Strom fürn Trecker

Der chaotische Hauptfaden

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Strom fürn Trecker

Beitragvon Frickelfreddy » Mi 30. Aug 2017, 22:36

Hi,
ich hab hier so einen alten Einachsschlepper, der ohne einen einzigen Zentimeter montierten Kupferdrahtes von einem kurbelgestarteten Dieselmotor angetrieben wird.
Ist ja auch bei einer Arbeitsmaschine, die nur auf dem Acker schuftet, ausreichend.

Für den seltenen Fall, daß da jemand einen Anhänger dranfummeln und damit über die Straße fahren wollte, gab es speziell ausgerüstete Anhänger mit eigener bleisammlerbefeuerter 6V-Beleuchtung samt Blinker und Tröte.
Ich hab hier noch so ein Teil stehen.
Und weil ich dessen Lampen mittlerweile auf LED umgerüstet habe, kann man jetzt damit auch die ganze Nacht durch den Wald donnern, wenn man das für nötig hält.

Aber man muß eben immer wieder an die Steckdose und so ein Bleiakku gammelt durch die oft monatelange Faulenzerei auch schnell dahin.

Jetzt habe ich auf dem Trödel für einen Fünfer diese Lima hier ergattert. Immerhin NOS, auch wenn der originale Karton völlig verrottet war.
Die sollte ursprünglich mal am Opel Ascona/Manta ihren Dienst tun.
Mechanisch kein Problem; da gibts eine Riemenscheibe am Motor, die ich nach Anbasteln einer Halterung der Lima für den Antrieb nutzen kann.
Befeuert werden soll ein 12V 36AH Bleiakku.




Aber wie beschalte ich nun das Ding?
KFZ-Elektrik ist nur rudimentär in meinen Kenntnissen vorhanden.
Einen Regler werde ich wohl brauchen. Aber welchen?
Und was noch?

Standard-Bauteilen vom Boschdienst oder sonstwo würde ich trotz meines Nicks einer selbstplatinierten und gelöteten Lösung den Vorzug geben.
Die Zeit fehlt halt.........


Gruß Fred


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Zuletzt geändert von Frickelfreddy am Mi 30. Aug 2017, 22:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Rial » Mi 30. Aug 2017, 22:40

Gib mal mehr Daten vom Typenschild bzw
befrage mal den Gockel und die Bucht dazu...
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Frickelfreddy » Mi 30. Aug 2017, 22:45

Mehr als das, was man auch auf den Bildern sehen kann, gibbet nicht.

Mit der Bezeichnung gegugelt, kommt u.a. das hier:
https://www.tecparts.com/werkstatt-und- ... 33-378350/
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Rial » Mi 30. Aug 2017, 22:52

Die sollte ursprünglich mal am Opel Ascona/Manta ihren Dienst tun.

Deswegen sollte sich da auch irgendwas finden lassen.

Notfalls kann ich die Tage mal rumfragen,ob noch jemand
eine komplette (mit Regler) Oppel-Lima liegen hat...
Die könnte dann wohl gegen Porto rausgehen...
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Luftwatz » Mi 30. Aug 2017, 22:54

Hallo Frickelfreddy,

auch wenn die Manta Zeiten schon ein paar Tage her sind, wenn ich mich richtig erinnere, haben diese Lichtmaschinen den Regler schon eingebaut. Die brauchen an D+ nur das Signal von Klemme 15, also Plus wenn "Zündung" ein.


Grübel...wie das bei den Delco Remi Lichtmaschinen mit der Ladekontrollampe gelöst war weiß ich leider nicht mehr. Bei den Bosch Lichtmaschinen war die Klemme D+ über die Ladekontrollampe mit Klemme15 verbunden. Aber die Delco Lichtmaschinen waren direkt mit Klemme15 verbunden.
Hatte seinerzeit eine Delco Remi zerlegt. Die Bosch Lichtmaschinen hatten drei extra Dioden für den Erregerstrom. Die Delcos nicht. Also entweder waren die mit Klemme D+ direkt mit Klemme15 verbunden, oder die Ladekontrollampe hat über D+ bei den Delcos den Erregerstrom über B+ "freigeschaltet" . Jedenfalls einen separaten Regler brauchst Du nicht.
Viele Grüße
Luftwatz
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon KalleGrabowski » Mi 30. Aug 2017, 22:55

Du brauchst keinen Regler, der ist bereits eingebaut, nur eine Glühlampe 12v, 2w.

Batterie Minus ans Gehäuse(-), Batterie Plus an die Schraube, an der (B)+ steht. Klemme D+ über die Glühlampe an Batterie plus, eventuell einen Schalter dazwischen.

Die Glühlampe ist die Ladekontrolleuchte, sie versorgt den Regler initial beim Hochlaufen, leuchtet, wenn nicht geladen wird, und erlischt, wenn die Lichtmaschine lädt. Wie die Lampe im Auto.

