klassisches Tschernobyl-szenario in der Garage :lol:
Lessons learned....again: Speisewasser weg -> bumm!
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon wernerc » So 7. Jan 2018, 17:18

Immerhin war das Ueberdruckventil nicht ganz zu.
Sonst haette man sehen koennen, was zuerst platzt oder wo das Wasser reinlaeuft.
Die PCU ist nur begrenzt druckgetestet ;)

Stehen heute noch weitere Tests an oder ist Dir schon warm genug ?
Es waere interessant zu wissen, warum der Mosfet zerstoert wurde, ob einfach nur durch
unzureichende Kuehkung was ich ja mal angesprochen hatte und ich aber davon ausgegangen
war, dass es ggf. ein wenig dauern kann bis der zu heiss wird.
Ich hatte mal 5-10 Minuten getippt, aber hier ging es ja anscheinend schneller.

Oder nicht aureichende Ansteuerung oder nicht vollstaendiges Sperren.
Du solltest die Kuehlung da so auslegen, das man 100% Einschaltdauer zulassen kann.
Denn wenn der Fet kurzschliesst ist das ja auch spaeter fatal.
Die Sicherung bekommt das nicht mit und alle Sicherheitsschalter inclusive dem Bimetall Dingen
wirken dann ja nicht mehr !!!

Solange der Heizungskuehler im Innenraum nicht platzt ist das alles noch harmlos.
Ein Freund hatte freuher einen alten Golf, fast 15 Jahre alt.
Und VW hat den nach 15 Jahren noch zurueckgerufen, weil der Heizungskuehler bei den
Dingern da oft durchgegammelt war und dann heisses Wasser in den Innenraum geduest wurde.

Da wurde dann kostenlos an der alten Rostlaube noch der Heizungskuehler gewechselt...
Bei ihm ist das Problem nicht aufgetreten, aber kurz nach dem Service bei VW ist das Ding dann
aber auch auf dem Schrott gelandet....

Wenn VW das gewusst haette...

Gruss

Werner
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Arndt » So 7. Jan 2018, 22:32

So äh ja, wie erkläre ich das jetzt....
Bastelbruder, Werner, und alle, die hier tatkräftig mitgefiebert und unterstützt haben, VIELEN VIELEN DANK!
Seid mir bitte nicht böse, aber ich glaube dass es an der Zeit ist an die Kiste einen Haken zu machen. :(
Ich haben hier vorhin nochmal (mit Unterstützung meiner Frau!) getestet und mir dabei das Gate vom MOSFET und die Kühlwassertemperatur angesehen, schlussendlich ist der Karren aber wieder übergekocht, jetzt ist auch klar, warum.

Der Tastkopf hing mit 1:10 Teilung am Pin2 vom OPV, ein Tempsensor am Kühlkörper neben dem FET und einer am T-Stück der Kühlwasserentlüftung.
Zunächst fiel auf, dass sich der Kühlkörper recht zügig aufheizte, das Kühlwasser kam dabei allerdings auch gut in Gang. Soweit sogut.
Ursächlich für die Kühlkörperheizung war hier wohl, dass das Gate nicht voll aufgesteuert wurde lediglich um die 7V lagen dort an :roll:
Dann haben wir den Temperaturregler auf kalt gestellt um zu sehen, wie weit die Schaltung das Gate zubekommt, da war aber bei ca. 0,5V schluss und die Heizung bollerte weiter, bis (wieder schneller als erwartet, diesmal aber mit Schüssel unterm Auto) das Kühlwasser aus dem Ausgleichsbehälter sprudelte.
Leistungsaufnahme lag kontinuierlich bei >4kW, damit können wir davon ausgehen, dass auch der FET gestorben ist, habs aber garnicht mehr nachgemessen...

Ich denke, es macht Sinn das Heizungsprojekt an dieser Stelle zu beenden, sicherlich gibt es noch diverse Verbesserungen und Änderungen, schlussendlich bleibt aber immer das Risiko, dass der FET unkontrolliert weiterheizt und eventuell größeren Schaden verursacht!
Bitte versteht das nicht als Kritik! Ich bin wirklich happy, dass Ihr es nicht aufgegeben habt, ich will aber Eure Zeit auch nicht weiter strapazieren.

