Druckluft vernünftig trocknen

Der chaotische Hauptfaden

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Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon Propeller » Do 13. Jun 2019, 14:57

Hallo,
ich durfte heute meinen Bus nach dem gestrigen Unwetter gründlich trocknen, wozu ich hauptsächlich Druckluft verwendet habe. Dabei habe ich einen dummen Fehler gemacht und den Schlauch, den ich auch zum Lackieren verwende, in einen Luftanschluß ohne Wasserabscheider gesteckt. Das Ergebnis war, daß der Schlauch voll Wasser war und aus der Ausblaspistole ewig lange ein schöner Nebel aus Öl/Wasseremulsion kam. :evil:
Mein System sieht so aus, daß auf dem Dachboden ein schallisolierter Raum ist, wo ein 100l-Kompressor steht. von dort aus geht ein Netz aus Kupferrohren durch einen Bereich, der praktisch Außentemperaturen hat und schließlich an mehreren Stellen an der Wand runter durch die Decke zu den einzelnen Schnellkupplungen. Im kalten Bereich scheidet sich das verbliebene Kondenswasser an der Rohrwandung ab und läuft in den Rohren runter zu den Anschlüssen. An einem davon habe ich einen Wasserabscheider mit Druckminderer, den ich mal beim Treffen in Lärz gekauft habe. Dieser ist aber auch im Nu voll und ich arbeite zusätzlich noch mit einem kleinen Abscheider, den ich unmittelbar vor die Lackierpistole stecke.
Um solche Probleme in Zukunft zu vermeiden und auch um meinen Schlagschrauber usw. zu schonen suche ich nach einer Möglichkeit, die Luft gleich unmittelbar hinter dem Kompressor (Gibt's eigentlich was für davor?) gründlich zu trocknen, um mein Netz trocken zu bekommen.

Wie setzt man sowas am Besten um?

Ich dachte daran, eine Batterie aus 6 Sauerstofflaschen á 40l auf dem Kopf stehend an die Wand zu schrauben, die Böden zu verbinden und dort die Luft einzulassen und auch zu entnehmen. Die Ventile der Flaschen sollen dann Wasserablässe sein. Reicht das, wenn man zeitweise bis zu 500l/min Luft entnimmt? Vielleicht noch eine Kühlschlange davor?
An einen Zyklon habe ich auch schon gedacht. Nur ist Wasserdampf leichter als Luft und Nebel schwerer -->wird nix.
Gibt es bezahlbare handelsübliche Abscheider, die diese Größenordnung schaffen und deren Ablass man nach unten verlängern könnte, damit man nicht zum Wasser ablassen ständig auf den Dachboden muß?
Hat vielleicht sogar jemand hier sowas übrig?

Danke und beste Grüße
Peter
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon Sir_Death » Do 13. Jun 2019, 15:05

was du suchst, ist ein Druckluft-Kältetrockner

Zum Nachlesen:
https://www.maschinenmarkt.vogel.de/kle ... k-a-14781/

Kann man sicher auch selber frickeln
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon duese » Do 13. Jun 2019, 15:24

Wenn statt dem Ablassventil ein Magnetventil verbaut, geht das ferngesteuert oder auch automatisch. Dafür gibts auch fertige Steuerungen, die regelmäßig ein Ventil öffnen.
Wenn es händisch gehen soll, dann einen Schlauch an den Ablass, den in die Werkstatt führen und den Ablasshahn da montieren.
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon Hansele » Do 13. Jun 2019, 17:04

Hallo Peter,

ich habe direkt am Kessel so ein kleine Wartungseinheit von Festo, wo sich das Wasser sammelt,
der Behälter ist recht klein, man sollte also immer wieder ein Auge drauf werfen und unten die Schraube aufmachen.

Geschätzer Inhalt in dem Behälter ca. 30ml bevor es in Leitung geht.


Ansonsten habe ich am Kessel, einen kleinen Hahn, den mache ich ca. 1 mal im Monat auf,
in Summe ist aber nicht viel Wasser in dem Kessel.

Ich habe direkt hinter dem Verdichter einen Trockner, zumindest glaube ich das,
es ist das zylindrische Teil mit dem Magnetventil zwischen Verdichter und Motor.
Unten geht die Luft rein, oben geht sie zum Kessel, nachdem der Motor aus ist, öffnet das Magnetventil.

Bild

Könnte ein Membrantrockner sein, was sagen die Experten?

https://www.kompressoren-fachhandel.de/ ... xXEALw_wcB

Grüßle Pascal
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon Virtex7 » Do 13. Jun 2019, 17:58

also einen Kältetrockner der Größe hätte ich noch.
ein großer Kombi-Kofferraum oder eine Europalette wäre das angemessene Transportmittel.. Leitungen sind 2" meine ich.