Das ist übrigens die Standardschaltung von mindestens der Bauzeit von Opel Manta B, Ascona B und C, Golf 1-2-3-4, Ford Escort, Fiesta,Orion, Mercedes 114, 116, 123, 124.....

Opps, zu spät...
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Frickelfreddy » Mi 30. Aug 2017, 22:55

Ich hab hier noch was Offizielles von Hella selbst:
http://ows.tecdoc.net/hella/home.jsp?se ... 9ec930a4b3

Der Link zu der Generatorenseite funktioniert bei mir aber nicht. Könnte wegen meinem UBUNTU sein.
Vielleicht probiert Ihr das mal, ob es bei Euch weitergeht.

Die Bezeichnung ist "ca353ir"


Ja, das der Regler eingebaut sein soll, hat mir auch schon jemand erzählt.
Allerdings ein Anderer wieder was anderes.
Ich war letzte Woche bei unserem hundertjährigen Boschdienst, aber der hatte just einen Monat vorher die Schilder abgehängt.
Schade, das war so ein Oldtimerspezi.
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Rial » Mi 30. Aug 2017, 23:01

Ohhhkeee...
Wurde dann schon schnell alles aufgeklärt :)
Und wenn du eine extra kleine und leichte LiMa haben
möchtest...
Dann geh zum Schrotti und suche eine LiMa vom
Suzuki Swift.Die habe ich auch in meinem Auto-Crosser
verbaut und kostete mich 40€ beim Schrotti.
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon KalleGrabowski » Mi 30. Aug 2017, 23:04

Das ist die Wald- und Wiesenlima... da braucht der Autoschrauber genau so viel Schaltplan und Typbezeichnung für, wie der Elektriker zum Anschluss einer Kellerleuchte :-)
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Frickelfreddy » Mi 30. Aug 2017, 23:05

Jetzt frickel ich das Ding hier erst mal an den Diesel.
Sollte dann ja kein großer Akt mehr sein.


Danke für Eure Hilfe
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Joschie » Do 31. Aug 2017, 08:33

Hallo,

nur folgendes noch gleich angemerkt:

1. sofern die Lima nicht unter der Motorhaube platz hat brauchst du einen Berührschutz für die drehenden Teile und den Riemen
2. mögen es die Limas gar nicht gerne wenn sie das Wasser vom Regen durchsaugen (Abdeckung sinnvoll)
3. Sieht die Lima an jedem Einachsschlepper einfach gsagt id gut aus.

Ich würde, auch wenns a bisserl teurer ist entwederns so ne einfache 75Watt Gleichstromlima (Sowas oder Sowas) oder einen Dynamo ausm Minibaggerbereich Sowas)anbauen. Den kann man fast überall hinwurschten und verstecken, hängt bei mir im Deutz auch zwischen Hydraulikpumpe und Kühlergebläse drin.

Grüße
Josef

p.s. ham die LED Leuchten eine Zulassung (Prüfzeichen?)? Führt ansonsten zum Verlust der BE und des VS.
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon ferdimh » Do 31. Aug 2017, 09:33

Was ist denn das fürn Modell?
Beim klassischen 500er Holder/Sachs Diesel (die 400er und 600er haben eine Lichtmaschine drin, die gleichzeitig das Lüfterlager ist) kann man das ab Werk sehr windige Lüfterlager durch eine Drehstromlima ersetzen. Wenn man das Blech der Haube drumrum anpasst, sieht das dann so aus, als sollte das so.
Mit viel Wollen bekommt man aber auch an der Seite des Motors eine Gleichstromlima unter, eine normale Drehstromlima steht vor und wird bei der nächsten Gelegenheit trotz Schutzblech abgefahren oder verdengelt (ratet mal, woher ich das weiß...)
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Frickelfreddy » So 11. Feb 2018, 12:42

Ups...hier gings ja noch weiter.
Also die Drehstromlima läuft jetzt und tut das, was sie soll.
@Ferdi
Ist ein Irus U1200 mit 8PS Berning Diesel.

Aber nochmal zurück zu Euren Vorschlägen mit den Gleichstromlimas:
Ich dachte, das wäre überholte Technik aus den 50ern, die von der der Drehstromgeneratoren abgelöst wurde.
Die Gleichströmer werden aber immer noch neu von vielen Händlern für halbwegs schmales Geld angeboten. Kann drum doch kaum alles reiner Oldtimerbedarf sein?

Wo liegt denn der Vorteil einer Gleichstrom-Lichtmaschine gegenüber den Drehströmern?
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon ferdimh » So 11. Feb 2018, 12:55

Wo liegt denn der Vorteil einer Gleichstrom-Lichtmaschine gegenüber den Drehströmern?

