Explodierten Polylux retten

Der chaotische Hauptfaden

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Propeller
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Explodierten Polylux retten

Beitrag von Propeller » Fr 14. Feb 2020, 15:18

Moin,
ich habe einen "OH-Projektor" von 3M, der spektakulär verstorben ist. Die Kausalkette kenne ich nicht genau: Entweder ist die Halogenbirne auseinandergeflogen und hatte soviel Wucht, daß sie die davor befindliche Linse zerstört hat, oder umgekehrt: Die Linse wurde zu schnell heiß und ist mit sehr viel Schwung geplatzt.
Wie auch immer: Nun sind beide Teile im Eimer und ich überlege, wie ich die Sache wieder hinbekomme. Im Netz fand ich die Lampen zum Preis eines guten Gebrauchtgerätes und die Linsen gar nicht. Was tun? Einen Projektionsscheinwerfer vom Auto reinfummeln? Andere Ideen?
Oder hat vielleicht jemand was Passendes herumzuliegen?
Danke schonmal für Eure Hilfe.

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Spike
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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von Spike » Fr 14. Feb 2020, 15:22

Autsch! Gibst Du mal die Dimensionen der Linse durch? Dann gucke ich mal. Ich habe da so eine Sammlung zerlegter optischer Geräte ...
edit: Ich habe auch einen 3M im Keller (den ich allerdings noch gebrauche) - Hab einmal reingeguckt und grob angepeilt so Daumen drüber 6cm Durchmesser und 3cm Höhe? Ich muss einmal wühlen gehen - es könnte sein, dass ich von einem alten Bildwerfer etwas vergleichbares habe - die Kondensoren der Diaprojektoren sind meist alle ein Stückchen kleiner...
edit2:
Der hier hat 50mm Durchmesser und ca. 25mm Höhe. Ob das klappen kann?
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Der Durchmesser ist "geschönt", weil das Ding einen Rand zum Einlegen in eine Nut hat...
Zuletzt geändert von Spike am Fr 14. Feb 2020, 19:10, insgesamt 2-mal geändert.

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RMK
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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von RMK » Fr 14. Feb 2020, 16:01

ich glaub ich hab auch noch eine solche Linse, bitte mal messen und (hier) Bescheid sagen...!

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von Kuehnetec » Fr 14. Feb 2020, 20:52

Ich habe 4 Linsen vor einiger Zeit mal gerettet
Eine Linse ist aus dem Lichtkasten mit Durchmesser 90mm
Die zwei anderen sind warscheinlich aus dem Arm auch so 90 mm Durchmesser
Eine ist so eine runde Glasscheibe mit 110 mm Durchmesser ist auch noch da.
Der OH Projektor war ein Kindermann.
Die Lampe mit 24V 250W und Fassung und der Trafo liegt auch noch rum.

Mfg Andreas

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Propeller
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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von Propeller » Fr 14. Feb 2020, 22:40

Hey, das liest sich ja alles prima!
Ich habe vorhin die Trümmer mal vermessen und komme ungefähr auf folgende Maße: Durchmesser der Linse ca. 63mm, Höhe etwa 23..25mm.
An der Birne wäre ich auch sehr interessiert.

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von Henning » Fr 14. Feb 2020, 23:23

Der Kram liegt hier alle Nase lang im Elektroschrott... hast du noch Bedarf?

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von RMK » Fr 14. Feb 2020, 23:43

die Birne finde ich grade nicht (mehr), ich muss mal scharf überlegen wo ich die hingestopft habe :-/

aber die Linse hat glaube ich recht genau 63mm. Allerdings ist das eine doppelte, dadurch ist der
Klumpen ca 40mm dick.

egal, wird sich wohl zerlegen lassen. Sag an wohin damit. :)
linse.jpg
edit: der Klumpen ist auch wirklich aus einem Tageslichtprojektor, allerdings weiss ich den Hersteller nicht mehr.

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von Spike » Sa 15. Feb 2020, 00:10

... in meinem 3M ist noch eine Ersatzbirne. Ich schaue mal nach den Werten und wenn sie passt, gehört sie Dir.

