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Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Do 25. Jan 2018, 17:36
von MetallFriese
Moin,

ich suche für ein Projekt Kraftaufnehmer, habe aber nie damit zu tun gehabt, also Null Ahnung davon :(
Es geht auch nicht um die elektronische Auswertung, sondern nur um den Kauf und die Herstellung einer Vorrichtung,
um Kräfte zu messen. Im Prinzip so, als ob man die Kraft messen wollte, mit der ein Kopfhörer aufs Ohr drückt.
In erster Linie bräuchte ich also Maßangaben zu verschiedenen Modellen, "dünn" hat dabei die höchste Priorität.

Vorab schon mal besten Dank.
Friesische Grüße
Bernd

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Do 25. Jan 2018, 17:44
von berlinerbaer
Ich würde eine Briefwaage senkrecht stellen, mit nem Styroporklotz auf Testkopfbreite unterfüttern und dann messen.

Oder habe ich missverstanden was genau Du messen willst?
In welcher Größenordnung bewegen sich die zu messenden Werte?

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Do 25. Jan 2018, 17:57
von MetallFriese
Danke für den Hinweis, aber der Aufbau muss deutlich professioneller und dokumentierbar werden.
Messweerte muss ich nachsehen, berechtigte Frage.

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Do 25. Jan 2018, 18:06
von Maschine
öhm, wie soll der Messaufbau sein?

Kristallkugel abwisch: Eine dünne Folie die man auf die Polster des Kopfhöhrers klebt? Naja, das sind doch nichtlineare Flächenlasten...

Oder die Gesantdruckkraft wie eine Muschel an die Rübe gepresst wird? Schon besser, Wäägezelle, DMS, Piezo,...

Mehr Input bitte, this does not compute, bis jetzt. ;)

Skizze?

Maik

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Fr 26. Jan 2018, 08:12
von Steven
Moin,

ich bin gestern zufällig über diesen Post gestollpert und da hab ich mir gedacht Antworte ich dich mal drauf.
Ja mehr Input wäre nicht schlecht. :-)

Mein Vorschlag wäre einen Metallbügel der dem Kopf entspricht mit DMS zu bekeleben und als Vollbrücke zu verschalten, Instrumenten Verstärker anschliessen und die Spannung auf ein Display. Diesen Bügel (jetzt ein Kraftaufnehmer) kann man jetzt kalibrieren. Köpfhörer auf den Bügel gesetzt und schon kann man die Kraft messen die der Kopfhörer auf den Bügel (Kopf) ausübt.

Nur mal so als Denkanstoß.

Grüße
Steven

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Fr 26. Jan 2018, 09:49
von berlinerbaer
Solange uns hier kriegsentscheidende Dinge wie Messbereich, tatsächlicher Anwendungsfall, Doku-Anforderungen, Budget etc. nachhaltig verschwiegen werden, sehe ich weder sinnvolle Antwortmöglichkeiten, noch einen wirklich gelungenen Einstand im Forum.

Wenn man schon für eine offenbar gewerbliche Anwendung Intensiv-Nachhilfe braucht, gebietet es die elementare Höflichkeit, zumindest eine brauchbare funktionale Beschreibung des Problems mitzulierfern, statt sich Details Teelöffelweise aus der Nase ziehen zu lassen.

Mach Dir erstmal einen Pharisäer, vielleicht siehst Du dann auch klarer oder wirst zumindest redseliger ;).

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Fr 26. Jan 2018, 22:02
von Henrik_V
Kunstkopf, links und rechts zwei Plastiktüten, aufblasen bis sie vom Kopf abheben, Druck messen. Die schöne Variante hat eine Wassersäule :)

Aus Styrokunstkopf eine Scheibe herausschneiden, Küchenwaage dazwischen --- mit 20€ ist man dabei

Nutzt aber alles nix, weil die Passform den lokalen (auf Dauer, wenn zu hoch dann schmerzhaften) Andruck bestimmt.

Überhaupt die Kopfhörerhersteller fragen, wie die das machen. Würde mich nicht wundern, wenn es dafür eine Norm gibt :lol:
Frag doch (im Sitzen!) mal bei Grün&Schwer ( Bruel&Kjaer) nach.

Gruß Henrik

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Do 1. Feb 2018, 19:33
von MetallFriese
Redseliger werden ist leicht gesagt ...
Mit der eigentlichen Messerei habe ich Nichts zu tun, das stellt der Auftraggeber.

Es soll eine Messvorrichtung nach DIN "xyz" entstehen, in der die Baugröße dieser "Wägezelle"
ein wichtiges Maß ist. Leider kam der Auftraggeber mit dem Bauteil nicht so richtig rüber.
Zwischenzeitlich habe ich das Thema nochmals angesprochen und um Details gebeten.
Und siehe da ... schon liegt so´n Dingens auf dem Tisch ...

Vielen Dank für´s Mitdenken und Tipps geben.

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Fr 16. Feb 2018, 17:39
von rene_s39
Ich hab noch einen "Staiger Mohilo DMF-P V3" herumstehen, inkl. einem Bedienteil und einer 5kN Druckmessdose.
Wie das Ding funktioniert - keine Ahnung, aber ich hab es hinbekommen, dass sich auf dem Display was ändert, wenn ich die DMS im Schraubstock belaste.