Also für ein gutes Gefühl müsste so eine Situation durch die Schaltung (neben der Temperaturregelung) abgefangen werden, d.h. die Schaltung bräuchte eine gewisse Logik, die bei Übertemperatur am FET diesen abschaltet und wenn der Meltdown schon durch ist, müsste das abschalten der Pumpe unterbunden werden, bis die 400V weg sind.
Dann könnte auch ein "gewöhnliches" Schütz die HV-Seite öffnen, sodass die Heizung beim nächsten Fahrzeugstart nicht wieder anlaufen kann, bis der Schaden behoben wurde.
Zusätzlich wäre natürlich irgendetwas in Richtung Fehlermeldung notwendig. Für eine Heizung eigentlich überflüssig, ich glaube aber in diesem Fall hier notwendig.

Ich habe bei der Schaltungsentwicklung und im Bereich Analogtechnik in den vergangenen Wochen echt eine Menge gelernt, das steht fest!
Nun ist allerdings der Weihnachtsurlaub jetzt auch vorbei und es sind eine Menge anderer Dinge liegengeblieben, daher reiße ich die Notbremse und lege die Heizung zur Seite.

Also nochmals vielen Dank!
Und die nächsten Untaten folgen bestimmt in Kürze! :lol:
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Bastelbruder » So 7. Jan 2018, 22:57

Bloß 7 Volt am Gate: Ist der 2N2907 falschrum drin? Das Foto sagt nein, alles ok.
Die Betriebsspannung wurde mit 11,6 Volt gemessen.
Es besteht laut Schaltung kein Grund daß die Spannung so niedrig sein kann.

Natürlich kann der PNP-Emitterfolger nicht weiter runterziehen, 0,5 Volt schaltet den FET (ich beziehe mich auf SPW32N50C3) vollständig aus. Auch bei Chiptemperatur 150°C fängt die Stromkurve frühestens bei 2 Volt an.
Und zwischen 7 und 12 Volt am Gate ändert sich die Sättigungsspannung nicht mehr nennenswert.

Die Ursache diverser Fehler würde ich aber gern auch wissen.
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Chefbastler » So 7. Jan 2018, 23:38

Arndt hat geschrieben:Bild->zoom


Ich stelle mir grad noch eine andere Frage. Was passiert am Gate beim Anlegen der Versorgung? -> Spannungen am Gate könnte beim langsamen aufbau der Versorgung schon den Transistor im linearen Bereich fahren bevor der LM129 richtig arbeitet?

Auch sehe ich keine Angstbeschaltung am Gate wie Überspannungsschutz via Supressordiode oder Entladewiderstand gegen Masse.
Ok, die Diodenstrecken in der Komplimentär Treiberstufe würden da was über die Basis wegfliesen lassen können und somit bedingt Spannung begrenzen können.


Ich hätte den aufbau so gemacht:

Zwei MOSFETSs in Reihe und dazu zwei Optokoppler parallel die Prüfen ob die MOSFETs auch noch Sperren.
Wenn einer nicht mehr sperrt dann Störmeldung und den zweiten auch nicht mehr einschalten.
Fertige Treiber ICs genomen mit integriertem UVLO.
Logic mit 4000er CMOS und wie hier mit OPs gebaut oder einen kleinen Attiny damit genervt.
Tempsensor wenn der zuviel nervt durch was Bekanntes ersetzt.
Grund suchen warum der MOSFET stirbt.


Aber ich würde jetzt nicht gleich aufgeben wo du schon so weit bist und weil die MOSFETs sterben.
Auch wenn ich das irgendwie nachvollziehen kann, Stunden reinzustecken und es Funktioniert ewig nix.
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon ferdimh » Mo 8. Jan 2018, 00:09

