Sumpfkalk

Der chaotische Hauptfaden

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Sumpfkalk

Beitragvon Toddybaer » Mi 25. Apr 2018, 09:20

Hallo,

hat hier vielleicht einer einen eigenen Sumpfkalt Vorrat? Der soll ja mit den Jahren immer besser werden.

Und würde derjenige mir da auch was von abgeben?
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon ando » Mo 30. Apr 2018, 20:47

Moin,

ich hab grade heute Kalk gelöscht.

Laut der Seite vom Konrad Fischer is das gar nichtmal so tragisch, wenn der Sumpfkalk jung ist.

http://www.konrad-fischer-info.de/2kalkf08.htm

Er behauptet auch, das man beruhigt Kalkhydrat benutzten könte... naja, das scheint der Sepp Holzer unter den Bauexperten zu sein.

Ich hab Branntkalk benutzt und das Zeug mit ausreichend!!!! Wasser eingesumpft.

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Re: Sumpfkalk

Beitragvon radixdelta » Di 1. Mai 2018, 08:20

Aber was hast du jetzt anderes als Kalkhydrat? Ist das wirklich ein Vorteil Branntkalk zu nehmen?
Früher hatte man nichts anderes, wenn Weißkalk zu lange liegt wird er Kalziumkarbonat, das ist schlecht. Aber heute kann man das Zeug ausreichend gut Lagern und frisch einsumpfen, dann sollte das egal sein.

Ich habe festgestellt das Weißkalkhydrat frisch angerührt mist ist, aber nach einem Tag sumpfen ist alles super. Ich habe damit unseren Kaminofen geweißt und das Kreidet nicht einmal. Ich weiß nicht ob das einsumpfen über längere Zeit noch signifikante Verbesserung bringt, es ist jedenfalls nicht so das junger Sumpfkalk nicht zu gebrauchen ist.
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon Toddybaer » Di 1. Mai 2018, 08:48

was passiert chemisch denn genau beim Einsumpfen?
Und warum soll das anch mehreren Jahren dann noch besser sein?
Warum kann der keinen Frist ab, was verändert sich da.

Soll der nicht sogar zu Kalziumcarbonat werden beim Sumpfen?
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon jodurino » Mi 2. Mai 2018, 10:13

Hi
hier ist es ganz gut beschrieben wie man den Sumpfkalk selbst "sumpfen" kann:
https://www.youtube.com/watch?v=DZkKW3yEwAA

Teil2
hier wird der Unterschied zwischen frischen und älteren Sumpfkalk beschrieben:
https://youtu.be/yIjUPPJcI4A


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Re: Sumpfkalk

Beitragvon ando » Fr 4. Mai 2018, 00:48

ja, die Videos kenn ich auch.

Aber so richtig erklrärung gibts nicht dazu. Ich weiß nich, ob das vllt doch Voodoo ist, das mit dem alten Supfkalk.

Warum das Calciumhydroxid keinen Frost abbekommen darf, Frage ich mich auch....

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Re: Sumpfkalk

Beitragvon jodurino » Fr 4. Mai 2018, 07:39

Die Hausfrau kennt das vom Mehl, Du rührst ein Pulver in Wasser und es klumpt.
Auch beim Handlöschen entstehen Miniklumpen, Du willst ja nicht einen halben Tag rühren.
Mit der Zeit lösen sich die Miniklumpen auf und der Sumpfkalk wird besser.

Der Grund das ich gerade keinen Habe ist das ich hier keine frostfreie Stelle habe ihn zu Lagern.
Zumindest nicht wenn ich ihn nicht hin und her räumen möchte.
Wenn er friert entsteht an den Froststellen wieder das Carbonat, nicht schlimm wenn Du nur den Garten Kalken willst,
aber diese Brocken binden nicht und er ist als Farbe nicht mehr zu gebrauchen weil er dann anschließend Aussandet.