Wenn du Interesse hast, schreib mir eine PN, dann gibts mehr Infos :D
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon gafu » Fr 14. Jun 2019, 00:27

lol das funktioniert ganz genau so, wie du es zur zeit machst: die warme komprimierte luft an eine kalte stelle bringen, und dort die feuchte als tauwasser ausfallen lassen.

Du musst nur konsequent überall wasserabscheider einbauen. Wenn du nicht viel durchfluss brauchst (also ein abscheider mit 1/4" durchlass reicht) sind die doch sehr sehr billig.
Den hier kannste sogar einfach an beliebige schnellkupplung zwischenstecken: https://www.ebay.de/itm/Druckluft-Filte ... 1781073031

ist jedenfalls viel billiger als der strom für die kältemaschine.
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon Propeller » Fr 14. Jun 2019, 09:38

Ja, so eine kleine Wartungseinheit wie im Ebaylink habe ich bei einem Auslass dazwischen. Das Ding ist allerdings im Nu voll und scheidet bei größeren Durchflußraten nicht sauber ab.
Mir geht es eben darum, das gesamte System trocken zu haben.
Haut das mit dem Membrantrockner gut hin?
Muß so ein Kältetrockner ständig eingeschaltet sein oder hat der einen Strömungswächter oder sowas, was ihn bei Bedarf zündet? Wieviel Strom zieht sowas?
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon daruel » Fr 14. Jun 2019, 10:00

Propeller hat geschrieben:Muß so ein Kältetrockner ständig eingeschaltet sein


Das ist nicht viel anders als bei einem Kühlschrank, der braucht ja auch Zeit um kalt zu werden. Ich habe den Trockner bei uns im Betrieb an einer Zeitschaltuhr, welche ihn 1h morgens vor dem Kompressor einschaltet und dann läuft er automatisch durch, einen Wächter gibt es nicht. Ist ein Gerät so groß wie 2 Bierkisten. Wie viel das Teil verbraucht, juckt hier nicht ;)

Edit fügt hinzu: Der Trockner hängt dann übrigens auch vor dem Kessel und hat einen automatischen Wasserabscheider mit Magnetventil und professionellem 5L Scheibenklar Behälter :D
Zuletzt geändert von daruel am Fr 14. Jun 2019, 10:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon RMK » Fr 14. Jun 2019, 10:27

ich kenn die Dinger aus dem Dentalbereich, da wird direkt nach dem Verdichter die Luft erstmal gekühlt (Kupferrohrschlange), das Kondensat
dann aufgefangen und (beim Abschalten des Verdichters, als nach JEDEM aktivieren) abgelassen. Die kühle Luft geht dann noch durch
ein Rohr mit Silicagel (welches wiederum bei zu hoher Sättigung durch eine geringe Menge automatisch durchströmende Luft nach "aussen"
abgeblasen und dadurch getrocknet wird...)

Das System arbeitet vollmechanisch ohne elektrische Anschlüsse und zB. an alten Dürr-Kompressoren zu finden
(im Netz geklautes Beispielbild: https://www.picclickimg.com/d/l400/pict ... linder.jpg )
das Rohr mit Spirale dran isses....

Müsste ich noch eine rumfliegen haben, kannst Du haben wenn Du möchtest.
die aktuellen Kompressoren ebendieser Firma haben einen Membrantrockner, der Strom braucht und etwas aufwendiger arbeitet.

Vorteil von dem System ist dass der Kessel nur trockene Luft sieht und daher weder korrodiert noch vergubbelt.

Ich hab nur ein einziges Mal bei einem Schneider-Kompressor das System "andersherum" gesehen, da dient dann der Kessel selbst als
Abkühlgefäß, ist daher in regelmässigen (3-Monats)Abständen mit ca 25 Litern Wasser halb voll (!!) und die Trockenluftanlage NACH dem
Kessel hat immer 100% Luftfeuchte zu bearbeiten... #-/

Edit: wenn Du ein Magnetventil an den Kompressorkessel baust, das beim Abschalten des Geräts den Kessel entleert und das Wasser gleich mit
ablässt, hast Du schonmal ein Problem (Wasser im Kessel) weniger und dadurch wohl auch weniger in den Leitungen...
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon Virtex7 » Fr 14. Jun 2019, 11:01

Warum sollte man einen Kompressorkessel komplett ablassen? Das lässt doch die Energie die vorher dazu aufgewendet wurde, die Luft zusammenzudrücken einfachso entweichen..
dazu vermute ich dass es hier eine etwas größere Anlage hat, da 500l/min geliefert werden können.. Das ist kein Dreck mehr.