Ich würde hier auch Mut zureden:
a) Mut der Verzweiflung: Ich habe (außer einer Luftheizung) keine Idee, wie man es besser machen könnte. Das Einzige, was mir einfällt, ist schnelle Forcierte Abschaltung der Gesamt-HV bei Übertemperatur, eventuell auch schon bei "FET zieht Strom, obwohl er es nicht sollte"
b) Die Erwartung, dass Dinge auf Anhieb klappen ist doch reichlich unrealistisch. Und das Risiko ist im Schadensfall halt gering genug, dass man alle Fehlerfälle auch testen kann (solange du nicht fährst und keinen Stress hast, passiert genau was, wenn der Kühler überkocht?)
c) Andere Leute trauen sich, Maschinen zu fahren, die periodisch ein Benzin-Luft Gemisch in einem geschlossenen Behältnis sprengen, 100kW+ an Heizleistung mit ein paar Litern Wasser kühlen, das System auch noch unter Druck setzen und extreme Materialbeanspruchungen haben. Dieses System hat viel größeres Fehler- und Bummpotential als ein lächerlicher Wasserkocher.
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon wernerc » Mo 8. Jan 2018, 00:24

Wenn der bei 0.5V immer noch voll geleitet hat, ist der schon beim Einschalten kaputt gegangen.
In dieser Anwendung ist es 100% notwendig, dass der Mosfet zuegig voll durchschaltet.
Bleibt der zu lange in einer Art linearen Bereich (und da reichen schon mal 100 oder 200us), ist der hin.
Die Verlustleistung im Chip ist dann so hoch, dass das ueber den Waerme Uebergangsiwderstand gar nicht
schnell genug an den Kuehlkoerper abgeleitet werden kann.
Daher wird das Silizium dann unter Umstaenden bei einem Vorgang so warm, dass das hin ist.
Ich habe das schon oft in groesseren Anwendungen gesehen, da kann man dann den Deckel des FETs
oder IGBTs abheben und sich das ganze verbrannte Zeugs ansehen, Manchmal schmilzt dann auch diese
tolle Glibberjelly und kommt aus dem Gehaeuse.
Ausgeloest durch einen einzelnen falschen Schaltvorgang (war auf dem Scope sichtbar).

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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon wernerc » Mo 8. Jan 2018, 00:58

ferdimh hat geschrieben:Ich würde hier auch Mut zureden:
a) Mut der Verzweiflung: Ich habe (außer einer Luftheizung) keine Idee, wie man es besser machen könnte. Das Einzige, was mir einfällt, ist schnelle Forcierte Abschaltung der Gesamt-HV bei Übertemperatur, eventuell auch schon bei "FET zieht Strom, obwohl er es nicht sollte"
b) Die Erwartung, dass Dinge auf Anhieb klappen ist doch reichlich unrealistisch. Und das Risiko ist im Schadensfall halt gering genug, dass man alle Fehlerfälle auch testen kann (solange du nicht fährst und keinen Stress hast, passiert genau was, wenn der Kühler überkocht?)
c) Andere Leute trauen sich, Maschinen zu fahren, die periodisch ein Benzin-Luft Gemisch in einem geschlossenen Behältnis sprengen, 100kW+ an Heizleistung mit ein paar Litern Wasser kühlen, das System auch noch unter Druck setzen und extreme Materialbeanspruchungen haben. Dieses System hat viel größeres Fehler- und Bummpotential als ein lächerlicher Wasserkocher.


Arndt ist schon zu verstehen.

Er moechte das Fahrzeug sicher nicht kaputt machen.
Die Kuehlung in den E-Fahrzeugen arbeitet nicht mit so hohen Temperaturen wie im Verbrenner. Trotzdem sind die Kuehler recht gross.
Muss auch so sein, denn der Wirkungsgrad des Kuehlers haengt von der Differenztemperatur ab.
Doch das nur am Rande.

Der Think hat gegenueber einigen anderen Fahrzeugen zwar einen eigenen Heizungskreislauf, aber kein eigenes Ausgleichsgefaess.
Und das heisst, wenn es einen Ueberdruck im System gibt, was total unnormal beim E-Mobil ist koennen sich an der wassergekuehlten Steuerung und
ggf. auch am Motor Undichtigkeiten nach innen einstellen.
Und Wasser in der Elektronik ist das letzte was man braucht.

Selbst wenn es dann nur ein Iso Problem gibt und nix kaputt ist, wird man ca. einen ganzen bis 1,5 Tage brauchen um die Elektronik auszubauen,
zu trocknen und wieder einzubauen.

Steigt die Temperatur im Ausgleichsbehaelter einfach nur langsam an, faehrt der Think ab 45-50 C nicht mehr, da schaltet die Elektronik ab.
Fuer den Ueberdruck gibt es aber keine Sicherung.