Eigentlich nirgendwo, außer an einer Optimierung:
Eine Drehstromlichtmaschine lässt sich auf hohe Leistungen züchten, wenn man sie dick und kurz baut. Einer Gleichstromlichtmaschine ist das relativ egal, für hohe Drehzahlen (=mehr Leistung) ist aber eine lange dünne Bauform besser beherrschbar. Deswegen kriegt man eventuell eine Gleichstromlichtmaschine besser unter (so eben unten am Holder, wo die Drehstromlichtmaschine vorsteht...).
Theoretisch ist die dreiphasige Wicklung + die "andersrumme Bauform" (Feld innen, viel Strom außen) heftig vorteilhafter, so dass mit dem Gewicht (und Materialeinsatz) einer 30A DC-LiMa auch eine 90A Drehstromlichtmaschine realisierbar ist. Die 6 Dioden fallen da nicht wirklich ins Gewicht.
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Joschie » So 11. Feb 2018, 13:09

Frickelfreddy hat geschrieben:Wo liegt denn der Vorteil einer Gleichstrom-Lichtmaschine gegenüber den Drehströmern?


Zum einen darin das hier viel "Orginalgetreue" gezahlt wird.

Zum andren haben die Gleichstromlimas den großen Vorteil das sie sich problemlos ohne viel Aufwand auch in positiv grounded Systemen verwenden lassen (muss nur die Vormagnetisierung umgedreht werden), zum anderen brauchen die Gleichstromlimas an sich keine Erregung sondern schaukeln sich selbst hoch (was 90% aller Drehstromlimas nicht können).
Einzig die modernen elektronischen Regler die so aufm Markt rumfahren (ala Bosch & Co) sind so strunzhohl gebaut das dieser Vorteil nicht mehr nutzbar ist. Ebenso fehlt den käuflichen elektronischen Reglern in 85% aller Fälle die Leistungsbegrenzung für die Lima wodurch gerne die Anker überlastet werden, überhitzen und dadurch sterben.

Nebenbei bemerkt, gefällt mir die Lucas Lima sehr gut. OK ich weiß die kommt vom Erfinder der elektrischen Dunkelheit woran aber an sich nur der Batteriekocher (manche sagen auch fälschlicherweise Laderegler dazu) schuld trägt.

Grüße
Josef
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Robby_DG0ROB » So 11. Feb 2018, 13:13

Gleichstromlichtmaschinen sind immer dann besonders nachteilig, wenn ein großer Drehzahlbereich abgedeckt werden muss. Die Höchstdrehzahl der Lichtmaschine darf ja nicht überschritten werden, es muss aber auch bei geringen Drehzahlen noch genug Leistung vorhanden sein. Bei Dieselmotoren, die etwa ein Verhältnis 1:4 zwischen Leerlauf und Vollgas haben (500…2200 /min), ist es nicht ganz so schlimm.
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon Frickelfreddy » So 11. Feb 2018, 13:48

Das hört sich alles interessant an.

In der Tat ist meine Drehstromlima ein ziemlicher seitlicher Klumpen am eher zierlichen Einachser.
Was den Drehzahlbereich angeht, ist so ein Einachser mit eigenständiger Drehzahlregelung ohnehin fast durchgängig mit etwa 2/3 Höchstdrehzahl (ca.2000 U/min) unterwegs. Ob auf dem Acker oder vor dem Hänger.
Der Rest ist quasi Leerlauf und braucht beim Ladeverhalten nicht berücksichtigt werden, weil das zeitmäßig nicht ins Gewicht fällt.

Noch mal was anderes zur Drehzahl der Lima:
Ich hab jetzt irgendwie ein paar Riemenscheiben benutzt, um meine Hella anzutreiben.
Spielt deren Drehzahl eine Rolle bei der Abgabeleistung? Ich bin eigentlich davon ausgegangen, daß der Regler die Erregung entsprechend steuert, so daß immer der auf dem Typenschild aufgedruckte Abgabestrom vorliegt....wenn er denn von Batterie oder Verbrauchern auch angefordert wird.
Ich habe sogar extra darauf geachtet, daß die Lima nicht zu hoch dreht, weil dann natürlich auch die Reibungsverluste durch Lagerreibung, Walkwiderstand des Riemens und natürlich auch Luftwiderstand der Zwangslüftung überproportional zunehmen. Bei 8 PS Gesamtleistung hat man da nicht viel zu verschenken.

Richtig oder falsch?
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon ferdimh » So 11. Feb 2018, 14:58

Der Regler regelt in der Regel nur auf die Spannung. Der Strom ergibt sich dann schon, weil Magnetischer Voodoo und der Kupferwiderstand der Sache ein Limit setzen.
Bei deutlich unter Höchstdrehzahl wird die volle Leistung eher nicht erreicht...
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Re: Strom fürn Trecker

Beitragvon ando » So 11. Feb 2018, 21:16

Moin,

ich hab auch nen Irus 1200.

Aber mit Berning Benzin!

MAch doch ma Bilders von deinem!

Bin schon lang nimmer gefahren damit, seitdem es den Fendt, äh räusper... die Fendts gibt.

Ando

PS: "Wenn du noch nen Bulldogg kaufst ist das nen Trennungsgrund!" hörte ich mal rufen.....
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