Für einen Kessel gibts so genannte BEKOmaten und sonst die bekannten Trockner, Wasserabscheider und Filter.

ich frage mich allerdings langsam, warum ich so wenig Wasser in der Luft habe. Am Kessel ist zwar ein Bekomat dran, aber in dem Auffangbehälter ist meist nur eine Pfütze oder gar nichts. Die Luft selber ist auch trocken... Vielleicht läuft der Kram zu wenig. Oder der Abscheider direkt am Verdichter ist derart effizient, dass fast nichts weiterkommt (nur Kühlschlangen und mechanischer Abscheider...).
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon RMK » Fr 14. Jun 2019, 11:32

muss nicht ganz leer werden, 15-20 Sekunden reichen....
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon Hightech » Fr 14. Jun 2019, 15:23

1 Sekunde reicht
:)
Ich habe ein Magnetventil am Boden des Kessels, welches bei jedem abschalten des Kompressors für wie Sekunde öffnet. Ich habe ganz sicher kein Wasser im Kessel.
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon Durango » Di 18. Jun 2019, 22:57

Es gibt für größere Druckluftsysteme automatische Entwässerer.
Dazu muß aber das gesamte Rohrsystem so konstruiert sein, das es einen tiefsten Punkt gibt. Dort bläst dann der Automat solange ab,bis es gut ist.

Das sind statische Verfahren,just in-time wird wohl nur mit Salzfiltern oder thermischen Abscheidern gelingen.

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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon ando » Mi 19. Jun 2019, 09:41

gafu hat geschrieben:lol das funktioniert ganz genau so, wie du es zur zeit machst: die warme komprimierte luft an eine kalte stelle bringen, und dort die feuchte als tauwasser ausfallen lassen.

Du musst nur konsequent überall wasserabscheider einbauen. Wenn du nicht viel durchfluss brauchst (also ein abscheider mit 1/4" durchlass reicht) sind die doch sehr sehr billig.
Den hier kannste sogar einfach an beliebige schnellkupplung zwischenstecken: https://www.ebay.de/itm/Druckluft-Filte ... 1781073031

ist jedenfalls viel billiger als der strom für die kältemaschine.


Das Dingen muss aber möglichst waagrecht montiert sein, oder? Meine Anschlüsse kommen nämlich auch mal von der Decke herab.

ICh hab nun im Sommer ebenfalls vermehrt Wasser in der Luft.

Bei mir siehts os aus: Kompakt Kompressor mit Kessel (im Kessel fällt Wasser aus) , dann ein Fliehkraftabscheider, dann die Verrohrung quer durch die Werkstatt mit T- Abzweigen und im kühlen Keller, auch an einem T-Abzweig ein 300 Liter Kessel. ( Dieser Aufbau is nach euren Infos nicht optimal, ich weiß)

Dadurch habe ich beim Füllen des Systems geringe Strömungsgeschwindigkeiten im ersten Abscheider. Sperre ich die Leitung zu dem 300 Liter Kessel ab, und lasse den Kopressor auf Maximaldruck pumpen und öffne dann das ventil, sieht man , wie beim (schnellen) durchströmen im Abscheider die Wassertropfen herabperlen.

Tut der aber auch seine Arbeit, wenn die Strömung langsamer ist?


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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon unlock » Mi 19. Jun 2019, 14:21

Hallo,
für die korrekte Funktion des Fliehkraftabscheiders muss er normalerweise Wagrecht(Wasserabfluss nach unten) montiert sein,es seidem die Bauform ist anderst.
Bei hoher strömung arbeitet er wie eine Zentrifuge,da sonst Wassertröpchen mitgerissen werden.Bei schwacher Strömung sollte normalerweise die Gravitation ausreichen,um Tröpfchen abzuscheiden.Wass er aber nicht kann,ist nicht kondensierender Wasserdampf abscheiden denn hierzu muss die Taupunkttemperatur der Komprimierten Luft unterschritten werden.
Wenn man kein Lufttrocknersystem hat,ist man immer auf die Kühlung durch das Rohrnetz angewisen,welche dann natürlich je nach Leitungsart,Querschnitt,Länge,umgebungstemperatur und Durchfluss eine gute bis schlechte Kühlleistung hat.
Am besten(noch besser eine Kühlschlange) nutzt man hier das schon kalte Kondensat,und lässt die Luft am Anfangdes Netzes durchströmen.
Desweiteren sollte man im Rohrnetz Tiefpunkte so setzen,das das Kondensat richtung Erzeuger läuft,und somit erst garnicht zur Wartungseinheit gespühlt wird.

In deinem Fall würde ich sogar eine separate Leitung vom Komptessor durch den 300L Kessel führen(vorne rein,hinten raus),somit hat die Luft genügend Zeit abzukühlen,und das Wasser kann ausfällen.
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Re: Druckluft vernünftig trocknen

Beitragvon SchuesselTech » Mi 19. Jun 2019, 20:22

Und am 300L tank im Keller (natürlich unten am tank) nen Ablassventil, das gelegentlich mal nen kurzen moment auf macht um das, was an wasser drin steht abzulassen
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