Gruss

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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon wernerc » Mo 8. Jan 2018, 01:05

Und noch was speziell an Arndt:

Du weisst, dass bei einem permanenten Stromverbrauch in groesserem Massstab der MLEC in de Batterie beim Einschalten abbrennen kann
wie es leider bei vielen amerikanischen MLECs mit der PTC Heizung aus diesem Grund passiert ist !
Insofern hattest Du hier noch Glueck.
Haettest Du nach dem Kurzschluss des Mosfet und Ausschalten der Zuendung diese nochmal eingeschaltet, waere der Precharge vielleicht das
Ende des MLEC gewesen.

Daher hatte ich ja auch vorgeschlagen mit Eimer usw. erst komplett zu testen und dann ans Fahrzeug.


Gruss

Werner
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Bastelbruder » Mo 8. Jan 2018, 02:18

Beim Ansaften fängt alles erstmal bei null Volt an. Auch bei mehreren kurzen Unterbrechungen hintereinander. Das Reservoir für die Gateladung muß geladen werden, die Referenzspannung braucht mindestens 3 Sekunden.
Die Komparatoren funktionieren zuverlässig ab 3 Volt.
Das Zeitverzögerte (min. 5 Sekunden dauernde) Hochlaufen der Referenzspannung (Temperatur-Sollwertvorgabe) wird so lange abgewürgt bis die Zenerdiode mindestens 50µA Strom zieht, es muß erst genügend Spannung zum vollständigen Ansteuern des FET vorhanden sein. Eine kurze Unterbrechung und die Zeit läuft neu.
Das Ein- und Ausschalten erfolgt mit Hysterese und einer Wiederholsperre von mindestens 10 ms (interessant bei Ansprechen einer Überwachungsfunktion).

Der verwendete MOSFET stand als Modell nicht zur Verfügung, die Schaltzeiten wurden mit 5 parallel geschalteten R6020PNJ (65 nC) und einer effektiven Gateladung von 300 nC simuliert.
Einschalten mit etwa 40 mA von 0->8 Volt 7 µs. Es sollte eigentlich eine Spannung von 11 Volt erreicht werden. An der Stelle wurden zuletzt 7 Volt protokolliert, die Ursache ist für mich nicht nachvollziehbar, ausgenommen die Spannung wurde unmittelbar an der Schaltflanke gemessen. Dann handelt es sich um das Ende der Laungsunterstützung aus C5. Die Sättigungsspannung des FET unterscheidet sich bei 7 V aber nicht nennenswert von 11 V und die Spannung sollte innerhalb von 20 ms den Endwert von 11 V erreichen.
Ausschalten mit max. 700 mA, von 10->1 Volt 650 ns.

Ein Szenario das (außer Temperaturüberschreitung) zur Beschädigung des MOSFET führen könnte:
Beim Kurzschließen der 400 V mit ausgeschalteter Heizung wird über die Millerkapazität eine negative Gateladung eingekoppelt die bei einer noch zu berechnenden Steilheit (>100 V/µs) den zulässigen Spitzenwert der Gatespannung überschreiten könnte. Der NPN-Transistor am Gate kann bei -2 V mit mindestens 300 mA dagegenhalten.

An der Auswahl des Schaltertransistors und seiner Kühlung war ich nicht beteiligt. Ich hätte vermutlich den Wasserkocher zur Wärmeableitung verwendet wie das in der Originalversion der Fall ist.
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon wernerc » Mo 8. Jan 2018, 08:53