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von sysconsol » Sa 15. Feb 2020, 08:50

Vor vielen Jahren - noch in der Ausbildung - hat ein Mitlehrling gemeint, er baut einen Folienprojektor auf LED um.
Damals habe ich gelacht.

Heute müsste ich nachrechnen, ob das technisch geht.
Finanziell schätze ich das eher unattraktiv ein, wenn es vernünftig werden soll.
(Und von dem LED-Lichtstrahl möchte ich auch nicht geblendet werden.)

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von RMK » Sa 15. Feb 2020, 10:03

das Problem dürfte der Brennpunkt der LED
sein, wenn sie *vor* der Optik sitzt, oder die
nötige COB-Fläche wenn man sich die Optik
spart (dann würde das Ding aber wenigstens
*richtig* flach werden ... )

wenn ich mir aber so angucke was meine
Taschenlampe an Licht raushaut, mit einer
Einzel-LED, sollte 1. recht gut möglich sein...

ein Leuchtmittel aus einem Projektor (aka
Beamer) sollte auch sehr gut gehen und
zumindest für Bastler nicht unerschwinglich
sein, Xana hätte doch da grade was im
WerWillsHaben..... :-)

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von Bastelbruder » Sa 15. Feb 2020, 10:26

"Beamer" - das verniedlichende Wort muß man dem Blödzeitungsleser endlich mal ins Deutsche übersetzen! :lol:

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von Desinfector » Sa 15. Feb 2020, 15:38

Falls noch was gesucht wird, ich hab auch noch OHP Teile liegen.
Allerdings von einem anderen Hersteller

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von sysconsol » Sa 15. Feb 2020, 18:54

das Problem dürfte der Brennpunkt der LED
sein, wenn sie *vor* der Optik sitzt, oder die
nötige COB-Fläche wenn man sich die Optik
spart (dann würde das Ding aber wenigstens
*richtig* flach werden ... )
Die bei einer Punktlichquelle nötige Optik zu umgehen ist das Ziel.

Bei der LED ist mehr aktive Fläche von Vorteil, da somit auch mehr Kühlfläche vorhanden ist.
Der eingebaute Lüfter sollte dann ausreichen.
Prinzipiell könnte man eine Platine entwerfen, auf der viele LED mit relativ geringer Leistung verbaut sind.
Die Platine kommt dann hinter die Fresnel-Linse oder mit einem Diffusor direkt unter die Auflagescheibe.
Übliche LED-Panels dürften - nicht nur wegen UGR19 - zu lichtschwach sein (bei rund 5000 Lumen wird das kaufbare Panel dezent zu groß :cry: ).

Kompakte (flache, zusammenklappbare) Folienprojektoren (Suchbegriff ohp tragbar) haben neben der Linse mit Spiegel eine zweite Linse mit der Lampe.
Das Auflageglas ist ein Spiegel.

An den Dingern sterben die Netzteil-Transistoren.
Habe ich eine Zeit lang einige getauscht.




Die LED-Sache erinnert mich an einen anderen Gedanken:
Ich wollte ja immer einen Bildwerfer (aka Beamer) von Gasentladungslampe auf LED umbauen.
Nicht weil ich den brauche, sondern weil ich mal sehen will, wie sich die Kühlung macht.
Ich denke, dass man da nicht um eine Flüssigkeit als Wärmeträgermedium herum kommt, wenn das Gebläse leise sein soll (oder besser: nicht vorhanden sein soll).

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von RMK » So 16. Feb 2020, 00:31

ich hab heute eins dieser Dinger hier in Aktion gesehen, im Stuttgarter Hackspace beim Treffen...

https://www.ebay.de/itm/12V-70W-7000LM- ... 4027041302

laut Aussage des Besitzers und Benutzers bringen die ihre vollen 70W erst bei 14,4 Volt - er betreibt sie bei 12V, aus einem
Servernetzteil das *nicht* hochgedreht wurde, man kann sie nach 5 min Leuchtdauer immer noch in der Hand halten.