Irgendwo gibt es eine Chemische Erklärung
https://de.wikipedia.org/wiki/Technischer_Kalkkreislauf
diese ist für uns eigentlich ausreichend.

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Re: Sumpfkalk

Beitragvon Toddybaer » Fr 4. Mai 2018, 09:03

Wo nimmt der Sumpfkalk beim Einfrieren das Co2 zum Carbonisieren her?
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon Name vergessen » Fr 4. Mai 2018, 12:37

Wieso heißen eigentlich vier unterschiedliche Verbindungen "Kalk"? Ich möchte einen Buchsbaum einpudern, wozu man wohl "Algankalk" nimmt. Aber vermutlich ist das eh nur eine teurere Bezeichnung. Daher dachte ich, ich kaufe einfach billigen Baukalk, aber das scheint was anderes zu sein, obwohl es aus demselben Rohstoff (Kalkstein) gewonnen wird?

Algenkalk: im Wesentlichen Calciumcarbonat
Branntkalk: Calciumoxid
Löschkalk: Calciumhydroxyd
Dolomitkalk: Calciummagnesiumcarbonat

Calciumcarbonat als Pulver gibt's dann doch nur als "Algenkalk"?
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon ando » So 6. Mai 2018, 23:37

Wieso magste denn den Buchsbaum einpudern? Wegen dem Zünsler?

Algenkalk könnte evtl eine scharf kristaline Struktur haben. Manche Lebewesen zerreissen sich dabei den Chitin Panzer und sterben jämmerlich!

Mit Kieselgur müsste das dann ja auch funktionieren, das sind auch verwitterte Algen, und scharfkantig!

Ok, btt:

Also, es ist aufjedenall ein fulminates Schauspiel, wenn man beim einsumpfen zu wenig Wasser benutzt!

Ich hab jez welchen, der is 8 Wochen alt. Also streichen geht shcon mit dem.

Dann gibts doch noch die möglichkeit, das man das Zeugs dispergiert; Ich hab das noch nich ganz begriffen, aber wenn ichs richtig deute, wird das einfach ganz fein Verteilt.

Also ab in den Eimer mit dem Kalkmatsch und ordentlich mit dem Quirl durchgerührt. Sowas wie Quirls gabs damals halt nicht.

Ich bin da auf jedenfallin der Versuchsphase.... morgen hol ich ersmal ne Tonne Putzsand.
Hab auch schon mit Spielsand experimentiert... bin mir aber nicht sicher, ob der geeignet ist. Manche Hersteller werben mit gerundetem Sand für zarte Kinderhände (wtf??)

Das wäre zum Putzen und Mauern nich gut.

Auf meine rPackung steht jez nun nicht explizit "Sahara" drauf, aber sicher bin ich mir nicht, ob der nun kantig ist oder nicht...

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Re: Sumpfkalk

Beitragvon Toddybaer » Mo 7. Mai 2018, 09:19

also ich hab im Garten jetzt einen Kübel Kalkhydrat eingesumpft.
Wasser steht über. Oben auf hat sich eine Schicht gebildet. Fühlt sich Kristalin an...
Die erste Nacht allerdings hats -1° gehabt. Hoffe mal das das gutgegangen ist, steht abgedeckt dicht am Haus.

Wollt damit Wände streichen. Ich werde bereichten
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon Name vergessen » Mo 7. Mai 2018, 14:42

ando hat geschrieben:Wieso magste denn den Buchsbaum einpudern? Wegen dem Zünsler?

Algenkalk könnte evtl eine scharf kristaline Struktur haben. Manche Lebewesen zerreissen sich dabei den Chitin Panzer und sterben jämmerlich!

Mit Kieselgur müsste das dann ja auch funktionieren, das sind auch verwitterte Algen, und scharfkantig!