Hallo Bastelbruder,

es macht Dir keiner einen Vorwurf, das hoert sich jetzt so an, als ob man Dich fuer irgendetwas verantwortlich machen wollte.
Im Rahmen der Fernentwicklung und ohne eine komplette Verifikation (selbst wenn man simuliert) ist das manchmal sehr
schwierig. Nicht das Simulationen nicht funktionieren oder taugen, die sind oftmals sogar zwingend notwendig um einen Ansatz
zu bekommen.
Allerdings hat man nicht immer ein Originalgetreues Abbild der Gegebenheiten, sei es weil die Modelle nicht stimmen oder
ausreichen oder weil bestimmte Randbedingungen noch nicht klar sind oder einfach nicht bewusst waren.
Und da Du nicht vor Ort warst und Deine Ideen selbst an Hardware vor einem Einbau testen konntest, koennen solche Dinge
schon mal aus dem Ruder laufen.
Ich hatte letztes Jahr auch ein Projekt, in dem ich eine uC Software gemacht habe und eine Abteilung sollte das reglungstechnisch
aufarbeiten und ich da integrieren. Hoerte sich alles einfach an und man hat dort simuliert und entworfen, eingebaut und es hat die
Vorgaben nicht erreicht.
Bis dann endgueltig was stand was akzeptabel anhand der Vorstellungen war, hat es noch mehrere Wochen und Anlaeufe gebraucht.
Mit Testen, Messen und Verifizieren und dazwischen oefter nochmal modifiziert nachsimulieren. Alles immer in Zusammenarbeit mit
den Regelungstechnikern.
Das ist ja auch ein Grund warum ich hier sage, dass ein Test und Verifikation mit der kompletten Heizung ausserhalb des Fahrzeuges
noetig ist und erst dann am Fahrzeug getestet werden sollte.
Denn erstens gefaehrdet man das Fahrzeug in anderen Bereichen damit bei Problemen (Beispiel MLEC) und zum zweiten ist die Umgebung
nicht so leicht steuer und kontrollierbar (also Dinge wie Not aus, Temperatur. und Strommmesung sind am Fahrzeug aufwendiger usw.).
Es ist natuerlich immer die Frage, ob man so eine Testumgebung aufbauen kann bzw. die Moeglichkeiten dazu hat oder im Zweifelsfall
irgendwie sinnvoll improvisieren kann.
Daher der Vorschlag mit dem Eimer, das laesst einen realitaetsnahen Betrieb schon mal zu. Ob man jetzt eine passende HV Versorgung
aufbauen kann ist natuerlich die andere Sache. Notfalls dann mit etwas kleinerer Spannung und einem vorhanden 2KW Trenntrafo, wenn
man die 4KW nicht hat. Und ganz am Netz ohne Trafo ist das ja auch nicht so ungefaehrlich, geht prinzipiell aber auch, muss man aber
potentialfreie Tastkoepfe haben.
Dafuer hat Arndt aber auch die Zeit ueber Weihnachten gar nicht gehabt, sein Aufbau auf dem Tisch war ok, aber eben nicht an der
Leistungsrealitaet fuer den Mosfet und auch das Regelverhalten mit Sensor konnte so nicht erfasst werden. Lediglich die grundlegende
Funktion der von Dir entwickelten Schaltung, die ja soweit ich verstanden habe auch funktioniert hat.

Gruss

Werner
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Arndt » Mo 8. Jan 2018, 22:17

wernerc hat geschrieben:...Haettest Du nach dem Kurzschluss des Mosfet und Ausschalten der Zuendung diese nochmal eingeschaltet, waere der Precharge vielleicht das
Ende des MLEC gewesen.

Daher hatte ich ja auch vorgeschlagen mit Eimer usw. erst komplett zu testen und dann ans Fahrzeug.


Jupp, genau deshalb habe ich die Versuche dann auch immer direkt abgebrochen. Ein defektes MLEC, oder abgesoffene PCU ist es nicht wert!

Externe Tests mit Eimer und Pumpe hätten aber auch nur wieder bedingt weitergeholfen, schlussendlich habe ich keine Möglichkeit mit heimischen Mitteln 4kW DC zusammenzukriegen und Versuche mit (getrenntrafoter und gleichgerichteter) Netzspannung sind halt in Bezug auf die Leistungsfähigkeit auch nur bedingt aussagekräftig.
Die Steuerung an sich funktioniert ja einwandtfrei, nur irgendetwas in der Ansteuerung des Gates, oder der MOSFET an sich scheinen ein Problem zu haben.
Wie gesagt, mir fehlt jetzt ersteinmal schlichtweg die Zeit (und auch mangels einer dauerhaft verfügbaren Garage) die Möglichkeit um da weiterzuarbeiten.