Vier davon ergäben ungefähr eine DinA4-Fläche, allerdings mit einem dunklen "Kreuz" in der Mitte, weil man sie wohl nicht
ganz randlos zusammengeschraubt bekommt.

das wäre dann aber sehr flach und verflixt hell.... :) und die Stromaufnahme ist auch nicht sonderlich hoch, 2,8A pro Panel
ergäbe ca 12 A bei 12 V - das lässt sich eine Zeitlang problemlos aus einem Akku ziehen.

also sozusagen der ultimative "tragbare Overheadprojektor"

hm, wer bauts? *g*

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von ferdimh » So 16. Feb 2020, 01:54

Die flächige Lichtquelle ist für einen Projektor völlig ungeeignet!
Das Licht, das sie ungerichtet abstrahlt, geht größtenteils am Objektiv vorbei gegen die Decke.
Damit das tut, muss das Licht einer (oder mehrerer, das sollte theoretisch auch gehen, muss noch mal zerdenken, wie genau) Lichtquellen so gebündelt werden, dass der Brennpunkt des Ganzen ungefähr im Objektiv liegt. Das funktioniert um so besser, je kompakter die Lichtquelle ist.

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von RMK » So 16. Feb 2020, 02:44

hm, ich hätte die Fresnellinse schon drin gelassen.

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von tschäikäi » So 16. Feb 2020, 03:01

Moin,
@RMK: das hat mit der Fresnellinse nichts zu tun, da im Brennpunkt ein Abbild der Lichtquelle dargestellt wird.
Leuchte mal mit ner Led durch ne Lupe an die Wand. Bewege beides, bis du ein scharfes Abbild siehst.
Es zeigt sich: Man sieht eine vergrößerte LED an der Wand.
Dieses Bild ist idealerweise mittig im Obektiv. Heißt: wenn dein Objektiv sagen wir 80mm Durchmesser hat,
darf deine Lichtquelle nicht größer als etwa 20mm sein. Die 1:1 Abbildung hast du nämlich nur in der Mitte des Objektivs,
am Anfang und am Ende sind die Strahlen schon wieder weiter auseinander.
Ich hoffe, dass das halbwegs verständlich ist. Ferdi hats ja auch eindeutig formuliert.
Ich habe so vor 15 Jahren ziemlich viel mit OHP und LCD gespielt, ne neue Kiste aus den Teilen konstruiert etc.
Punktförmige Lichtquelle ist das Ideal, 30mm Lichtbogenlänge das Maximum.
Und das bei Objektivdurchmesser 100mm.

Gruß Julian

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von sysconsol » So 16. Feb 2020, 11:14

Die flächige Lichtquelle ist für einen Projektor völlig ungeeignet!
Stümmt. Das hatte ich völlig außer Acht gelassen :oops:

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von RMK » So 16. Feb 2020, 12:36

ich überlege nur weil es für Vergrösserungsgeräte
im analogfotografischen Bereich Umbauten
auf flächige Lichtquellen gibt- die funktionieren
auch....
(gibt sogar Vergrösserer mit wahlweise
Kondensor- oder FlächenLichtquelle....)

und die zu durchleuchtende Filmfläche kann
da schon auch mal 9x12 cm gross sein.....

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von ferdimh » So 16. Feb 2020, 12:47

Das Vergrößerungsgerät für den Film muss aber auch keine weltbewegenden Lichtmengen auf das Papier werfen...
Da kann man die Prioritäten anders legen - z.B. auf weniger Vignettierung bei flächiger Lichtquelle. Die geschätzten 1% Effizienz des Ganzen sollten sich dort durch "Mehr Power" problemlos ausgleichen lassen.

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von Smily » So 16. Feb 2020, 12:57

Was mir bei dem thema licht und spiegel reflektion immer im kopf herum geistert...

Gerade auch beim fahrzeug sind diese led Maiskolben dinger ungegeignet, weils ja , wie hier beim OHP inn alle möglichen richtungen funzelt, nur nicht dahin wo es soll, um einen gerichteten Lichtstrahl zu haben...

Jetzt gibt es aber vermehrt diese Filiamet leds.
Damit sollte das doch wieder möglich sein.
Da die lichterzeugung ja ähnlich einer leucht/Heizwendel in einem mehr oder weniger langen streifen passiert.

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Re: Explodierten Polylux retten

Beitrag von ferdimh » So 16. Feb 2020, 13:24

Das LED-Filament hat aber - verglichen mit einer gescheiten Glühwendel - immer noch ziemlich wenig Leuchtdichte.

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