Gruß,
Rene

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Fr 16. Feb 2018, 18:39
von Bastelbruder
Vor 20 Jahren habe ich mit einer solchen 500Kilo-Dose experimentiert und Drehmomentkurven diverser Zerknalltreiblinge aufgenommen. Irgendwann auch mal einen Bremsenprüfstand repariert bei dem (im Freien) Rost unter die DMS gewandert war. Nach etwas Schleifen, mit Endsieg300, Klebewachs und Schrumpfschlauch sind die Meßfedern (Eisenstangen 20*20 mm Querschnitt) heute noch gut. Die in Kaptonfolie gefaßten Widerstandselemente waren nach Reinigung mit etwas schärferen Argumenten wieder verwendbar.

Habe aktuell mit etwas komplizierteren Sensoren zu tun, der lokale Importeur solcher Teile hat einen selbstbeweihräucherten Katalog zum Absaugen. Seit vier Wochen weiß ich daraus daß es außer DMS inzwischen auch deutlich empfindlichere Siliziumsensoren gibt. :D Auf Seite 3 ist ein Foto wie solche Dinger innen aussehen. Beim Sensorhersteller im Indianerland finden sich noch weitere Infos.

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Fr 16. Feb 2018, 18:48
von enebk
Nichtmetallische DMS haben (wie alles im Leben) Vor- und Nachteile. Hier mal ein Auszug aus einer Vorlesung über Messtechnik/ Experimentelle Mechanik:
nichtmetallsiche_DMS.JPG

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Fr 16. Feb 2018, 21:46
von Bastelbruder
Ich denke daß Nichtlinearität und Temperaturgang kein Problem sind wenn 12 identische Widerstände, zu 6 Spannungsteilern verschaltet, um 120° zueinander versetzt mit etwas Mathematik zu XYZ-Torque und XYZ-Force verwurstet werden. Die Nichtlinearität scheint voraussehbar und für größere Temperaturbereiche werden entsprechende Korrekturkurven berücksichtigt. Größere Sensoren enthalten tatsächlich einen Temperaturfühler.
Aber 75 fache Empfindlichkeit ist ein Argument wenn ich das mit den 300 Ohm-Brücken vergleiche, die bei 10 V Betriebsspannung kurz vor dem Reißen gerade mal 100 mV aus der Brückendiagonale absondern.

Auch die Grenzfrequenz läßt sich mit steiferer Mechanik deutlich erhöhen, der Konkurrenzkampf gegen Bleititanat- oder Quarz-Piezosensoren mit driftenden Ladungsverstärkern, Hysterese und deutlich stärkerer Temperaturabhängigkeit ist ziemlich ausgefochten.

Sandkornsensoren sind natürlich auch etwas spröder, deshalb durfte ich mich mit dem Thema befassen...

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2018, 12:15
von Desinfector
MetallFriese hat geschrieben:Danke für den Hinweis, aber der Aufbau muss deutlich professioneller und dokumentierbar werden.
Messweerte muss ich nachsehen, berechtigte Frage.



man möge mich schelten wenn ich damit immer gerne querschiesse, aber:

so wie sich das anhört soll das doch schon wieder gewerblich sein, oder?

das geht mit Frickelmethoden nicht, solche Messungen sind den alt-eingesessenen Prüflaboren vorbehalten.
Nur dort sind die Dokumentationen juristisch belastbar.

und zweitens:

werde ich für gewerbliche Zwecke bestimmt keine Ideen Posten.
Wir könnten allerdings einen Beratervertrag machen.

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2018, 21:19
von Bastelbruder
Vor ein paar Wochen hab' ichs zufällig irgendwo durchgeblättert, aber mit sinnvollen Begriffen findet man bei den üblichen Verdächtigen natürlich nix. :(

Im aktuellen Katalog von Angelika's sind mit verschwurbelten Bezeichnungen auf Seite 1052 ein paar Kraftaufnehmer zu finden...

Re: Jemand fit in Sensoren / Kraftaufnehmer?

BeitragVerfasst: So 13. Mai 2018, 19:20
von MetallFriese
Desinfector hat geschrieben:
MetallFriese hat geschrieben:Danke für den Hinweis, aber der Aufbau muss deutlich professioneller und dokumentierbar werden.
Messwerte muss ich nachsehen, berechtigte Frage.
man möge mich schelten wenn ich damit immer gerne querschiesse, aber:
so wie sich das anhört soll das doch schon wieder gewerblich sein, oder?
das geht mit Frickelmethoden nicht, solche Messungen sind den alt-eingesessenen Prüflaboren vorbehalten.
Nur dort sind die Dokumentationen juristisch belastbar.

Ja, es ist gewerblich.
Ja, ein anerkanntes Prüflabor zertifiziert das fertige Gerät.

Desinfector hat geschrieben:und zweitens:
werde ich für gewerbliche Zwecke bestimmt keine Ideen Posten.
Wir könnten allerdings einen Beratervertrag machen.

Mir ging es nicht um eine Idee (bin schon groß ;) ), denn mein Anteil war weitgehend fertig.
Es fehlte nur das Maß des zu liefernden Sensors, um den in die Vorrichtung einzupassen.

Hat sich zwischenzeitlich erledigt, wie am 01.02. geschrieben.
Wenn "der Gerät" lieferfertig ist, reiche ich noch Bilder nach.

Nochmals meinen Dank