Ja, genau, der Zünsler ist es. Ich habe gelesen, daß das gut funktionieren soll, aber der Wirkmechanismus wurde natürlich nicht genannt (ist evtl. auch nicht bekannt). Es soll noch ein Bakterium geben, was denselben Effekt hat, aber das muß man wohl häufiger auftragen.

Ich hoffe, daß der Wirkmechanismus ein anderer ist, denn die Viecher können ja nix dafür und sollten möglichst nicht leiden, und zweitens wäre das dann ja recht unspezifisch und es könnte auch Hummeln usw. treffen, die versehentlich in den Staub geraten.

Danke für den Tip mit dem Kieselgur, einen Versuch ist es wohl wert! Ich werde also mal schauen, was ich am einfachsten herbekomme.

Edit:
NB, evtl. ist das ja relevant für andere hier: auf dem (einzigen) Pfaffenhütchen auf der anderen Hausseite sitzen ganz ähnliche Raupen mit ganz ähnlichem Gespinst usw., es könnte also sein, daß der Zünsler sich bereits auf andere Arten ausbreitet! Evtl. ist es aber auch was Anderes, die Raupen scheinen insgesamt kleiner zu bleiben als auf dem Buchs. Scheint nur die Gespinstmotte zu sein, die Raupen sehen "ausgewachsen" heller und mit kleineren Punkten aus als die vom Zünsler.
/Edit
Hoffentlich kommt die heimische Vogelwelt bald auf den Geschmack, wie zumindest anektotisch erzählt wird.

@ Branntkalk löschen: fumpt das, wenn man zuwenig Wasser nimmt? Hebe bei Wikipedia nur gelesen, daß das Löschen von dem Zeugs wohl gefährlich für die Augen sein kann, aber nicht, wie das ggfs. dort hinein kommt.
Zuletzt geändert von Name vergessen am Fr 15. Jun 2018, 17:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon xoexlepox » Mo 7. Mai 2018, 15:45

@ Branntkalk löschen: fumpt das, wenn man zuwenig Wasser nimmt? Hebe bei Wikipedia nur gelesen, daß das Löschen von dem Zeugs wohl gefährlich für die Augen sein kann, aber nicht, wie das ggfs. dort hinein kommt.

Ein ähnlicher Effekt wie bei wenig Wasser auf Natriumhydroxid (z.B. Abflußreiniger) oder bei Einkippen von Wasser in Säure: Punktuelle, starke Erhitzung, das Wasser verdampft, und die (ätzende) Brühe spritzt in der Gegend herum.
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon Sir_Death » Mo 7. Mai 2018, 16:17

Darum Merke:

Gib nie das Wasser zu der Säure,
sonst geschieht das ungeheure!
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon ando » Di 8. Mai 2018, 07:22

Moin,

ich hatte natürlich volle Sicherheitsmontur an bei der Aktion! Is auch ratsam.

Zum Zünsler: Das mit dem jämmerlich verrecken hab ich positiv gemeint.
Natürlich hat auf unserer Erde sicherlich jedes Tier seinen sinn, aber über Ethik müssen wir da nich disskutieren. Und den Hummeln und co macht das nix. Die sind ja selbst von milben geplagt.

Hie rnoch ein paar Infos zum Kieselgur:
https://www.shop.agrinova.de/data/media/images/cms/Kieselgur-Info_Agrinova.pdf


BTT:

Hab nun Gestern Feinsand besorgt. Also von der Körnung her is der fast so wie der Spielsand. Aber nicht so weiß- und teilweise mit größeren Steinchen drinne.

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Re: Sumpfkalk

Beitragvon ando » Do 14. Jun 2018, 17:57

Moin,

gibt es von euch schon Neuigkeiten vom Kalk?

Ich hab nun meine Lehmwand damit gestrichen und bin verwirrt:

Teilweise deckt das Zeugs sehr gut. Mischung 1:2 bis 1:3 ca 10% Zugabe von Kreide.