Also Bastelbruder, Deine Fähigkeit die genaue Dimensionierung und daraus resultierenden Funktion vorherzusagen finde ich schlichtweg faszinierend und ich hatte manchmal häufig Schwierigkeiten, Deinen rechtwinkeligen Hirnwindungen zu folgen :lol:
Den ursprünglich geplanten FET dne ich bei ONsemi geordert habe werde ich wohl auch erst in >6 Wochen kriegen, ein Punkt mehr, an dem wir im Augenblick nicht weiterkommen.
Zusätzlich braucht es natürlich für die erweiterten Funktionen (bspw. automatische Pumpensteuerung, "Notabschaltung" der HV) ohnehin eine neue Platine...

Ich habe da gerade eine Idee, vielleicht könnten wir auf dem Treffen einen geeigneten Teststand zusammenkriegen und die Schaltung wird Gebastelbrudert :D
Also zumindest um herauszufinden, warum die Fets sterben fände ich das sehr interessant. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir 400VDC mit mehr als genug Kawums dort locker zusammenbringen :lol:
Vielleicht kann Werner noch ein oder zwei Vergleichsheizungen zur Verfügung stellen, und vielleicht können wir das zeitweise dann zu einer Turbokaffeemaschine weiterentwickeln :D
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Anse » Mo 8. Jan 2018, 22:55

Gibt es einen Grund warum für den Fet keinerlei Schutz vorgesehen ist? Bei den Strömen können sich schon kleine Induktivitäten der Leitungen groß auswirken.
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon duese » Mo 8. Jan 2018, 23:04

125V krieg ich schon alleine mit meinen 5 Heliakkus zusammen (sofern die noch tun, bin schon lange nicht mehr geflogen). 10 A sollten auch locker gehen für 10 - 12 Minuten. Da es ja einige Flieger gibt, sollte da doch was auf die Beine zu stellen sein...
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon xanakind » Mo 8. Jan 2018, 23:05

Komm mit der Kiste einfach zum Treffen.
Ich schätze, spätestens nach 2 Tagen hast du eine richtig funktionierende Heizung in der Murmel :D
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon ferdimh » Di 9. Jan 2018, 01:17

Komm mit der Kiste einfach zum Treffen.
Ich schätze, spätestens nach 2 Tagen hast du eine richtig funktionierende Heizung in der Murmel :D

... und mit zwei fetten Endrohren, die erst ein paar mal fehlzünden und dann 3m Flammen rauswerfen? Ich sehe da Potential!
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Bastelbruder » Di 9. Jan 2018, 08:21

Aber bitte in Ringform!

Anse hat geschrieben:Gibt es einen Grund warum für den Fet keinerlei Schutz vorgesehen ist? Bei den Strömen können sich schon kleine Induktivitäten der Leitungen groß auswirken.


Am Ein/Ausgang der Schaltung ist zur Dämpfung von Transienten auf den Zuführungsleitungen ein zusätzliches RC-Glied vorgesehen. Trotz des aufgewickelten Widerstandsdrahts im Edelstahlrohr ist in der Heizung keine nennenswerte Induktivität vorhanden. Die im Wasser liegenden Rohrwindungen sind an den Flanschen kurzgeschlossen. Ich hatte ähnliche Rohr-Heizelemente schon als 50 Ohm HF-Dummyload bei 3,6 MHz in Gebrauch, die Gesamtinduktivität inclusive Zuleitung ist sicher unter 10 µH, die magnetisch gespeicherte Energie geringer als in einem Meter Krokodilkabel auf dem Labortisch...

In übertriebenen 10 µH ließe sich bei 14 A gerade 1 mJ speichern. Das ist ein Wert der in den Datenblättern unter Repetitive Avalanche Energy zu finden ist. Diese Schaltung repetiert allerdings mit 1 Hz, nicht 10 kHz. Das letzte Diagramm in den meisten Datenblättern ist die Transient Thermal Response Curve, daraus ist zu entnehmen daß 1 Hz als einzelnes Ereignis zu werten ist.
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Re: Das Projekt Think City

Beitragvon Uli » Do 11. Jan 2018, 12:22

Arndt, ich kann da nur den Hut vor dir ziehen.

Ich hatte schon großen Respekt, dass du die Heizungssteuerung nachbauen wolltest und wie weit du mit hilfreicher Unterstützung hier aus dem Forum gekommen bist. Aber einem solchen Projekt nach so langer Zeit und so viel Herzblut aus vernünftigen Erwägungen den Stecker zu ziehen, das muss man erst einmal schaffen. RESPEKT!
Uli
 
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