Tja, aber an der Decke im Bad will es nicht decken. Hab nun3 mal gestrichen. Ausserdem Kasein dazugegeben und ca nen halbes Kilo Kreide auf ca 10 Liter.

Feucht gehalten bis zum Abend.... trotzdem Kreidet es stellenweise ab....

Hab nun mal zu vergleichszwecken 80 Monate altem Kalk bestellt. Mal sehen, ob da ein Unterschied ist.
Zwischenzeitlich hab ich auch mal einen von diesem immerwieder zitierten "Kirchenmalern" getroffen, der hat mich ausgelacht und angefügt, das er unter 10 Jahren Lagerzeit in einer Kalkgrube gar nicht anfängt. ( In der Grube werden wohl evtl vorhandene Salze ausgewaschen)


Ando

PS: Da hier ja das Thema irgendwann gelöscht wird, wollen wir das ins Allgemine Forum verschieben- * zu den Adminszwinker*
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon Toddybaer » Do 14. Jun 2018, 18:15

Naja, das Kalkhydrat aus dem Landhandel hab ich halt eine Woche vorher angerührt und dann damit gestrichen.

Auf der Wandhälfte mit Silolack, hielt das beschissen.
Hab 2 mal den ganzen Raum gestrichen.

Ist auch gut fest geworden und kreidet fast garnicht
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Re: Sumpfkalk

Beitragvon ando » So 17. Jun 2018, 12:05

Moin,

so gibt Neuigkeiten.

Ich habw nochmals die Rezepte bei Kremer Pigmente angeschaut.
( Schöne Firma, nette Menschen- ich war letztens zu Besuch in der Farbmühle dort!)

Ausserdem wollte ich es Wissen, ob der lange gelagerte Kalk besser ist.

Also mal nen Eimer 82 Monate gelagerten Bestellt.
Ist tatsächlich anders, wesentlich cremigere Konsistenz, tropft nicht zu stark, und diesmal konnte ich die Wassermegen aus den beaknnten Rezepten nachvollziehen.

Der von mir eingesumpfte enthält wohl noch zuviel Wasser, soadass ich niemals ne streichfähige Konsistenz bei einer verdünnung von 1:3 mit Wasser erreicht habe.
Da ich das nun gelernt habe, verdünne ich meinen eignen Kalk nun 1:1 .
Da ich auch einige Klümpchen drin habe, verühre ich das ganze nun ausgiebig mit dem Mixer. Hilft!
Ausserdem tut ein Schuss Distelöl gut. Leinöl stand auch oft geschrieben, aber es stimmt: Die pampe wird leicht gelblich dadurch -> für nen weißen Anstrich ungeeignet.
Distelöl is farbneutral.

Wichtig ist, grade bei Lehmuntergründen, das der Anstrich langsam trocknet. Also bei dem grade herrschenden warmen Wetter, mache ich das mit Sprühnebel regelmäßig feucht. Dann kreidet es später minimal.

Den Lehmputz habe ich nun mit Kalk- Kasein grundiert. Somit verspreche ich mir, das der etwas sandenen Lehm gefestigt wird.
Scheint zu funktionieren.
Da es im Bad ist, und man bei der An und ausziheakrobatik sicher mal gegen die Wand kommt, ist es wichtig, das nix kreidet.

Mal sehen- ich hab auch noch nen Eimer Lehmfarbe auf Leimbasis rumstehen. Marke Pronatur aus dem Baumarkt.
Leider wird unterschiedliches zu dem Zeug berichtet:
Zu einen sind Konservierungsstoffe hinzugemischt ( Sicher auch in herkömmlicher Farbe)
Zum anderen leist man öfter, das man Leimbasierte Farbe vor einem weiteren Anstrich abwaschen muss???
Das wäre ja ziemlich blöd- kann mir nicht vorstellen, wie ich den feuchten, bröseligen Lehm abwaschen soll.

Habt ihr Erfahrungen damit?

Ando
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